Wellenverbieger: Vector/Wavetable/Transwave?

Dieses Thema im Forum "Digital" wurde erstellt von lilak, 1. Januar 2015.

  1. lilak

    lilak aktiviert

    erstma ein gutes neues jahr an alle!

    ich beschäftige mich gerade mit wellenverbieger programmierung. hier sind ein paar experimente mit subharmonien, ringmodi, analoge filter etc.

    http://tindeck.com/listen/opgv
    http://tindeck.com/listen/dpnw

    vector ala vs ist klar das ist einfach eine mixer zwischen mehreren onecycle samplen. aber was genau ist der unterschied zwischen wavetables ala microwave und transwave ala ensoniq? beides interpoliert zwischen mehreren samplen, oder? klingt aber schon anders finde ich.

    gibts da irgendwo jemand der dazu was grundsätzlich neues bringt?
     
  2. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Waldorf Wavetable vs. Ensoniq Transwave:
    In beiden Fällen werde Single-Cycle Waveforms abgespielt und man kann mit einer Modulationsquellee die Waveform auswählen.

    Bei Waldorf hat man eine Trennung in Controltable und Waves, daraus macht dann der Synth zur Laufzeit die 60 Wellenformen (Microwave und MWII/XT, bei Q und später ist die Implementation anders). Der User knn die Controltable selber erstellen (via Editor/Sysex).

    Bei Ensoniq sind 128 Single-Cycle Waveforms als Sample hintereinandergehängt und der Synth spielt dann immer einen Schnipsel zyklisch ab. In den Samplern wie ASR-X kann man das selber einfüllen, die Synths habe das als ROM Futter. Siehe auch z.B.: http://www.chickensys.com/kb/asrx/002.html

    Von Feinheiten wie Anzahl der Waves abgesehen (Microwave 60, Ensoniq 12:cool: oder der technischen Implementation, ist das äquivalent.

    Klanglische Unterschiede kommen also einfach aus den verwendeten Waves.
     
  3. lilak

    lilak aktiviert

    swissdoc, auch in 2015 weiterhin kompetent!

    danke, verstehe ich glaube ich. also zb bei ensoniq asr10 geht das irgendwo im sample los und cycled dann eine beliebige länge? beim mw gibts 30 (fixe?) samples die je nach zusammengestellter tabelle abgefahren werden. die qualität hängt dann aber entscheidend davon ab wie das interpoliert wird? beim mw höre ich da jedenfalls keine einzelnen samples. beim asr klingt das vollkommen uninterpoliert von dem wenigen das ich da bisher gehört habe. esq1 ist ja nur ein reiner wave player.

    höre gerade "pulse emitter - crater lake" da ist viel ensoniq drin. hat jemand gute musikalische beispiele für transwave sounds ... oder andere wellenverbieger?

    [vimeourl]http://vimeo.com/83603026[/vimeourl]
     
  4. powmax

    powmax aktiviert

    Zumindest kannst Du über 3 ENVs/LFOs eine Art 'Prophet VS Blendfahrt' mit 3 OSC generieren. Mit dem SYNC/PITCH OSC2 aber auch Wellenformen manipulieren. Da kommen ganz abgefahrene Sachen bei herum. Hat natürlich nix mit Wavetable/Transwave gemein.

    grüsslies
    ilse
     
  5. lilak

    lilak aktiviert

    ja genau, eigentlich gehts ja um verschiebung des spektrums von obertönen die auf einem grundton basieren, jedenfalls wenns auf einem keyboard musikalisch brauchbar sein soll. das kann man dann auf viele arten erreichen. ein kawai k1 macht das ja auch schon ganz ordentlich.

    für mich selbst klingt am besten eine kombination aus sinus waveshaping, pulsbreite und ringmodulation auf ganzzahlbasis. a) macht das top end, b) das low end und c) die ober- und untertöne. das ist wieder mein eigenes fachchinesisch aber in den soundbeispielen hört man das ganz gut.

    was ist dann eigentlich die sagenumwobene "crosswave" im sq80?

    .
     
  6. powmax

    powmax aktiviert

    Naja - das war ein Modewort, um den damaligen D50 Konkurenten ein paar Kunden abzugraben. Hat aber net geklappt :sad:

    Auf die schnelle nix besseres gefunden (Wave Blend, Wave Cross Manipulation)...

    play: http://www.onepolymer.de/DATA/DIVERSE/SQ_SFX_01.mp3

    grüsslies
    ilse
     
  7. lilak

    lilak aktiviert

    danke tante ilse ... das klingt aber jetzt wieder nach emu, ist das ein sq80? crosswave heisst überblendung von zwei waves per envelope? das kann doch der esq1 auch ...
     
  8. powmax

    powmax aktiviert

    Jau (ist SQ bzw. das Plugin), das kann auch der ESQ-1. Nur fehlen ihm die entscheidenen Wellenformen, welche das ganze erst interessant machen.

    Hier noch etwas suspensiges...

    play: http://www.onepolymer.de/DATA/DIVERSE/SQ_SFX_02.mp3
     
  9. lilak

    lilak aktiviert

    ah das plugin, das hab ich ganz vergessen. das hatte ich auch in benutzung als ich noch plugins in benutzung hatte. ich muss mal irgendwann meinen sq80 zum laufen bringen der ist mir nach 3 mal einschalten gestorben (ein hoch auch das ebay geschäftsmodell ;-)

    hat hier irgendjemand anspruchsvolle musik mit transwaves am start? eigenbau?
     
  10. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Danke, man tut was man kann...
    Hm, stell Dir eine Transwave als 128 x 128 Samples vor. Davon werden 128 Samples als Loop wiedergegeben. Die Modulation kann nun in Schritten von 128 Samples diese Loop verschieben. Wenn man das immer im Nulldurchgang macht und die 128 Samples genau ein Zyklus sind, so gibt es da auch keine Knackser oder Glitsches.

    Stelle Dir nun eine Wavetable als (61+3) x 128 Samples vor. Der Rest bleibt gleich (beim Microwave kann man noch einstellen ob smooth geschaltet wird, oder auch mitten im Zyklus, den Unterscxhied hört man allerdings kaum). Die 3 steht für die 3 Standardwellen am Ende jeder Table.

    Bei Ensoniq werden nun alle 128 x 128 Samples direkt im ROM abgelegt. Der Microwave berechnet die (61+3) x 128 Samples beim Laden der Wavetable on the fly. Spart Speicher, und erlaubt auch UPAW und andere Spielchen. Typische Wavetables haben in der Controltable nicht alle 61 Slots belegt, sondern nutzen Interpolation, auch dies spart wieder Speicher. Dies ist aber nur beim Laden der Table relevant, dort findet die Interpolation statt.

    In der Wavetable 017 Formant 1 werden z.b. 31 Waves benutzt und 30 Zwischenformen interpoliert:
    http://www.carbon111.com/table017.png

    In der Wavetable 020 Electric P sind es nur 5 Waves und der Rest ist interpolation:
    http://www.carbon111.com/table020.png

    Der komplette Satz der beim Laden berechneten Waveforms wird in einem Lokalen Speicher am ASIC vorgehalten und von dort abgespielt. Dort sieht eine Wavetable dann so aus, wie eine Transwave.
     
  11. dstyl

    dstyl -

    Noch eine kleine Anregung zum Synth. Ein sehr mächtiges feature wäre die option den Detune der einzelnen obertöne frei einstellen zu können sehr nützlich um ,,echtes,, zu kreiren.
     
  12. lilak

    lilak aktiviert

    ja detune und parametershift kommt evtl noch aber soweit bin ich noch gar nicht. im moment sind die "oberton" stimmungen linear ganzzahlig. dh. zb:

    grundton 48 hz:
    1. harmonische reihe: divisor 3 - intervall 48:3=16 hz - frequenzen 16 hz, 32 hz, 48 hz, 64 hz, 80 hz usw.
    2. harmonische reihe: divisor 4 - intervall 48:4= 12 hz - frequenzen 12 hz, 24 hz, 36 hz, 48 hz, 60 hz usw.

    die divisoren sind frei wählbar also zb. bei 11 und 13 wird das dann schon ziemlich "dissonant" aber bleibt immer ganzzahlig. das sind also eigentlich akkorde und keine obertöne, bei 4 und 5 gibts in manchen kombinationen automatische ein major third (4:5) gefühl.

    danach gehts dann in die ringmodulation dabei entstehen summen- und differenzfrequenzen die aber bei ganzzahligkeit immer harmonisch bleiben. wen ich vorher irgendwas detune wirds sofort dissonant obwohl man das mal mit sehr kleinen verschiebungen versuchen müsste. vermutlich kommt sowas wie phasing dabei raus. jedenfalls in kombi mit waveshaping ist das dann schon sehr komplex.
     
  13. lilak

    lilak aktiviert

    also bevor mich swissdoc korrigiert hab ich nochmal nachgedacht. genauer ist: die harmonischen reihen sind obertöne die auf einer subharmonie des grundtons aufbauen. zb. grundton 48 hz, subharmonie 12 hz, (1/4) ... das ganze ist mir gekommen als ich "the subharchord" von biosphere gehört habe. da haben die ossis mal ein richtig schönes instrument gebaut.

    [vimeourl]http://vimeo.com/67046410[/vimeourl]

    [vimeourl]http://vimeo.com/42913827[/vimeourl]
     
  14. lilak

    lilak aktiviert

    gerade entdeckt, waverunner von uvi ... da sind sie alle drin, waveterm, ppg, waldorf. german engineering at its best! unglaubliche samplequalität ...


    src: https://youtu.be/hZE4PkEYZUo
     
  15. swissdoc

    swissdoc back on duty

    sorry :)

    Such mal nach Friedrich Trautwein Trautonium Oscar Sala Mixturtrautonium
     
  16. Anspruchsvolle Musik hab ich generell nicht am Start, aber einen Track, der nur aus Transwaves besteht. Lediglich Bass und Drums sind "normale" Sounds. Das war vor Jahren mal eine kurze Demo zu meiner ersten Transwave - Software (damals noch unter MS DOS).


    src: https://youtu.be/LEw8OkZI6D4
     
  17. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Wenn schon nicht Hardware in Sachen Wavetable, dann doch bitte ein VST, was das richtig macht und keine Samples :)

    PPG WaveGenerator:

    src: https://youtu.be/NKSHqV7FFTI


    Waldorf WAVE 3.V:

    src: https://youtu.be/40LCju08748


    Waldorf Nave:

    src: https://youtu.be/EQFC9BJI5kk
     
  18. lilak

    lilak aktiviert

    die vsts sind schon gut aber ich finde da gehören immer noch die analogen filter und der ganze antique audioweg dazu. ich darf ja keine vsts mehr benutzen also muss ich alles selbst programmieren. hier eine neue version meines wellenverbiegers: DAS SUBCHORDONIUM

    ausgangsmaterial ist eine sinuswelle die ähnlich wie beim casio cz dreifach verbogen wird, in neigung, symmetrie und pulsweite. das generiert alles zwischen sinus/saw/pulse aber immer mit schön abgerundeten analogecken. das wird dann mit 2 subharmonischen sinuswellen ringmoduliert, wobei immer eine aus- und eine eingeblendet wird. das klingt dann ähnlich wie eine unendliche wavetable finde ich.

    das geniale an ringmodulation ist, dass sich das gesamte spektrum durch nur eine welle kontrollieren lässt. sobald du zur sinuswelle per phase distortion obertöne dazuaddierst wirds sofort komplex weil für jeden ton zwei neue oben und unten dazukommen. der grundon verschwindet aber lässt sich dazwischen meistens erraten wenn die frequenzen harmonisch verwandt sind.

    das subchordonium klingt jedenfalls wie etwas aus den 30gern finde ich und ziemlich analog. oder soll ichs jetzt DAS SUBRINGONIUM nennen?

    http://tindeck.com/listen/eciu

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