Empfehlung für Poti-Pflege

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von MoS-FeT, 3. Juli 2011.

  1. Was fürn Mittelchen nimmt am besten bei eingestaubten knisternden Potis?
     
  2. ...DeOxit - Tropfflasche mit langer Nadel...ich glaube es heißt F100...wenn nicht schreibe ich nachher nochmal...
     
  3. Cyborg

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    einen Bindfaden. Den wickelt man 2-3x um die Achse des Potis (Kopf abziehen damit der nicht "zersägt" wird) und zieht dann wechselseitig an den Enden. Das Poti wird so bequem viele Male bewegt und so lösen sich Staub und Oydschichten auch ohne Chemie. (100te Male erprobt auch bei empfindlichen Tunern) Wenn ein Poti Defekte aufweist, hilft diese Methode allerdings auch nicht, andere aber auch nicht.
    Wenn Spray, dann TUNER SPRAY
     
  4. Keine Ahnung, was das ist, doch die Empfehlung von DeOxit war schon schwerst in Ordnung.
     
  5. Cyborg

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    Tuner Spray ist ein Spray aus der Palette der" Kontakt-Chemie". (im Gegensatz zum "Killer" Kontakt60) . Ich kenne das TunerSpray ganz gut und habe damit ganz gute Erfahrungen gemacht. DeOxit kenne ich nicht, deswegen kann ich dazu nichts sagen. Sicher sind mehrere Meinungen nícht grundsätzlich schlecht oder?
     
  6. Nоrdcore

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    Tuner-Spray ist ein sehr leichtflüchtiges Zeugs, das selber keine Rückstände hinterlässt.
    Ob es den vorhandenen Dreck nun besser verteilt oder Auswäscht ist unterschiedlich. Fett-Staub-Mischungen bekommt man weg, damit ist das hinterher allerdings nicht mehr gefettet. Je nachdem, ob das Fett da nun hingehörte oder nicht (das Zeugs breitet sich ja von alleine ziemlich aus), ist das unterschiedlich gut...
     
  7. Habe ich geschrieben, wenn ein Spray dann das von mit vorgeschlagene?

    Die Suchfunktion wird mit dem Suchbegriff "DeOxit" sicherlich viel positive Kommentare über dieses Spray finden.
     
  8. Cyborg

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    wieder auf der Suche nach Chancen für Missverständnisse?
     
  9. Womit habe ich diese Kinderei verdient?
     
  10. Cyborg

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    BYE
     
  11. Ob Tunerspray oder DeOxit ist letztlich egal (auch wenn ich DeoxIt Faderlube für das bessere System halte). Das entscheidende ist, dass man erst mal rauskriegen muss was eigentlich das Störgeräusch verursacht.

    Da gibts mehrere Möglichkeiten:

    1.) Oxyd-Schicht oder ähnliches auf der Schleiferbahn - also nicht auf der Widerstandsbahn des Potis, sondern der Metallbahn, auf der der Schleifer den MIttelabgriff des Potis überträgt. Kommt bei sehr selten benutzen Potis vor. Ursache ist einfach ein chemischer Prozess zwischen Luft und Metall, ähnlich dem Rosten bei Eisen. Die Schicht reibt der Potischleifer üblicherweise nach ein paar Mal drehen weg. Leidlich gute Potis haben üblicherweise einen dünnen "Ölfilm" auf den Kontaktbahnen, der den Sauerstoff der Luft fern hält. Wenn diese Schutzschicht verdunstet ist, dann kommts zur Oxydation. Daher hilft hier dann auch Wiederaufbringen der Schutzschicht. Das machen Tunerspray und Faderlube F100 oder das manchmal empfohlene Waffenöl.

    2.) Schmutzschicht auf Schleiferbahn und Widerstandsbahn des Potis. Die erwähnte Schutzschicht hat den Nachteil, dass Staub auf ihr haften bleibt und das "Öl" dann aufsaugt. Damit zieht er zum einen die Schutzschicht von der Kontaktbahn weg (->Punkt 1 tritt dann auch in Kraft) und zum anderen wird er selbst wiederum klebrig, setzt sicht verstärkt fort. Der Schleifer der Potis "hoppelt" dann über die Staubkörner hinweg, wodurch kurzzeitig der Kontakt unterbrichen wird, was sich dann wiederum als Knistern auswirkt.
    In diesem Fall sollte man immer erst versuchen das Poti gegen ein neues tauschen (siehe Punkt 3).

    Nur Tunerspray/Faderlube reinsprühen täuscht nur kurzfristig Besserung vor. Der Dreck wird nur in die Ecken gespült und breitet sich ziemlich schnell wieder aus.

    Wirklich hilft hier nur: Ausbauen, Ausspülen, anschliessendes Wiederaufbringen der Schutzschicht, und dann wieder Einbauen. Das Ausspülen macht man zunächst am besten mit weichem oder gar destilliertem Wasser in einem Ultraschallreiniger. Dann trocknen lassen. Dann mit Spray rein. 24 Stunden trocknen lassen (und das Poti in dieser Zeit nicht bedienen!). Dann wieder einbauen.
    Einen Ultraschallreiniger kriegt man ab 25 Euro beim Optiker (eigentlich zum Brillen und Kontaktlinsen putzen).
    Bei alten Potis deren Gehäuse mit gebogenen Blechlaschen zusammengehalten wird kann man das Poti auseinander bauen, dann die Schleiferbahnen mit einem Q-Tip, das mit Tunerspray oder Faderlube FL5 vollgesogen ist, reinigen, dann 24 Stunden trocknen lassen, dann nochmal einsprühen (= Schutzschicht! Bei Faderlube mit FL100), dann das Poti wieder zusammenbauen, 24 Stunden trocknen lassen, dann wieder einbauen.
    (Ich hab das mal fotografiert: http://fa.utfs.org/diy/roland100/system ... index.html). Das rentiert sich natürlich nur, wenn man diese Potibauform nicht mehr nachkaufen kann.


    3.) Widerstandsbahn ist mechanisch beschädigt. Es sind Kratzer in der Widerstandsbahn. Diese Kratzer wurden entweder durch Staub (aus der Geschichte von Punkt2) verursacht, oder (seltener) durch unsachgemäßen Druck auf die Potiachse beim Drehen.
    Hier hilft eigentlich nur Poti tauschen.

    Wenn das Poti absolut nicht ersetzbar ist, dann kann man nach einer Reinigung viel Caig Deoxit Faderlube FL100 reinsprühen. FL100 ist in Mikrobereichen leitend, auf weitere Entfernung (wir sprechen hier von Millimetern) aber hat es einen Widerstand im mehrere Megaohm-Bereich; das bedeutet, FL100 kann damit ggf einen Kratzer elektrisch überbrücken.
    Wenn das Poti nur eine Steuerspannung liefert, kann man auch einfach eine "Portamento"-Schaltung dahintersetzen. Das geht aber wirklich nur, wenn das Poti der Spannungslieferant selbst ist, funktioniert aber nicht bei Amount-Regelungen von Modulationsspannungen.

    Florian


    PS: der von Cyborg empfohlene 100mal-drehen-Tipp funktioniert zwar zunächst bei Punkt 2, aber man fräst üblicherweise mit dem Dreck eine Rinne in die Widerstandsbahn. Ein verdrecktes Poti verkraftet zwei oder drei solcher Behandlungen, aber dann hat man sich Punkt 3 mit der eigenen Reinigungsmethode erzeugt. Daher kann ich das nicht so sehr empfehlen (wie wohl es tatsaechlich zunaechst mal gut funktioniert).
     
  12. Hmm Danke für den Tipp aber das wäre im meinem Fall ein bisschen mit Kanonen auf Spatzen schiessen, da es sich um einen altes 4-Spur handelt, was ich für 20.- gekauft habe. Die Potentiometer haben beim ersten Test ein wenig gezickt,
    nach 3-4 mal hin und her drehen war es dann schon fast ganz weg (hört sich nach Fall 1 an). Da das Gerät aber ordentlich verstaubt ist würde ich schonmal gerne alles spülen.
    Ich denke ich werde es mit Brita-Wasser :floet: und Tunerspray (weil der Conrad um die Ecke ist) versuchen. Das mit dem Ultraschallreiniger werde ich mir merken falls mal ein teureres Gerät gespült wird.

    Danke schonmal für die Ratschläge...
     
  13. BBC

    BBC -

    irgendjemand hat geschrieben, dass Kontakt60 ein "Killer" ist....nach der Produktbeschreibung hört sich das aber gar nicht so an.
    Angeblich soll es sogar schützen...was ist also so schlecht an diesem Produkt ?? (wollte mir letztens noch ne dose davon mitnehmen für ein paar alte kratzende Potis an meinem Verstärker)
    Also lieber Tuner dafür nehmen ?
     
  14. Nоrdcore

    Nоrdcore deaktiviert

  15. ich nehm nur "BALISTOL" Waffenöl oder eben am besten gar nix und ausbauen...............
     
  16. Anonymous

    Anonymous Guest

    Edit: Hat sich erledigt. Fragen werden bei dem Gefecht nicht beantwortet.
     
  17. Cyborg

    Cyborg aktiviert

    Hallo
    ich habe immer wieder Geräte auf dem Tisch gehabt die mit Kontaktspray, damit ist gewöhnlich dieses Kontakt60 gemeint, regelrecht getötet worden sind. Eines dieser Geräte war ein komplettes Roland System 100 das ich für'n Appel und 'n Ei bekam weil kaum noch was funktionierte. Da hatte jemand angefangen einen kratzenden Regler "zu säubern" und als das nach kurzer Zeit erneut auftrat, griff er wieder zur Spraydose usw. Als ich das Gerät abholte waren Rückstände vom Spray (nach X-Anwendungen) bereits durch Bohrungen am Gehäuseboden gesickert. Kontakt60 mag gut sein für grobe Kontakte an Relais und Starkstromschaltern, vielleicht noch zum Reinigen von Klinkenstecker-Kontakten, in empfindlicher Elektronik hat das nichts zu suchen.
     
  18. Das gilt letztlich für jeden dieser Sprays. Deswegen empfehle ich auch, die Potis auszubauen.
     
  19. BBC

    BBC -

    au weia, und ich wollt einfach mit dem zeug von oben bis unten reinsprühen in das poti. Steht gar nicht in der Produktbeschreibung, dass das so aggressiv ist.

    Was mache ich denn wenn ich das Poti (Lautstärkepoti vom Verstärker-kratzt) ausgebaut habe ? Mit Isopropylalkohol reinigen ?

    Ist das Tunerspray denn genauso aggressiv ?
     
  20. Es geht nicht drum, dass das aggressiv ist. Das Problem ist, dass die Sprays ein hohes Kriechvermögen haben, leicht leitend sind, und darüberhinaus auf dauer auch staubsammelnd.
    Folge aus den drei Eigenschaften: wenn man was neben das Poti auf die Platinen sprüht (und das passiert immer!), dann verteilen sich die ursprünglichen Tropfen zu einem gleichmäßigen Film auf der Platine. Weil das ganze eine etwas klebrige "Pampe" ist, sammelt sich mit der Zeit Staub auf diesem Film, und der Staub suagt sich wiederum mit dem Mittel voll. Über den Staub erreicht dann irgendwann die Pampe auch die Anschlüsse der einzelnen Bauteile, und in Verbindung mit der Leitfähigkeit kommt es jetzt schön langsam zu Kriechströmen. Die können je nach Gerät und betroffenen Bauteilen völlig harmlos sein, können aber auch böse Sachen anstellen.

    Das Gemeine ist, dass man nicht immer das Poti ausbauen kann. In diesem Fall lege ich dann das entsprechende Gerät mit Papiertaschentüchern aus (möglichst auch unter das Poti schieben), sprüh dann das Poti ein, dann nehm ich die Taschentücher raus, und wische nochmals letzte Reste von der Platinen.

    Das ganze muss man jetzt auch nicht päpstlicher als der Papst sehen, aber man sollte einfach nicht blind drauflosprühen, nach dem Motto mehr Sprüh hilft mehr...
     
  21. Cyborg

    Cyborg aktiviert

    Hallo
    aggressiv ist das Zeugs ja nicht, es frisst jedenfalls keine Leiterbahnen und Widerstands-Schichten. Das Problem ist, das manche Sprays Rückstände hinterlassen. Bei derben Schaltern ist sowas durchaus vorteilhaft, in einem Poti oder einem Tuner nicht. Es gibt nicht 1 Spray für alle Zwecke. Das Tunerspray hat auch reinigende Wirkung, verfliegt aber schnell und Rückstandslos. Kein Spray kann mechanisch ramponierte Potis flicken, es geht immer nur um Ablagerungen. Wenn es sich bei den Potis um Standard-Werte und Baugrößen handelt, würde ich kratzende gegen gute, neue austauschen - das ist das vernünftigste. Heikel ist es natürlich bei speziellen Typen die man nicht ohne weiteres bekommt und dazu gehören ganz oft die, die direkt auf Platinen gelötet sind und Flachbahnregler.
    Austausch würde ich vorziehen wenn die intensive Benutzung (siehe Spielchen mit dem Faden) keinen Erfolg bringt.
     
  22. Cyborg

    Cyborg aktiviert

    [quote="florian_anwander"
    Das Problem ist, dass die Sprays ein hohes Kriechvermögen haben, leicht leitend sind, und darüberhinaus auf dauer auch staubsammelnd.
    Folge aus den drei Eigenschaften: wenn man was neben das Poti auf die Platinen sprüht (und das passiert immer!), dann verteilen sich die ursprünglichen Tropfen zu einem gleichmäßigen Film auf der Platine. [/quote]

    Weil Du gerade vom Kriechvermögen redest..... Die meisten von uns haben es mit vielen Schaltern und Potis zu tun, mach einer mit ganzen Wänden voller Knöppe. Man kann einiges tun um Probleme mit Potis und Kontakten weitgehend zu vermeiden. Ok, alles alte Hüte aber manchmal ist es nicht schlecht, wenn man wieder mal daran denkt:
    ** Die Räume einigermaßen sauber halten und für ein moderates Klima sorgen. Ganz übel: Feuchte Luft und stark welchselnde Temperaturen.
    ** Möglichst nicht rauchen. Der Rauch dringt auch durch kleine Ritzen oder wird durch Lüfter wunderbar im Gerät verteilt. Der Teer aus dem Rauch schlägt sich als stinkender, feiner Film nieder und sorgt für frühe Ausfälle. Manche Geräte die ich gebraucht gekauft hatte stanken so, dass ich sie zurück gab oder erst nach gründlicher (sehr aufwändiger) Reinigung und langem Ablüften ins Studio stellte
    ** Keine HANDCREMES benutzen oder zumindest solche, die Silikonfrei sind. Dieses Silikon hat genau die von Dir beschriebenen Eigenschaften und sorgt für Kontaktprobleme sogar bei weniger empfindlichen Kontakten. Schon bei der altehrwürdigen Bundespost war deshalb die Verwendung von Handcremes im fernmeldetechnischen Bereich streng geregelt: Entweder man benutzte die "Post-Schmiere" oder gar keine Cremes. (Das Hautschutz-Zeugs der Post war aber gut, das nur nebenbei)
    ** naja, und ganz ätzend sind natürlich Chips-Brösel, schmierige Salamifinger und Getränke auf dem Gerät.

    Frage: Wie ist es eigentlich mit dem Disco-Nebel, das ist schließlich auch ölig!?
     
  23. :supi: :supi: :supi:

    Kann man nur unterschreiben

    Hinzufügen:
    ** Geräte bei Nichtbenutzung abdecken.

    Ich schätze, der ist auch böse. Da sollten Leute was zu sagen, können die DJ-Pulte oder 1210er warten.
     
  24.  
  25. Hallo Chris,

    das ist aber nur F100! Also der "Versiegler". Reinigen, also Schmutz lösen, braucht F5 und das gibt es leider nicht als Tropfflaschen. Ich behelfe mir damit, dass ich 5er FL in eine Glas-Cuvette reinsprühem und dann mit einer Einmalspritze mit dicker Nadel dort wiederum aufnehme und mit der Spritze im Poti aufbringe (aber nur wenn ich das Poti nicht ausbauen kann. Ausbauen hat oberste Priorität).
     
  26. ...stimmt - klar...

    ..ich wollte nru darauf hinweisen, dass man womöglich nicht sprayen muß...sprayen = ungenau, tropfen = etwas genauer ;-) ...
     
  27. Anonymous

    Anonymous Guest

    Da hat man mal eine Frage und kommt hier einfach nicht durch,
    weil immer einer schlauer als der andere sein will.

    Manchmal kot** mich das Forum an.

     
  28. Cyborg

    Cyborg aktiviert

    und das fällt Dir schon nach einem Beitrag auf? Klasse!
     

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