Hall on Drums

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von Soljanka, 9. Juli 2013.

  1. Hallo,

    nach dem durchschlagen Erfolg des Vangelis-Hall-Threads (ich habe mit dem DRP-20 meinen Traum-Haupthall vorerst gefunden)
    möchte ich noch mal einen thread speziell zum Thema Hall für Drums aufmachen.
    Denn da bin ich noch nicht so weit. Mir geht es auch hier in erster Linie um Hardware. (19Zoll)
    Was aber noch wichtiger ist: Ich habe im Moment noch gar keine klare Vorstellung davon,
    wie Hall auf Drums zu sein hat. Im Moment laufen die Drums bei mir durch einen SRV-2000.
    Das ist auch prinzipiell erst mal zufriedenstellend. Jedoch nicht so Aha-erlebnismäßig wie mit dem DRP auf dem Rest.
    Die Frage ist natürlich, ob es so etwas bei Drum-Abmischung überhaupt haben kann. Genau deshalb dieser thread.
    Denn mich interessiert:

    1. Welches ist euer Lieblings-Hall auf Drums.
    2. Worauf kommt es beim Drum-Reverb eurer Meinung nach an?

    Klar ist, dass es da wahrscheinlich nicht die beste Lösung oder den ultimativ besten Hall gibt.
    Hier sind ganz klar subjektive Meinungen und Preferenzen gefragt. (Musikstil dazu wäre toll)
    Bei mir geht es übrigens eher um Pop / Reggae.
    Ich will mich gerne durch die Geräte testen, bis ich den für mich heiligen Gral in Punkto Drumreverb gefunden habe.

    Danke schon mal!
     
  2. mink99

    mink99 aktiviert

    Echtes Schlagzeug oder auch drumboxen oder gar Samples ?
     
  3. darsho

    darsho verkanntes Genie

    1.) benutze keinen Hardware-Hall, mache sowas später in der DAW mit einem Plugin.
    2.) dürfte eine Frage der Musikrichtung sein, finde ich. Ich mach es meistens so, dass ich den Hall mit EQ im unteren Bereich beschneide. Hab aber von Reggae keine Ahnung :)
     
  4. Ist auf jeden Fall eine Frage der Musikrichtung. Deshalb habe ich a) meine dazugeschrieben und b) darum gebeten, bei den persönlichen Preferenzen auch die eigene zu erwähnen. :)
    Es geht um künstliche Drums. (in meinem Fall eine MD und ein 522)
     
  5. darsho

    darsho verkanntes Genie

    Ich weiß oft nicht genau, welche Muskrichtung mein Zeug ist, da kenne ich mich nicht mit aus, sorry.
    So mit Synthesizern halt .g. Ich meinte jetzt eher, ob es Rockmusik oder elektronische Tanzmusik ist. Bei Rock ist das glaube ich anders als bei Elektronikern.
     
  6. Ist doch wurscht.
    Erzähle jetzt endlich mal, wie DU DEINE Drums verhallst und worauf es DIR dabei ankommt! ;-)
    Es geht hier in erster Linie um die individuellen Preferenzen.
    Weniger darum, was für mich (soljanka) persönlich das beste wäre.

    Ok, es geht natürlich auch um Tips bezüglich geeigneter Hardware-Halls für (elektronische) Drums
     
  7. Ich teile mir praktischer weise alles in Gruppen ein. Drums, Synth Bass, Synth Lead, Synth Pad, ARP Gedöns, usw.
    Alles bekommt dann per Send/Return einen anderen Hall. Bei den Drums verwende ich meist einen kleinen bis mittelgroßen Raum. Predelay bei vll 11 Uhr und Decay Time bei so 1ner Sekunde +/-
    Dry/Wet als Send/Return 100%, bei direkt im Kanal 30% und weniger Decay Time. Bei den Drums beschneide ich noch leiiiiiicht die Höhen vom Hall mit Eq.

    Naja, aber im grunde tu ich mich mit Hall auch recht schwer. Nur gut das ich meine eigenen Presets gesichert hab^^
     
  8. bloop

    bloop -

    Ich arbeite hauptsächlich mit akustischen Drums. Da kommt es auf den Song an, ob das kürzere oder längere Hallzeiten eingesetzt werden. Meistens nutze ich auch nur Plate-Algorithmen (aus Eventide Space oder Lexicon MPX100) auf Snare und Toms, auf Bassdrum und Overheads nix. Ich mag auch eher dunkler, länger klingende Plates, als kurze hell klingende. Gated Reverb geht gar nicht (80er Jahre).

    Bei elektronischen Drums mag ich es lieber extremer, da ist alles erlaubt: Hallspirale, Gitarrenverstärker, Verzerrung, sonst ist es mir zu clean und langweilig.
     
  9. Die Snare bekommt bei mir einen eigenen angepassten Hall, meistens einen Mittelgroßen, oder auch mal etwas sehr raumintensives. Die Bassdrum lasse ich fast trocken, sie bekommt etwas Rauminformation, sodass sie nicht ganz vorne im Raum steht. Auch die Hihats bekommen etwas Raum,sodass sie mehr hinten stehen.
     
  10. Ich würde hier gerne doch noch etwas die Richtung korrigieren.

    Mir geht es doch eher darum, welche Halls ihr speziell verwendet.
    (Nicht, wie ihr den Hall im Mix auf den Drums einsetzt)
    Dabei geht es mir vorrangig um Hardware-Halls.
     
  11. kl~ak

    kl~ak -

    lex MX400


    edit: zu viel text ...
     
  12. darsho

    darsho verkanntes Genie

    Ich benutze ValhalleRoom als einzigen Hall-Effekt überhaupt.
    Auf die Snare oder Clap gerne mal (je nach Style) eins der 'Gated Reverb' Presets und auf den gesamtem Drumbuss als Send das 'Dark Drum Room' Preset mit einem EQ dahinter, der die tiefen Frequenzen des Halls entsorgt.

    Wenn ich mal Akustische Drums nutze (alle Jubeljahre), dann nehme ich dafür Addictive Drums und belasse das entsprechende Drum-Preset mit allen Halleinstellungen innerhalb von Addictive Drums so, wie es halt ist.
    Die werden sich da schon was bei gedacht haben.
     
  13. Bei Drums bin ich früher letztlich immer bei Lexicon gelandet. Mein DRP-15 ist da ok, aber Lexicon nicht ebenbürtig. Es darf ruhig was einfaches sein - PCM60, LXP15, oder aktuell MX200 o.ä.

    Heute hab ich einen Quantec QRS, der aber hier vermutlich außer Konkurrenz zu erwähnen ist.
     
  14. Ah, gut, dass du das sagst. In einem anderen thread schrobst du, dass der DRP-15 dein Drum-Reverb wäre.
    Oder zumindest, dass er dafür sehr gut wäre. Ist aber auch schon eine größere Weile her.

    Ich sage mal so, der PCM 70 steht eh schon länger auf meiner Wunschliste.

    Aber immer wenn ich mich in das Thema einlese läuft mir dann der Reverb 4000 über den weg.
    Gut, der kostet das doppelte. Aber der scheint mir im Verhältnis dann – nur was ich so lese – noch mal
    eine völlig neue Dimension zu sein. Ist da was dran?

    Ps:
    Jetzt schweife ich selbst etwas vom Thema ab.
    Egal.

    Ps.:
    Den MX200 habe ich übrigens auch. Bin noch nicht so recht warm geworden mit dem Teil.
    Genau so wie mit dem SRV-2000. Einen DRP-16 habe ich auch mal probiert. Ist auch nicht meins.
     
  15. Ja, war er vor dem Quantec ;-)


    In den DRPs werkel(te)n wohl lizensierte Lexicon-Algorithmen. Deswegen empfehle ich die ja so gerne.

    Offengestanden: Wenn die Drums (und Ihr Hall) nicht sehr vordergründig sind, dann rentiert es sich nicht das Geld auszugeben. Bei üblicher Popmusik oder bei Reggae ist das offengestanden alles nicht wirklich hörbar.
     
  16. Ja, nur für Drums wäre das sicher überzogen, da stimm ich dir zu.
    Du nimmst einen Quantec QRS für deine Drums, habe ich das so richtig verstanden? :shock:
     
  17. Ich habe einen Quantec QRS. Aber nicht nur für Drums ;-)
    Der QRS ist zwar toll für große Räume, aber da sind andere Halls auch gut (lange Hallfahnen macht bei mir ein SRV2000 mit einem De-Esser davor und dem Dimension-D dahinter). Aber wenn es darum geht, kleinere Räume oder nur "Ambiences" darzustellen, dann ist der QRS ungeschlagen. Einfach ein Instrument "in eine Zimmer stellen", das kann der QRS wahnsinnig gut.
    Das interessante ist: wenn man ihn am Auxweg langsam reindreht, merkt man das dem Signal kaum an - so selbstverständlich klingt er. Aber wenn man dann den Auxreturn mutet, dann sackt das ganze Klangbild zusammen.

    Ausserdem steh ich sehr auf den 1-Kubikmeter-Raum des Quantec als Bassdrum-Aufdicker. Das mit dem 1-Kubikmeter-Raum kann aber zB der DRP-15 auch (und auch sicher der DRP-20).
     
  18. Sollte mir so ein QRS mal über den Weg laufen und ich die Knete habe schlage ich zu. So oder so. Was ich an großen Räumen gehört habe gefällt mir da sehr gut.
    Da hat auch der DRP-20 bei mir schon voll ins Schwarze getroffen. Der ganz einfache Cathedral-Preset hat mich vom Hocker. Auf der Summe.
    Eher auch in dieser Richtung blinzele ich immer mal in Richtung Reverb 4000.

    Mein Problem ist wahrscheinlich, dass ich noch zu wenig mit Drum-Hall experimentiert habe.
    Ich habe einfach noch keine Idee davon, was ich da eigentlich will und was mir gefällt.
    Insofern, falls ihr gute Beispiele für Drum-Halls habt immer gerne her damit!
    Und Tips bwzüglich Hardware helfen auch immer ein Stück.
     
  19. Das Problem ist, dass man eigentlich ein Beispiel "ohne Hall <-> mit Hall" bräuchte. In einer fertigen Produktion merkt man ja nicht mehr, welchen Unterschied der Hall auf den Drums bewirkt (oder nicht bewirkt) hat.
     
  20. Kann man denn demzufolge irgendwie grundsätzliches zum Hall auf Drums sagen?
    Eher kurz, eher lang? Eher clean eher rauh? Eher hoch eher tief?
     
  21. Nö. Kann man nicht.

    Man kann vielleicht zwei Grundkonzepte für den Einsatz von Hall beschreiben, die aber nicht nur für Drums gelten:
    1.) Echte gespielte Musik erlebt man immer in einem Raum. Die unterbewusst wahrgenommenen Frühreflektionen, die ja bei allen Klangquellen der Aufführung gleich sind, sorgen dafür, dass man die Gruppe aus getrennten Klangquellen als eine einzige Klangeinheit wahrnimmt. Bei künstlich erzeugter Musik aus unterschiedlichsten Klangquellen hat ein gemeinsamer Hall die maßgebliche Funktion, das Sammelsurium an Klangquellen zu einer Einheit zusammenzufügen.
    Es ist echt interessant, dass zB eine TR-808 noch viel mehr(!) nach 808 klingt, wenn sie in ein bisschen Raum drauf hat. Trocken klingt sie mehr nach einzelnen Percussion instrumenten.

    2.) Hat eine einzelne Klangquelle einen anderes Reflektionsmuster als alle anderen, so fällt sie auf. Klassisches Anwednungsbeispiel ist der Hall mit Predelay auf Gesang, bei dem eben die Stimme anders verhallt ist als der Rest. Ähnlich funktioniert der typische 80er Jahr Gate-Reverb auf der Snare.
     
  22. mache das alles mit software, meist IRs, reicht, nehme die auch ganz gerne mal selber auf oder schneide mir irgendwas ganz anderes rein, irgendein stück aus nem fieldrecording oder ein synthsound oder noise, alles mögliche.. kann man viel experimentieren, finde es gibt da auch gar keine regeln, muss aber auch sagen, dass ich meine trommeln eh gerne abstrakt habe.. schicke den hall auch ganz gerne durch verzerrer und kompressoren mit harten einstellungen und spiele mit den hallparametern, gibt auch ganz nette effekte.. normaler hall, der auch so klingt, meist sparsam.. auch gerne mono und woanders hin.. kurze delays sind auch oft schön.. gibt ja sonst auch noch viele möglichkeiten für räume
     
  23. mink99

    mink99 aktiviert

    wenn ich echte drums mit mikrophon aufnehme dann ist die luxusversion, dass ich jede drum mikrophoniere, zwei mikros über den drums mit galgen und noch zwei raummikros nehme. dann gibts aber gar keinen künstlichen hall mehr auf die drums.

    wenn ich ne samplebasierte drumbox nehme, dann enthalten die samples in der regel bereits einen hallanteil, ich werde also auch nur leicht (bis mittel) komprimieren.

    bei einem klopfgeistist so ziemlich alles erlaubt, ich liebe hier den fostex 3180 oder furman rv1, sonst halt lexicon mx200...
     
  24. lfo2k

    lfo2k aktiviert

    Wenn Hardware, dann verwende ich das PCM-70. Gerne auch SPX-90. Am liebsten beide gleichzeitig.
     
  25. Ich such auch immer noch den guten, kleinen Raum-Hall für Drums. Bin ich leider noch nicht fündig geworden.

    Ich benutze meist nur Early Reflections aus dem Sonnox Reverb, mit dem breiten Reflexionen und punktuell ein wenig Vintage Plate aus dem Lexicon PCM; beides Plugins, da ich ausser dem Eventide H8000 keine Hardware Reverbs habe. (Den H8000 hab ich noch nicht lange und deshalb kenn ich den noch nicht so gut, daher sag ich mal hier noch nichts dazu. Da bin ich zurzeit überfordert mit der Menge an Möglichkeiten.) Manchmal kommt dann noch ein wenig Hall auf die Becken, auch hier verwende ich den Lexicon PCM Reverb. Das ist mein momentaner Workaround für Drums.

    Vom Quantec QRS hab ich auch nur Gutes gehört. Aber sonst finde ich insbesondere Room Preset durch das Band ziemlich grottig.

    Gibts hier eigentlich jemand, der mal Lust hat ein Quantec Beispiel zu posten? :P
     
  26. StrobeJams

    StrobeJams aktiviert

  27. Wie unterschiedlich sind eignentlich QRS und Yardstick? Sollte doch mehr oder weniger der gleiche Algorithmus sein? Aber der QRS hat mehr Möglichkeiten?
     
  28. Ne, aus den USA ist mir das zu unsicher.
     
  29. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Da gibt es eigentlich keine Universalantwort. Ich persönlich arbeite bei rhythmischen Geschichten -- egal, ob mit oder ohne Drums -- gerne mit einem Hallplatten-Programm aus dem Roland SRV-330, das ich von der Halldauer noch anpasse -- von Turnhalle bis Hangar, je nachdem. Was auch gut funktioniert, sind Folienhall-Programme aus demselben Gerät -- Hauptsache ist, daß die Drums nicht trocken sind, sondern eine eigene Umgebung bekommen. Das kombiniere ich gerne mit großen Hallräumen, in die ich beim Mischen gelegentlich einzelne Schläge schicke, um Akzente zu setzen. Das ist es eigentlich schon.

    Das SRV-2000 hat wohl eine gewisse Berühmtheit dadurch erlangt, daß man damit den Phil Collins Gated Drums Sound TM hinbekommen kann -- obwohl Collins dafür anderen Quellen nach eher einen AMS RMX-16 verwendet haben soll.

    Stephen
     

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