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OnTopic Welche Eigenschaften machen einen Klang zu einem "futuristischen" Klang!?

Bitte genau im Thema bleiben (wie es im ersten Beitrag steht). Bei neuen oder anderen Themen bitte einen eigenen Thread aufmachen!
  • #31
Danke. "Futurismus" steht eigentlich für was anderes:

Natürlich kann dieser Grundgedanke auf Musik angewendet werden, die Futuristen bauten dafür schon mal eigene Instrumente:

Der Italienische Futurismus war mit dem Faschismus die avantgarde der 20er jahre in italien.

Diese art von Futurismus ist aber nicht gemeint (wie im Manifest von Marineti)
Innovativ /revolutionär ist nur ein aspekt von vielen.

Es soll einfach um die "unbekannte zukunft" gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #32
Ein Synthesizer wird im Gegensatz zu einem Benjo immer futuristisch klingen. Und für einen Steinzeitmenschen wird das Bejo Futuristisch klingen.
Wir sind doch schon am Limit. Wir sind doch seit es Synthesizer gibt in der Zukunft. Es wird nichts mehr anderes kommen glaube ich außer daß die
Menschen den Planeten zerstören. Zukunftsmusik von heute muß also etwas sehr trauriges beinhalten. Könnte natürlich aber auch etwas Hoffnungsvolles
in sich haben falls es doch anders kommt als man denkt, aber ich sehe angesichts der hohen Zahl der (Menschlichen) Weltbevölkerung eher negativ und
ich denke da sollte man besser realistisch sein und das auch mal realisieren was die meißten ja gar nicht tun. Ich bin kein Pessimist, aber man muß sich
nur die Fakten anschauen was der Mensch bisher schon angerichtet hat in dieser kurzen Zeit die einst die Zukunft war. Die Filmmusik von Terminator passt
doch auch ganz gut ins Bild. Am Ende zerstört der Mensch sich selbst bzw. wird durch seine eigenen Maschinen zerstört. Die Robbis legen dann die Waffen ab und werden als Gärtner den Planeten in all seiner Vielfalt wieder zum blühen bringen.
 
  • #35
Futurismus ist kein Stil, sondern ein Moment der Desorientierung.

Interesanter Gedanke, den ich fortführen möchte. Die Desorientierung ist im Grunde der Zustand, bevor
ein konkretes futuristisches Bild entstünde, denn mit der Vorstellung an sich, ergibt sich doch die Orientierung.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Rolo und C4H6As6Cu4O16
  • #36
Nein (Siehe #1), trotzdem kann man sich mal darauf einlassen... und so tun. Ne art experimentelles denken.
Ich weiss die "vernunft begabten" lehnen sowas ja ab... Ich finde das bereichernd.

Wie würdest du denn vorgehen wenn du sounddesigner wärst und müsstes für ein gadjet (Das es nicht gibt) in einem SiFifilm einen glaubhaften sound erstellen. Die frage ist, was den glaubhaft macht...
Das ist so etwas Henne/Ei… ist für mich der Sound futuristisch von sich aus oder definiere/speichere ich ihn als solches, wenn ich ihn in einem futuristischen Kontext gehört habe?

In einem Sci-Fi Film sind technische Sounds in einem bestimmten, bekannten Rahmen, sofern man einen Bezug zur jetzigen Technik findet. Man könnte natürlich neue Technik „neu“ klingen lassen.

Ungewöhnlicher wird es bei einer möglichen Sprache (der Trailer zum kommenden Spielberg Film sei da mal erwähnt) was aber für mich nicht unser futuristisch fällt (eher unter beängstigend, was aber von der Definition leichter zu packen ist).
 
  • #37
wenn wir schon bei der Cantina Band sind, darf auch der hier nicht fehlen:



(da mussten sie wohl auch etwas tricksen/schneiden, weil es sich so nicht wirklich singen lässt ... aber das ist ja - wie Star Wars - auch eher "außerirdisch" als futuristisch)

ich bin mir nicht sicher, ob und wie viel da nachträglich noch manipuliert wurde..



 
  • #38
[...] da Starwars sehr wahrscheinlich in einem anderen Universum stattfindet, lässt es sich eh nicht auf unseres adaptieren
Vermutlich, da dort ja teilweise auch andere physikalische Gesetze gelten (Raumschiffe müssen im All Kurven wie in der Atmosphäre fliegen und wenn ihnen mitten im Flug der Treibstoff ausgeht, werden sie immer langsamer...).
 
  • #39
Ohne die Theorie des Futurismus zu kennen, rein wahrnehmungsmäßig:

Der Klang oder die Musik muss vom Hörer mit "Zukunft" verbunden werden, dann würde ich es futuristisch nennen.

Das kann sicher mit verschiedenen Mitteln erreicht werden. Schätze Mal, dass der Klang/ die Musik zumindest nicht alltäglich sein sollte, also irgendwie ungewohnt.

Und er sollte natürlich auch nicht als "alt" erkennbar sein. Also zB keine Naturinstrumente, keine E-Gitarre und keine Hammond.

Ich vermute auch, dass es viele akustische Klischees über Modernität und Zukunft gibt. Computer o.ae. piepsen immer ganz gerne. Datenströme rauschen. Spacige Sägezahn-Dauerton-Solos a la "Shine on you crazy Diamond" klingen für viele vermutlich immer noch nach "Fremde Welt", wie auch der perkussive Leadsound in "Popcorn" .

Instinktiv grenze ich "futuristisch" auch ab von "fröhlich" oder "kindlich". Die Zukunft ist immer fremd, also eher ernst und kühl, nicht vertraut oder gar goldig.
Eher moll als Dur, keine Natursounds, gerne getragen und Atmosphärisch.

Vielleicht liege ich nicht mit allen Details richtig, wichtig ist aber: die Assoziation von "Zukunft" muss im Kopf des Zuhörers entstehen, und das ist sicher auch von Alter oder der jeweiligen Kultur abhängig.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: robworld
  • #41
Ich weiss ist eine zu theoretische frage, aber wie bei farben kann man ja mal untersuchen was die farbe "rot" ausmacht... ohne zu übersehen das alles nur im kontext zu sehen ist.

Wenn ich "futurismus" denke, ist das immernoch eher retro-futuristisch, weil geprägt durch SiFi-filme und der avantgarde der 1920er und 1960er und den experimenten der 2000 jahre (Clicks & Cut)

Ich kenne also garkeine wirklich futuristischen klänge! Ihr!?

Möglich eigenschaften: Hart, kalt, nakt...
Gute Frage - ich denke dass es wirklich mit dem Gefühl des Neuen, des Andersartigen zu tun hat, also auch mit Gewohntem vs. dem absolut Neuem. Es gibt akustische Musik, die strukturell und auch sonst klingen kann wie etwas absolut Neues, so auch und noch mehr bei Elektronischer Musik.

Ich empfinde bei Standards wie Techno, etc. auch kein Zukunfts-Feeling, dennoch bin ich hin und wieder bei sehr gut gemachten TB303 Lines fast mehr dabei, aber eher nicht Acid und Co, sondern wenn sowas einfach als Serie vorkommt in einem Stück.

Aber - die meisten analogen Standards sind nicht mehr so "future" wie früher.
Der Bwwooww Sound bei Kraftwerks Modell - der war gut, relativ weite und große Intervalle - siehe Gary Numan - sowas wirkte auch mal ziemlich "futuristisch" für mich, aber - eigentlich sind es ungewohnte Strukturen, komische Skalen oder Intervalle können dabei helfen, ebenso wie Kombinationen aus Sounds und Tonalität.

Also - am Ende ist es wohl ein Spiel mit dem Ungehörten ggü. der bereits bekannten sonstigen Musik,
so ist Computermusik aus den 60ern, akademisch und total anders in seinem Wirken, da die meisten damals Schlager und Operetten hörten, kannten Klassik und ein wenig aktuelle Popmusik, was eben eher Peter Alexander und weniger Elektronik war, die es zwar schon gab aber nur sehr sehr unbekannt und exotisch war…

Heute ist Dubtechno und Co normal in jedem Schuhgeschäft, also sicher nicht mehr so futuristisch
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Audiohead und Palindrom
  • #43
Man ordnet das sofort irgendwo ein ... aber ich würde jetzt nicht denken, das es aus der zukunft kommt... diese planeten klänge.
Wahrscheinlich braucht man doch irgendeinen bezug damit es spannend wird.

Kennst du die methode des oktavierens - um geometrie und umlaufbahnen usw hörbar zu machen. (Waldorf-Schule)
 
  • #44
"Planetenmusik" war
auch sehr in den 70ern, daher ist das quasi "bekannt" - was natürlich keine Wertung ist, es gab in einigen Instrumental-Ecken einen regelrechten Boom in die Richtung.

Und solche Sounds - sind ja "übersetzungen" - die durch die neueren Sonden wie Cassini möglich waren, vor 25 Jahren etwa oder so - konnte man die runterladen und das ist schon faszinierend, wo die her kommen.
 
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  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Palindrom
  • #45
Wenn ich, kermelkid, heute, 2026, einen Klang kreieren wöllte, der nur durch sich selbst, ohne weitere Kontexte/Bilder/Framings/Narrative etc, beim Zuhören den Eindruck erwecken soll: "Hui der schicke Sound kommt irgendwie aus der Zukunft oder beschreibt eine Zukunft", dann – glaube ich – funktioniert das nur, wenn ich Leute anspreche, die nicht wissen (wollen), dass es Synthesizer, Sampler und Resonator/Formant/Vowel-Filterbänke gibt. Es muss den Zuhörenden also echt egal sein, WIE das gemacht wurde, Hauptsache es wirkt futuristisch.

Oder anders rum: Das 'Erleben wollen' und 'Erleben können' von futuristischen Klängen braucht beim Publikum eine gewisse Balance aus Offenheit für das Thema generell und Ignoranz für dessen Umsetzung. Es braucht ein Kopf-KIno für die Futuristik, auch als Tonspur.
Ohne eine Zukunfts-Vision und eine Vorstellung von futuristischen Kontexten in denen Klang und Musik (Tanz) nachvollziehbar eine Funktion haben "werden", wird das nix.

Möglicherweise funktioniert das Futuristik-Feeling nur als retrospektive Überlegung: Ich höre etwas, und finde es irgendwie gut, hintefrage warum und stelle dann fest, dass es als Zukunft gemeint ist – dann hat es funktioniert weil mein Verstand geprüft hat, die Klang-Vision ist tragfähig. Wenn nicht klingt es lustig oder lächerlich.

Man muss es schon ernst meinen mit der Zukunft.
 

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