Ensoniq VFX/VFX-SD vs. SD-1/TS-10/12

ppg360

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fummdich-fummdich-ratata
Moin,

auf der Suche nach neuen Krachmachern ist mir eingefallen, wie sehr ich vor nunmehr fast 20 Jahren beim Synthesizerstudio Bonn auf den VFX abgefahren bin und wie sehr er mich an den von mir heißgeliebten PPG Wave erinnerte... sehr zur Verblüffung von Dieter Roggendorf, der mein (damaliges) Alter (Jugend?) und "PPG" nicht unter einen Hut bringen konnte.

Ein Freund von mir arbeitete damals für Ensoniq in Moers und warnte mich vor der Anschaffung eines VFX, da diese Maschine wohl nicht zu den zuverlässigsten gehörte. Worauf sollte ich achten, sollte ich günstig einen VFX bekommen? Ist der VFX-SD schon stabiler, oder ist er ähnlich unzuverlässig? Wie steht es mit dem SD-1 bzw. dem TS-10/12? Was sind die bekannten (mir unbekannten) Schwachstellen dieser Geräte? Und vor allem: Was sind eigentlich die aktuellen (eBay-)Marktpreise? Wie steht es um die Verfügbarkeit? Gibt´s bei diesen Maschinen einen ähnlichen Hype wie beim ASR-10 (warum eigentlich?)?

Tips und Tricks sind willkommen, Hinweise auch. Danke,

Stephen.
 
der klassisiche VFX(SD) Alptraum heisst wohl "Keyboard Calibration Error"
wenn man an dem nicht vorbeikommt, kann man das Gerät nur als Expander spielen ;-)

der übliche Verdächtige beim VFX(SD) ist wohl eine Kabelbrücke zwischen den beiden Boards, einige VFX leiden wohl auch gelegentlich unter Hitzschlag und frieren dann einfach ein ;-)

mein VFX-SD ist allerdings ein absoluter Spezialfall, da hat es jemand
tatsächlich geschafft, eine der seitlichen Aufhängungen für das Frontpanel
*abzubrechen* mit dem Resultat das die obere Platine auf Tuchfühlung mit der unteren ging, was nicht gerade zur Stabilität im Spielbetrieb beitrug.
ich habe den Aufhängungen mittlerweile einen Satz Moosgummi spendiert und seit dem auch keine Abstürze mehr gehabt.

Wie bei vielen spätachtziger Digitalen wird der Klang sehr stark durch den Vorrat an Grundwellenform geprägt und hier sind einige spannende
Sachen an Bord, allen voran die Transwaves (Wavetables), die sich wohlfeil modulieren lassen.
 
Die gesteckte Verbindung zwischen den beiden Systemboards kann sich lockern und/oder korrodieren. Die Lösung des Problems ist recht trivial, sofern man den Umgang mit dem Lötkolben beherrscht: Verbindungssockel auslöten und stattdessen zur Brückung ein stinknormales Computer-Flachbandkabel einlöten. Viola, Problem final beseitigt.

Der klangliche A/B-Verleich zwischen VFX und SD-1 wird Unterschiede aufzeigen, aber prinzipiell hat der SD-1 meines Wissens die Wellenformen vom VFX geerbt und die Synthese wurde erweitert.

Einen VFX kann man für 150,- Euronen abgreifen (ein defektes Gerät ging jetzt beim eHafen für unter 80,- EUR weg). Der SD-1 bringt etwa das Doppelte ein. Als Soundquelle mit PPG-Touch ist der VFX ein echtes Schnäppchen. Der SD-1 liegt preislich in einem Rahmen wo ich lieber noch etwas mehr Geld drauflegen und einen Blofeld anschaffen würde. Da dürfte sicherlich die klangergiebigere Lösung sein.

Gruss
Frank
 
ppg360 schrieb:
Worauf sollte ich achten, sollte ich günstig einen VFX bekommen? Ist der VFX-SD schon stabiler, oder ist er ähnlich unzuverlässig? Wie steht es mit dem SD-1 bzw. dem TS-10/12?

Ich habe einen SD-1 im VFX-SD Gehäuse. Leider ist der VFX ständig abgestürzt, er gehörte nicht zu den zuverlässigsten Maschinen. Schau mal, ob du einen SD-1 ergattern kanst, die Dinger laufen stabiler. Auch beim SD-1 kann es mal vorkommen, das er sich aufhängt, dies kommmt aber doch recht selten vor (es gibt diverse Tastenkombinationen, die mag er einfach nicht....).
Soundmäßig ist der SD-1 absolut sahnemäßig, er klingt sehr amerikanisch warm und mag ihn immer noch.
Der polyphone Aftertouch und die Transwaves, sowie die Layermöglichkeiten, sind wirklich endgeil.
Einder der unterbewertesten Synthies überhaupt und deutlich besser, als sein schlechter Ruf.
 
XCenter schrieb:
Der klangliche A/B-Verleich zwischen VFX und SD-1 wird Unterschiede aufzeigen, aber prinzipiell hat der SD-1 meines Wissens die Wellenformen vom VFX geerbt und die Synthese wurde erweitert.
Da dürfte sicherlich die klangergiebigere Lösung sein.
tatsächlich? wenn ich mich recht erinnern kann ist der SD1 ein VFX-SD
mit zusätzlich 1MB Piano-Samples und damit wahrscheinlich automatisch
auch inhaber einer anderen Software-Version, oder habe ich da was verpasst?
 
Bernie schrieb:
Soundmäßig ist der SD-1 absolut sahnemäßig, er klingt sehr amerikanisch warm und mag ihn immer noch.

auf den Standard "amerikanisch" Spruch habe ich gewartet, aber wie ein digitales Filter ohne Resonanz "warm" klingen sollen, habe ich bis heute nicht verstanden. die immer wieder bemühte PPG-Referenz nur wegen der Transwaves finde ich deshalb auch etwas weit hergeholt, ich würde ihn eher mit eher mit seien Zeitgenossen D50, M1 oder der Wavestation vergleichen,
wobei ich die Grundsamples im VFX brauchbarer finde als bei den vorgenannten.
 
[vju:] schrieb:
wenn ich mich recht erinnern kann ist der SD1 ein VFX-SD
mit zusätzlich 1MB Piano-Samples und damit wahrscheinlich automatisch
auch inhaber einer anderen Software-Version, oder habe ich da was verpasst?

Das ist schon korrekt so: der SD-1 hat die Wellenformen vom VFX intus... und weitere 60 dazu und die Synthese ist z.B. um Hüllkurven-Makros erweitert worden, ist hier also definitv fähiger. Aber die Verwandschaft ist schon sehr nahe: der SD-1 ist abwärtskompatibel zum VFX, kann also dessen Patches laden.

Cheers
Frank
 
Ensoniq hat nach dem SQ80 resonanzlos gefiltert, das kam erst mit dem ASR-X wieder. Der VFX ist bekannt geworden und Synonym für "Ver:Bugt", daher - Lieber Fizmo und Co nehmen, die TS Serie ist da cool, imgrunde sind das alles mehr oder weniger EPS/ASR's mit ROM Inhalt, nett sind die Tanswave-Sachen, die mit eigenen Samples immernoch flexibler sind und nen alten EPS gibts heut für sehr wenig Geld.

Das wäre also die höchste Geld-Leistung Rate.

Siehe auch http://www.sequencer.de/syns/ensoniq Ensoniq in der SynthDB.

Den Begriff "Amerikanisch" hat vorallem Keyboards für "nicht dünn" verwendet, das kann man schon auch sagen - Kann man aber auch anderen Romplern ankleben als Label. Nur ist der Transwave-Kram eben nicht nur "Rompler"..
 
hier mal ein Statement zum Thema aus der yahoo user group

Ensoniq did have a problem with the poly key pressure board but this was finally solved in service bulletin # 12. This bulletin is available free for download in the files section listed under Polyb12.zip . There were many suspected culprits to this error, solder flux, coil board drift, KPC version 2.20, foamless keyboards, heat changes, oxide on tin connectors but the real problem was in the keyboard KPC header connector flex or weakness, this was easly solved by having the header connectors removed and the wires direct soldered to the coil boards. Do NOT let this sway your decision to pick up a second hand VFX, VFXSD, SD1 or SD1 32, this was and is a simple fix and most of all units have already had this repair done. This problem started in the VFX and ended in the SD1 32, the EPS series samplers were also affected.
 
Moogulator schrieb:
Lieber Fizmo und Co nehmen...

Autsch, gerade der Fizmo hat ja einen noch schlechteren Ruf, als der VFX: unterdimensioniertes Netzteil, dass dann den ganzen Synth schießt und in Schrott verwandelt. War wohl nicht von ungefähr das letzte große Dings von Ensoniq...

Cheers
Frank
 
Ich beziehe mich vorallem auf die Restaussage von mir weiter oben, der Fizmo ist ja eher selten und Netzteile kann man ja tauschen und aufbretzeln, die meisten dieser Fehler kommen durch die US -> Euro Spannungsumgewöhnung. Das haut manche Synthesizer um, hoffe selbst sehr, dass das keiner mehr macht.
 
Ich persönlich würde den TS10/12 empfehlen, da das die am weitesten entwickelte form der ensoniq-synths ist.
zusatzlich zu den transwaves gibt's da übrigens auch noch die hyperwaves, bei denen sich wavestation-mäßig verschiedene wellenformen als eine wavesequence hintereinander schalten lassen. dementsprechend gibt es auch einigepresets, die extrem nach wavestation klingen.
die ts-serie hat noch eine spannende geschichte: bis zu 8 mb sample-ram und scsi. lesen können die alle eps und asr libraries. außerdem lassen sich die waveboy transwaves einlesen.

der effektprozessor legt gegenüber asr-10 und dp4 noch eine menge effektalgorithmen drauf. in den kobi-effekten gibt es klasse klingende phaser und resonanzfilter.

das sample-rom ist ebenfalls am fettesten von allen. es gibt richtig gute streicher, chöre und drums. zusammen mit dem dicken kompressor klingen die drumsets wirklich krass gut.

und zum "amerikanischen" klang. irgendwie stimmt's halt.ensoniqs und kurzweils klingen einfach anders als yamahas und korgs.

und ich liebe diese radiowecker-displays!!! ;-)
 
von mir aus klingen amerikaner amerikanisch, neufundländer neufundländisch und walfische walfischig,
aber das entscheidene war mir das *warm* im Verbund mit dem *amerikanisch* , diese kombination kam wohl mit eher dem alten Oberheimern auf, aber einmal etabliert fleissig als Marketingwahrheit pauschalisiert.

ich mag meinen VFXSD ja ganz ganz dolle aber bei dem Versuch ihn als amerikanisch warm zu titulieren wird mir leider immer schwurbelig vor Augen ;-)
 
Nee, der schwurbelt nicht ;-)
Bezieht sich auch auf zahllose Hits von US-Leuten, die diesen "warmen Sound" auch drin hatten.

Ist halt sowas wie "amtlich" oder "phat", sowas ändert sich.
 
Hallo,

hab gestern festgestellt, dass meine Sequenzer-System-Disk des VFX-SD defekt ist. Hat jemand eine Idee wie man die kopiert, und kann mir ggf. eine Kopie zuschicken (trage mindestens Porto).

Viele Grüße

M.

ps: gerne PM
 
Hallo Moogulator,

danke, war mir nicht (mehr) bewusst, ist halt fast 20 Jahre her, dass ich mich mal mit dem VFX einigermaßen auskannte.

Jedoch bleibt das Problem bestehen, dass ich zum Kopieren erstmal eine lauffähige Seq. OS Disk (leihweise, im Raum Nünberg, oder Kopie per Post) bräuchte. Gibt es da noch weitere Tips (per PM) ?
Oder hab ich da was nicht verstanden und das Sequenzer OS ist doch irgendwie im ROM?

Und damit ich nicht so viel hier fragen muss: Gibt es irgendwo das Manual als (möglichst freien) Download?

Viele Grüße
M.
 


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