Musik 37 Dollar für 1 Mio Streams !!

Bernie

Bernie

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Mir ist klar, dass dies eine Suggestivfrage ist, auf die niemand antworten soll. Gerade deswegen antworte ich: Ja, ist unverschämt. Musik machen ist immer noch ein Hobby, man sollte das nicht mit einem klassischen Beruf gleichsetzen. Ein Stationsarzt, der 30 Stunden am Stück Menschenleben rettet, hat einen Anspruch auf entsprechende Vergütung. Bei einem "Berufs"-Musiker sollte das aber der Markt entscheiden. Ich sehe hier leider keinen Anspruch auf irgendwas. Nur meine Meinung.
Den ganzen ITlern würdest du natürlich auch keinen Lohn zahlen, vorm PC hocken und im Netz surfen ist ja auch nur Hobby.
 
micromoog

micromoog

Rhabarber Barbara
Also ohne IT-Ler würden wir jetzt im Dunkeln hocken, auf den Straßen gäbe es ein anarchistisches Verkehrschaos, es würde keine Wasser mehr aus dem Hahn kommen und die Sch... würde nicht mehr abfließen.

Aber Kac**n ist ja noch kein anerkannter Beruf und auch nur Hobby...also Sch... drauf ;-)
 
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einseinsnull

einseinsnull

[nur noch musik]
Die Gewinnerwartungen der Deutschen Bank? Ja, da die sind natürlich viel aussagekräftiger als die realen Geschäftsumstände... Weiss man spätestens seit Wirecard :D


haha, ich meinte nicht die in den börsenzeitungen von korrupten in-house analysten propagierten gewinnerwartungen, sondern ich meinte die tatsache, dass die deutsche bank nicht geld in spotify inverstiert, damit künstler geld verdienen.

die rechteinhaber, die konsumenten, und auch spotify sind allesamt nur mittel zum zweck von denen, die hintenrum leistungslos mitverdienen.

oder mit anderen worten: ob ein einzelnes unternehmen auch mal verlust macht, ändert nichts an der gesamtsituation, dass tendenziell ein fünftel dessen, was der spotify kunde ausgibt, direkt bei den aktionären der geschäftsbanken landet.


alleine das konstrukt der firma spotify spart denen schon mehr steuern wie sie insgesamt an künstler ausschütten - vermutlich bekommen sie sogar mehr steuerrückerstattugnen ausgezahlt als sie an steuern bezahlen müssen.

spotify in schweden ist nämlich eine tochtergesellschaft von spotify in london, und spotify in london ist eine tochtergesellschaft von spotify in luxemburg.

und ohne coca cola und die deutsche bank wäre spotify immer noch eine garage mit einem hackintosh server.

deswegen ist die diskussion um die "fairness" im "musikbusiness" hier auch eigentlich die falsche, weil fairness nie zu erwarten war und das ganze auch nichts mit musik zu tun hat.
 
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einseinsnull

einseinsnull

[nur noch musik]
Nehmen wir mal an die Portale würden besser zahlen, ein Jahr später käme im Funktionsraum der Mimimi-Thread "Meine Fond-Geldanlage wirft nichts mehr ab!"

das entspräche genau meinem plan.

die, die leistungen erbringen, sollten die ganzen credits bekommen, die die leistungslos mitverdienen wollen hingegen dürfen auch weiterhin ihre freiheit nutzen, mimimi zu machen wenn sie ihre erparnisse in den sand gesetzt haben.

von mir aus können die ganzen deppen die ihre letzten 30 millionen irgendwann mit deutsche bank aktien oder bitcoins verzockt haben sich alle vor den zug werfen.

ansonsten helfe ich gerne beim antrag ausfüllen.
 
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G

Gisel1990

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Den ganzen ITlern würdest du natürlich auch keinen Lohn zahlen, vorm PC hocken und im Netz surfen ist ja auch nur Hobby.

Ich bin ITler und surfe sicher nicht hobbymäßig auf der Arbeit. Ich vertrete im Gegensatz zu dir den Standpunkt, dass es kein Gott gegebenes Recht auf den Traumberuf gibt. Ich wäre gerne Profischachspieler geworden, hatte es aber in meiner Jugend leider nur in die Landesliga geschafft. Also genieße ich mein Hobby auf niedrigerem Niveau und habe auch Spaß daran.
 
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einseinsnull

einseinsnull

[nur noch musik]
ITler arbeiten doch alle nix. wozu brauchst du denn lohn dafür? du kannst das doch als hobby weitermachen.

geh doch komponieren, wenn du geld brauchst.
 
Bernie

Bernie

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Nein, nicht unverschämt. Aber vielleicht unrealistisch, wenn man alles so weitermachen will wie es früher eine gewisse Zeit lang mal funktioniert hat.
Es funktioniert ja heute immer noch, der Verdienst wird nur immer geringer, bzw. muss man mehr machen, damit es am Ende wieder stimmt.
Vor ein paar Jahren lag mein neuestes Album jedenfalls nicht schon ein Tage später komplett zum Gratisdownload auf einem Russenserver.
Da kommt man ja nicht ran, denke auch nicht, das die GEMA da was tun könnte / würde.
Ansonsten kam ich bis Corona immer recht gut rum.
 
Grenzfrequenz

Grenzfrequenz

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Das mit Indien haben diverse Firmen versucht, hat nicht gut geklappt und nun bin ich immer noch ITler, was ich nur wegen des Geldes geworden bin. Ich wäre lieber Musikproduzent geworden, aber das Leben ist kein Wunschkonzert.
 
Bernie

Bernie

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Ich wäre lieber Musikproduzent geworden, aber das Leben ist kein Wunschkonzert.
ich denke, wenn man etwas wirklich will, dann schafft man das auch.
Aber Musikproduktion ist wirklich ein totes Pferd, immer weniger Menschen nehmen sich die Zeit, um Musik wirklich zu hören und nicht nur als Hintergrundgedudel bei anderen Tätigkeiten.
Alles muss immer ganz schnell gehen, sogar die großen Radiohits werden immer kürzer, weil sich Niemand das länger anhören kann.
Bald gibt es Musik nur noch aus der KI mit autogetuntem Gesang, Hauptsache Er/Sie schaut gut aus.
Die Musik, wie wir sie kennen, wird bald aussterben, ebenso wie es in ein paar Jahren in Blockbustern kaum noch reale Schauspieler geben wird.
Mich tangiert das zum Glück alles nicht mehr, ich mach ja nicht mehr so lange.
 
Cosso

Cosso

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Man bekommt auch 60 Euro Gema für eine Minute Sendezeit bei einer durchschnittlichen Landesrundfunkanstalt wie dem SWR. Nehmen wir Baden-Württemberg: das sind 11 Mio Einwohner, nehmen wir eine super beliebte Sendung wie eine "Morgenshow", die sagen wir 10% der Einwohner erreicht, also sehr grob gerechnet 1Mio Hörer. Nehmen wir jetzt den typischen 2-Minuten Spotify-HipHopTrack: 2 Minuten bei 1 Mio Plays im Radio ergibt 120 Euro. Bei Spotify gibt es dafür 300 Euro. Ich finde, dass Spotify verdammt gut zahlt.
Im wesentlichen produziere ich für Kino/TV/Radio, Trailer, Werbung, Jingles und Onlinemedien.
In aller Regelmäßigkeit hörst du u.a. etwas von mir in der sonnabendlichen Sportschau im ARD.

Ich hatte allerdings auch einige Airplays im (privaten) Radio u.a. Radio Regenbogen in der Night-Rotation, das mit BaWü,RheinPfalz,Hessen und das Elsass mit ca. 20 Mio Einwohner ein nun nicht ganz kleines Einzugsgebiet hat.
120 Euro hatte ich allerdings nicht pro Radiominute Spielzeit verdient.
Ich kam zwar auf deutlich mehr als nur 2 Minuten Laufzeit, aber der Verdienst insgesamt doch deutlich drunter lag als hier anberaumt.

120 Euro und mehr verdienst du i.d.R. aber im TV bei einer Minute Laufzeit in einer bundesweit ausgestrahlten großen Show wie z.B. die o.g. "Sportschau" oder "Die ultimative Chartshow", aber beim (trotz) überregionalen Radio kam zumindest ich nicht auf eine solch erwähnte Vergütung.
Nun ja, "Radiostar" ist nun auch nicht mein Brot&Buttergeschäft von daher ist das schon okay.

Zum Thema Spotify wies ich auch einmal auf Zoë Keating hin, die ihre Verdienstabrechnungen- u.a. auch Spotify, für Jedermann einsehen lässt.
Hier dazu noch einmal eine Zahl (um 2017):
Number of streams: 1.154.513 / per Stream rate: $ 0.0038 / Total: $ 4.388,93

Spotify hin und her, aber man muss auch mal bitte die ganz reale Welt sehen in der man lebt.
Wieviel Millionen Leute wirst du, Matzemoog und ich denn mit der eigenen Musik tatsächlich erreichen... am Tag, im Monat, im Jahr ?
Wie oft müssen einem große Würfe mit Millionenseller gelingen, damit man davon eingermaßen gut planen und leben kann ?
Back2Reality:
Wenn man denn mal wirklich 300 € für 1 Mille Spotify-Streams verdient, dann ist das zwar ganz nett, aber davon kann auch keiner seine Rechnungen bezahlen.

Ich verdiene in meinem Beruf bestimmt nun keine goldene Nase wie man jetzt vielleicht denken könnte, aber im Gegensatz dazu müsste ich bei Spotify&Co schon einige Streams scheffeln- und das konstant, um da an meine nicht-goldene Nase ranzukommen und für zumindest mich daher Streaming-Dienste absolut keinerlei Optionen sind, konstant sicheres Einkommen in einer konstanten Höhe zu generieren.

Aber es soll jeder natürlich tun und lassen was er für richtig hält und ich sage auch nicht, dass man nicht auch durch Spotify zum Millionär werden kann... aber das ist wiederum eine andere Sache zu der sehr viel mehr dazu gehört, als ja nur Musik hochzuladen.
 
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einseinsnull

einseinsnull

[nur noch musik]
Ich wäre lieber Musikproduzent geworden, aber das Leben ist kein Wunschkonzert.


das halte ich für ein irrtum. das leben ist einziges wunschkonzert.

da geht man in die politik und hilft mir, das urheberverwerungsrecht so zu reformieren wie man es möchte, und schon gibt es bei spotify mehr geld.
 
einseinsnull

einseinsnull

[nur noch musik]
120 Euro und mehr verdienst du i.d.R. aber im TV bei einer Minute Laufzeit in einer bundesweit ausgestrahlten großen Show wie z.B. die o.g. "Sportschau" oder "Die ultimative Chartshow", aber beim (trotz) überregionalen Radio kam zumindest ich nicht auf eine solch erwähnte Vergütung.


das hat mit überregional eher weniger zu tun, diese differenz bei euren zahlen beruht vermutlich auf der tarifvereinbarungsreform 2013, bei der sich u.a. etwas bei den fiktiven verteilungsschlüsseln geändert hat.

bei hintergrundmusik wird der komponist halt einfach anders vergütet als ein musikvideo und wieder anders als ein live auftritt.

das ist so wie bei der spacenight diskussion oben, wo der BR darauf beharrt, dass der musikanteil des gesamtwerks nicht 75% sind, wie die gema meint.


das es feste sästze gäbe o.ä. ist sowieso ein märchen. manche dinge werden nach minute abgerechnet, andere im 1000-sekundentakt, wieder andere pro titel.

dass die zuordnung bei den tarifen für die sender vom verteilungsplan auf "unserer" seite abweicht, macht das chaos komplett.

machmal denke ich das ist absichtlich alles so kompliziert, damit man es nicht nachvollziehen kann.
 
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ganje

ganje

Fiktiver User
Ich weiß nicht wer Gary Numan ist, aber offensichtlich ist er nicht jemand, der die Verträge vor der Unterzeichnung liest und die Zahlen mal nachrechnet.

Warum beschweren sich die Leute im Nachhinein? Niemand zwingt sie bei Spotify o.ä. Musik zur Verfügung zu stellen und die Preise sofort zu akzeptieren. Man kann auch verhandeln und falls kein zufriedenstellendes Ergebnis rauskommt, darauf verzichten. War z.B. bei Element of Crime so. Die wollten sich nicht unterm Wert verkaufen und warteten, bis ein besserer Preis angeboten wurde.
 
ckoehler

ckoehler

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Es scheint ja doch noch Menschen zu geben die TV schauen. Ich mit knapp 50 habe mich vom traditionellen Fernsehen komplett verabschiedet(genau wie vom Festnetztelefon) und meine Freundin wird diese Jahr ihren Vertrag auch nicht mehr verlängern. Genauso sieht es mit CDs, DVDs, Blurays oder Schallplatten aus, da habe nicht mal mehr Geräte die sowas abspielen können. Das meiste höre ich über YouTube und wenn mir was besonders gefällt, kaufe ich es z.B. bei Amazon oder Bandcamp zum Downloaden. Solche Käufe sind aber selten geworden. Spotify oder andere Streamingdienste nutze ich nicht, ab und an mal Soundcloud ist schon das höchste der Gefühl. Ich weiß auch nicht was gerade "in" ist, das aktuelle Musikgeschenen aus Pop/Rock/HipHop oder was auch immer gerade angesagt ist, tangiert mich in keinster Weise mehr, das hat vor 20 Jahren irgendwan langsam aufgehört wichtig für mich zu werden. Wenn ich irgendeinen Star aus den letzten Jahren neben mir an der Ampel stehen würde, würde ich ihn nicht mal erkennen, geschweige dann den Namen schon mal gehört haben. Ich glaub sogar, dass ich mehr Musik von Hobbymusiker hier oder bei Youtube höre als dass was so kommerziell angeboten wird.
 
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Grenzfrequenz

Grenzfrequenz

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Ich weiß nicht wer Gary Numan ist, aber offensichtlich ist er nicht jemand, der die Verträge vor der Unterzeichnung liest und die Zahlen mal nachrechnet.
Definitiv nicht. Die 37 Pfund werden womöglich ein Relikt aus einer Vertragsklausel von irgend einem steinzeitlichen Major Deal sein? Oder hat ihm den Deal jemand an der Haustür angedreht? ^^ Würde Gary Numan die Rechte an seinen Songs zu 100% selbst halten, könnte er 20 Dollar im Jahr bezahlen und würde dann pro eine Million Spotify Streams durchschnittlich 4370 Dollar bekommen.

Er schimpft auf Spotify aber in Wirklichkeit wurde er von jemand anderem abgezockt (möglicherweise das Label, bei dem er unter Vertrag steht?)
 
ganje

ganje

Fiktiver User
Definitiv nicht. Die 37 Pfund werden womöglich ein Relikt aus einer Vertragsklausel von irgend einem steinzeitlichen Major Deal sein? Oder hat ihm den Deal jemand an der Haustür angedreht? ^^ Würde Gary Numan die Rechte an seinen Songs zu 100% selbst halten, könnte er 20 Dollar im Jahr bezahlen und würde dann pro eine Million Spotify Streams durchschnittlich 4370 Dollar bekommen.

Er schimpft auf Spotify aber in Wirklichkeit wurde er von jemand anderem abgezockt (möglicherweise das Label, bei dem er unter Vertrag steht?)
Ja, an sowas dachte ich auch noch, war aber zu faul zum Schreiben. Solche Deals sind keine Seltenheit in den USA (und anderen Musikindustrieländern).
 
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nox70

nox70

Nur noch (1) verfügbar.
Einem künstlerischen Berufszweig die Existenzberechtigung abzusprechen ist schon ein starkes Stück. Kunst erzeugt ein Produkt welches eine Nachfrage mit sich bringt, deren Umsätze eine angemessene Verteilung mit sich bringen müsste.

Eine Nachfrage, welche dazu führt dass zwecks Verteilung/Vertrieb für die IT Menschen benötigt werden, die für Ihre Arbeit ebenso bezahlt werden wollen damit sie leben können.

Sonst müsste man ITler für Streamingdienste ja nur bruchteilig oder gar nicht bezahlen, ITler in der Gesundheitsbranche dagegen sehr gut. Sind ja wichtiger vom Hintergrund.

Seltsam dass Kunst in seiner Gewichtung gerade in einem Musikforum in Frage gestellt oder zumindest abgewertet wird. Wie wichtig Musik als Kernbestandteil der Kultur ist, zeigt doch dass aktuell viele Menschen drauf brennen wieder zu Konzerten zu gehen. Und warum sollte man vom Wert einen Liveauftritt so ganz anders sehen als ein produziertes Musikstück?
 
nox70

nox70

Nur noch (1) verfügbar.
Ich weiß nicht wer Gary Numan ist, aber offensichtlich ist er nicht jemand, der die Verträge vor der Unterzeichnung liest und die Zahlen mal nachrechnet.

Warum beschweren sich die Leute im Nachhinein? Niemand zwingt sie bei Spotify o.ä. Musik zur Verfügung zu stellen und die Preise sofort zu akzeptieren. Man kann auch verhandeln und falls kein zufriedenstellendes Ergebnis rauskommt, darauf verzichten. War z.B. bei Element of Crime so. Die wollten sich nicht unterm Wert verkaufen und warteten, bis ein besserer Preis angeboten wurde.

Generell gebe ich Dir Recht, GN scheint nicht gerade ein geschickter Geschäftsmann zu sein. Wie andere auch, er hat sich ja nur in die Liste anderer Künster eingereiht.

Aber den Eingangssatz kann ich kaum glauben bei jemanden, der sich in einen Synthesizer-Forum befindet ;-)
 
ganje

ganje

Fiktiver User
Aber den Eingangssatz kann ich kaum glauben bei jemanden, der sich in einen Synthesizer-Forum befindet ;-)
Im Synthpop war ich noch nie gebildet ?‍♂️ Habe ihn jetzt mal gegoogelt und muss zugeben, dass ich ihn tatsächlich nicht kenne.. Name schon mal gehört, aber die paar Lieder, die ich durchklickte, hörten sich nicht bekannt an. Ich kannte aber auch Jarre nicht, bevor ich mich hier nicht anmeldete.. :guckstdu:

Zurück zum Thema:
Eine Weisheit, die ich im Berufsleben erlangt habe, lautet: Man schwitzt beim Verhandeln, nicht beim Arbeiten.

Irgendwo im Forum gab es ein Thema, wo es darum ging, wie die ganzen Musiker/Stars von Vorschüssen leben. Das Label geht das Risiko ein und vermarktet sie. Da man nie wissen kann ob was daraus wird, sind die Deals für die Musiker entsprechend schlecht. Kaum Rechte und nur geringe Gewinnbeteiligungen.

Sie bekommen einen Vorschuss (oft beachtliche Summen), mit dem sie aber alles selbst finanzieren müssen. Also die Band, die Crew, Studiokosten, Transporte zu Konzerten, manchmal auch Bühnenaufbau.. Also alles. Diese Vereinbarungen können natürlich abweichen, aber oft ist das so.

Dadurch, dass es sich nur um Vorschüsse handelt, muss das Geld erwirtschaftet und zurückbezahlt werden. Falls aus dem Künstler ein Star wird, ändert am Vertrag nichts. Die Bedingungen bleiben wie am Anfang vereinbart. Das ist der Joker der Labels. Der Künstler ist also bekannt, tourt und hat jede Menge Fans, verdient aber verhältnismäßig wenig, bis er es schafft den Vertrag zu kündigen, einen neuen abzuschließen oder ein eigenes Label zu gründen und natürlich: An den Erfolg anknüpfen. Was er aber damals, unter dem ersten Label/Vertrag rausgebracht hat, unterliegt den damals getroffenen Vereinbarungen.

Das Gleiche passiert auch bei Spotify. Selbst wenn der Deal zwischen Label und Streamingdienst gut ist, kriegt der Künstler nur das, was er ausgehandelt hat. Beispiel: Wenn Numan kaum Rechte/Beteiligungen an seinen alten Sachen hat und mit neuen Songs, wo er bessere Konditionen hat (oder sie selbst besitzt) an den alten Erfolg nicht anknüpfen kann, hat er eben Pech gehabt. Ist das fair? Ich würde sagen, ja, denn eine Abmachung ist eine Abmachung.

Was auch gerne passiert, ist, dass die Künstler die Vorschüsse verballern, mit der Musik floppen und mit einem Berg Schulden da stehen.. Darum sollten Leute, die mit Geld nicht umgehen können, einen vertrauenswürdigen Manager aus dem Freundes/Bekanntenkreis haben, der ihnen auf die Finger klopft und das Geld verwaltet, solange es knapp oder Fremdeigentum ist.

Ich verteufle niemanden. Weder die Labels, noch Spotify. Das Musikgeschäft ist ein Geschäft. Eine Industrie. Ich gönne jedem den Erfolg, den er sich verdient..
 
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einseinsnull

einseinsnull

[nur noch musik]
Das Gleiche passiert auch bei Spotify. Selbst wenn der Deal zwischen Label und Streamingdienst gut ist, kriegt der Künstler nur das, was er ausgehandelt hat


seht ihr aber genau dafür ist dann die verwertungsgesellschaft da, über die man als komponist oder texter dann eine art gesetzlichen mindestlohn bekommt, der unabhängig von verträgen über umsatzbeteilungen ist.

lizenzschuldner wie youtube und die einschlägigen streamingdienste haben aber jahrelang versucht, nicht über vergütunsvereinbarungen zu verhandeln oder angebote vorgelegt, die allenfalls der belustigung dienen können.
 
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Bernie

Bernie

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Das meiste höre ich über YouTube und wenn mir was besonders gefällt, kaufe ich es z.B. bei Amazon oder Bandcamp zum Downloaden. Solche Käufe sind aber selten geworden. Spotify oder andere Streamingdienste nutze ich nicht, ab und an mal Soundcloud ist schon das höchste der Gefühl.
Macht aber noch lange nicht Jeder und viele unterschätzen doch die große Anzahl von den Menschen, die eben nicht downloaden, sondern immer noch CDs kaufen und hören.
Da geht es auch nicht nur um die Musik an sich, die möchten das auch physisch in den Händen halten und beim Hören im Booklet blättern.

Natürlich ist das eine andere Generation, die sehen eine CD noch als ein künstlerisches Produkt und hören ein Album viele male und bewusst.
Erst gestern Nachmittag, ich war noch im Studio, hat mich eine sehr nette, der Stimme nach wohl ältere Dame angerufen, die ein paar CDs von mir kaufen wollte.
Die saß direkt an ihrem PC, war auf meiner Homepage und hat den Button nicht gefunden, wo sie meine Musik zum Vorhören finden kann.
Es gibt bei mir kaum einen Tag, an dem ich nicht CDs verschicke. Das sind zwar keine riesigen Mengen, aber es läppert sich und die Marge ist recht groß.
 
fanwander

fanwander

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120 Euro hatte ich allerdings nicht pro Radiominute Spielzeit verdient.
Ich habe jetzt nochmal genau nachgeschaut. Sorry, Du hast völlig recht. Die 60 Euro sind Fernsehen. Radio ist ~12 Euro. Um so mehr ist ein Spotify-Stream-Ertrag deutlich besser als der einer Radiosendung in D.
 
ckoehler

ckoehler

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Einem künstlerischen Berufszweig die Existenzberechtigung abzusprechen ist schon ein starkes Stück. Kunst erzeugt ein Produkt welches eine Nachfrage mit sich bringt, deren Umsätze eine angemessene Verteilung mit sich bringen müsste.
Ob ein Kunstwerk finanziell entlohnt wird, entscheidet der Markt, so wie bei jedem anderen Produkt auch.

So wie ich das mitbekomme ist es ja schon schwer überhaupt 100 Hörer zu finden die die eigene Musik kostenlos konsumieren, wenn dann davon noch 10 Leute ein Like abgeben, kann man schon stolz wie Bolle sein.
 
fanwander

fanwander

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seht ihr aber genau dafür ist dann die verwertungsgesellschaft da, über die man als komponist oder texter dann eine art gesetzlichen mindestlohn bekommt, der unabhängig von verträgen über umsatzbeteilungen ist.
Das ist ja das Problem. Spotify sagt/behauptet: wir rechnen direkt mit dem Rechteinhaber ab, wir brauchen die zwischengeschaltete Verwertungsgesellschaft nicht.
 
fanwander

fanwander

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Einem künstlerischen Berufszweig die Existenzberechtigung abzusprechen ist schon ein starkes Stück. Kunst erzeugt ein Produkt welches eine Nachfrage mit sich bringt, deren Umsätze eine angemessene Verteilung mit sich bringen müsste.
Niemand spricht dem Berufszweig die Existenzberechtigung ab. Der zweite Satz Deiner Aussage lautet allerdings in der Realität immer schon anders:
Kunst erzeugt ein Produkt, welches eine Nachfrage mit sich bringen kann, deren Umsätze bei klugem kaufmännischem Verhandlungsverhalten eine angemessene Verteilung mit sich bringen kann. (korrigierende Ergänzungen/Korrekturen fettgedruckt)

Man kann es nur tausendmal wiederholen: Es gibt weder juristisch noch ethisch einen Anspruch auf die Wirtschaftlichkeit einer Tätigkeit.



PS: Der große Unterschied zwischen Kunst und anderen Produkten ist, dass bei den anderen Produkten typischerweise zuerst der Bedarf / die Nachfrage da ist, und dann deswegen das Produkt erzeugt wird. Bei der Kunst wird das Produkt vom Produzenten wegen dessen Freude am Produkt erzeugt, und dann hofft er auf Nachfrage.
Beispiel: Zuerst sind die Leute müde und wollen bequem sitzen, und dann kommt der Schreiner auf die Idee, einen Stuhl zu bauen und anzubieten. Der Sänger hat von sich selbst aus das Bedürfnis zu singen und ist dann erfreut, wenn Leute ihm Geld dafür geben, dass er so schön singt.
 
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