Drum Tuning

Dieses Thema im Forum "Ansätze / Konzepte" wurde erstellt von Sunwave, 28. November 2017.

  1. Sunwave

    Sunwave aktiv

    Viele machen es automatisch, andere fragen sich wieso ihr Zeugs immer so schief klingt...

    Vielleicht hilft das
     
    fcd72, Dale Carmen und Groovedigger gefällt das.
  2. Groovedigger

    Groovedigger aktiviert

    Ja ist ein sehr gutes Video...Kurz und knapp und trotzdem sehr ausführlich..
     
  3. Viele machen es gar nicht und denken nicht mal dran, sich zu fragen, warum trotzdem noch nie jemand sich beschwert hat, dass da irgendwas schiefklänge.
     
  4. Wiederum andere fragen sich, wie die abendländische Musiktradition überhaupt 3000 Jahre überdauern konnte, ohne dass sie ihre 808-Kick centgenau auf den Rest des Instrumentariums abstimmt hätte.
     
  5. tom f

    tom f Moderator

    dann kann:

    1. das positive resultat ein zufall sein
    2. das positive ergebnis auf intuition beruhen
    3. darauf hinweisen dass man selber und sein publikum keine ahnung oder ein alternatives verständnis für ästhetik hat


    fakt ist das jeder schlagzeuger / schlagewerker sich mit dem thema beschäftigen muss wenn er das handwerk seriös erlernt bzw. es auch keine novum ist das rock und pop schlagzeuger seit jeher ihre instrumente ganz bewusst tunen.

    ebenso in anderen kulturen - dort dann halt gemäss dem lokalen harmonsichen empfinden entsprechend - z.b. gamelan musik nur um irgendwas zu nennen... diese ist evtl. sogar eine hybrid zwischen perkussiv und tonal, und zwar im sinne von beides zugleich innerhalb der isntrumente - zumindest für meine westliche perspektive.

    mfg
     
    Sunwave gefällt das.
  6. tom f

    tom f Moderator

    auch da muss man sagen dass das sehr wohl gemacht wurde / wird.

    entweder am gerät selber an den trimpotis oder so wie in den allermeisten produktionen - auch früher - üblich über den umweg in den sampler.

    ;-)
     
  7. @ihr beiden:
    völlig d'accord. Man kann ja seine Drums auch gar nicht nicht stimmen. Irgendeine Relation zum Rest der Instrumente kommt ja immer raus, und wenn's noch so eine schiefe ist.

    Die spannende Frage ist halt nach dem Wie.

    Ich würde vermuten: in denjenigen positiven Ergebnissen, die aus einer Zeit stammen, bevor man den Luxus unserer technischen Hilfsmittel von heute hatte (siehe Video oben), liegt vor allem deine Option 2 vor: das gute Ergebnis ist Effekt von Intuition, Handwerk, Gehör etc. Und: Diejenigen, die dafür zuständig waren konnten es zum einen besser als ihre Nachfahren heute, haben es zum anderen aber vermutlich deutlich weniger nötig gefunden, soviel drüber zu reden. Da scheinen sich mir die Verhältnisse etwas verschoben zu haben. Heute scheint es, relativ, deutlich mehr Leute zu geben, die über das Drumsstimmen *reden* (Videos machen und anschauen, Analyzer kaufen und draufgucken, Messwerte erheben und diskutieren...) -- aber ob dabei tatsächlich auch ein höherer Anteil an Musik rauskommt, die wegen dieser Maßnahmen qualitativ besser ist, das wäre mal spannend rauszufinden.

    Dass auch in (elektro)akustischer Musik das Tom- und Kickdrumstimmen zentral (und nicht: egal) ist, ist auch klar. Aber da würde mich dann mal wirklich die Empirie interessieren (wirklich offene Frage, habe dazu keine These). Hat vielleicht jemand einen Studenten in Musik oder Tontechnik, der sich für eine BA-Arbeit ein, zweihundert Aufnahmen ästhetisch wertvoller Musik der letzten 50 Jahre vornehmen vornehmen kann, James Brown, Ramones, Throbbing Gristle, und untersuchen, in welcher harmonischen Beziehung z.B. die Kickdrum zum Rest der Musik steht? Also was z.B. passiert mit deren Stimmung, wenn man auf einem Album oder Liveaufnahme einen Song in F-Moll mit einem Song in E-Moll vergleicht? Wird da entsprechend mitgestimmt? Nimmt man die Dissonanz einfach hin? Wird sie vielleicht produktiv als Stilmittel weiterverarbeitet?

    Und: Viele Wege führen nach Rom... Hat die Kickdrum vielleicht überhaupt keinen wahrnehmbaren tonalen Charakter? Ich erinnere z.B. Dutzende von Alben aus dem früh-90er-»NewSchool«-Hardcore, wo die Kick immer klang wie eine Schreibmaschine... In meinen eigenen Sachen verwende ich auch einigen Aufwand auf den Kickdrum-Sound, aber oft entscheide ich mich für einen Sound, der nur ein kurzes ›Zap‹ durchs halbe Frequenzspektrum ist (a la 606/808 ohne nennenswertes Decay, und damit ohne wahrnehmbare Tonhöhe), und das eigentliche Bassfundament wird von einem (im Spektrum noch darunterliegenden) tatsächlichen Bass gemacht. Also genau das Gegenteil von dieser Miami-Ästhetik, und überhaupt wohl von allen Ansätzen, in denen die Kick für dieses Fundament alleinverantwortlich ist. Da macht das dann tatsächlich Sinn, sich intensiver mit der Tonhöhe der Kick zu befassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. November 2017
    Henk Reisen gefällt das.
  8. Sunwave

    Sunwave aktiv

    Absolut, bis dann mal jemand kommt bei dem alles ein bisschen besser klingt.
     
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  9. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    Auf die idee, die kick zum stimmen ne oktave höher zu legen, hätte man auch selbst kommen können... :)
     
  10. tom f

    tom f Moderator

    also das mache ich seit vielen jahren

    bekomm ich jetzt ein plus ?

    :hut:
     
    Max gefällt das.
  11. tom f

    tom f Moderator

    dem mag ich auch durchaus zustimmen und finde die überlegungen richtig.

    lediglich dass eine 606 oder 808 kick sozusagen atonal ist muss ich bestreiten - grade die 808 mit ihrem recht dominanten sound ist diesbezüglich recht empfindlich.

    es mag bei vielen tracks nicht extrem relevant ob eine kick nun auf diesen oder jenen ton der zum song passt gestimmt wird - es gibt ja mehrere möglichkleiten.
    aber es gibt tunings die eben auch gar nicht passen und oft kann es wunder bewirken wenn man bei einem track dann eben doch nochmal mit der tonhöhe besagter klänge experimentiert.
    das kann sich dann der ganze tenor eines songs ändern nur weil man die kick ein paar halbtöne rauf oder runter pitcht.

    mfg
     
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  12. Sternenlicht

    Sternenlicht aktiviert

  13. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Rauschen enthält alle Frequenzanteile, Kicks vom Synth entstehen meist durch Pitch (z.B. selbstresonierende Filterfrequenz) Modulation, von daher verschiebt sich die Tonhöhe im Verlauf des Sounds, bzw. deckt einen großen Frequenzbereich ab, fast wie ein Impuls. Ich neige aber dazu tonal spielbare Geräuschsamples zu stimmen, viele perkussive Sounds sind tonal spielbar und sollten entsprechend gestimmt sein.
    Andererseits kann so ein schräges Sample an der richtige Stelle dem Track den nötigen Gänsehautfaktor verleihen.:freddy:
    Ansonsten neige ich dazu meinem Gefühl zu vertrauen, wenns "weh tut" liegt meist irgend ein Sound zu weit daneben :wuerg:
     
  14. Maltodextrino

    Maltodextrino aktiviert

    Ja, die 3000 Jahre Techno History ist schon spannend ^^. Ich denke mal es gibt zwei Gründe: 1. Dummheit und Ignoranz (Darauf hab ich jetzt keine Lust einzugehen). 2. Der Typ im dem Video mit den ganzen teuren Maschinen deutet es ja an: Wenn man so vorgeht, dass man die Kickdrum nur als "Wumms" betrachtet, der einmal in die Magengrupe fährt, ohne, dass er lange ausklingt, dann erspart man sich das alles. Dan übernimmt einfach der Bass diese Rolle. Und das ist ja auch völlig ok. Wenn die Kickdrum aber lange ausklingt, dann wirkt sie wie ein Bass. Und wenn man dann nicht stimmen tut oder kann, dann hat man quasi einen verstimmten Basston im Stück.
     
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  15. Rastkovic

    Rastkovic Pleasure to Kill

    In dem Zusammenhang möchte ich an den D'n'B der 90er erinnern. Der "wahllos" zusammengesampled wurde, ohne Rücksicht auf Stimmungen und Tonarten.
    Trotzdem hat er funktioniert und war dazu noch 100mal spannender als heutige Sachen. :)

    Ich weiß das Video zielt auf Club Musik. Wie gut das die mich nicht interessiert....
     
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  16. Max

    Max engagiert

    mit einem Little Labs VOG (und vermutlich jedem anderen Resonanzfilter) kann man die 808 BD etwas stimmen...

    die BD spielt ja eigentlich keinen festen Ton, sondern einen stufenlosen "Sweep", aber es sticht doch ein "Ton" besonders raus (bzw. ist erkennbar) - und welche "Resonanzfrequent" das ist kann man etwas mit Filtern verschieben
     
  17. Thomas75

    Thomas75 engagiert

    Der Deutsche perfektioniert halt gerne seine Marschmusik.
     

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