ARP 2600 - Gehäuse restaurieren

Modular_Clockwork
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Hallo in die Runde,

Ich habe einen originalen ARP 2600, dessen Gehäuse ich aufarbeiten möchte. Es sieht ziemlich mitgenommen aus, also Beschläge angerostet, Schnappschlösser kaputt, und das Tolex an manchen Stellen abgewetzt/eingerissen. Vor vielen Jahren hatte ich das Gehäuse mit Lackspray übersprüht, aber das war auch nicht so das Wahre, da der Lack über die Jahre stumpf geworden ist.

Deshalb möchte ich das Gehäuse mit neuem Tolex beziehen und neue Beschläge/Schlösser anbringen.

Das passende Tolexmuster habe ich schon in einem Onlineshop gefunden, ebenso die Schnappschlösser, welche vom Original kaum zu unterscheiden sind. Allerdings habe ich nicht die exakt gleichen L-Winkel und Kugelecken gefunden. Auf die L-Winkel könnte ich verzichten, aber für die Kugelecken müsste ich mit einer Alternative vorlieb nehmen, welche möglichst den Originalen nachkommen.
Der Tragegriff ist zum Glück noch in Ordnung.

Die Frage ist: Wie nahe soll ein restauriertes Gehäuse dem Original nachkommen? Sind alternative Teile erlaubt, wenn Originalteile nicht mehr aufzutreiben sind?
Ich habe diesen Shop gefunden https://www.caseman-berlin.de/ welcher alle Teile vorrätig hat, allerdings liefert dieser nicht nach Luxemburg.

Kennt jemand noch eine andere Bezugsquelle?

LG
Alex
 
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GASmann
GASmann
Moogerator
Die Frage ist: Wie nahe soll ein restauriertes Gehäuse dem Original nachkommen? Sind alternative Teile erlaubt, wenn Originalteile nicht mehr aufzutreiben sind?
Wenn du es nur für dich aufarbeiten willst, gilt "erlaubt ist, was gefällt".

Solltest du es dagegen für einen Verkauf hübsch machen wollen, liegt es am Käufer und deinen Preisvorstellungen - die einen bestehen auf einer maximal originalgetreuen Aufarbeitung (sprich die Ersatzteile müssen den Original-Maßen 1:1 entsprechen, und optisch sowieso) und zahlen entsprechend dafür, andere freuen sich über ein frisch restauriertes Case und sehen über kleinere optische Abweichungen hinweg.

Ich habe diesen Shop gefunden https://www.caseman-berlin.de/ welcher alle Teile vorrätig hat, allerdings liefert dieser nicht nach Luxemburg.

Kennt jemand noch eine andere Bezugsquelle?
Der Kollege @Michael Burman baut sich selbst Cases, vielleicht hat der weitere Bezugsquellen?

Ansonsten arbeitet bspw. Thomann mit Thon-Cases zusammen, und auch JustMusic und sicherlich auch MusicStore und Musikhaus Korn bieten Cases an, dort könntest du einmal nachfragen. Da sollte dann auch der Auslandsversand keine Rolle spielen.
 
Bodo
Bodo
Gnabbldiwörz!
Die Frage ist: Wie nahe soll ein restauriertes Gehäuse dem Original nachkommen? Sind alternative Teile erlaubt, wenn Originalteile nicht mehr aufzutreiben sind?

Wenn du es nur für dich aufarbeiten willst, gilt "erlaubt ist, was gefällt".

Solltest du es dagegen für einen Verkauf hübsch machen wollen, liegt es am Käufer und deinen Preisvorstellungen - die einen bestehen auf einer maximal originalgetreuen Aufarbeitung (sprich die Ersatzteile müssen den Original-Maßen 1:1 entsprechen, und optisch sowieso) und zahlen entsprechend dafür, andere freuen sich über ein frisch restauriertes Case und sehen über kleinere optische Abweichungen hinweg.

Falls irgendwann (im Zweifelsfall Option offenhalten) Verkauf denkbar ist, Originalteile aufbewahren, damit ggf. später Rückbau möglich ist, wenn der Käufer Wert auf maximale Authentizität legt.
 
fanwander
fanwander
*****
aber für die Kugelecken müsste ich mit einer Alternative vorlieben, welche möglichst den Originalen nachkommen.
Wenn ich mir so Bilder im Netz anschaue, dann gibt es nicht "die" originalen Kugelecken. Manche 2600 / keyboards haben nur gerundete Eckbeschläge, manche haben etwas, das wie die heutigen Kugelecken aussieht.

Ich würde zudem wegen den Beschlägen nicht so sehr bei heutigen Casebauern schauen, sondern eher im Baumarkt oder bei Metallwarenhändlern
 
Modular_Clockwork
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Vielen Dank für die Antworten.

Eins vorneweg: Ich habe nicht vor, den ARP 2600 zu verkaufen, auch in nächster Zukunft nicht.

Ich habe mich jetzt für folgende Teile entschieden: hier und hier. Die L-Winkel lass ich erst mal weg.
Und hier das Tolex Muster: klick!

Jetzt muss ich nur noch die passenden Holzschrauben finden, originalgetreu mit einfachem Schlitz. Die sollten sich im Baumarkt finden lassen.

Vom Gehäusedeckel habe ich das alte Tolex schon abgezogen, und den alten Klebstoff abgeschliffen. Das Holz splittert allerdings stark an den Kanten. Da sind noch einige Ausbesserungen nötig, wie Löcher mit Holzpaste ausfüllen und abgesplitterte Teile mit Holzleim wieder ankleben. Ich hoffe, dass das Holz des Synthgehäuse auch in einigermassen akzeptablen Zustand ist. Das alte Tolex lässt sich jedenfalls recht leicht abziehen.

Da kommt einiges an Arbeit auf mich zu, aber der Gedanke, ein schön restauriertes Gerät vor sich zu haben, motiviert mich wirklich. Zumal der ARP schon vor 15 Jahren einen Full Service bekommen hatte (alle Kondensatoren ersetzt, neues Netzteil, Fader gereinigt, neu kalibriert) (:

LG
Alex
 
Sven Blau
Sven Blau
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Aus Interesse - Kannst du mal dein ARP ohne Gehäuse fotografieren?
 
Michael Burman
Michael Burman
⌘⌘⌘⌘⌘
Der Kollege @Michael Burman baut sich selbst Cases, vielleicht hat der weitere Bezugsquellen?
Das Material kann man ziemlich problemlos kaufen, wenn man selber bauen möchte.
Ich wollte z.B. Ecken aus Kunststoff.
Hardware wollte ich zunächst bei AWEO kaufen, weil sehr große Auswahl. Dann aber doch alles bei Thomann gekauft – sie haben z.B. inzwischen passende Scharniere im Angebot gehabt. AWEO hat aber z.B. Kunstleder und Ähnliches im Angebot.
Sperrholz habe ich im Baumarkt direkt gekauft. Es gibt aber auch Online-Shops mit Zuschnitt.
Bei Auftragsfertigung gibt's entweder standardisierte Angebote, die dann auch erst so ab 100 € für ein Standard-Case kosten.
Wenn man aber ganz spezielle Wünsche hat, dann würde es erstens nochmal teurer werden, und zweitens müsste man schon einen ziemlich genauen Plan haben, was und wie man es möchte. Wenn man selber baut, braucht man natürlich auch einen Plan, man kann aber während der Bauphase auch mal etwas improvisieren, etwas ändern usw. Und wenn man es jemand anders überlässt, da bin ich mir nicht sicher, ob wirklich was richtiges und passendes daraus wird.

Mal ein Beispiel: Neulich habe ich einen fertigen Hals für E-Gitarre bestellt. Für 10 € Aufpreis wird angeboten, die Löcher für Mechaniken aufzubohren. Da steht auch dabei, dass sie normalerweise nicht komplett durch aufbohren, weil das bei vielen Mechaniken nicht notwendig ist. Bei manchen aber schon ... Ich habe genau angegeben, welche Mechaniken ich verbauen wollte. Und was war? Die Löcher waren nicht tief genug aufgebohrt. Mir ist dann zum Glück noch eingefallen, dass ich einen Senker mit passendem Durchmesser habe. Mit dem war das tiefere Aufbohren kein Problem. Aber so wie geliefert hätte ich Mechaniken nicht richtig montieren können. Was ich aber positiv sagen kann: Der Hals war so super verpackt, wie ich es selten gesehen habe.
 
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Individueller Benutzer
Jetzt muss ich nur noch die passenden Holzschrauben finden, originalgetreu mit einfachem Schlitz. Die sollten sich im Baumarkt finden lassen.
Da habe ich schon vieles nicht gefunden, schon bei M3 strecken sie die Flügel. Schraubenhändler mit Riesen-Sortiment gibt es bei ebay.
 
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Aus Interesse - Kannst du mal dein ARP ohne Gehäuse fotografieren?
Ja, werde ich zu gegebener Zeit machen. Ich werde auch den Restaurierungsprozess in diesem Thread laufend dokumentieren.

Vorerst beschaffe ich mir das Material, und werde erst mal mit dem Casedeckel anfangen, um zu testen, ob das mit dem Tolex kleben hinhaut. Ich habe das nämlich noch nie gemacht. Anleitungen habe ich schon im Netz gefunden, wenn man auf einige Dinge aufpasst, sollte das eigentlich keine grosse Hexerei sein.

LG
Alex
 
VEB Synthesewerk
VEB Synthesewerk
Thomas B. aus SAW
Grammophone haben auch schöne Ecken!
Die gibt es auch bei Ebay zu kaufen.
Ansonsten kann ich ja mal nachschauen, ob ich noch ein paar schöne Ecken für dich habe.
 
Bernie
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lass die Original Ecken neu verchromen, das kost doch nix.
 
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Berichtigung:

Das Netzteil ist nicht neu, es sind lediglich die Kondensatoren ersetzt worden. Habe mit anderen Bildern aus dem Web verglichen.
Ausserdem wurde der originale Netzanschluss durch eine herkömmliche moderne Buchse ersetzt.

Ich werde demnächst noch einen Scan von der Auflistung der Wartungsarbeiten am Gerät hier einstellen, welche vor etwa 15 Jahren gemacht worden sind.

@Bernie:
Daran hatte ich bereits schon gedacht. Das Problem: die Ecken sind vernietet. Es ist unmöglich, die Nieten rauszubekommen, ohne dabei die Ecken zu zerstören. Ich muss höllisch aufpassen, dass ich nicht gleich ein Stück Holz mit rausbreche. Durch das Alter ist das Holz trocken wie Zwieback geworden.

LG
Alex
 
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Hier noch die Auflistung der Service Arbeiten, welche 2006 vorgenommen worden sind:

2600_Worksheet.jpg

Und hier noch ein Foto aus dem Jahre 2001, als das Gerät sich noch im Urzustand befunden hatte. Allerdings waren mir die meisten Funktionsbeeinträchtigungen noch nicht aufgefallen.
Die Tastatur hatte ich zu diesem Zeitpunkt nur wenige Monate, bevor sie wieder Probleme machte. Zur Zeit befindet sie sich schon seit mehreren Jahren beim (dritten) Techniker, der auch nicht mehr weiterkommt.
Der klassische Fall von "Zu Tode repariert". :sad:

Arp2600.jpg

LG
Alex
 
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Bernie
Bernie
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Daran hatte ich bereits schon gedacht. Das Problem: die Ecken sind vernietet. Es ist unmöglich, die Nieten rauszubekommen, ohne dabei die Ecken zu zerstören. Ich muss höllisch aufpassen, dass ich nicht gleich ein Stück Holz mit rausbreche. Durch das Alter ist das Holz trocken wie Zwieback geworden.

LG
Alex
Wenn du neues Tolex aufziehen möchtest, müssen die Ecken doch eh ganz runter.
Das sind keine Nieten, sondern recht kurze Polsternägel, die sich meistens mit einem Stechbeitel recht gut herausziehen lassen (Unter das Blech gehen).
Wenn sie die Ecken dabei etwas verbiegen kann man die schnell wieder problemlos gerade dengeln.
Ansonsten mit Chromputzmittel (Polierpaste / Autozubehör) rangehen.
 
ppg360
ppg360
fummdich-fummdich-ratata
Hier noch die Auflistung der Service Arbeiten, welche 2006 vorgenommen worden sind:

Anhang anzeigen 106184

Und hier noch ein Foto aus dem Jahre 2001, als das Gerät sich noch im Urzustand befunden hatte. Allerdings waren mir die meisten Funktionsbeeinträchtigungen noch nicht aufgefallen.
Die Tastatur hatte ich zu diesem Zeitpunkt nur wenige Monate, bevor sie wieder Probleme machte. Zur Zeit befindet sie sich schon seit mehreren Jahren beim (dritten) Techniker, der auch nicht mehr weiterkommt.
Der klassische Fall von "Zu Tode repariert". :sad:

Anhang anzeigen 106187

LG
Alex

Wow, heftig. Alleine für die Initialreparatur sind bei 45 Arbeitsstunden schon locker 2.500 Dollar geflossen, wenn nicht mehr. Steckt randvoll mit vergossenen Modulen, das ist nicht schön.

Weshalb so ein primitives Teil wie das 3604P so mühselig zu reparieren ist, will mir nicht einleuchten -- da steckt doch deutlich weniger an Elektronik drin als im 3620. Mein 3620 macht nach dem Austausch aller Opamps und der Logik-ICs nur noch Zicken beim Umschalten zwischen Single und Multiple Triggering... warum auch immer.

Stephen
 
ppg360
ppg360
fummdich-fummdich-ratata
Jepp. Aber wenn mechanische Defekte an den Tastenkontakten vorliegen, dann kann das extrem mühselig werden.

Zum Glück ist die Tastatur bei meinem einwandfrei, und das Tracking auch -- besser als vor dem Bauteiletausch.

Was ich mal bei einem PPG hatte, war, daß tatsächlich eine Kontaktfeder zwischen den Buss Bars verklemmt saß und nichts mehr außer dieser Taste ansprach.

Stephen
 
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Jepp. Aber wenn mechanische Defekte an den Tastenkontakten vorliegen, dann kann das extrem mühselig werden.
Ja genau, so ist es, es sind hauptsächlich Kontaktprobleme. Ich hoffe, dass ich die Tastatur demnächst wiederkriege, damit ich sie einem Profi Servicetechniker übergeben kann.

So, in der letzten Zeit hatte ich weiter an der Gehäuserestauration meines ARP 2600 gearbeitet. Zunächst musste die gesamte Elektronikfrontplatte vom Gehäuse getrennt werden. Dazu musste ich die Netzteil- und Keyboardbuchse ablöten, sowie den Federhall und das Netzteil mit raus zu nehmen. Zum Schutz der Federn klebte ich den Federhall mit Klebeband auf ein Stück Pappe.

So, jetzt musste ich noch alle Metallteile entfernen. Und dann noch den Innenteil vom der Konsole trennen. Das war schon sehr aufwendig. Die Nieten sassen an den Ecken sowas von fest, da musste ich mit Hilfe von Spachtel und Schraubenzieher vorsichtig aufhebeln. Denn es war unmöglich, die Nieten direkt rauszubekommen.
Und dann die Schrauben! Die Muttern waren mit irgendeiner weinroten Substanz bepinselt, so dass man diese nur mit viel Kraft lösen konnte. Teilweise waren die Schrauben abgenutzt, so dass man mit dem Schraubendreher keinen Halt mehr hatte. Also mit einer Dremel aufgebohrt oder abgeschliffen.

Nach zwei Stunden hatte ich es endlich geschafft und alle Metallteile entfernt. Hier das Werkzeug, welches zum Einsatz kam:

werkzeug.jpg


Und hier die Metallteile:

metallteile.jpg


Inzwischen habe ich die neuen Ecken und Schlösser bekommen. Zum Vergleich mit den Originalen siehe oben rechts:

Teile.jpg

LG Alex
 
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So, jetzt das alte Tolex abziehen.

Während das Tolex sich vom Gehäusedeckel leicht lösen liess, ging es hier deutlich schwieriger. Da musste ich schon ordentlich Kraft aufwenden. Vor allem beim Innenteil konnte ich den Überzug grösstenteils nur in Streifen und mit Hilfe eines Spachtels abziehen.

gehäuse1.jpg

Ich hatte damals billigen Sprühlack aus dem Baumarkt genommen, und es scheint, als hatte es mit dem PVC und Kleber reagiert. Es blieb eine Pampe kleben, welche noch nicht mal komplett durchgetrocknet war:

klebereste.jpg

Ausserdem war der Kleber so fest, dass sich Holzsplitter beim Abziehen ablösten:

splitter.jpg

Schliesslich war es geschafft:

geschafft.jpg

LG Alex
 
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So, jetzt mussten die beiden Gehäuseteile geschliffen werden. Ich fing mit dem Innenteil an, weil dort die meiste Klebepampe dranpappte. Ich versuchte aber zunächst, ob man diese nicht auch mit Abbeizer abspachteln kann. Ich hatte noch einen Rest, dieser war aber schon fast eingetrocknet, für einen Test reichte es aber. Dieser war erfolgreich, der Kleber löste sich.
Ich war in zwei Baumärkten, aber die hatten keinen vorrätig. Es gab zwar was anders, das war so eine Art Lösemittel zum Entfernen von Farb-und Kleberesten. Zwar löste sich der Lack inklusive Stoffetzen, aber nicht der Kleber! Was die wohl damals genommen hatten?

Nun, also altbewährte Methode mit Schleifpapier. Ich bin eh kein Freund von Produkten mit starken Lösemitteln, der betäubende Geruch geht irgendwie aufs Hirn :sowhat:
Ich nahm den Dreieckschleifer und 60er Körnung, stellte aber schnell fest, dass die Klebepampe das Schleifpapier schnell zusetzte. Also das Ganze mit der Hand mühselig abgeschliffen. Ich hatte noch eine Rolle mit 60 Körnung.
Und so sah das Schleifpapier danach aus:

Schleifpapier.jpg

Mit der Hand schleifen hatte allerdings den Vorteil, dass man den Druck besser kontrollieren kann und nicht soviel Holz abgetragen wird.
Das Ergebnis nach dem Rohschliff:

geschliffen60.jpg

Das andere Gehäuseteil konnte ich mit dem Dreieckschleifer behandeln, weil da der Kleber zum grössten Teil eingetrocknet war.

Jetzt geht's ans Ausbessern der Splitter, Löcher und andere Unebenheiten:

Ausbessern.jpg

Splitter2.jpg

splittergeklebt.jpg

Holzpaste.jpg

Und anschliessend der Feinschliff mit 120er Körnung:

geschliffen120.jpg

Beim Innenteil war an einer Ecke die Holzplatte eingedrückt, weshalb der Gummifuss an der Stelle den Boden nicht berührte, und der ARP einen wackeligen Stand hatte.
Ich korrigierte das mit einem auf Mass geschnittenen Holzwinkel, als Gegendruck.

Ecke.jpg

Anschliessend konnte ich auch hier den Feinschliff vornehmen:

Innenteil120.jpg

So, alles fertig aufbearbeitet, demnächst geht's ans Kleben des Tolex.

LG
Alex
 
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Miks
Miks
Ich kann auch bald nich mehr...
Die Muttern waren mit irgendeiner weinroten Substanz bepinselt, so dass man diese nur mit viel Kraft lösen konnte.
Höchstwahrscheinlich Schrauben-Sicherungslack. Hat man als Sicherung gegen ungewolltes Lösen genommen, und teilweise auch als eine Art Siegel - man konnte also im Nachhinein sehen, ob Schrauben schon mal (unberechtigt, also nicht durch einen autorisierten Betrieb) gelöst wurden... Konnte im Falle einer Inanspruchnahme von Garantie wichtig sein.
 
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Höchstwahrscheinlich Schrauben-Sicherungslack. Hat man als Sicherung gegen ungewolltes Lösen genommen, und teilweise auch als eine Art Siegel - man konnte also im Nachhinein sehen, ob Schrauben schon mal (unberechtigt, also nicht durch einen autorisierten Betrieb) gelöst wurden... Konnte im Falle einer Inanspruchnahme von Garantie wichtig sein.
Genau das hatte ich mir auch gedacht. Ist so eine Art Siegellack. Eigentlich eine idiotensichere Sache, wenns um die Garantie geht.

Was ich noch sagen möchte, das Gehäuse für das Beziehen mit Tolex vorzubereiten, war schon sehr arbeitsaufwendig. Falls noch jemand seinen ARP aufarbeiten möchte, empfehle ich folgendes:

- Elektronikteil ausbauen und alle Beschläge/Schrauben entfernen
- Alten Tolex abziehen
- Gehäuseteile genau ausmessen. Meines Wissens, was ich bisher erfahren habe, gab es 3 verschiedene Maße, je nach Modell. Die Unterschiede sind nur gering, aber es muss nicht heissen, dass die Frontplatte eines Modells der späten 70er mal einfach so in ein Gehäuse eines ARP von z.B. 1972 passt.
- Von den Seitenwänden des Innenteils die Latten mit den Bohrungen der Frontplatte entfernen, die sollen an das neue Gehäuse befestigt werden. Sind geklebt und getackert. Die Splinte sind problemlos zu entfernen. Wie es mit dem Kleber ist weiss ich nicht, vermute aber, dass dieser sehr fest ist. Daher Vorsicht, dass das Holz nicht beschädigt wird.
- Zum Baumarkt gehen und die Teile zuschneiden lassen. Spanplatte reicht. Achtung, auf die Wandstärke in mm achten! Falls genaue Maße nicht vorrätig, geht das Rechnen los. Ausschlaggebend ist, dass die Maße innerhalb des Innenteils stimmen. Bei dickeren Platten das Zuviel nach aussen hin rechnen, bei dünneren nach innen. Darauf achten dass Hauptkonsole und Deckel an das Innenteil angepasst werden kann.
- Selbst zusammenbauen oder von jemandem machen lassen (Schreiner)

Wer auf Nummer sicher gehen möchte und dem Risiko von fehlerhaftem Ausmessen aus dem Weg gehen möchte, dem bleibt halt nur noch die Methode mit Ausbessern und Abschleifen.

Inzwischen habe ich die Teile schon zur Hälfte mit Tolex bezogen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ist aber kompliziert wegen der vielen Ecken und Winkel. Auf jeden Fall ein anderes Kaliber, als mal eben ein Ampgehäuse beziehen, welches vorne und hinten offen ist.

Doch dazu mehr im nächsten Beitrag, inklusive Fotos.

LG
Alex
 
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So, jetzt geht's ans Eingemachte, also das Tolex aufziehen.

Ich wollte anfangs noch das Muster "Elepfant black" haben, entschied mich aber dann doch für das klassiche Muster, weil es dem Original am nächsten kommt:
https://www.tube-town.net/ttstore/tolex-tube-town-black-muster.html
Und dann noch den Kleber:
https://www.tube-town.net/ttstore/tolex-kleber-sg5-500-ml.html

Bevor ich anfing, hatte ich mir einige Tutorials auf YT angesehen, z.B. hier:
https://www.youtube.com/watch?v=cxcLri3yn8Q

https://www.youtube.com/watch?v=qI8PTa4FieM


Hilfreich war auch diese Anleitung:
https://www.tube-town.de/ttforum/index.php?topic=6526.0

Ich machte auch einige Tests mit dem Kleber, sowie mit einigen Blatt Papier verschiedene Schnittführungen auszuprobieren, um herauszufinden, wie ich am besten verfahre. Auf jeden Fall sollen die Schnitte genau zusammenpassen, ohne dass es zu Überlappungen kommt.

Ich fing mit der Konsole an, das war die grösste Fläche. Diese musste aber genau ausgerichtet werden, damit später die Umschläge auf allen Seiten gleich sind und auch nicht schief sein sollten.
Dann beide Flächen einstreichen und antrocknen lassen:

Vorbereitung.JPG

Nach 20 Minuten dann die Konsole aufgelegt. Damit diese auch richtig plaziert wird, ging mein Sohn mir zur Hand. Er achtete auf die Ausrichtung (Lineal), ich setzte dann zuerst auf, und er legte nachfolgend die andere Seite auf. Andrücken und umdrehen.
Es ging alles gut, denn wir hatten nur einen Versuch. Anschliessend glattstreichen von der Mitte aus nach aussen hin und zugleich mit einem Haarfön das Trocknen beschleunigen. Der Bezug warf einige Blasen, aber ich habe sie alle rausbekommen.

Glätten+Trocknen.JPG

Ich hatte aber nicht aufgepasst und die Flächen zu nahe an den Rändern bestrichen, so dass an einigen Stellen der Kleber rausquoll. Das Entfernen der Klebereste gestaltete sich als sehr schwierg. Der Kleber härtet nicht wirklich aus, sondern war von gummiartiger Konsistenz, ähnlich wie Kaugummi.
Von daher kann ich den SG5 Kleber nicht empfehlen, man sollte besser Ponal Express nehmen. Er benötigt zwar etwas längere Trockenzeit, bietet aber den Vorteil, dass Korrekturen möglich sind. Man lässt dann halt die Teile die Nacht durch trocknen bzw. hilft auch hier mit dem Fön nach.

Anschliessend nahm ich den Zuschnitt für die Umschläge vor. Die Seiten sowie Ecken sollen verklebt werden.

Zuschnitt.JPG

Im nächsten Beitrag beschreibe ich das Zusammensetzen der Schnittkanten.

LG
Alex
 
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