Ich weiss ist eine zu theoretische frage, aber wie bei farben kann man ja mal untersuchen was die farbe "rot" ausmacht... ohne zu übersehen das alles nur im kontext zu sehen ist.
Wenn ich "futurismus" denke, ist das immernoch eher retro-futuristisch, weil geprägt durch SiFi-filme und der avantgarde der 1920er und 1960er und den experimenten der 2000 jahre (Clicks & Cut)
Ich kenne also garkeine wirklich futuristischen klänge! Ihr!?
Möglich eigenschaften: Hart, kalt, nakt...
Gute Frage - ich denke dass es wirklich mit dem Gefühl des Neuen, des Andersartigen zu tun hat, also auch mit Gewohntem vs. dem absolut Neuem. Es gibt akustische Musik, die strukturell und auch sonst klingen kann wie etwas absolut Neues, so auch und noch mehr bei Elektronischer Musik.
Ich empfinde bei Standards wie Techno, etc. auch kein Zukunfts-Feeling, dennoch bin ich hin und wieder bei sehr gut gemachten TB303 Lines fast mehr dabei, aber eher nicht Acid und Co, sondern wenn sowas einfach als Serie vorkommt in einem Stück.
Aber - die meisten analogen Standards sind nicht mehr so "future" wie früher.
Der Bwwooww Sound bei Kraftwerks Modell - der war gut, relativ weite und große Intervalle - siehe Gary Numan - sowas wirkte auch mal ziemlich "futuristisch" für mich, aber - eigentlich sind es ungewohnte Strukturen, komische Skalen oder Intervalle können dabei helfen, ebenso wie Kombinationen aus Sounds und Tonalität.
Also - am Ende ist es wohl ein Spiel mit dem Ungehörten ggü. der bereits bekannten sonstigen Musik,
so ist Computermusik aus den 60ern, akademisch und total anders in seinem Wirken, da die meisten damals Schlager und Operetten hörten, kannten Klassik und ein wenig aktuelle Popmusik, was eben eher Peter Alexander und weniger Elektronik war, die es zwar schon gab
aber nur sehr sehr unbekannt und exotisch war…
Heute ist Dubtechno und Co normal in jedem Schuhgeschäft, also sicher nicht mehr so futuristisch