OnTopic Heute mehr Fehler/Bugs?

Knastkaffee_309
Knastkaffee_309
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Geht es um Geräte im 4-stelligen oder um den Billigramsch im Dreistelligen?

An teuren Geräten habe ich selten was Negatives ausmachen können, also bestätigt sich das Bild des TEs bei mir nur beschränkend auf günstigere Geräte
 
einseinsnull
einseinsnull
[nur noch musik]
An teuren Geräten habe ich selten was Negatives ausmachen können, also bestätigt sich das Bild des TEs bei mir nur beschränkend auf günstigere Geräte

so etwas wie die flüssigkühlung des powermac G5 hätte sich in den achtzigern niemand getraut.

aber um bei originärem musikinstrumeten zu bleiben: ich denke es ist ein großer unterscheid ob ein 3-mann unternehmen grobe fehler in seiner hard- und software abllefert oder ein großkonzern.

und es kommt vor allem auf die frage an, wie man damit umgeht. dazu habe ich noch gar keine meinung: ist bugfixing, ersatz, und supprt seit 1990 eigentlich besser oder schlechter geworden?
 
micromoog
micromoog
Rhabarber Barbara
so etwas wie die flüssigkühlung des powermac G5 hätte sich in den achtzigern niemand getraut.

aber um bei originärem musikinstrumeten zu bleiben: ich denke es ist ein großer unterscheid ob ein 3-mann unternehmen grobe fehler in seiner hard- und software abllefert oder ein großkonzern.

und es kommt vor allem auf die frage an, wie man damit umgeht. dazu habe ich noch gar keine meinung: ist bugfixing, ersatz, und supprt seit 1990 eigentlich besser oder schlechter geworden?

1990 gab es in der Masse noch kein E-Mail oder keine/wenige Support E-Mailadressen. Entweder Telefonwarteschleife oder Brief. Allein das hat die Erwartungshaltung entschleunigt.
Heute erwartet jeder nach kürzester Zeit eine Antwort. Kommt die nicht sofort, wird der Support als schlecht empfunden.
 
Knastkaffee_309
Knastkaffee_309
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Schlimmer noch. Heute will jeder wegen jeder Kleinigkeit support und ist nicht mehr in der Lage sich selbst zu helfen.

Muss man sich mal vorstellen.

"Nicht mehr in der Lage", also geistig grenzenlos überfordert.

Und das wundert mich!
 
micromoog
micromoog
Rhabarber Barbara
Schlimmer noch. Heute will jeder wegen jeder Kleinigkeit support und ist nicht mehr in der Lage sich selbst zu helfen.

Muss man sich mal vorstellen.

"Nicht mehr in der Lage", also geistig grenzenlos überfordert.

Und das wundert mich!
Mich wundert es nicht, Stichwort „digitale Demenz“.
Alles muss vorgekaut und vorsortiert sein, alles aufwändigere wird ignoriert.

kann man ja auch hier im Kleinen beobachten, wer seine Medien/Musik nicht ordnungsgemäß einbettet, wird nicht gehört/gesehen.
 
swissdoc
swissdoc
back on duty
Nur so zum Spass haben: Schaut euch die lange Liste der ECO - Engineering Change Order - für den Oberheim OB-8 an:

Die wurden von den Service Technikern bei Geräten durchgeführt, die im Service waren. Ich wollte mir immer mal den Spass machen, bei meinem OB-8 zu schauen, welche dort eingelötet wurden.

Es gab auch verschiedene Firmware-Versionen, ich meine auch, mal eine Liste gesehen zu haben, finde das aber nicht.

Tauntek sagt sogar, dass es in B5 eine leichte Schwäche gibt:
A very subtle bug in the B5 firmware was discovered, and fixed. This can cause the OB-8 to crash (lock up) at seemingly random times if you pound it with MIDI messages, for example by sending it tons of MIDI clock messages every second.
 
einseinsnull
einseinsnull
[nur noch musik]
1990 gab es in der Masse noch kein E-Mail oder keine/wenige Support E-Mailadressen. Entweder Telefonwarteschleife oder Brief. Allein das hat die Erwartungshaltung entschleunigt.
Heute erwartet jeder nach kürzester Zeit eine Antwort. Kommt die nicht sofort, wird der Support als schlecht empfunden.

umgekehrt gab es früher den einzelhandel, der auch mal nach der garantiezeit oder wenn du selbst was falsch geamcht hattest, ein gutes wort beim vertrieb des herstellers für dich eingelegt hat - und es gab werkstätten, die dir kaputte geräte repariert haben.
 
Crabman
Crabman
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Ich finde diese Entwicklung fürchterlich (ja, es gibt schlimmeres im Leben). Die wahrscheinlichen Gründe dafür wurden hier genannt, die kann ich auch geistig nachvollziehen, finde die Tatsache trotzdem noch doof.

Seltsam finde ich, dass einem z.T. Unverständnis entgegen gebracht wird, wenn man sowas bemängelt und wenn man es nicht so prall findet, nach einem Kauf, der einem ordentlich am Taschengeld kratzt, noch ewig rumrennen zu müssen oder auf Fehlerbehebungen per Update warten zu müssen. Es wird als besonders toll emporgehoben, dass man ja Fehler beseitigen kann, anstatt es realistisch als unterirdisch zu benennen, dass diese Fehler überhaupt erst da sind. Die Kundschaft wurde anscheinend entsprechend konditioniert.

Aus dem Leben:
Ich habe zwei 25-30 Jahre alte Sequencer, die einfach funktionieren, ohne dass da jemals ein Update nötig war. Sie arbeiten so, wie versprochen. Ein neuerer, aktueller Sequencer war bei Kauf unbenutzbarer Elektroschrott.

Es gab mal eine Zeit, da konnte man einen Fernseher einfach anschalten und Programme beliebig wechseln. Wenn ich jetzt mal irgendwo fernsehen sollte, kommt es schonmal vor, dass der Fernseher richtig "hängenbleibt", eine Minute braucht, um den Sender zu wechseln oder nach dem Einschalten einfach eine Fehlermeldung anzeigt.


Ich hoffe, das war jetzt nicht zu sehr offtopic.

Wo Du grad Sequencer erwähnst: ich hatte mal einen Yamaha QY700 und der hat (sicherlich bis heute) einen ganz fürchterlichen Bug.Im Cycle Loop gab es jedesmal einen"Stolperer" wenn der Loop neu startete.Im Live Betrieb musste ich den Loop so groß wie möglich setzen sodaß der Stolperer nur alle paar Minuten mal auftauchte.Letztenendes habe ich ihn deshalb wieder verkauft,was schade war.Davon abgesehen nicht schlecht aber ein no go für einen Hardware Sequencer.Damals lief also mitnichten alles rund und ich hätte mir sehnlichst ein update gewünscht.Aber dann braucht es natürlich auch noch Hersteller,die bereit sind die Klöpse (und das möglichst zeitnah) auch zu fixen.Das ist dann eine andere Lotterie...
 
Neusiker
Neusiker
Paramusiker
Alles muss vorgekaut und vorsortiert sein, alles aufwändigere wird ignoriert.
Machst du bestimmt nicht, aber auch ich bin davon ab, normale Leute als dumm darzustellen, fällt ja so oder so auf mich zurück. Das Gehirn wird jedenfalls schon genug gefordert, sich durch ach so originelle, "kinderleichte", unintuitive Bedienkonzepte zu wursteln, da auch noch den Umgang mit dem Support leisten müssen, och nö. Es gab mal ne Zeit von relativ durchgehend eingesetzten Universalien. Grafische Oberflächen mit einer einheitlichen Struktur imn Anwendungsprogrammen ohne In-App-Käufe, oder das Essen am Tisch ohne Schmatzen.

Gesellschaftlicher, chronischer Stress - keine förderliche Bedingung für Geduld. Wenn niemand auf mich wartet, ist jedes Warten auf andere eine Zumutung, eine Ohnmachtdemonstration.
 
micromoog
micromoog
Rhabarber Barbara
Evtl. hat es wirklich mit der smarten Ablenkung zu tun, habe aber das Gefühl, dass in vielen Bereichen des Lebens die Aufgaben nicht mehr 100% Gewissenhaft erledigt werden.

Hatte im letzten Jahr zig Dinge und Dienstleistungen, die immer nochmal Nacharbeitet, Nachtelefonieren, zusätzlich mehr als üblich kommunizieren, Umorganisieren etc. in Anspruch genommen haben.
 
Herbie
Herbie
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Gesellschaftlicher, chronischer Stress - keine förderliche Bedingung für Geduld.
Viele sind auch überfordert mit dem vielen Gear das sie besitzen denke ich. Wenn man hier so sieht wieviel Geräte so mach einer in der Hütte stehen hat
als reiner Hobbyist. Also ich käme da nicht klar mit, bedenkt man noch die Zeit die sie im Forum verbringen in der sie sich um unveröffentlichte Maschinen oder
Objekte ihrer Begierde Gedanken machen.
 
fanwander
fanwander
*****
Die Frage ist, war alles wirklich Bug oder „nur nicht soweit gedacht“.
Das kann man in der Anfangszeit so gesehen haben, heute würde es jeder zumindest als absolut notwendiges Features ansehen, das dringlich im nächsten Firmware-Release nachzuliefern ist. Damals galt aber "nächstes Firmwarerelease"="nächstes Modell".

Ich will damit sagen, früher war Software genauso unausgereift wie heute (ob Bug oder "nicht mitgedacht" ist mir dabei egal), nur gab es früher keine Fixes dafür.
 
T
tulle
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Das kann man in der Anfangszeit so gesehen haben, heute würde es jeder zumindest als absolut notwendiges Features ansehen, das dringlich im nächsten Firmware-Release nachzuliefern ist. Damals galt aber "nächstes Firmwarerelease"="nächstes Modell".

Ich will damit sagen, früher war Software genauso unausgereift wie heute (ob Bug oder "nicht mitgedacht" ist mir dabei egal), nur gab es früher keine Fixes dafür.
Dieses Midi war damals Neuland. Wann kam eigentlich die Spezifikation 1.0 raus, das war doch schon in den 90-ern?
 
einseinsnull
einseinsnull
[nur noch musik]
ja, aber hat funktioniert. beim G5 waren 12% aller rechner schon während der garantiezeit kaputt.
 
fanwander
fanwander
*****
Dieses Midi war damals Neuland. Wann kam eigentlich die Spezifikation 1.0 raus, das war doch schon in den 90-ern?
Lach.... wie wäre am DX7 von MIDI ohne Spezifikation möglich? Nur die öffentlich verfügbare Printversion des Spezifikation ist von 1990. Die Urversion ist m.W. von 1981
 
DrMickey
DrMickey
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Der OP hat völlig Recht. Wenn in anderen Domänen so gearbeitet würde wie in der Softwareentwicklung, wären wir als Menschheit ganz schön angeschmiert. Und das sage ich als jemand, der seit 30 Jahren in dieser Branche tätig ist. Sorry, aber ja, es ist deutlich schlimmer geworden. Leider ist der Grund dafür nicht eindimensional zu finden, es ist ein Konglomerat von verschiedenen Sachverhalten. Darunter: Die (zu) leichte Updatebarkeit, die zu sorglose Benutzung riesengroßer Bäume voller (in sich instabiler) Abhängigkeiten und Layers, durch Hardware-Release-Zyklen aufoktroyierte zu kurze Software-Release-Zyklen, schlechte Ausbildung, mangelhaftes Testen und Rückmeldung aus den QA-Abteilungen, etc.

Der schlechte Witz, den die Profs in meiner Ausbildung gebracht haben ("Bananensoftware… reift beim Kunden") ist leider die traurige Realität geworden. Früher war nicht alles besser, aber die IT schon.
 
j[b++]
j[b++]
Blub
Wenn in anderen Domänen so gearbeitet würde wie in der Softwareentwicklung, wären wir als Menschheit ganz schön angeschmiert. Und das sage ich als jemand, der seit 30 Jahren in dieser Branche tätig ist.
Das ist mir zu verallgemeinert gesprochen. Beispielsweise in der Luftfahrt gibt es für die (SW-)Entwicklung Standards die angelegt werden bzw dokumentiert und getestet werden müssen.
Die Arbeit, die in dem Zusammenhang anfällt, muß selbstverständlich irgendwer bezahlen.
 
swissdoc
swissdoc
back on duty
Lach.... wie wäre am DX7 von MIDI ohne Spezifikation möglich? Nur die öffentlich verfügbare Printversion des Spezifikation ist von 1990. Die Urversion ist m.W. von 1981
Im Midi Kompendium 2 wird Herbst 1982 angegeben. Wiki verweist auf August 1982. Also Verabschiedung von MIDI 1.0:

Die Nummer mit Prophet 600 und Jupiter 6 gab es auf der NAMM 1983 (im Januar) zu bestaunen.
 
MoogelPackung
MoogelPackung
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Das ist mir zu verallgemeinert gesprochen. Beispielsweise in der Luftfahrt gibt es für die (SW-)Entwicklung Standards die angelegt werden bzw dokumentiert und getestet werden müssen.
B737MAX lässt grüßen 🙄
Und damit es nicht klingt wie Boeing-Bashing ein weit verbreiteter Scherz in der Luftfahrt:
Häufigster Spruch eines Airbus-Piloten:
"Uops, was macht er denn jetzt?" 😳
 
Zuletzt bearbeitet:
Neusiker
Neusiker
Paramusiker
Der schlechte Witz, den die Profs in meiner Ausbildung gebracht haben ("Bananensoftware… reift beim Kunden") ist leider die traurige Realität geworden. Früher war nicht alles besser, aber die IT schon.
Einer von mehreren Treibern ins Ungemach, ich sag es nicht gerne und es betrübt mich auch selber, da ich ein Fan davon bin: Freie Software ist einfach zu gut. Wer da seine Mitarbeiter bezahlen will, ja, muss, der liebäugelt mit unnachhaltigen Geschäftsmodellen. Unnachhaltige Geschäftsmodelle "infizieren" ehemals nachhaltigere.
Das ist so ähnlich wie mit frei erhältlicher Musik. Freie, oder sagen wir vorsichtiger, "indirectly/post-paid"-Verfügbarkeit von Produkten freut die Kunden, laugt aber die Produzenten aus, da die erst mal in Vorleistung gehen müssen, und sich diese durchschnittliche auf dem Markt befindliche Vorleistung dadurch automatisch reduziert, der Konkurrenzdruck inflationär wächst, denn die insgesamt erhältliche Qualität bleibt gleich. Wenn sich Geldströme erstmal nen Umweg suchen müssen, am Ende leider über irgendwelche Monopolisten, die ihrerseits die Hand aufhalten, leidet am Ende die ganze Wirtschaft.
Aber wenn das die Musiker selber schon nicht kapieren, schadet es auch nicht, dass ich bei Software nun wirklich keine Idee habe. Bei Musik letztendlich auch noch nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
aven
aven
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Man sollte auch nicht vergessen, das viele Nutzer sich mit fehlerhaften Funktionen einfach so abgeben.
So nach dem Motto, na wenn das jetzt so nicht richtig geht, dann lass ich es halt oder mache es irgendwie anders.
Nicht jeder Nutzer meldet gleich einen Bug bei Hersteller.

Ich denke auch das viele Produkte, egal ob Hard- oder Software in einem recht gutem und brauchbaren, aber nicht in einem fehlerfreien Zustand auf den Markt geworfen werden. Das Geld für die Entwicklung muss halt wieder reinkommen.
Danach gibt es 2-3 Updates und dann läuft es ja meistens rund.
 
micromoog
micromoog
Rhabarber Barbara
Auf den Instrumentenmarkt bezogen machen auch viele einfach nur Musik.
Denen fallen auch nach 20 Jahren die Bugs im hintersten Systemkeller nicht auf.

Es hat sich ja auch noch niemand beschwert, dass im Hardrock-Cafe im Schwerpunkt Kaltgetränke anstatt Kaffee ausgeschenkt werden…oder das Oktoberfest idR im September stattfindet!
 
MoogelPackung
MoogelPackung
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So nach dem Motto, na wenn das jetzt so nicht richtig geht, dann lass ich es halt oder mache es irgendwie anders.
Nicht jeder Nutzer meldet gleich einen Bug bei Hersteller.

Viele haben eben auch die Erfahrung gemacht, dass das relativ wenig nützt.
Wenn sich das Zeug trotzdem verkauft, dann scheint es einige Hersteller nicht zu jucken, wenn sich User beim Support oder in den Foren reihenweise drüber beschweren.
Zumal es ja immer noch genug Fanboys und YouTube-"Reviewer" gibt, die sich die größte Mühe geben, das Alles komplett zu kaschieren.
 
vvd
vvd
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Ich finde die Hersteller komplexer Geräte müssten auch immer ein Ticket System betreiben mit dem Nutzer Fehler melden können. Ein forum oder email sind nicht gut geeignet dafür. In solch einem system werden alle für die entwickler wichtigen Informationen über ein webinterface abgefragt (Hardware revision, Software version, detaillierte beschreibung wie der Fehler reproduziert werden kann, evtl ein screenshot/foto/video, Erwartung des Nutzers).

Ich vermisse das für meine mpc live...
 
Feel Inc.
Feel Inc.
...
Aber wieso schafft das die Autoindustrie mit globaler Arbeitsteilung, Dutzenden Zulieferern und dann noch als kundenindividualisiertes Massenprodukt?
In welcher Welt lebst du? Da will ich auch hin. Schau einfach Mal in ein beliebiges Auto-Forum, Hersteller ist völlig egal... Ich kann da selber ein Lied von singen, selbst bei "Premiumherstellern"...
Sein wir doch ehrlich: das einzige an Programm, was man Bugfree hinbekommt, ist "hello world"... Und das auch nicht in jeder Programmiersprache... Selbst bei Vollanalogen Schaltkreisen schleichen sich Fehler ein... und die meisten Bugs betreffen einen selber nicht unbedingt, sondern treten in bestimmten Situationen auf. Aber Bug ist Bug und das darf ja nicht...
 
 


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