Doepfer A112 Sampler Wavetable Osc?

Dieses Thema im Forum "Modular" wurde erstellt von dogzstar, 20. August 2009.

  1. Hey,

    Hat jemand Erfahrung mit Doepfer Modul A112 gehabt?
    Kann man richtige PPG Sounds produzieren?
    Ist es gut geeignet für Experimentieren? Und wie?

    Beste Grüsse!
    onur
     
  2. ACA

    ACA engagiert

    Höre dir das mal an:
    http://www.metunar.ch/musik/instrumente ... laca10.mp3
    Alle Sounds sind mit dem Doepfer A112 Sampler (Wavetable Mode) gemacht.

    Mit dem Sampler gehen experientelle Sachen sehr einfach, PPG-Sound eher nicht, da es meist sehr raue, rauschhafte Sound sind die raus kommen. Dazu ist das Tracking als Oszillator auch nur in einem geringen Bereich (ungefähr 2 Oktaven) für Tonale Klänge brauchbar.

    Cool ist das man den Sampler als Samplerate Reducer Effekt missbrauchen kann.
    Dazu schaltet man ihn in den Record Modus und dann kann man das Input Signal Vorhören. Das Gut ist jetzt das das Signal zuerst durch den Wandler geht.
    Somit kann man am Tune Regler drehen und kriegt so wunderbar Lofi Effekte.

    Der Sampler hat zwar Speicher, aber der ist nur eingeschrängkt brauchbar. Ein gut aufgenommenes Sample hat nach dem Ab- und wieder Einschalten des Modulars plötzlich am Anfang und Schluss des Samples Peaks.

    Perfekt ist das Modul nicht, aber trotzdem ist es eine wunderbare Quelle für schräge Lofi Sounds.

    Hier noch ein weiteres Demos:
    http://www.metunar.ch/musik/instrumente ... laca90.mp3
    Zwei Doepfer Sampler angesteuert durch unabhängige Pitch und Trigger Sequenzen. Aufgenommen in Ableton Live und dann Loops damit erstellt, die dann in einem Arrangement zusammengestellt wurden.
     
  3. Vielen Dank für die Antwort und die Tipps!
    Beide Aufnahmen sind perfekt auch für meine Ziele.

    The Harvestman Tyme Sefari waere vielleicht eine bessere Alternative gegen den Sampler Modul von Doepfer, aber es kostet das Doppelte.
    Hat vielleicht jemand Erfahrung mit den beiden Modulen?
     
  4. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    Kenne den TS nicht aus persönlicher Erfahrung, Du solltest jedoch folgende Punkte bedenken:

    • Der TS hat keine Wavetablefunktionalität. Du kannst zwar Start- und Endlooppunkte setzen aber der A-112 hat halt echte Wavetables.
    • Der TS hat leider nur flüchtiges RAM; d.h., nach dem Ausschalten ist alles weg
    • Ich sehe den TS mehr als Effektgerät, während der A-112 doch noch eher eine VCO-Funktionalität besitzt

    All das heißt nicht, daß der TS schlechter ist, nur eben halt anders.
     
  5. ACA

    ACA engagiert

    Ja, wieder ich. Den Tyme Sefari hatte ich mal.

    Hier wieder ein Demos:
    http://www.metunar.ch/musik/instrumente ... laca59.mp3
    Zuerst hörst du das aufgenommene Loop, dann das Loop mit Revers und dann eine Sequenz bei der gezielt mittels Sample Start und End-Modulation ein kurzer Bereich im Loop abgespielt wird.

    Cool beim TS ist das alle Schaltfunktionen (Start/Record/Revers/Loop) über Gate gesteuert werden können und das man den Sample Start und End-Punkt einstellen/modulieren kann. Dazu kannst du das TS auch als Delay benutzen (geht beim Doepfer wiederum auch, aber mit mehr Aufwand).
    Mit dem TS ist es auch möglich CV zu Samplen. Die Spannung des Samples wird aber geringer als das Original, so das es für eine Tonale Pitchspannung nicht direkt zu gebrauchen ist.

    Nun zu den Nachteilen. Das Grösste Problem beim TS ist das er im Loop aufnimmt. Das Abspielen im Loop ist gut, aber nicht das Aufnehmen, damit ist es nämlich unmöglich die volle Samplezeit zu nutzen. Man hat bei der Aufnahme immer das Probelm zu lange aufzunehmen und damit den Start zu überschreiben. Was man z.B. bei einem Snare Sample sicher nicht will.

    Beim TS muss man einfach bedenken des es ein LoFi Sampler ist. Im speziellen beim Delay merkt man die schlechte Auflösung. OK, der Doepfer ist da auch nicht wirklich besser.

    Übrigens von Analogue Systems gibt es auch einen Sampler, der hat glaube ich 16Bit, sollte also eher HiFi sein. Leider hatte ich den noch nicht.
     
  6. Wie andere schon geschrieben haben: Nicht wirklich.

    Dafür wäre ggf das Mini Wave Modul von Blacet ok,
    http://www.blacet.com/MWmanualBasic.pdf
    oder das

    Wavetable Modul von Ken Stone
    http://www.cgs.synth.net/modules/wavetable.html
    Das muss man allerdings selber löten.

    Das Modul von Ken sollte ohne Probleme auch für 12Volt von Doepfer adaptierbar sein.
    Ob das Blacet-Modul an 12V betrieben werden kann, weiss ich nicht.


    EDIT: ich sehe gerade dass das Ken Stone Modul keinen eigenständigen Oszillator hat. Man müsste es also entweder mit einem VCO plus A196 plus A160 betreiben, oder mit einem VCO, bei dem der frequenzbestimmende Kondensator verkleinert wurde.
     
  7. Anonymous

    Anonymous Guest

  8. 7f_ff

    7f_ff aktiviert

    Hallo älterer Fred...

    Leider gibts auf der Doepfer-Seite keine Beispiele für das Modul, aber danke an ACA für seine Beispiele :supi:
    Würde mit dem Modul auch ein "buffern" des Eingangssignal möglich sein, sowas wie der "Buffer-Override"-FX?
    Also ein "Hal l l l l l ooo o o oo ooooo...", im "FX/sampling"- oder "playback"-mode?: (FX ab 0:53): http://vimeo.com/892157
    Interessant wäre auch sowas (2. Bsp.): http://matrixsynth.blogspot.com/2008/06/harvestman-tyme-sefari-examples.html
    Mich würde interessieren ob, oder in wie weit, sowas mit dem A112er möglich ist.

    Grüße
     
  9. Die Blacet/Wiard MiniWave hat auch keinen internen VCO und benötigt eine externe Saw bzw. für andere Applikationen einen anderen Input.

    Die MiniWave ist wirklich sehr gut! Auch sehr für Lötananfänger geeignet, da der größte Teil der Schlatung digital ist, gibt es vergleichsweise wenig Teile.

    Dachte ich auch.

    Danke für die Erinnerung, ich habe hier zwei fast fertig hier rumliegen. :floet:
     
  10. 7f_ff

    7f_ff aktiviert

    *schieb*
     
  11. ACA

    ACA engagiert

    Der erste Videolink geht leider nicht. Aber ich glaube ich weiss was du meinst.
    Im "Playback-Modus" kannst du so ein "Hallllooooooo"-Effekt machen, dabei verändert sich aber zwangsweise die Tonhöhe des Originals. Nur Timestretch ohne Tonhöhenänderung geht mit dem A112 nicht.
    Das zweite Demo liesse sich gegebenenfalls im Delay-"FX-Modus" realisieren. Im Gegensatz zum Harvestman TS brauchst du aber beim Doepfer noch einen Mixer beim Eingang um ein Feedback zu erzeugen und gegebenenfalls noch einen Mixer beim Ausgang um das Originalsignal und das Delaysignal zu mixen.
     
  12. 7f_ff

    7f_ff aktiviert

    Danke für die Antwort.
    Würde so eine Art "Timestretch"/Verfleddern nicht im Wavetable-Mode funktionieren,
    wenn man die Steuerspannung über Audio In/Wave-CV In hält/einfriert?

    Grüße
     
  13. ACA

    ACA engagiert

    Ja, theoretisch geht das, nur ist das unheimlich schwer einzustellen. Habe es nur ein paar mal probiert ein Sample mit der Wavetable-Funktion gezielt auszulesen. Die Effekte waren eher dürftig.
     
  14. 7f_ff

    7f_ff aktiviert

    Hallo ACA,

    letzte Frage die mich beschäftigt:
    Wenn die Spannung gehalten wird, wird im Wavetable-Mode nur die eine Page konstant wiederholt,
    oder wird ab der Page dann bis zum Ende (also alle Pages) durchfahren?

    Bsp. HALLO: Spannung 1,43V wäre bspw. das erste Fragment vom "A" (Page 67). Bei gehaltener Spannung
    würde dann nur das "A" (Page 67 bis zur 6:cool: geloopt(?) werden, oder würde es dann die restlich Pages auch
    durchfahren werden, also ab Page 67 bis zum Ende (zB Page 256)?

    Ich hoffe, ich hab mich verständlich ausgedrückt? :D
     
  15. ACA

    ACA engagiert

    Doch, doch, das ist gut verständlich.

    Bei gehaltener Spannung wird nur die eine Page wiederholt.

    Um das Sample im Wavetable-Mode normal abzuspielen musst du theoretisch die Pages per Sägezahn oder Dreieck-LFO modulieren, bezugsweise nacheinander abspielen lassen. Das ist aber wie gesagt schwer einzustellen.
    Dazu vermute ich das die "Pages" keine Wellenformen mit einem Nulldruchgang am Anfang und am Schluss haben. Das Resultat ist das man im Wavetable-Mode das Ursprungssample kaum mehr erkennen kann.

    Also erwarte da nur nicht zu viel.
     
  16. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    @7f_ff:

    ACA hat es ja bereits angedeutet. Ich denke, daß Du da mit einer viel zu großen Erwartungshaltung herrangehst.
    Ein ganzes "a" bekommst Du eh' nie im Leben in eine Page hinein. Denk' dran: eine Page hat 256 Bytes (!). Das entspricht dann weniger als 4 Millisekunden.

    Wenn Du die Wavetablefunktionalität nutzen willst, mußt Du eh' etwas anders an die Sache rangehen. Du brauchst einen echten Wavetable, wobei jede Page am Anfang und am Ende einen Nulldurchlauf hat. Diese Tables gibt es (z.B. von Wiard), man kann sie sich auch in mühsamer Arbeit selber bauen. Ich habe das z.B. gemacht und nun ein Table mit 2 x 128 recht interessanten Wellenformen.
    Wavetable sequencing mit Samples kann man mit dem A-112 jedoch nicht wirklich toll erledigen.

    Da Dein Musikstil jedoch Dixieland ist, bin ich eh' verwundert, wie Du da den A-112 einsetzen willst :lol:
     
  17. grundsätzlich könnte das a112 samplemodule schon ppg artige sachen machen, nur gibt es leider keine vernünftige software, die das erstellen von wavetables unterstützt. verwendet eigentlich jemand das doepfer dump prg? selber habe ich es nie ausprobiert, da ich keinen pc habe.

    es lässt sich aber auch schon so einiges mit dem a112 anstellen. wenn die sample frequenz richtig gewählt ist, lassen sich kurze sätze aufnehmen und verständlich wieder abspielen. vorwärts, rückwärts und stehenbleiben ist alles kein problem es knackst einfach ziemlich stark. ein offsetmodule das auch in den negativen bereich geht, ist dabei sehr hilfreich um z.b. mit einem lfo zusammen eine bestimmte stelle im sample zu finden.
     

Diese Seite empfehlen