Die ganze Benutzerführung ist nicht wirklich intuitiv. Um überhaupt was zu hören, mußt du maximal 8 Trigger für die entsprechenden Oszillatoren und Samples vergeben. Die Trigger werden dann von der jeweiligen Sequencer-Spur bedient. Es gibt 8 Spuren für die Trigger und 16 Spuren fürs Modulieren. Da sind ziemlich in sich verdrehte Musiken möglich.
Der Grundsound des Anamono ist eher harsch. Mit den Filtern kann man da ein bisschen gegensteuern.
Das Gute am Anamono ist, dass du quasi alles mit allem modulieren kannst, was aber dazu führt, dass man die Übersicht verliert über das, was man schon "verkabelt" hat. Und machmal erzeugt das ganze dann ein Feedback, und es dauert, bis man herausfindet, was man da irgendwo "kurzgeschlossen" hat.
Die Effekte sind digital und das hört man. Es gibt viel Granulares. Das kann man auch zum Zerraspeln des Inputs gut nutzen.
So gesehen ist der AnamonoX auch ein Effektgerät.
Ich würde den AnamonoX eine Herausforderung an den experimentellen Sounddesigner, aber auch auch den Beatmacher sehen, weil Beats kann er auch mit seinem komplexen, weil krass modulierbarem Sequenzer
Ich nehme ihn immer wieder als "Baukasten" , um eine gewisse "Verkabelung" oder Rückkopplung von Elementen auszutesten. Ob das dann auch was wird, ist nicht garantiert, aber man kommt fast immer wo anders, wo es spannend ist, heraus.
Sowas zum Beispiel. AnamonoX spielt modulierte Samples und sonstigen Firlefanz ab und ich die Gitarre hinein.
Oder das: War bei der Jazz-Battle eingereicht. Der Zuspruch: verhalten. Was o.k. ist, denn ich wollte nicht den nächstbesseren Jazzstandard abliefern.
Deshalb: AnamonoX spielt Saxophon und Kaossilator 3 Pro + für Drums und Klavier.
Alles verfremdet im Anamono.
Ich mag ihn schon. Glitchmachine pur. Nichts Vergleichbares im Arsenal.