Alternde Elektronik: Problemkandidat Elko - Mythos oder Wahrheit?

Sind Elektrolytkondensatoren (Elkos) die häufigsten Fehlerquellen in alternder Elektronik?

  • Ja, ich hatte schon Elektronik-Defekte, in der Mehrzahl verursacht durch Elkos

    Stimmen: 20 87,0%
  • Nein, bei meinen Elektronik-Defekten waren andere Bauteile genauso häufig oder häufiger die Ursache

    Stimmen: 2 8,7%
  • Meistens geht gar nicht die Elektronik kaputt, sondern Elektromechanik (Tastenkontakte, Potis, ...)

    Stimmen: 1 4,3%

  • Umfrageteilnehmer
    23
In der Regel ist die Antwort Ja.

Meine Erfahrung:
Die Ausnahmen sind Fehlmessungen, aufgrund von Dioden-/und IC's in der Schaltung oder Parallelschaltungen von Kondensatoren.
Da bleibt nur das Auslöten des Bauteiles. Ist bei meinem "Smart TWEEZER" der Fall.
Hi, ich versuche das gerade zu verstehen. Diese Ausnahmen wären doch dann eigentlich die Regel. Würde ja eigentlich bedeuten daß
man immer davon ausgehen kann daß irgendwo "in der Nähe" ein IC oder ne Diode sitzt die das Ergebniss verfälschen kann weil doch alle Schaltungen
im Stromkreis zusammenhängen.
 
Ich habe neulich bei irgendeinem FX Gerät die Power Supply Elkos gemessen, von 6en waren 4 OK, einer war hopps und bei einem hat das Gerät gemeckert, den hätte ich also auslöten müssen.
 
Innerhalb eines Netzteil werden Messergebnisse wohl zuverlässiger sein denke ich. Man könnte außerdem die Netzplatine vom Rest des Geräts abstöpseln
so daß nichts anderes stören kann oder?
Es wäre schon praktisch zumindest nur die Netzelkos zuverlässig testen könnte ohne jedesmal ein Beinchen auslöten zu müssen. Mit (edit) zwei Prüfspitzen müsste man
evtl. noch nicht mal die Platine ausbauen.
 
Kann man das mit den Elkos drauf ankommen lassen?

Ich habe eher Angst um Geräte die max 3-7 Jahre alt sind, die gehen bei mir eher kapputt :sad:
 
Hi, ich versuche das gerade zu verstehen. Diese Ausnahmen wären doch dann eigentlich die Regel. Würde ja eigentlich bedeuten daß
man immer davon ausgehen kann daß irgendwo "in der Nähe" ein IC oder ne Diode sitzt die das Ergebniss verfälschen kann weil doch alle Schaltungen
im Stromkreis zusammenhängen.
Sofern Das Messgerät (bei mir ein Smart Tweezer) den korrekten Wert anzeigt ist ein Auslöten nicht notwendig.
Hast Du zwei parallel geschaltene Elko's, wie sie häufig in Netzteilen zu finden sind, kann es passieren, dass mein Smart Tweezer
den doppelten Wert anzeigt.
Ein Beispiel: Statt nur 1000uF; eben 2000uF; oder nur 1600uF; weil 2 stk. parallel und +/-20% Toleranz.
Oder vielleicht gar nix anzeigt. Hatte ich auch schon.
Das ist dann eben eine Erfahrungssache. Zudem muss das für andere Messgeräte auch nicht unbedingt gelten.
Sofern Du selber glaubst, dass der angezeigte Wert Deines Messgerätes nicht stimmen kann, dann eben kurz auslöten und so messen.
 
Ich habe übrigens inzwischen sowohl meinen MKS80 als auch meinen VP330 recapped und die alten Elkos mit dem Peak Atlas ESR-Meter durchgeprüft.
Ergebnis: Kein Einziger der Elkos war kaputt.

Getauscht hatte ich prophylaktisch, weil ich beim MKS das Display tauschen musste und ich vor allem beim noch älteren VP330 denn doch Angst vor Abrauchen bei Einschalten hatte. Zu wissen, dass das jetzt wohl wieder 30 Jahre ok ist, fühlt sich jetzt deutlich entspannter an - herrje, dann bin ich 80...

Umgekehrt zeigt das Umfrageergebnis ja sehr deutlich, dass kaputte Elkos die wohl häufigste Elektronik-Fehlerquelle sind, und auch ich hatte schon Probleme mit Geräten, auch neueren Datums, aufgrund kaputter Elkos. Daher werde ich wohl weitermachen mit „prophylaktischem Tausch“ zumindest der Netzteil-Elkos, wenn ich aus anderen Gründen eh ans Innenleben muss.
 
Kann man das mit den Elkos drauf ankommen lassen?

Ich habe eher Angst um Geräte die max 3-7 Jahre alt sind, die gehen bei mir eher kapputt :sad:
Ich kann jetzt rein nur aus meiner Erfahrung sagen, dass 40 Jahre alte Geräte wohl damals noch für die Ewigkeit gebaut worden sind. Obwohl sicher noch niemand gedacht hatte, dass diese nach 40 Jahren immer noch gespielt werden. Alle meine Geräte haben zum Teil mehr als 40 Jahre auf dem Buckel, und bisher hatte ich noch keine Elkos austauschen müssen, da sich bisher keine Ausfallerscheinungen bemerkbar gemacht haben.

Ich muss dazu sagen, dass ich die meisten Geräte um 1995 rum gekauft hatte, und damals was die Sache mit alternden Bauteilen nicht so akut, da die Geräte "nur" 15 Jahre alt waren. Defekte waren zumeist mechanischer Natur. Am OB-Xa war mal allerdings ein Transistor durchgebrannt. Neuen eingelötet und er lief wieder.

Meine Synthies waren von 1994-2002 während meiner Bandaktivität quasi jeden Tag im Einsatz. Bis ich dann 2002 die Geräte eingemottet habe. Mit Tüchern abgedeckt schlummerten sie bis 2020 im Wohnzimmer vor sich hin.
Nach der Reaktivierung vor einigen Monaten liefen die Geräte wie am ersten Tag, abgesehen von einigen Zicken wie anfänglich schwergängige Fader, häufiges Verstimmen usw. Die Geräte mussten erst mal wieder richtig warmlaufen.

Trotzdem: Es waren wieder 20 Jahre vergangen, und jetzt wird die Sache mit den Kondensatoren dringlicher. Vor allem den Jupiter-4 und die CR-78 möchte ich wenn möglich noch dieses Jahr generalüberholen lassen. Ich mache regelmässige Sichtprüfungen, aber bisher noch nichts Auffälliges.
Nur an der CR-78 hat ein Elko korrodierte Drähte, weiss aber nicht, ob es an dem auslaufenden Elektrolyt liegt (zu sehen ist jedenfalls nichts) oder den Dämpfen der ausgelaufenen Batteriesäure des ersten Akkus. Leider bekomme ich die Platine nicht aus dem Gehäuse raus, um einen neuen Elko rein zu löten.

Meine SH-101 hatte leider einen Schaden genommen (CPU tot) aber das lag an einem defekten Netzteil. Die ist jetzt bei Martin Höwner in der Reparatur.

Prophylaktisch könnte ich an einigen Geräten die Netzteil-Elkos austauschen, ich ziehe es allerdings vor, gleich von einem Profi einen Full Service durchführen zu lassen. Dann habe ich für die nächsten 30 Jahre Ruhe (dann bin ich bereits über 80)

LG
Alex
 
Zumindest Netzteil recappen habe ich eigentlich bei allen älteren Schätzchen gemacht. Aber es stimmt schon, die 30-40 Jahre alten waren fast noch gut. Ich glaube auch, dass die Geräte aus den 90ern/2000ern da anfälliger sind, da die Bauteilqualität da teilweise nicht gut war.

Insbesondere bei stark geforderten Linearnetzteilen mit großen Kühlkörpern lohnt sich das re-capping, da die Elkos sehr altern durch Hitze und hohe Ströme.
Bei meinem "neuen", dem Kurzweil K2500, hat sich das auch gelohnt. Trotz guter Kapazität der ausgebauten Elkos waren die Absturz-Erscheinungen nach dem recapping weg und somit keine weitere Fehlersuche mehr nötig. Lohnt also.
 


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