Eine Frage an die Roland Juno6/60 Spezialisten

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von Fluxus Anais, 17. August 2009.

  1. Ich versuche derzeit gerade, den Filter des Juno 6 über ein Doepfer MCV4-Interface per Mod-Wheel zu steuern.
    Leider jedoch bis dato vergeblich.
    Weiss jemand, welche Steuerspannung die Control VCF-Buchse auf der Rückseite benötigt und wie die Polarität ist?
    Oder ist der Filter nur per regelbarem Widerstand zu steuern?
     
  2. Wasp

    Wasp Tach

    Richtig, das Filter ist mit einen regelbaren Widerstand zu regeln; d.h. der Eingang war ursprünglich für ein Footpedal gedacht um während des Live einspielen das Filter zu öffnen und wieder zu schließen, so hatte der Keyboarder beide Hände frei.
     
  3. Weisst du, ob solch ein modernes Footpedal auch über Midicontroller steuerbar ist?
    Das Doepfer MCV4 kann zwar Midi CC in CV wandeln, diese kann der Juno aber nicht verarbeiten.
     
  4. Wasp

    Wasp Tach

    Nein weiß ich nicht, ob es sowas gibt. Aber jeder Elektroniker kann Dir eine kleine Schaltung aufbauen lassen, die quasi die Funktion des regelbaren Widerstandes VC-controlierbar macht. Ich hab das mal früher beim SH-5 machen lassen, um das den Cut Off des zweiten Filtes den man nur regeln konnte, modulierbar zu machen.
     
  5. Gibt es hier entsprechende Elektroniker im Forum?
     
  6. Wasp

    Wasp Tach

    Erklär doch mal einen Elekrtoniker bei Dir im Ort, kann auch ein Radio-und Fernsehtechniker sein Dein Anliegen. Der sollte solche Schaltung extern für ca. 50,-€, intern vielleicht für 80,- € aufbauen können. Ist ja keine Weltraumtechnik ;-)
     
  7. bartleby

    bartleby echt reaktiv

    ich verstehe das problem nicht so ganz. ich kann die filter-frequenz meines juno 60 problemlos mit spannungen aus eurorack-modulen (lfos, huellkurven, sequencer) steuern, ohne irgendwelche zusaetzlichen zauberschaltungen vom fernsehtechniker. keine ahnung, warum das nicht auch mit den spannungen aus nem mcv4 klappen sollte - auch wenn ichs nicht probiert hab.
     
  8. Moogulator

    Moogulator Admin

    Geht doch nur um eine Spannung. dh. ansich ist es nur ein Poti und Spannungsquelle, die du da brauchst.
    Das Wheel sendet Daten, wenn es extern ist. Die kannst du ja auch nutzen, leider kannst du dann nur nicht die Junotasten nutzen.
    Extern kann man analog doch rel. gut anbauen.

    Der Juno kann eine Spannung verarbeiten, damit auch die des MCV4, wenn es nur zu wenig sein sollte (Roland brauchte damals etwas höhere Spannungen), dann reicht ein Spannungsverstärker aus Kostenpunkt in Material ist weit unter 10€. Die Arbeit und so mit drin, dann so 50 oder 60€. Dann aber gleich 5 davon oder so.
     
  9. Ich bin leider nicht so firm in Elektronik.
    Mit dem Doepfer MCV4 Midiinterface habe ich beim Sequential Pro One mit einer Steuerspannung, die ich per Midi mit dem Mod-Wheel gekoppelt habe, den Filtereingang benutzt und damit das Filter auf und zu gemacht.
    Beim Juno geht das aber nicht.
    Der Filtereingang beim Juno ist ursprünglich gedacht, um einen regelbaren Widerstand (in Form eines Fußpedals) anzuschließen.
    Möglicherweise hat eine Steuerspannung hier keinen Effekt, da sie über einen anderen WIderstand als das Fußpedal verfügt.
     
  10. bartleby

    bartleby echt reaktiv

    ich bin weissgott auch keine elektronikgott, aber spannung ist spannung. ist doch egal, ob die nun durch abschwaechung einer spannung generiert wird, die der juno selbst liefert, oder ob sie von einer externen quelle stammt. nur dass wie vom moogulator angedeutet der wertebereich, den das mcv4 liefert (was liefert es denn? 0 bis 5v? -5 bis +5v?), vielleicht relativ klein ist verglichen mit dem, was der juno erwartet, weshalb es sinnvoll sein koennte, die spannung vom mcv4 zu verstaerken, bevor du damit den juno fuetterst.

    [edit:] aber wenn du sagst, deine versuche waren vergeblich - also die wirkung der mod-wheel-steuerung ist nicht nur zu schwach, sondern einfach nicht vorhanden - dann stimmt da wohl irgendwas anderes nicht. hast du nicht noch irgendwelche anderen spannungsquellen, mit denen du es ausprobieren kannst? ein lfo-modul zum beispiel? bei meinem juno funktionierts mit externen doepfer-lfo problemlos...
     
  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    aus der anleitung vom bekannten juno interface

    und irgendwo steht dann auch noch das der vcf ausgang für den vcf eingang am juno 60 folgende werte hat:
    hoffe nun ist alles klar
     
  12. Moogulator

    Moogulator Admin

    Cool. TTL-Pegel. Dann sollte das alles kein Problem sein. Hätt mich auch gewundert. Hab in den 80ern doch sooo viel nur analog geblitzdingst und hat immer geklappt.
     
  13. Danke an euch alle für die Informationen.
    Jetzt, wo ich weiss, dass es bei bartleby funktioniert, werde ich es nochmal probieren.
    Das Doepfer MCV4 liefert in der Werkseinstellung 5V am CV-Output. Man kann die Spannung auch bis auf max. 12 V hochfahren.
    Das dürfte wohl reichen für den Juno.
     
  14. :mad: Habs gerade nochmal probiert. Mit dem Doepfer gehts definitv nicht.

    Seltsam: Wenn ich eine 5V-Spannung von meinem Universalnetzteil an ein Klinkenkabel lege, welches in der VCF-In-Buchse steckt, geht der Filter zu statt auf.
     
  15. RBausH

    RBausH Tach

    Von den obrigen (teilweise scheinbar widersprüchlichen) Meinungen gilt alles ein bisschen. ;-)

    Roland hat für die VCF-Steuerung eine recht geschickte (weil ziemlich universelle) Schaltung verwendet, die sowohl eine Steurspannung als auch einen steuerbaren Widerstand (also ein einfaches Fußpedal) verwenden lässt. An der entsprechenden Steuerbuchse ist ein (interner) Spannungsteiler verschaltet (39k gegen +15V, 10k gegen Masse), der bei nicht eingestecktem Stecker den 10k-Widerstand gegen Masse schaltet und damit etwa 3 Volt als "Mittelwert" erzeugt. Wird ein Stecker in die Buchse eingesteckt, wird der interne Spannungsteiler gegen Masse aufgehoben und ein Fußpedal kann durch Änderung seines Widerstands den Spannungsteiler zwischen Null und einem (vom Widerstandswert des Potis abghängigen) Maximum ändern.

    Hat also das Fußbedal einen Widerstandswert von beispielsweise 10 Kiloohm (was eingermaßen Standard ist), dann kann man damit die letztlich wirksame Steuerspannung zwischen Null und 3 Volt verändern. Dadurch, dass durch das Fußpedal der untere Zweig des Spannungsteilers verändert wird, erklärt sich auch die "umgekehrte" Funktion einer Steuerspannung: weniger Volt (im Extremfall Null) bedeutet Filter geht auf, mehr Volt bedeutet Filter geht zu.

    Wird kein Fußpedal sondern eine Steuerspannung verwendet, so kann diese einen Wert zwischen 0 und 5 Volt aufweisen um den Filter über einen recht großen Bereich zu ändern. Es ist dabei nur wichtig, dass die Ausgangsimpedanz (Ausgangswiderstand) des Steuerspannungserzeugers möglichst gering ist, denn ansonsten wirkt der interne 39 Kiloohm-Widerstand und verschiebt die Steuerspannung nach oben (Filter Zu). Der Ausgangswiderstand des Steuerspannungserzeugers sollte bei vielleicht 100 Ohm liegen, dann spielt der interne 39 Kiloohm-Widerstand praktisch auch keine Rolle mehr. Liegt der Ausgangswiderstand des Steuerspannungserzeugers aber bei beispielsweise 10 Kiloohm, dann wirkt selbst der Nullpegel des Steuerspannungserzeugers genau so, als wäre gar kein Stecker in der Buchse eingesteckt und der erzielbare Wertebereich ist extrem verschoben: je nach EInstellung des CutOff-Potis am Juno hört man unter Umständen gar keine Veränderung mehr durch die Steuerspannung.

    Einen direkten Funktionstest der VCF-Buchse des Junos kann man gemäß der obrigen Erklärung ganz einfach durchführen: Irgendeinen Sound mit voller Filter-Resonanz (d.h. Selbstoszillation) und VCF-Cutoff im gut hörbaren Mittelbereich einstellen (z.B. Pfeifen mit irgendwo zwischen 1 bis 3 Kilohertz). Dann einfach einen Stecker eines (beidseitig offenen) Klinkenkabels in die VCF-Buchse reinstecken und der Pfeifton muss sich deutlich verschieben (weil eben der interne Spannungsteiler unterbrochen wird). Wenn das schonmal funktioniert, dann kann man weiter experimentieren.

    Fazit: Wenn es über das verwendete MIDI-2-CV-Interface nicht funktioniert, liegt die Vermutung nahe, dass die Ausgangsimpedanz des Steuerspannungserzeugers zu groß ist. Aber eigentlich würde es mich wundern, denn mehr als 1 Kiloohm Ausgangsimpedanz sollte ein solches MIDI-2-CV-Interface keinesfalls aufweisen...

    ich hoffe das hilft weiter (auf Anfrage kann ich ein Schaltbild-Ausschnitt mailen).

    Grüße aus Hanau
     
  16. Tja, das Filter bleibt zu, egal , was ich mache. Das MCV4 ist aber nicht defekt, da ich einen Pro One damit betrieben habe.
    Ich denke mal, dass die Spannung schon im Ruhezustand zu hoch für die VCF-Buchse ist.
    Nun könnte ich das MCV4 mit einer niedrigeren DC-Spannung vom Netzteil versorgen. Die Frage ist allerdings, ob es dann noch korrekt arbeitet.
     
  17. snowcrash

    snowcrash Tach

    nachdem das mcv4 digitale komponenten hat (mikroprozessor) wuerde ich dringend davon abraten es mit niedrigeren spannungen betreiben zu wollen!

    auch wenn du schon mit dem netzteil experimentiert hast: teste mal mit einem expressionpedal ob der CV/pedal in des junos ueberhaupt korrekt funktioniert. vlt liegt ja dort bereits der defekt an.

    ansonsten bloede frage: richtige kabel am start? fuer expressionpedal wird wohl ein stereo klinkenkabel noetig sein, fuer CV muss meist ein mono-kabel verwendet werden um die vom geraet geschickte spannung zu eliminieren. (zumindest moog implementiert das so)
     
  18. RBausH

    RBausH Tach

    Also ich interpretiere das mal so, dass wenn der Klinkenstecker in die VCF-Buchse des Junos reingestöpselt wird, der Filter sofort zu geht, ohne eingestöpselten Stecker aber der Filter wie in meinem vorgeschlagenen Test in Selbstoszillation pfeift. Demnach funktioniert die Buchse und der Juno-interne Spannungsteiler erstmal so wie er soll, nur bekommt er keine "gültige" Steuerspannung.

    Der nächste Test wäre (wieder) ein einfaches Klinkenkabel das VCF-Buchse des Junos reingestöpselt wird (Filter geht zu). Am anderen Ende wird dann Spitze und Schaft des Klinkensteckers testweise kurzgeschlossen (z.B. mit einem Stück Alufolie), dann muss das Filter maximal auf gehen. Wenn diese beiden Dinge funktionieren, dann ist der Juno in Ordnung und das Kabel in Ordnung (es könnte ja auch ein ganz banaler Kabelbruch oder Wackler sein).

    Und danke für den Hinweis von "snowcrash" wegen des "richtigen Kabels". Es sollte ein ganz einfaches Monokabel sein, nur beim MCV4 braucht man teilweise spezielle Adapterkabel um das zu erreichen, was man eigentlich will (vgl. http://www.doepfer.de/pdf/MCV4_anl.PDF). Also da würde ich ggfs. nochmals alle Kombinationen von Kabeln und Zuodnungen für CV1..CV4 ausprobieren.

    Auch wenn es erstmal etwas abwegig anhören sollte: der einfachste Test mit dem MCV4 wäre eine Verbindung mit einem Monoklinkenkabel zwischen der Juno-VCF-Buchse und der Gate-Buchse des MCV4. Dann muss beim Anspielen von MIDI-Noten der Filter zwischen ganz zu und ganz offen umschalten. Sollte das bereits nicht funktionieren, dann kommt man ohne Messinstrumente nicht mehr weiter.

    Sorry, aber das ist kompletter Unsinn, den Versuch kann man sich sparen. Da würde ich vorher die Konfiguration des MCV4 nochmals überprüfen (da lassen sich ja auch ein paar Dinge so einstellen, dass es nachher nicht so geht wie man will).

    Das Innenschaltbild der Juno-VCF-Buchse habe ich mal (für ein paar Tage) auf http://www.privat.robatum.de/juno6jackboard.jpg gelegt.

    Grüße aus Hanau
     
  19. Danke für die ausführlichen Informationen. Das mit der Gate-Buchse an den "VCF in" anlegen werde ich demnächst mal probieren (bin gerade auf Arbeit). Das Gate-Signal hat soweit ich weiss, in Werkseinstellung 5 V. Also sollte das Filter zugehen.
    Ich möchte übrigens das MCV4 als Ergänzung zu meinem RED ROBATUM-Interface nutzen.
    Also Midi-Noten-Triggerung soll über das RR passieren und den Filter möchte ich über das MCV4 mittles Velocity steuern, um eine "Quasi-Anschlagdynamik" zu erzeugen.
     
  20. RBausH

    RBausH Tach

    Zwar wäre die Velocity-Steuerung nur für alle Stimmen gemeinsam, aber musikalisch trotzdem sehr interessant!

    In der Bedienungsanleitung des MCV4 steht auf Seite 3:
    Das sollte somit - entsprechende Parametrieung vorausgesetzt - genau so funktionieren wie es gewünscht wird! Im Notfall gibt es beim MCV4 eine Funktion, das Gerät auf Werkseinstellung zurückzusetzen (Seite 8 unten).

    Wenn man beim MCV4 den CV1-Ausgang (für Noten) benutzt, dann muss man vorher eine Referenz-Note einstellen, die dem Null-Volt-Wert entspricht. Dieser Hinweis nur, falls "versehentlich" der CV1-Ausgang für die Filtersteuerung benutzt wurde. Denn das würde das beschriebene Fehlverhalten natürlich vollständig erklären!

    Das MCV4-Interface aktualisiert übrigens den Velocity-Wert gemäß jeder neuen Note (Seite 6 oben), was bei Akkorden ziemliche Sprünge ergeben dürfte. Bitte auch den Velocity-Mode (Seite 6 unten) beachten, sonst wird es womöglich nicht so funktionieren wie man will.

    BTW: Soweit ich mich erinnere, wurde bei "Taschenmusikant" die MVS-SE-Version (Special-Edition) des Robatum-MIDI-Interfaces in einen Juno-6 eingebaut. Die besonders günstige SE-Version kann zwar neben Pitch-Bend auch die stufenlose LFO-Modulation der Juno-DCOs über einen MIDI-Controller vornehmen, die zusätzliche Steuerung der Filterfrequenz (so wie über den in die Junos eingebauten Bender) ist aber der "normalen" MVS-Mk.II-Version vorbehalten. Dafür ist nämlich eine zusätzliche Elektronik in Form eines Analog-Multiplizierers notwendig, was in Analogtechnik relativ aufwendig ist. Es könnte aber ggfs. mit einer kleinen Modifikation der analoge Steuerausgang B des MVS-Interfaces auch auf die VCF-Buchse des Juno geschaltet werden. Beispielsweise wäre der Einbau einer weiteren Klinkenbuchse denkbar, der dann gleichzeitig die LFO-Modulation durch das MVS-Interface abschaltet. So etwas kostet weniger als ein MCV4 und durch die Verwendung eines einfachen Patchkabel hätte man wahlweise beide Möglichkeiten. Aber: beim MVS-Interfaces ist das Ansprechen des analogen Steuerausgangs B durch Velocity nicht möglich, denn das ist kein Continous-Controller sondern Velocity wird midimäßig pro angeschlagener Note übermittelt. Bei monofonem Spiel wäre das kein Thema, aber beim Spielen mehrerer Noten müsste die Software irgendwie entscheiden welcher Velocity-Wert ausgegeben werden sollte (Letzter, Minimal, Maximal, gleitender Durchschnitt?!?), damit es musikalisch sinnvoll bleibt.

    Grüße aus Hanau
     
  21. So, habe gerade noch einmal ausprobiert:

    -MCV4 auf Werkseinstellung zurückgesetzt.

    - Schließt man den MCV4-Gate -Ausgang an den "VCF in" des Juno an, so geht der Filter auf, wenn ich eine Taste drücke.

    - die gemessene Spannung am CV4-Ausgang des MCV4 beträgt 3,5 V (+ an der Spitze ), wenn ich das Mod-Wheel öffne. Also so, wie´s sein soll.

    - Schließe ich nun den CV4-Ausgang an den "VCF in" an, geht sofort das Filter auf, ohne dass ich Spannung zuführe. Wenn ich dann den Mod-Wheel betätige, tut sich nichts. :heul:
     
  22. RBausH

    RBausH Tach

    - Was fehlt, ist die Angabe der Spannung, wenn das Mod-Wheel auf Minimalwert steht. Sind es dann 0 Volt oder lediglich 3,4 Volt?
    - Was fehlt, ist die Angabe der Spannung, wenn das Mod-Wheel auf Maximalwert steht. Sind es dann lediglich 3,5 Volt oder 5 Volt?
    - Wenn es mit dem Gate-Ausgang prinzipiell funktioniert, dann liegt es (allerhöchstwahrscheinlichst) nicht am Juno.

    Das hört sich so an, als ob entweder das Kabel defekt wäre (was aber unwahrscheinlich ist, weil es ja mit Gate-Ansteuerung funktionierte) oder das MCV4 womöglich nicht als "Stromsenke" arbeiten kann. Stromsenke bedeutet, dass über den erwähnten Widerstand von 39 Kiloohm gegen 15 Volt einen (kleinen) Strom Richtung MCV4 liefert, den das MCV4 dann gegen Null "ableiten" müsste. Diese These ist deswegen wahrscheinlich, weil es bei einer unipolaren Stromversorgung (einfaches Steckernetzteil) relativ schwierig ist, einen sauberen Betrieb nahe Null Volt zu erreichen: idealerweise wäre dazu eine negative Hilfsspannung notwendig.

    Ich habe eben mal bei Doepfer angerufen um die These mit einem Techniker zu diskutieren. Er bestätigte, dass das genau der Grund ist, warum das Vorhaben mit dem MCV4 nicht sonderlich gut gehen kann. Der Techniker meinte, dass die Roland-Lösung mit dem internen Pull-Up-Widerstand sehr ungewöhnlich sei und auch ihm keine einfache Lösung einfallen würde. Klar könnte man am Juno was umbauen, aber ohne Eingriff würde es wohl nicht gehen.

    Mir ist als einziger "Workaround" eingefallen, sich ein spezielles Verbindungskabel zu löten, in dem ein Widerstand eingebaut wird, der als (eingermaßen brauchbare) Stromsenke arbeitet. So würde beispielsweise ein Widerstand mit 1 Kiloohm den Wertebereich deutlich nach unten verschieben und diesen Lastwiderstand sollte das MCV4 auch noch problemlos (mit einem positiven Steuerstrom) treiben können. Damit wird man dann sicherlich nicht den vollen Wirkbereich des Filters extern einstellen können, allerdings sollte doch sicherlich noch mindestens der halbe Wirkbereich über MIDI steuerbar sein. Ich denke, damit sollte man leben können...

    Grüße aus Hanau
     
  23. Danke für Ihre Mühe, Herr Beinhorn!
    Einen 1K-Ohm Widerstand ins Y-Kabel einlöten dürfte nicht so schwer sein. Ist es egal, ob in Plus oder Minus-Ader?

    Das MCV4 verträgt bis zu 12 V DC.
    Hoffentlich reicht es zum Aufmachen des Filters. Das Netzteil ist leider etwas wackelig. Einmal liegen 0 und 3,5 V an (Offen und geschlossenes Mod-Wheel), ein anderes Mal 0 und 5 V.
    Vielleicht sollte ich das Netzteil mal austauschen.
     
  24. RBausH

    RBausH Tach

    Gute Frage: das zeigt mir, dass ich missverstanden wurde. ;-)

    Der Widerstand soll nicht in Serie eingelötet werden sondern zwischen den beiden Adern!

    Das klingt merkwürdig. Schon die 3,5 Volt aus dem vorherigen Posting haben mich etwas irritiert. Wenn im MCV4-Handbuch explizit 0..5V steht, dann sollten die bei Werkseinstellung ohne am CV4-Anschluss angeschlossene Last (also im Leerlauf) auch rauskommen. Vielleicht überträgt das verwendete Masterkeyboard nicht den gesamten Wertebereich?

    Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. In erster Linie sollte die Leistung des Netzteils groß genug sein, denn im Inneren des MCV4 befindet sich 100%tig ein Spannungsregler der Spannungsschwankungen des Netzteils eingermaßen ausgleicht. Meist ist der Problempunkt nicht das Netzteil, sondern die Stecker des Netzteils bzw. die Buchse des angeschlossenen Geräts.

    Laut MCV4-Handbuch sollte mit einem 12V-Netzteil betrieben werden, was einen Strom von mindestens 100mA liefern kann. Zur Orientierung: das bei Doepfer bestellbare Steckernetzteil hat 12V/300mA. Es ist aber zeimlich unkritisch, einfach mal ein anderes Steckernetzteil zu nehmen. Zumindest solange es nicht mehr als 12V (ggfs. Wärmeprobleme im MCV4 durch den Spannungsregler) und mehr als ca. 600mA (ggfs. Wärmeprobleme im MCV4 durch Verpolungsschutz) liefert.

    Grüße aus Hanau
     
  25. Also mit dem Widerstand das Kabel quasi kurzschließen?

    Ist wirklich komisch, dass ich verschiedene Spannungen messe.
    Das Masterkeyboard hat schon über 10 Jahre auf dem Buckel. Vielleicht liegt es daran.
     
  26. RBausH

    RBausH Tach

    Na ja, Kurzschließen bedeutet einen Widerstand nahe Null Ohm. Da muss das Wort quasi schon sehr weitläufig verstanden werden... ;-)

    Bleiben wir begrifflich besser bei "mit dem Widerstand Spitze und Schaft des Klinkensteckers brücken". Nur so wird die erwähnte Stromsenke erzeugt, das MCV4-Interface arbeitet dann dagegen an (weswegen der Widerstand auch nicht deutlich kleiner zu wählen ist).

    Grüße aus Hanau
     
  27. Nachtrag:
    Wer seinen Juno 60 mit Velocity to Filter ausrüsten möchte und zufällig ein Doepfer MCV4 zuhause rumliegen hat, kann das ganz einfach tun:
    - 1k-Ohm-Widerstand zwischen CV4-Ring und Ground löten (auf der Platine oder direkt im Stecker).
    -Y-Klinkenkabel in Doepfer CV3/4-Buchse stecken und das CV4-Kabel in die Juno "VCF Control"-Buchse stecken.
    -Midi anschließen, fertig.

    Der Filter des Juno 60 lässt sich nun per Mod-Wheel öffnen oder, wenn man den Program Change-Befehl 4 sendet, auch per Velocity.
    Die Velocity- Steuerung klingt sehr gut bei Bassläufen und Staccato-Chords (wirkt lebendiger).

    Vielen Dank Herr Beinhorn für Ihre Tips!
     
  28. Anonymous

    Anonymous Guest

    Du meinst sicher zwischen Tip und Ring? Weil Ring und Ground doch dasselbe ist...
     
  29. Nein, ein Stereostecker hat Tip, Ring- und Ground (Sleeve)-Kontakt.

    [​IMG]
     
  30. Anonymous

    Anonymous Guest

    Danke, niedliche Zeichnung :)

    Das war mir schon klar wie solche Stecker beschaltet sind, aber die Info mit dem Stereostecker fehlt oben im Post. Ich hatte den ganzen Kram davor gar nicht gelesen. Daher hatte ich angenommen, du sprichst von Monosteckern. Anyway, danke für den Tipp und nun sollte es auch jeder kapiert haben, gelle? ;-)
     

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