Envelope, ach Envelope- ich werd aus dir nicht schlau.

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von dahy, 9. Dezember 2014.

  1. dahy

    dahy Tach

    Verzeiht bitte, dass ich euch mit einem wahrscheinlich total grundlegenden Thema nerve, aber ich habe ein kleines Verständnisproblem bei der Anwendung der ADSR-Sektion meines Microbrutes.
    Was ich denke, richtig verstanden zu haben: Grundsätzlich steuert die ADSR-Kurve den VCA. A: Spannung von 0 hoch auf Maximum. D: Spannung von Maximum runter auf Sustain. S: Spannung auf Sustain-Level, solange eine Taste gedrückt wird. R: Spannung von Sustain-Level runter auf Minimum.

    Was mir nun nicht klar ist: Beim Microbrute kann ich das Envelope ja z.B. auf den Filter, oder auf die PWM patchen. Bei ENV - VCF merke ich nun zwar, dass der Synth anders klingt, kann mir aber partout nicht erklären, was da jetzt eigentlich vor sich geht und wie sich das Envelope auf den Filter auswirkt. Selbes Problem in Himmelblau bei ENV - PWM. Könnte mir bitte einer von euch noch mal erklären, was da genau passiert?
     
  2. SvenSyn

    SvenSyn bin angekommen

    ganz einfach:

    Die Hüllkurve steuert dann eben nicht nur den Lautstärkeverlauf, sondern eben auch die Filtereckfrequenz oder die Breite der Pulswelle.
    Du hast ja die einzelnen Abschnitte der Hüllkurve sehr gut beschreiben! Ersetze einfach Lautstärke durch ein anderes Ziel und du wirst verstehn, was mit dem Klang passiert. so kannst du das auch zielgerichtet einsetzen. :opa:

    Doof ist halt beim microBrute, dass er nur eine Hüllkurve hat.. u.U. kann da der Lerneffekt sinken. :school:
     
  3. SvenSyn

    SvenSyn bin angekommen

  4. Moogulator

    Moogulator Admin

    Hellkurve auf PW bedeutet, dass du die Symmetrie des Rechteck veränderst, allerdings nur bei der Rechteck-Welle. Das bedeutet der Klang bekommt mehr Obertöne, subjektiv mag das sogar "dünner" klingen, ist aber eigentlich reicher an Obertönen. Der Verlauf selbst ist dir vermutlich klar -,... dh eine fallende Hüllkurve dreht am PW Knopf.. du kannst dir das so vorstellen, dass ein LFO immer die gleiche Bewegung macht, eine Hüllkurve hingegen macht nur etwas komplexere Bewegungen auf das was du steuerst.

    Wenn das vom LFO gesteuert wird, bekommst du den Eindruck eines fetteren Klanges..
    Naja, sobald der LFO nicht zu schnell und nicht zu langsam sich bewegt zumindest.

    ->
    PWM = > Pulsbreitenmodulation
     
  5. TRF

    TRF Tach

    Bei der Microbrute hast du in der Filtersektion einen Envelope Amount Schalter. Er regelt die Auswirkung der Envelope auf den Cutoff. Das kann sich mit dem anseren Env. Amount (fürs Patchfeld zuständig) bei der Envelope und dem eigentlichen Cutoff zu einem von der Ursache her schwer begreifbaren Durcheinander mischen, wenn mans nicht weiß.

    Hier nochmal die 3 parralel regelbaren Ziele der Envelope in der Microbrute:

    Env. Amt. beim Filter ----> Cutoff
    Env. Amt. beim Envelope ----> Patchfeld bzw. Metallizer (wenn nicht gepatcht), wenn auf Filter gepatcht ist, wird (zusammen mit dem restlichen Filter) der Cutoff hier (nochmal) bearbeitet!
    Envelope selbst: ----> Lautstärke

    Die Abkürzungen im Patchfeld beziehen sich auf die 4 Modulatoren im Oszillatorbereich (die 4 oberen Regler), die Tonhöhe (Pitch) und den (kompletten) Filter.
     
  6. dahy

    dahy Tach

    Danke an die zahlreichen Antworten - hier fühlt man sich auch als Neuling wohl. :)

    Verstehe. Mit dem LFO hab ich eh schon viel herumexperimentiert. Was ich jetzt erst richtig peile, und vorher irgendwie verschlafen habe, ist, dass die Hüllkurve ja nicht den Klang per se verändert, sondern auf jedes elektrische Signal im Synth wirken kann. Danke auch an SvenSyn, bei deinem Post ist mir der Knopf aufgegangen.

    Ahja. Die zwei verschiedenen Env-Amounts haben mich durchaus etwas verwirrt. Wenn ich das richtig verstehe, beeinflusst die Envelope den Cutoff also immer, wenn der Env-Amount-Regler in der Filtersektion aufgedreht ist - selbst wenn Env nicht auf Filter gepatcht ist.
     
  7. Korrekt!
     
  8. TRF

    TRF Tach

    Richtig. Nur, wenn env. Amt im Filter auf Mittelstellung (0) ist, ist dieser Envelopeeinfluss auf Cutoff aus. Der positive und negative Enveloperegler im Filter scheint auf dem ersten Blick überflüssig zu sein, ist aber eigentlich was ganz feines, eben weil er positiv und negativ einstellbar ist, und (gesondert) regelbar ist.
     
  9. dahy

    dahy Tach

    Danke! Wie darf ich denn den negativen Amount verstehen? Wird da die Hüllkurve umgedreht?
     
  10. Ja.

    Mach einfach folgendes:
    VCA auf GATE
    Envelope A=50% D=50% S=0 R=0
    Filter-Envelopeamount auf 0 (=Mittelstellung)
    Taste drücken und halten
    Resonanz aufdrehen, dass es schon deutlich pfeift.
    Cutoff in eine mittlere position stellen, so dass Du immer noch nach oben drehen könntest und nach unten, und immer noch das pfeifen hören würdest.
    Taste loslassen
    Jetzt immer wieder eine Taste drücken und den Filter-Envelopeamount nach rechts / größer als 0 drehen. Du wirst hören, wie das Resonanzpfeifen nach oben geht und wieder runter.
    Jetzt das gleiche mit aber den Filter-Envelopeamount nach links / kleiner als 0 drehen. Jetzt geht das Resonanzpfeifen nach unten und wieder hoch.


    Es ist immer ganz hilfreich sich vorzustellen, dass eine Modulation immer am eigentlichen Regler dreht. Der Envelope dreht zB den Cutoff-Frequenz Regler des Filters, oder den Pulsweiten Regler am VCO oder, oder...
     
  11. mark

    mark Tach

    Mach es dir am anfang zum lernen einfacher. Mach Sustain auf 0 und Release auch auf 0, mach Attack auf 0 und nur den Decay halb auf.

    Lass zuerst mall PWM weg, beschäfftige dich erst mal nur mit VCA, dann mch mal den Decay noch weiter auf eventuell noch auf ein Viertel den Release, Dann fang mal an mit Filter Mod. Heisst dreh den Cutoff ganz auf 0 oder fast, die Resonanz auf ein Viertel und die Intensität also Filter Env ammount soweit auf das mit erreichen der Attackspitze der gewünschte Höhepunkt erreicht wird, jetz kannst du her gehen und den Decay für den Filter Mod kürzer drehen, eventuell den Attack etws weiter auf und den Sustain etwas höher. Nun was passiert beim Sustain beim Filtermod, der sustain gibt dann die Frequenzhöhe an auf die der Filter nach der Decay Phase fällt.

    Das wichtigste ist, fang am Anfang nicht mit so komplizierten Sachen an sondern versiche dich zu beschränken, heist einfach wie oben SR weg und Perkusive Sounds üben. oder due machst Pads, dann den Sustain auf entweder voll oder 3/4, Attack auf ein virtel und Release auf 3/4... der Rest kommt dann durch die Schwebung in den OSC oder via LFO auf Filter oder FM.

    Solche Grundlegenden Dinge haben nichts mit dem Brute oder s zu tun, es sin einfach generelle Weisen wie man sehr einfach schnell einen Ton aus dem synth bekommt egal wie er heisst
     
  12. dahy

    dahy Tach

    Es funktioniert! Jetzt kann ich wenigstens mal sagen, dass ich mich ein kleines bisschen besser auskenne! Eine kleine Frage noch, bitte: Wenn ich VCA auf Gate drehe, höre ich immer ein leises Ploppgeräusch beim Anschlagen und Loslassen einer Taste. Selbst wenn sämtliche Waveforms auf 0 gedreht sind, ist das Ploppen noch da. Was ist das - und wie krieg ich das weg?
     
  13. Das ist die Membran Deines Lautsprechers, die nach vorne bzw nach hinten wuppt, wenn die Gate an oder aus geht.

    Garnicht. Das gehört so.





    (Jetzt werden gleich wieder ein paar Dotcom- oder COTK-besitzende Samstagsautowäscher aufschreien, aber beim Microbrute gehört das einfach so; das ist ein Spitfire und kein Lexus Family).
     
  14. Rastkovic

    Rastkovic Pleasure to Kill

    Gate bedeutet Signal An/Aus - ohne Hüllkurve. Wenn Du das auf eine Hüllkurve übertragen würdest dann wäre Attack=0 - Decay=0 - Sustain=Maximum - Release=0.

    Der Klang hat also keinen Release Parameter, somit wird er nicht sanft ausgeblendet. Daher wiederum das klicken....
     
  15. TRF

    TRF Tach

    Anfangs- und Endgeräusche bei Tastendruck gehen am ehesten durch eine Spur Atack und Release weg. Wenn du keine Envelope haben willst machst beide Env. Amt. auf 0 und schiebst die Enveloperegler auf 0, außer Sustain, welches auf Maximum gehört. Dann regelst mit Atack und Release den geringstmöglichen Wert an, bei dem das störende Geräusch nicht mehr stört.
     
  16. Soljanka

    Soljanka Tach

    Wenn man die ADSR bearbeitet dann ist es manchmal hilfreich, wenn diese sich NICHT auch auf den Lautstärkeverlauf (VCA) auswirkt sondern NUR auf den Filtercutoff.
    Das ist vor allem hilfreich, wenn man negative ADSR anwenden bzw. testen/kennenlernen will. Ich glaube darum ging es Florentin.
    Denn negative ADSR ist beim VCA eher selten erwünscht. Deshalb kann man an einigen Synts beim VCA einstellen, ob die Lautstärke via ADSR oder lediglich per Gate (on/off) gesteuert wird.
    z.B. beim Juno.
    Bei Synths, wo man den Envelope Amount für den VCA via Poti negativ oder positiv hinzuregelt erübrigt sich das natürlich. Der steht dann auf Gate, wenn er auf Null ist.
    z.B. beim Voyager.
     

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