Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interface?

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von Johann Lover, 20. Januar 2014.

  1. Hallo Leute,

    macht es Sinn einen Preamp wie diesen zu kaufen...
    https://www.thomann.de/de/golden_age_project_pre73.htm
    ..., wenn man damit dann in dieses Low-Budget-Interface geht?
    https://www.thomann.de/de/lexicon_lambda_studio.htm

    Im Endeffekt will ich Gesang in besserer Qualität aufnhemen. Als Mic habe ich Oktava MK-319.
    Das führt auch zu der Frage, in was man überhaupt am besten als nächstes investiert: Pre-Amp, besseres Interface oder besseres Mic. Aber bitte mit den Tipps ungefähr in dieser Preisregion bleiben. Mehr ist nicht drin. Ich muss in diesem Rahmen das Beste rausholen.

    Danke für Ratschläge.
     
  2. Anonymous

    Anonymous Guest

    Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    also für 400 öre kriegst du aber schon ein ordentliches interface das 24/96 mit ordentlichen preamps macht
    warum 2 kisten? und dann am interface sparen?
    edel preamp/channelstrip kannst du dann immer noch kaufen wenn deine Bedürfnisse noch nicht befriedigt wurden
     
  3. mink99

    mink99 aktiviert

    Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Ein mic Preamp macht schon eine Menge aus. Und da dein mic einen guten Eindruck macht, würde ich eher einen mic Preamp bevorzugen, als in die Soundkarte zu investieren.

    Leider sind gute Preamps teuer, und billige nicht gut. Ich benutze einen http://www.behringer.com/EN/Products/T1953.aspx
    den ich gebraucht bekommen habe, an einem nicht allzuteuren røde mic, und die Ergebnisse sind prima. Schau mal, vielleicht findest du den Preamp gebraucht.

    Was ich auch empfehlen kann, ist der https://www.thomann.de/de/joemeek_threeq ... lstrip.htm , ich habe die etwas grössere Version. Gerade Kompressor und EQ machen hier viel aus.

    Das von dir gezeigte Teil kenne ich nicht.

    Auch die Preamps bei den etwas teureren Soundkarten erreichen nicht den Sound, den ein guter Preamp liefert.
     
  4. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Wenn Budget begrenzt, eher nicht am Interface sparen. Allein schon wegen Performance/Latenz und so. Die Oktavas taugen idR was, hab selber eins. Darüber würde ich nicht groß nachdenken, erstmal.

    Wenn Du Stimme kicken willst, Schau mal bei TC Helicon nach. Selbst son recht günstiger MicMechanic bringt da schon einiges.

     
  5. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Das Argument "Performance/Latenz" zählt für mich nicht, da ich lediglich Gesang zu Backingtrakcs aufnehme und ich bei den geringen Ansprüchen schon eine ausreichend geringe Latenz erreiche.
    Ich will auch mein Anliegen nicht auf das Feld der Modulations-Effekte, wie sie im TC Helicon drin sind, erweitern. Das ist ja nochmal ein ganz anderes Fass. Ich kann mir auch schlecht vorstellen, dass der Pre-Amp im MicMechanic gleichwertig mit dem Golden Age Project Pre-73 MK2 sein soll.

    Also gerne weitere Meinungen zu der Frage, ob ein einzelner 250€ Mono-Pre-Amp besser ist als jener eines 600€ Interfaces mit 4 Mic-Eingängen.
     
  6. mink99

    mink99 aktiviert

    Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Teste mal den joemeek, gerade eq und Kompressor helfen viel....
     
  7. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Gibt es eigentlich irgendwo vernünftige Demos mit A/B-Vergleichen, wobei A mit Pre-Amp und B dasselbe Setup ohne Pre-Amp ist (umgekerht geht auch)? Ich finde immer schöne Demos von Pre-Amps, die aber nicht aussagekräftig sind, weil ich nicht feststellen kann, wie es ohne den Pre-Amp klingt. Mich würde mal interessieren, wie sehr sich das Signal durch den Pre-Amp unterscheidet (oder gar verbessert).
     
  8. Phil999

    Phil999 aktiviert

    Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    ich finde das ist keine einfache Frage. Ein guter Preamp analog in ein billiges Interface ist zumindest in der Theorie nicht zu empfehlen. Obwohl, das kann man eigentlich erst richtig beurteilen, wenn man es konkret ausprobiert hat. Kann durchaus gute Resultate liefern. Vorteil eines guten Preamps ist, dass man ihn mitnehmen und auch in einem Tonbandstudio verwenden kann. Wenn man nur digital aufnimmt, macht ein Interface mit guten Preamps wieder mehr Sinn, da es praktischer ist und etwas weniger kostet.

    Seit kurzem habe ich Zugang zu einem Brauner Bändchenmikrophon und einem Neumann Grossmembran Kondenser. Selber habe ich ein Apogee Duet 2 gekauft, das natürlich hervorragend harmoniert mit diesen Edelmics. Und der Besitzer der Mics hat dazu auch ein RME Babyface erstanden, das wie das Duet 2 auch wunderbar ist.

    Ist wie gesagt nicht einfach, sich da eine Meinung zu bilden. Kommt auch auf das Material an, was man mikrophoniert. Akustische Instrumente, oder Gesang. Beim Gesang z.B. nehme ich oft einfach ein dynamisches STS-80 direkt ins Mischpult, weil es einfacher und praktischer ist. Und auch gut klingt.
     
  9. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Golden Age bauen gute Preamps, Neve inspiriert, zu einem unglaublich guten Preis, da gibt es nix zu meckern. Die Qulität stimmt.
     
  10. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Die Frage ist doch, warum der Pre-Amp "billig" ist. Typischerweise doch eher wegen seiner analogen Eingangsstufe. Auf der Digitalseite gibt es zwar sicher auch Unterschiede, aber ich denke, wenn man schon mal den Einfluß des eingebauten Rausch- und Zerrgenerators durch Verwendung eines Linesignals aus dem externen Mic-Preamp minimieren kann, dann ist schon viel gewonnen.

    Und mit einem guten Mikro gewinnt man dann nochmal mehr. Ich hab ein Audiotechnica 4033, eine Rane-Vorstufe (das ist ein Modul aus einer Art modularem Rack-Pult, ein Geheimtipp aus den 90ger Jahren) und geh damit in einen Behringer ADA-8000. Früher hatte ich ein geliehenes U87 und ein nicht so dolles Crown-Mikro und bin in mein Yamaha-Pult als Vorstufe und dann in den ADA8000 gegangen. Als dritte Variante gäbe es direkt mit dem Mikro in den ADA rein. Ausserdem habe ich theoretisch noch den Alesis HD-24 und einen Tascam-DAT-Recorder als Line-AD Wandler.

    Wie ich das Audiotechnica bekommen habe, hab ich ein bisschen verglichen. Dabei wurde ziemlich klar:
    * Der wichtigste Faktor ist das Mikro (zwischen dem U87 und dem AT kaum ein Unterschied!). Gewichtung: 70% der Qualität der Aufnahme.
    * Der Pre-Amp macht zumindest einen hörbaren Unterschied. Gewichtung 25%, wobei das Rauschen des ADA-8000 und des Yamaha Pultes bei niedrig pegeligen Signalen mehr stört als eine mangelende "Durchsichtigkeit" oder whatever.
    * Ich konnte keinen hörbaren Unterschied zwischen den unterschiedlichen Wandlern festmachen. Ich geb also bestenfalls 5% Eionfluß auf die Aufnahme. Allerdings dürfte meine Wandler da alle in der gleichen Qualitätsstufe liegen. Erfahrungen mit irgendwas sehr Hochpreisigem habe ich nicht.

    Und noch ein böse Randbemerkung: den Vorteil des tollsten Equipments macht man sich innert Sekunden durch die falsche Mikroposition zunichte! Ein erfahrener Toningenieur macht mit Billigstausrüstung immer noch bessere Aufnahmen, als ein Aufnahme-Amateur mit Highend Equipment.
     
  11. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Sehr gut! Den Vergleich finde ich schonmal sehr aufschlussreich. Hat jemand noch mehr dieser Art?

    Zum einen das, aber auch die Nachbearbeitung durch EQing. Ich frage mich auch, ob man - wenn man jetzt einen färbenden, da "analog" klingenden, Pre-Amp hat - den Pre-Amp/die 1000€ nicht mit einem +/- 1dB Low-Mids und +/- 1dB High-Shelf in der Software wieder zunichste macht. Gut, analoge Sättigung bliebe, aber mal angenommen man geht nicht in die Sättigung.
     
  12. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Aus meiner Erfahrung ein klares ja. Ich verwende z.B. ein normales (eher günstigeres) Mittelklasse-Interface von Focusrite (Saffire Pro 40), dessen Preamps allerdings höchstens für unkritische Signalquellen oder für eine schnelle Demoaufnahme. ;-)
    Mein Hauptpreamp ist derzeit ein TAB V-376b (76dB und sehr rauscharm/neutral) , der kostet gebraucht auch nur so rund 200 Euro und schlägt auch die Preamps in meinem Studer 962 Mischpult um Längen. Hatte auch viele andere Preamps (Siemens V72, V276a, V376a, A-Designs etc.) im Laufe der Jahre und kann nur der Aussage zustimmen, dass das Mic das wichtigste Glied in der Kette ist..trotzdem kann ein schlechter Preamp/Wandler bei nicht so hochwertigen Mikrofonen auch viel "anrichten".
     
  13. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Ist das so ein Serie 500 Modul? Oder wie heißt das? Klingt vielversprechend, aber ich bringe es nicht übers Herz erstmal ein Case dafür für 300€ zu kaufen.
     
  14. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Nee, nix neues. Ist (ab) Anfang der 80er hergestellt worden, German vintage module würde das auf der Bucht angepriesen werden. :selfhammer:
     
  15. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Aber wie bekomme ich das mit Strom versorgt? Ist doch so eine merkwürdige Tuchel-Buchse hinten dran, oder?
     
  16. orgo

    orgo -

    Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    RME Babyface und Apogee 2 sind sehr gute Interfaces für die nächsten 10 Jahre die auch sehr guten (neutralen) Mic Preamps haben. Den Klang färben würde ich erstmal digital. Wenn Du irgendwann wirklich denkst. dass Du den Neve (API, etc..) Klang haben willst, kannst Du immernoch nachlegen.
     
  17. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Ja, ohne 23-poligen Tuchel Gegenstecker und techn. Grundkenntnisse (außer jemand verkauft die im "Set") geht mal nix. Falls du Infos willst, gerne per PN. :nihao:
     
  18. Re: Was nützt eigentlich ein Mic-Pre-Amp bei billigem Interf

    Der Raum selbst und die Mikrophonposition im Raum sind das wichtigste, neben der Stimme natürlich. Dann kommt erstmal sehr lange nichts und dann das Mikro, dann der Preamp und dann der Wandler. Kabel ist jetzt nicht so wichtig, wenn es nicht all zu lange ist und von normaler Qualität.

    Ich würde, falls es geht, erstmal sehr, sehr viele Positionen im Raum ausprobieren. Wichtig ist dabei, dass in Richtung der Mikrophonöffnung keine Störquellen liegen z.B. PC Lüfter, Fenster zur Strasse, etc. Was gut funktioniert ist, wenn man an einer Wand steht und dann in den Raum singt, so dass das Mikro gegen die Wand "aufnimmt". Dein Mikro ist ja ein Cardioid d.h. von Hinten nimmt es nur sehr wenig Schall auf. Diese Mikrophonschirme, die das Mikro nach hinten abschirmen, sind zum Beispiel das totale Gegenteil von dem, was eigentlich korrekt ist. Man muss nämlich nicht das Mikrophon nach hinten "abschirmen" sondern den Sänger vor dem Mikro. Probleme bereiten nämlich vor allem Reflexionen von der Decke, Fussboden und Seitenwände zwischen Sänger und Mikro.

    Die golden Age Mikrophonpreamps haben in dieser Budgetklasse einen sehr guten Ruf. Zusammen mit deinem Mikro solltest du da ziemlich gute Ergebnisse erzielen. Ich würde es aber eben an verschiedenen Positionen im Raum ausprobieren. In einem unbehandelten Raum kann es locker zu +/- 30 db Anhebung oder Absenkung in bestimmten Frequenzen kommen und innerhalb von 30 cm kann da der Unterschied je nach Raum bereits 10 db oder mehr betragen. Daher ist die Position das absolute A und O. Eine Anhebung oder Absenkung von 30 db bekommt man auch mit dem besten Eq der Welt nicht wegkorrigiert, daher ist die Position wirklich extrem wichtig. Viel Erfolg!
     

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