Gesamtergebnis dünn

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von PySeq, 23. Dezember 2014.

  1. PySeq

    PySeq eingearbeitet

    Hallo,

    zum Jahresende hab' ich privat 'ne CD mit den Tracks zusammengestellt, die ich so übers Jahr fabriziert hab'. Es war noch viel Platz auf der CD, also kamen noch Sachen von anderen drauf, die mir gefallen haben.
    Im Direktvergleich fällt mir auf, daß meine Sachen gegenüber Sachen von Profis irgendwie dünn und uninteressant klingen (sogar wenn die Profi-Sachen live sind und mit Mikrofonen (Gesang und Klavier, z.B.) gearbeitet wurde, es also eigentlich nicht so viel toller klingen dürfte). Dabei sind meine Geräte auch eigentlich nicht so schlecht: Z.B. OP-X Pro II (Software) oder BS2 (Hardware). Auch kommt der Klang nach dem Mixdown irgendwie nicht so an, wie er vorher in Cubase (LE6) im Projekt geklungen hat.
    (Das ist etwas besser geworden, seit ich vor dem Mixdown das Main-Volume sehr laut stelle; danach ist schon mehr Pegel für das anschließende Normalisieren da. Gut ist es aber immer noch nicht.)
    Trotzdem: Z.B. eine kleine Hi-Hat, die im Projekt-Mix sehr leise war, ist im Mixdown auf einmal sehr laut und im Vordergrund.
    Kennt ihr das Phänomen? Sicher versuch' ich auch manchmal, Kompressor draufzulegen oder so, aber das beeinträchtigt auch manchmal z.B. die Drums.

    Z.B. "Schnee fällt" von Forumskollegen Südwestlicht bringt die benutzten Linux-Instrumente wie Hexter und Fluidsynth sehr gut zur Geltung, finde ich. Bin nicht sicher, ob das bei mir auch so klingen würde (kann's ja mal ein paar Takte versuchen). Obwohl ich ja genauso Hexter und Fluidsynth hab'.

    Es scheint danach, daß dieser mysteriöse Klangunterschied größer ist als der zwischen Hardware und Software, der immer wieder diskutiert wird ...

    Aufgefallen ist mir in dem Zusammenhang noch dieses alte Interview mit Erasure. Er geht die Treppe hoch in seinen 9 Quadratmeter-Raum mit Synths und TR-Maschinen und sagt, sie bereiteten die Sachen vor, bevor sie damit ins Studio gingen. Trotz normaler Synths klingt das dort in dem Raum noch nicht so doll (leider kommt noch die miese Tonqualität des Clips dazu, so daß man nur schwer hören kann, daß es nicht so gut klingt) und auch recht steif. Was macht den Unterschied aus zwischen diesem Home-Ergebnis und der fertigen Studio-Produktion?
     
  2. Rastkovic

    Rastkovic Pleasure to Kill

    Hast Du ein Limiter auf den Master Kanal?

    Ansonsten, ohne Audiobesipiel wirds schwierig....
     
  3. PySeq

    PySeq eingearbeitet

    Noch nicht, danke für den Hinweis. Ja, es wird wohl um's Mastering gehen. Davor hab' ich mich bisher wohl mehr oder weniger gedrückt. Krieg' da irgendwie schlecht Zugang ...
    Kurzes Audiobeispiel vom Ist-Zustand wäre z.B. hier.
     
  4. Rastkovic

    Rastkovic Pleasure to Kill

    Das hat noch nichts mit Mastering zutun, Du musst nur vernünftig abmischen. Mit einen Limiter bekommst Du alles Lauter, ohne zu übersteuern. Wie gesagt ganz am Ende auf den Master Kanal setzen, weil eine leichte Latenz hinzugefügt wird.

    Ist das der Limiter der bei Dir vorhanden ist? Output würde ich auf -1dB begrenzen und dann langsam den Input Regler erhöhen. Release musste mal kucken....

    [​IMG]
     
  5. Die Frage ist in der Tat extrem schwer zu beantworten, denn das Problem liegt vermutlich in vielen kleinen Details. Vielleicht sind die Bässe zu prägnant und lassen keine Luft für die restlichen Frequenzen? Vllt. sind aber auch die Höhen zu krass und matschen das Ohr zu? Fehlt's an Druck? Sind die Sounds unausgewogen? Wie Rastkovic schon meinte: Ein Audiobeispiel sollte her.

    Vom Gebrauch eines Limiters würd ich in diesem Stadium ehrlich gesagt abraten, denn einen "unfertigen" Mix kriegt man damit nicht schöner hin. Der Effekt wäre vermutlich sogar eher kontraproduktiv.
     
  6. Rastkovic

    Rastkovic Pleasure to Kill

    Konnte ich locker um 5dB anheben ohne das da was zerrte. Einfach mal ausprobieren, kaputtmachen kannst Du nix... :)
     
  7. Rastkovic

    Rastkovic Pleasure to Kill

    Ich finde das garnicht so verkehrt, Gesamtklang ist auf jeden Fall gut. Der Bass ist sehr leise gemischt, gewollt? Welche Wellenform hast Du für den Bass genommen, Säge oder Pulse? Das kann auch viel ausmachen, Pulse/Rechteck macht wesentlich mehr Druck....
     
  8. Ah sorry, hatte den Demolink nicht gesehen. Jo, klingt doch wirklich nicht übel.

    Nur die Kick würd ich tauschen. Das ist so ne typische Synth-Kick, die keinen Druck hat, dafür aber viel Transienten und Bass. Alleine klingen die toll, im Kontext gehn sie unter und irritieren das Ohr durch die kurzen Spitzen und matschen alles zu, wenn man komprimiert.

    Die Snare ist recht laut und die Drums insgesamt untight. Da würd ich noch ansetzen, dann wirkt das Ergebnis auch knackiger.

    Ansonsten ist doch alles prima!
     
  9. darsho

    darsho verkanntes Genie

    *doppelpost*
     
  10. darsho

    darsho verkanntes Genie

    jede einzelne Spur für sich gut produzieren.
    Busstracks machen für die Subgruppen.
    Gut klingende effekte benutzen. (gibt da himmelweite Unterschiede).

    Dann muss man auf dem Masterchannel eigentlich nicht mehr viel machen.

    Ich gehe (ich bin Amateur) wie folgt vor :

    1) Subgruppen für Drums, Bass, Keys, Gitarre, Vocals.
    Jede Subgruppe hat einen Buss auf dem ein Tape-Emulation Plugin zu finden ist und ein Compressor. idR einfach ein Preset gewählt was dazu passt. z.B. 'Drum Buss' Preset für den Drumbuss.
    Jede Subgruppe sendet in einen eigenen Reverb-Kanal (pro Subgruppe ein eigener Send) mit Settings die passen für die Gruppe, der Reverb hat grundsätzlich einen Lowcut durch nachfolgenden EQ. Beim Reverb nehme ich auch gerne ein Preset was namentlich passt. 'Fat Drums' für die Drums z.B. oder 'Vocal Hall' für den Gesang.
    Auf dem Keys Buss habe ich einen Stereo Widener am Ende.

    2) jede einzelne Spur gut abmischen
    Das ist halt völlig unterschiedlich, je nachdem was für ein Instrument es ist.
    Bei BD und SD hab ich nen Compressor drauf mit paralleler Compression
    Auf dem Bass einen Compressor.
    Auf Synths idR. einen EQ mit Lowcut, danach Compressor, danach z.B. Chorus und Delay.
    Gitarre ähnlich.
    Bei Vocals kommt es total auf den Sänger an. Bei unserem hab ich nen EQ, Compressor De-Esser und Delay auf jeder Einzelspur.
    Einzelne Spuren bei den Synths schön im Panorama verteilen. Das finde ich sehr wichtig. Mit Synths kann man das gut machen. Wenn irgendwo zwei Melodien dudeln, eine fett nach rechts und eine fett nach links. Oder wenn zwei Pads zur selben Zeit vorkommen.

    3) Masterkanal
    Auf dem Masterkanal habe ich ein Tape-Emulations Plugin, danach ein Mastering EQ mit Shelving, danach Stereo Widener und Compressor.
    Danach wenn ich es für's Netz mache, einen Brickwall Limiter.

    Wobei ich gerne den Limiter weglasse und jemand der was davon versteht mastern lasse. Aber der Mix vorher muss halt schon halbwegs stimmen, sonst bekommt auch ein Mastering-Mensch nichts hin.

    Ich bin ja nun wirklich kein Profi und benutze halt viele Presets bei den Effekt-Plugins. die hören sich aber dann auch oft wirklich gut an wenn man sie für den richtigen Bereich anwendet. Und gute Effektplugins sind natürlich auch sinnvoll.

    Es funzt übrigens erst halbwegs, seit ich vernünftige Monitorboxen habe. Bis vor nem Jahr oder so sind meine Mixe alle furchtbar dumpf gewesen.

    Und: immer die gleichen Effekt-Plugins verwenden, dann lernt man sie kennen.
     
  11. motone

    motone recht aktiv

  12. Zolo

    Zolo aktiviert

    Ohne jetzt was gehört zu haben: das Problem ist meistens dass man etwas in gleicher LAUTHEIT (also nicht nur maximaler Pegel) vergleichen muss.

    Alles was nur ein bischen lauter ist, klingt besser, druckvoller und transparenter.

    Also im vergleich mal die bekannten songs leiser machen bis es ungefähr passt ;-)
     

Diese Seite empfehlen