1500 Stunden klingt brutal und beweisrt wieder einmal, dass man nicht unbedingt Zeit spart. :)
Aber ich mag, dass du Sync nicht vergessen hast.
Es war auch brutal, aber ich bin sicher dass ich Zeit gespart habe. Ich habe jeden Tag durchschnittlich 12 Stunden, sogar bis zu 20 Stunden an manchen Tagen daran gesessen. Aber der Umfang des Synths ist gewaltig.
- Modulation
Er hat 8 LFOs, 8 ENVs, 8 StepSequencer, 3 WaveFollower (Eigenkreation der die Gesamtlänge der Wellenform misst, ähnlich einem Envelope Follower aber anders), 4*Source (für Dinge wie Velocity & Co), einmal Action Formula (ein Modulator bei dem sich die Magneten, die die Wellenform bilden, gegenseitig anziehen und abstoßen und dabei noch andere Werte modulieren können - eine Art "generative Mode"). Die Magneten können frei "geworfen" werden, dabei können sie gegen Wände und Decke prallen oder durchgehen. Die Bewegungen können mit einem Recorder aufgezeichnet werden, um interessante Wellenformen-Entwicklungen festzuhalten und sie danach zu wiederholen, oder in ihnen zu "scrubben". Sehr kraftvoll in Kombination mit der Action Formula.
- Wellenformen
Die bis zu 8 Magneten decken eine sehr große Vielfalt an Formen ab. Jeder hat 16 Knobs um ihre Größe, Form und Position zu bestimmen. Die Formen/Formeln sind gut aufeinander abgestimmt so dass aus dem "default" Dreieck, das an der Wellenform zieht (meistens an der default Wellenform "Silence"), eine Sinus, ein Sägezahn und alle herkömmlichen Formen gebildet werden können, aber eben auch sehr viel mehr als das, und all das kann frei im Raum schweben (bis zu 3 unterschiedliche Wellenformen können auf einmal gebildet werden und entweder einer anderen Oktavenlage oder dem Panning zugewiesen werden können.)
- Macros
Die besagten 16 Knöpfe der 8 Magneten sind in der Zeile unter dem WellenformBildschirm als Macros und modulieren alle Parameter der Magneten gleichzeitig. Dabei liegt ein System zugrunde, das die Macros und von ihnen gesteuerten Magneten-Werte immer wieder neu so mappt, dass alle gleichzeitig ihre Endwerte erreichen. Durch das setzen eines "R" kann man den Effekt des Macros auf einen Magneten umkehren. Man kann auch mehrere Magneten selektieren und so deren Werte gleichzeitig beeinflussen. Dazu gibt es noch eine größere Anzahl von Macros der Modulatoren (LFO Speed, ENV Speed, All Speed, ENV Speed, ENV Depth, All Depth, und "All" wo alles kombiniert wird. Genial um den schon bearbeiteten Sound nochmal von allen Seiten gleichzeitig aus zu ändern).
- Bisher ungekannte Effekte
Ich bin mit der KI auf Effektsuche gegangen, und habe 4 wirklich sehr schöne und äußerst verwendbare Effekte gefunden: Cycle Skip lässt Samples von jedem 2. Cyclus im Oszillator verschwinden. Im Grunde genommen läuft es darauf hinaus, dass neue harmonische Inhalte generiert werden und der Charakter subtil bis extrem verändert werden kann; bei 100% wird nur noch jeder 4. Zyklus überhaupt gespielt, und die Tonlage wird sehr tief. Curvature klingt wie ein kaputtes Filter. Er setzt der Wellenform Grenzen hinsichtlich der Krümmung. Leichte Werte können ein wenig "Vintage" Charakter in den Sound bringen, extreme Werte klingt als würde der Sound vollkommen chaotisch in tiefere Frequenzen abgleiten. "Sub Source" drückt der Hauptstimme die Wellenform eines Subs (zwischen 1 oder 2 Okt tiefer) auf - dieser Sub-Effekt verbindet sich mit der Hauptstimme auf eine völlig andere Weise als ein Sub (der ist auch an Bord). "Pan 12" Spaltet den Oszillator in links und Rechts auf, und so wird dann der Sound auf den Speakern verteilt - hab ich auch noch nicht gesehen, und subtil hinzugemischt macht das einen bisher unbekannten und interessanten Stereo-Effekt.
- Detailverliebtheit und Eigenarten
Der Synth ist beständig nach dem Motto "wäre es nicht schön wenn" gewachsen. Das Vowel Filter hat mehrere Vowel Sets aus verschiededenen Ländern (Classic, AEIOU, Full Spectrum, Türkisch, Mandarin, Vietnamese und "Taa" (die Sprache mit den meisten Vowels). Die Vowel Sets können auf "Smooth" oder "Contrast" eingestellt werden. Wenn man das zweite (eigentlich das dritte, es gibt noch einen Pre-Filter) Filter noch dazu holt, und 2 Step Sequencer einsetzt, kann man Vowel-Sets hintereinander schalten. Die Step-Sequencer haben "Step per Note", Swing, Smooth (fließende Übergänge zwischen den Steps). Die Modulatoren können sich selbst und andere Modulatoren modulieren. ENV Modulation ist "per note" und kann sogar unabhängig voneinander Magneten-Positionen modulieren - mit entsprechendem visuellen Feedback. LFO hat "Exponential" (rhythmisches Element) und hat nicht nur Retrigger, sondern auch Retrigger per Note. Die Knöpfe sind, soweit es sinnvoll war, alle Bipolar, und weisen in manchen Fällen nicht nur eine umgekehrte Funktion, sondern unterschiedliche Formeln nach rechts und nach links aus, damit kein "Real Estate" verschwendet wird - maximal geballte Soundgestaltung auf dem verfügbaren Raum. ZB kann der Okt+1 und Okt +2 (warum soll man nur nach unten hin "Subben", "Uppen" geht auch) FM oder Ringmodulation für den negativen Bereich gewählt werden (Okt +1, Okt +2 und die Hauptstimme haben alle ihr eigenes "Detune"). Es gibt eine "Warp"-Sektion, bei der man in die Wellenform auf der X oder Y-Achse rein- oder rauszoomen kann (das ist eigentlich ein Sync wenn auf der X-Achse rausgezoomt wird), die Wellenform kann auch "gewarpt" werden (entweder wird das Zentrum oder die mittleren Außenbereiche gestretcht) - diese Effekte sind im Video bei "Portal opens" zu sehen. Die Magneten können auch als einfach "Anker" benutzt werden, es gibt noch einen Makro um sie ins Zentrum oder in die Außenbereiche zu schicken. Noise kann den Wellenformen als "static noise" oder als "lebendige" Noise hinzugefügt werden. Bei den Effekten habe ich zwar keinen besonderen Schwerpunkt gelegt, aber das Delay mit PingPong und PhasenInversion ist hervorzuheben, besonders weil Ping Pong und PhasenInversion so zusammenarbeiten, dass entweder die Ping- oder die Pong Seite Phasenverschoben wird, und das ist nochmal ein gutes Stück besser als normales PingPong, kann extrem breit werden. Das Reverb hat ein Setting "broke/fixed" - das ist passiert als ich gemerkt habe, dass das Reverb Filter eigentlich nicht richtig funktioniert, aber sich für einen bestimmten Effekt sehr gut eignet wenn Size voll aufgedreht ist und das Reverb in den negativen Bereich geht - knattert wie ein Gewitter). Die Farben der Knobstrips (Namensschilder), der Magneten und der Wellenformen 2 und 3 können individuell eingestellt werden, oder für ihre funktionale Gruppe (da ich nicht gut designen kann, habe ich mir gedacht, gebe ich den Usern die Möglichkeit, ihre Farben selbst zu bestimmen.)
-Rechengenauigkeit
Alle Sounds werden auf der höchstmöglichen Frequenz ohne Ausnahme berechnet, damit der Sound und die Modulationen Smooth bleiben. Das hört man. Je nach Umfang der Modulation kann das die CPU beschweren. Es gibt aber einen Freeze Button, der ähnlich wie Abletons "Capture" funktioniert, der seine Position innerhalb des Loops einer DAW behält, und die teure Rechenleistung mit aufgenommenem Audio ersetzt.
PS: Die Modulatoren haben 3 verschiedene intuitive Mappings zur Verfügung. Wenn im Mod assign modus, gibt es ein visuelles Overlay, das die Knobs in Zentrum und Außen einteilt. Ein links-click im Zentrum = LFOs werden nach der maximal zur Verfügung stehenden Modulation gemappt (zb. wenn modulierter Knopf auf 90 steht, würde das LFO bei 100% depth zwischen 80 und 100 (max) schwingen. Bei einem Rechtsclick ins Zentrum würde das gleiche passieren, aber die LFO würde andersherum schwingen). Bei einem Click-Drag im Zentrum bewegt sich der Knopf mit - so kann man während der assignation die Sweet-Spots suchen. Bei einem Click im Außenbereich würde für LFOs die Position zwischen dem aktuellen Wert und dem Click eingenommen werden - rechts click im Außenbereich würde auch andersherum schwingen. Click-drag im Außenbereich setzt Mod-Range fest, ohne den Knopf vorher zu bewegen. Anfang und Ende werden nach Drag-Richtung bestimmt - alles mit visuellem Feedback. Bis zu 4 Ringe zeigen anliegende Modulationen auf einem Knob an, weitere Modulatoren werden noch im inneren Knob farblich angezeigt (bis zu 8 - hat zwar in der Praxis keinen hohen Wert, verdeutlicht aber das Maß an Detailverliebtheit, das ich in jeden Bereich des Synths reingesteckt habe).
Es gibt noch mehr, aber das ist das Wesentliche. Einige Features habe ich vor dem Launch erstmal versteckt, damit ich mir nicht zuviel auf einmal aufhalse. Aber es gib jetzt schon einige zusätzliche Funktionen, die derzeit auskommentiert sind, aber nach und nach das Licht der Welt erblicken werden. :)