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OnTopic Welche Eigenschaften machen einen Klang zu einem "futuristischen" Klang!?

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  • #61
Der Begriff "futuristisch" wurde noch nicht wirklich geklärt. Was genau ist damit gemeint? Ist das für jeden immer Metropolis, Star Trek oder Raumfahrt-Tourismus?

Futuristisch waren z. B. auch Musiker wie Nils Petter Molvær. Arve Henriksen, Terje Rypdal oder E.S.T. mit ihrem Sounds, die in ihrem Genre bis dahin nie gehörtes gespielt haben. Man muss allerdings dabei nicht direkt Futurismus denken. Zukunftsweisend war es trotzdem. Zumindest aus meiner Sicht.
 
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M.i.a.u.: Rasenmähermann und Nylon
  • #62
„Futuristisch“ bedeutet oft einfach, dass etwas in seiner Zeit neu und ungewohnt wirkt, weil vertraute Regeln verschoben werden.
 
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M.i.a.u.: Otterl und Moogulator
  • #63
Nein, noch ohne richtigen Synth im heutigen Sinne...
Das 'mein ich nicht. Das ist etwas, ein neuartiges musikalisches Struktur/Klang-Werk, nicht Noise-Blech-Schepperkram (…), sondern eine Melodie - so gesehen "Pop aus der Zukunft" - aber mit "neuen Sounds", und aus jetziger Sicht, denn es gab ja weder Synthpop noch Elektronische Musik. Das Neue daran ist das, was es so macht (auch mit Hörgewohnheiten), wenn man es jetzt hört klingt es old schoolig und süß. Das ist damals anders empfunden worden. So wie Computermusik in den 60ern, das ist alles neu, ungewöhnlich - nicht ubiquitär und omnipräsent.

Das ist der Aspekt um den es mir geht, womit das gemacht wird, wissen die Wenigsten, sondern was zu der Zeit üblich, erwartbar und normal ist. Ein bisschen Alien, ein bisschen gewohnt, aber total anders, in einem neuen noch unbekannten Kleid.

Bedenke, was heute normal ist, es muss also sicher was anderes als Hans Zimmer passieren!
 
  • #64
Die Frage ist auch, wann der Mensch überhaupt so etwas wie ein futuristisches "Gefühl" entwickelt hat sowie Klänge, die dieses Gefühl auslösen konnten.

Meiner Meinung nach konnte sich erst mit der Industrialisierung überhaupt so ein Gedanke entwickeln, wie eine mögliche Zukunft für den Menschen aussehen könnte. Ganz einfach weil die technische Entwicklung immer schneller voran schritt und man schon zu Lebzeiten Veränderungen an Umwelt, Gesellschaft und Technik wahrnehmen konnte. Ich hatte noch Schwarz/Weiß-TV und ein Telefon mit Wählscheibe in meiner Kindheit. Es gab aber auch schon Flugzeuge, Computer, Raketen, Mondlandefahrzeuge, Kernkraftwerke usw. Oder PKW und andere Alltagsgegenstände in einem "futuristischen" Design. Das hat dieses Zukunftsgefühl massiv befeuert.

Menschen wie Jules Verne oder Fritz Lang konnten damit überhaupt erst auf ihre Ideen kommen, denke ich. Passend dazu gab es dann die Zukunftsmusik mit Instrumenten wie dem Theremin, Ondes Martenot und später dann die Bandmaschine (Musique concrète), mit der man ganz kreativ aus alltäglichen Geräuschen ungewöhnliche Sounds kreieren konnte. Klänge wie aus einer anderen, zukünftigen Welt. So ist aus Technik im Grunde eine neue Kultur entstanden.

Die nächste logische Frage für mich wäre, ob sich das nochmal wiederholen könnte. Ein kultureller Umbruch mit dem noch nie gehörten Sound dazu. Das Problem ist, dass man mit dem (digitalen) Synthesizer heute wirklich alles hinbekommt. Wenn ich bedenke, was in meinem Osmose alles drin steckt. Das wird wahrscheinlich schwierig.
 
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M.i.a.u.: Scenturio, Moogulator und Nylon
  • #65
Ja, in der Zeit wo Religion und Glaube den Ton angaben, wäre so etwas vermutlich einfach nur Teufelszeug gewesen, dann lieber Traditon und Rückschritt. Auf keinen Fall nach vorn. Wobei, diese Leute vermutlich auch einen Fortschritt erhofft haben. Das Spinett wurde dann aber durch den DX7 abgelöst. Früher gab es natürlich andere Technik, die auch für ihre Zeit spannend waren, Uhrwerke, Mechanische Sensationen, sowas. Aber es muss nicht technisch sein, ggf. war deren Fortschritt spirituell? Choral-Träume. Jetzt ohne Teufel.

Wiederholen auf dem Level der industriellen Revolution, Dampf bis Internet, KI und Co - liegt hinter uns, wie das wird, da sind wir als Musiker gefragt, die zu liefern. Wenn es das nicht gibt, müssen wir sie herstellen. Ob sie angenommen wird, weiss ich nicht. Es waren ja nicht wenige, die das formen was wir jetzt haben. Und das muss den Muskel anders und ggf. intensiver oder eben auch ANDERS kitzeln?
 
  • #66
Die Frage ist auch, wann der Mensch überhaupt so etwas wie ein futuristisches "Gefühl" entwickelt hat sowie Klänge, die dieses Gefühl auslösen konnten.

Die Frage geht jetzt stark ins ethnologische und anthropologische, anders lässt sie sich eigentlich kaum sinnvoll beantworten. Ein „futuristisches Gefühl“ entsteht dort, wo Menschen Zeit nicht nur als wiederkehrenden Kreislauf von Natur und Ritual verstehen, sondern auch als etwas, das sich verändern lässt, beeinflussen lässt und aktiv gestaltbar ist.
 
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