Gehör Mutation des Tastsinnes? ? ! ? !!!!

Dieses Thema im Forum "Musik" wurde erstellt von MvKeinen, 13. Dezember 2006.

  1. MvKeinen

    MvKeinen Tach

    Vor kurzem ist mir diese Erkenntnis in Form eines Gesprächs mit einem befreundeten Klangmensch zuteil geworden. Nach 5 Minuten ungläubig-sabbernden Blick wurde mir klar: Garnicht so dumm.

    So hat das Trommelfell ja auch eine Art Tastfunktion, genau wie auch diese Häärchen in der Ohrmuschel. Natürlich um das zigfache verstärkt (amplified ;-) )

    Dann ist mir auch noch ein Erlebnis in den Sinn gekommen: Musste ne Zeit als Job auf einen tauben 13jährigen aufpassen. Der wollte immer, dass ich gitarre spiele. Eigentlich ja komisch, allerdings hat der seine Hände auf den Resonanzkörper der Gitarre gelegt und genauestens gemerkt wenn ich nen Falschen Ton/Akkord gespielt habe obwohl er 100%ig taub war...

    zu der Zeit hatte ich einen Roland Jv-1080 gekauft, gleich mitgenommen und den kleinen Jungen an den Kopfhörer angeschlossen.. Nix gehört keine Reaktion bis ich Ringmodulation aktiviert habe. (Kann man ja beim Jv machen indem man das Routing verändert)

    Auch kann man ja in Clubs Discos Konzerten ja auch beobachten, dass die Leute den Sound Physisch wahrnehmen wollen.... (Lautstärke)

    Weiterhin finde ich, dass das Gehör das Sinnesorgan ist welches die direkteste Verbindung zum Gefühl des Hörers herstellt.. Schon wieder Fühlen..Tasten..

    Also kann ich die These nur bestätigen und find sie als Erkenntnis durchaus brauchbar...

    Und was lernen die Musiker daraus?

    ... Wer hören will muss Fühlen....
     
  2. Markus Berzborn

    Markus Berzborn bin angekommen

    Klar geht Musik hören nicht nur über die Ohren.
    Man hat auch Tests gemacht, dass Leute Frequenzen über 30 kHz wahrnehmen konnten, obwohl beim Gehör bei 10 oder 15 Schluss war.

    Gruß,
    Markus
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    Dann hat die Natur mit dem Ohr ja echt Scheisse gebaut.
    Was ein Aufwand... extra diese Form in den beinharten Schädelknochen zu evolutionieren (sonst würde die Schwingungsabtastung gestört). Dann gibt es auf dem Wandlerwelleresonator (Basilarmembran) extra 12000 Spezialsinneszellen die nur dazu dienen die winzigen Schwingungen zu ertasten und zu Verstärken, damit sie von 4000 weiteren Hörzellen in Nervenimpulse umgewandelt werden können. Alles voll nich nötig, weil man ja auch 'einfach so' Frequenzen über 30kHz wahrnehmen kann...


    Übrigens: Die Hörzellen haben zwar eine hohe Regenerationsfähigkeit, müssen aber auch ein Leben lang halten, sie können nicht neugebildet werden. Sie werden nur indirekt über die Endolymphe versorgt, was nicht so wahnsinnig schnell geht. Deshalb ist Dauerbelastung schon bei relativ geringen Pegeln für das Ohr nicht gut.
     
  4. Jörg

    Jörg |

    Warum? Wenn das Ohr besonders gut geeignet ist, bestimmte Frequenzen wahrzunehmen, heißt das doch nicht, dass es auch andere Phänomene geben kann.
     
  5. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ja, deshalb gibt es ja z.b. Augen.

    Wer Phänomene 'über' unsere bekannten Sinnesorgane hinaus entdeckt haben will sollte sie dann doch schon ein wenig Untermauern. (Obsukure Tests deren Erkenntnisse offensichtlich dem mangelnden technischen Verständnis oder Betrugsabsichten der Versuchsdurchführenden geschuldet sind reichen *mir* dazu nicht.)
     
  6. Jörg

    Jörg |

    Gute Einstellung.

    Ich würd es nur nicht von vornherein ausschließen, dass man Frequenzen außerhalb des Hörbereichs auf andere Art und Weise wahrnehmen kann.
    Ich bin allerdings auch kein Naturwissenschaftler. ;-)
     
  7. acidfarmer

    acidfarmer Tach

    Ihr vergesst den Köperschall ;-)
    Besonders tiefe Frequenzen werden mehr über den Körper wahrgenommen als übers Ohr. Ob das bei extrem hohen Frequenzen noch funktioniert weiss ich allerdings nicht.
     
  8. SK-HEINZ

    SK-HEINZ bin angekommen

    Zuletzt gekaufte DVD: Touch The Sound- a sound journey with Evelyn Glennie.
    Es geht um eine TAUBE Perkussionistin, die u.A. als Musiklehrerin an einerGehörlosenschule arbeitet. Man sieht in einer Szene, wie sie einem gehörlosen Mädchen beibringt, sowas wie ein Tastgehör zu entwickeln, indem sie spüren läßt, wie weite Strecken an Fingern und Unterarm vibrieren beim Berühren unterschiedlicher Trommeln.
    Sie spielt auch in einer Fabrikruine sensibelste Percussion zu präparierter Gitarre mit Fred Frith,- und dann noch mit einem Taiko-Ensemble in Japan-einfach umwerfend, und umwerfend schön gefilmt von Thomas Riedelsheimer.
    Schenkt Euch das zu Weihnachten, zeigt es allen, die Ihr lieb habt,dieser Film macht glücklich!
    findet SK-1
     
  9. Anonymous

    Anonymous Guest

    Nö, ging mir nur um die 30kHz.
    Bzw. eigentlich geht es *mir* ums hören im *Hörbereich*. Das ist derartig fazinierend, dass ich es immer wieder irritierend finde, wievielen Leuten das offensichtlich unwichtig ist und die sich aus einem mir unbekannten Grund lieber auf die Ränder knapp bis deutlich ausserhalb konzentrieren.

    Natürlich nicht.
    Zumindest nicht für die Leute, die ob der tatsächlichen Komplexität dieser Vorgänge immer noch genug Geheimnisse und unendecktes Land vor sich sehen und sich daher nicht mit oberflächlicher esoterischer Beliebigkeit befassen wollen.

    Die Frequenzselektivität (=Tonhöhen unterscheiden) des Ohres wird mehrstufig erreicht und ist, neben der enormen Empfindlichkeit (= sehr leise Geräusche wahrnehmen) ein ziemlich 'ohrspezifischer' Vorgang.

    *Lauterer* Schall wirkt dann auch auf andere Sinneszellen, das ist aber eher rythmisch als tonal. Heißt ja z.b. 'feel the rhythm' und nicht fühle die Tonhöhe.

    Einen Beat zu einem optischen Signal zu tappen ist *wesentlich* schwerer/ungenauer als zu einem gehörten/gefühltem (im Sinne von Tastsinn).
     
  10. MaEasy

    MaEasy bin angekommen

    Ich durfte die gute Frau live auf dem Moers-Jazzfestival bestaunen. Es war der Hammer. Mir ist die Kinnlade runtergeklappt. ;-) GÄNSEHAUT PUR. Sowas von sensitiv und absolut tight. Die DVD landet noch heute auf meinem Wunschzettel...


    ____
     
  11. acidfarmer

    acidfarmer Tach

    Für mich ist das ähnlich faszinierend. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sehr man selbst sein Gehör "tranieren", bzw. ausbilden kann. Allerdings habe ich mich noch nicht sehr intensiv damit auseinander gesetzt....


    Interessant, das ist mir so noch nie aufgefallen.
     
  12. Alex

    Alex Tach

    Naja, nett. Aber kaufen muss man die DVD nicht wirklich. Ich habe bis jetzt noch nicht das Bedüfnis gehabt, sie nochmal anzuschauen.

    My 2 Cents.
     
  13. MvKeinen

    MvKeinen Tach

    Was mich an dem Thema besonders interessiert ist der evolutionäre Hintergedanke der sich aus Mutation ergibt. Dass Sinnesorgane genauso wie deren Besitzer selber eine evolutionäre Historie haben können. Stellt man sich einen grünen Bioklumpen vor, der erstmal nichts als seine Masse hat. Ein paar tausend Jahre später kommen da die ersten elektromagnetischen Ladungen die vom Klumpen gespürt werden... ertastet. Irgendwann passiert das das Unglaubliche. Der Tastsinn wird dermaßen auf die Spitze getrieben dass ein Gehör daraus wird. So wird nicht nur das Erlebte anders, neu und nuancierter wahrgenommen, sondern die Realität verändert sich. Die ist ja immerhin "nur" die Interpretation des Wahrgenommenen. Und es geht noch weiter.. Wie von selbst entwickelt sich da so ein extremst komplizierter architektonischer Körper den Wir Ohr nennen. Immerhin ist das Ohr schon 16 Wochen nach dem Eisprung fertig!! Und fertig heisst fertig, da kommt nichts mehr dazu. Das Hören funktioniert also schon komplett in der Gebährmutter. Was imo so einige archetypischen Erlebnisse in Verbindung mit dem Gehör und vorgeburtlichen Zuständen/Erinnerungen erklärt. So hat das Gehör wie kein anderes Sinnesorgan die Fähigkeit Gefühle zu speichern und abzurufen. Und Gefühle sind meiner Meinung nach "Vorgedankliche" Aktionen die Viel tiefer und mächtiger als alles andere was unserer Geist so hervorbringt. So steht das Gehör in einer direkten Verbindung mit Regionen die wir mit anderen "Mitteln" kaum erreichen geschweige denn kontrollieren könnten.

    Das erklärt für mich ein wenig die Faszination der Musik..
    Ich bin mir sicher, dass es hier auch Leute gibt für die Musik wie für mich das mit abstand WICHTIGSTE ist was es gibt...
    Sie ist Magie, Schöpfung, Leben. Sie lässt uns zu den Mächtigen Wesen werden die wir sind. Macht im Sinne von Berge versetzen & Co.

    Das sind für mich Überlegungen in denen sowas profanes wie Wissenschaft nichts mehr zu suchen hat...

    Auch Künstler anderer Gattungen schreiben der Musik die größte Macht unter den Kunstformen zu. So gelesen bei Goethe (der sonst ja relativ überzeugt von sich war) und Hesse.

    Wenn ich jetzt noch die Musik machen könnte die in mir so herumspukt...
    Oh mann.. wär das geil. Da hab ich gerade jetzt ein echtes Problem damit.. (Aber das wird wohl ein anderer Fred ;-) )

    da gibts noch viel zu tun. Ich arbeite dran ;-) ;-)
     
  14. Alex

    Alex Tach

    Dann solltest du auch keine Begriffe aus der Naturwissenschaft benutzen ("Masse", "Ladung", "Elektromagnetismus").

    Sonst gibt's Kommunikationsprobleme mit dem Naturwissenschaftler.

    Das wäre aber eigentlich auch ein eigener Fred :)
     
  15. MvKeinen

    MvKeinen Tach

    naja, ich glaub nicht dass diese Ausdrücke der Naturwissenschaft gehören, eher der Sprache, und den Kompromiss Sprache muss man hier einfach machen ;-)

    Ich finde eine Disskusion über das Thema halt auchmal interessant wenn man die ganzen wissenschaftlichen Ansätze mal weglässt und sich auf sein Gefühl bezieht.

    Oft werden imo mit Wissenschftlichen erkenntnissen Diskussionen abgewürgt.

    "Das ist so.. und nicht anders......"

    Das ist das gleich wie: "Es steht geschrieben!"
     
  16. MvKeinen

    MvKeinen Tach

    Bezüglich Mutationen gibts ja auch noch ne andere Interessante Sache:

    Es gibt ja so eine Art Gentest bei dem man die Abstammung verschiedener Frauen ermitteln kann. (Komischerweise funktioniert das nur bei Frauen)

    Da kann man über die Blutprobe verschiedene Abstammungsstränge über große Zeitspannen herausfinden.

    Es gab da eine Untersuchung, die genau diesen Test bei Frauen verteilt über die ganze Welt gemacht hat.

    Ergebnis: Alle Frauen des Tests haben eine gemeinsame Vorfahrin, die (und das ist nur eine These) vor 150.000 Jahren eine Mutation der Stimmbänder hatte die ihr ermöglichte nicht mehr nur tierische Laute sondern artikulieretes von sich zu geben. Aus dieser Mutation entstand dann eine Rasse die aufgrund ihrer Fähigkeit differenzierter zu kommunizieren einen solchen Vorteil hatte, dass sie die anderen Rassen verdrängte.

    Gelesen im Vorwort folgenden Buches (sehr interessant):

    [​IMG]
     
  17. escii

    escii Tach

    Zum Topic: Es ist schwieriger das Gehör zu bescheissen, als die Augen.
    Aber das Problem ist ja eher das koordinierende Hirn. Es will ständig Sinn finden, auch dort, wo keiner ist. Deswegen entgeht einem als Mensch auch sehr viel.
     
  18. snowcrash

    snowcrash Tach

    weiss nicht ob das stichwort schon gefallen ist, aber es gibt schon laenger sogenannte gehoerlosen-raves, also mit massigst bass, wobei durchaus bei gemischtem publikum... und die leute koennen sich dort auch noch nebenbei unterhalten... ;-)
     
  19. escii

    escii Tach

    hm...beim Tanzen Gebärden...das sieht bestimmt lustig aus.
     
  20. MvKeinen

    MvKeinen Tach

    stimmt, es ist auch schwieiger die Ohren zuzumachen als die Augen
     
  21. escii

    escii Tach

    hm...so kann man das zwar auch sehen, aber ein Fotoshop Bild kann durchaus real aussehen und wenn es Dir das 10. Mal als Realität verkauft wird, wird es automatisch für dich als wahres Bild im Gedächtnis bleiben.
     

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