Yamaha TX 802 braucht Zuneigung

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von bunterhund, 25. August 2015.

  1. Hallo Freunde der FM Synthese,
    Ich habe mir einen Yamaha TX802 zugelegt. Leider macht er etwas Probleme,
    ich hoffe mir können hier ein Paar alte DX7 /TX Hasen weiter helfen.

    Probleme sind:

    - Presetnamen werden nicht als "MalletHorn" oder "ClaviBass" angezeigt,
    sondern sehen aus wie Hieroglyphen, sprich steht im Display:
    PERFORMANCE INT 64< <IIs<-[] > & % -˜fi˜\fi£#£^¯˜#^fi$ %



    - teilweise auftretender Fehler bei Verbindung mit Doepfer LMK2+ (=Trap Error)
    (lässt sich nur durch Aus schalten + midi abziehen + wieder einschalten beheben)
    Ist jetzt seid 2 Stunden und neuer Firmware nicht mehr aufgetreten.


    - Bei allen Presets nur Sinuston mit sehr geringem Pegel.
    (lässt sich durch anheben der Velocity und der Out-Lautstärke korrigieren,
    jedoch kein Vergleich zu den Demos des Synths im Netz.)
    Vorverstärkung durch Pre-Amp bringt zwar die gewünschte Lautheit,
    jedoch auch ein massives Grundrauschen über alle Frequenzen.



    Zu nächst, was ich schon gemacht habe:

    - Selftest (Power On + 8+9) besteht der TX problemlos.
    - Batterie wurde gewechselt.
    - Firmware IC wurde gewechselt von V. 1.2 zu V. 1.5 (die neuste)
    - User Bank reset, sowie aufspielen von User Presets mit Sysex Librarian
    - Einmal zeigte der "Midi Self Test" kurz einen Error, verschwand aber bei wiederholtem Test wieder.
    - Die 8 Audio Outs Mix Outs und Phones laufen im Test, wenn auch mit unterschiedlicher Lautstärke

    Was kann ich noch tun, bzw. was habe ich übersehen?
    Ich möchte endlich dem TX802 die vielen schönen und käsigen Klänge der DX7 Ära entlocken. :mrgreen:
    Hoffe mir kann jemand helfen..... sonst muss ich mich nach einem DX7II oder ähnlichem umschauen.
     

    Anhänge:

  2. swissdoc

    swissdoc back on duty

    :hallo:
    Das erste Symptom deutet auf mangelde Stützspannung der RAMs hin, aber das hast Du ja mit Batterietausch und Einspielen der Presets korrekt adressiert.

    Alles in allem hat die Hardware offenbar einen gröberen Schlag weg. Evtl. ist das RAM defekt? Midi Probleme treten auch mit anderen Keyboards auf? Schau auch mal alle Steckverbinder und Sockel an, alles mal aus und einstecken um mögliche Kontaktprobleme durch Korrosion auszuschliessen. Auch die Spannung der Speicherbatterie checken, kann durchaus sein, dass diese ab Lager schon leer war. Eher selten, aber besser mal prüfen.

    Dann noch Schaltplan/Service Manual suchen und Netzteil Spannungen ermitteln, diese nachmessen, evtl. auch mit einem Scope auf Glattheit prüfen.
     
  3. Danke,
    bei meinem Multimeter sind gerade die Batterien alle,
    ich werde mal morgen welche besorgen und noch einmal nachmessen.
    Wobei ich vermute, dass die Batterien bei Conrad nicht lange im Laden hängen,
    und schon die 3v abgeben, die der TX802 braucht.

    -Steckverbindungen wurden alle einmal abgezogen und wieder ordentlich eingestöpselt.

    Zum Ram:
    Kann man den Ram nicht einfach austauschen?

    -Ich habe ja die Befürchtung, dass etwas Batteriesäure die Platine unter der Batterie angegriffen hat.
    Die Batterie sah schon sehr mitgenommen aus. Die Platine war aber optisch in Ordnung.

    Wäre es möglich, dass das selbe Problem mit ext. Karten auch auftritt?
    Habe gerade keine da, aber sonst könnte ich damit gut leben, alles von einer externen Karte zu bespielen.
    Vielleicht hat hier jemand im Raum Berlin eine, die er mir 1-2 Tage zum Testen leihen könnte?
     
  4. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Wie sieht es mit den ICs aus?
    Ist das gesockelt? Konnte ich auf den paar Bildern vom inneren nicht erkennen. Weiss auch nicht, ob die Chips noch so einfach erhältlich sind. Im Service Manual etc. nachschlagen und dann googeln.
     
  5. Im Netz konnte ich nichts finden.
    Wie erwartet kann die Anleitung des TX 802 auch nicht weiterhelfen.

    Spannender finde ich jedoch einen genauen Blick in den TX802:

    -Dort sitzen drei ICs auf Sockeln die anderen sind verlötet.
    Einer ist für die Firmware (diesen habe ich Gestern getauscht) und hatte den Buchstaben "D" aufgedruckt

    Der Yamaha Synthesizer hat ja zwei Interne Soundbänke: O-32 und 33-64
    Meine Vermutung ist, dass die beiden anderen ICs die Rambänke sein müssten.
    Die anderen beiden sind zwar relativ weit auseinander,
    sind aber auf der Platine mit IC10 und IC11 beschriftet und haben beide den Aufdruck "B"

    Rot= mögliche Rambänke
    Blau=Firmware
     

    Anhänge:

  6. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

  7. Oh je,
    ersteinmal vielen Dank für eure Unterstützung

    Im Manual steht es gibt zwei unterteilte Ram Sektionen einmal für Master MPU und einmal für Slave.
    Der Ram für den Master sind die drei( ICs 7-9) über dem rot markierten rechten IC, im vorherigen Post.
    Für den Slave Ram über dem linken rot markierten. (IC 12)

    Die Chips könnte man für unter 25 Euro in Hongkong bestellen.
    Mit 108 Lötstellen, traue ich mir diese Arbeit nicht mehr zu. Reperatur müsste man dann noch drauf rechnen.

    Wie hoch ist die Warscheinlichkeit, dass der TX802 dann funktioniert?
     
  8. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Langsam. Was passiert denn genau beim Durchführen der Service Mode Tests, vor allem beim Factory Reset? Hier ein Video:


    src: https://youtu.be/IIzkW1NGE5Y

    Was ist denn bei Deinem 802 anders. Das RAM wird gleich am Anfang getestet. Wenn dort kein Fehler kommt, so ist das RAM OK. Nach dem Factory Reset sollten die Presets im RAM und ROM stehen. Kommen denn die Test-Töne? Kannst Du ein ROM Preset anwähen und spielen.

    Für die EUR 150-300, die man in der Bucht für einen TX802 zahlt lohnt wohl eine Reparatur nicht. Es sei denn Du hast einen Kenner der Digitaltechnik mit dem nötigen Equipment zur Hand.
     
  9. Beim Selftest ist nichts anders im Vergleich zum Video, nur die Mixouts sind leiser als im Video.
    Factory Reset habe ich noch einmal durchgeführt. Nach wie vor brachte das aber keine Änderung mit sich.

    Es sieht so aus, als wären die Backup Bänke im TX802 auch schon beschädigt, sonst würde ja ein Reset das Problem beheben.
    Ich versuche es noch einmal manuell Bänke aufzuspielen. Gibt es da ein Programm, welches auf den TX 802 abgestimmt ist?

    Habe es vorher mit Sysex Liberian gemacht.
    Einstellung waren:
    Pause between played Massages: 1Sec
    Sysex Recieve Timeout:ca. 600 msec
    Transmit Speed: 443 bytes/sec
     
  10. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Also grob gesagt tut alles wie es soll, Du kannst durch die Menus wandern, alles wird umgesetzt und angezeigt, nur die Soundnamen sind verwürfelt (alle) und die Daten in den Sounds sind auch verwürfelt. Ein Midi-Dump wird erkannt und abgelegt ohne Fehlermeldung, aber die Sounds klingen trotzdem nicht.

    Kannst Du denn von Hand einen Patch auf normale Werte einstellen und abspeichern, auch den Soundnamen mit z.B. TEST 1 befüllen? Klingt es dann normal?

    Sei es wie es sei, Du hast offensichtlich einen Hardware Defekt, der von der Test SW nicht erkannt wird. Den von Hand zu finden, ohne Erfahrung und Support, das halte ich für unmöglich. Selbst wenn Du genau weisst, was defekt ist, musst Du an vielen Pins herumlöten und die Teile bekommen.

    Wegschmeissen und neu kaufen. Testen bevor Du ihn mitnimmst.
     

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