Kommt Buss-Summenkompression beim Mixing/Mastering IMMER zum Einsatz?

Dieses Thema im Forum "Ansätze / Konzepte" wurde erstellt von Rastkovic, 12. Oktober 2018 um 21:25 Uhr.

Schlagworte:
  1. Rastkovic

    Rastkovic PUNiSHER

    Mal eine Frage an diejenigen die sich mit Mixing/Mastering etwas besser auskennen, evtl. dass sogar beruflich machen. Ich als Amateur frage mich ob Buss-Summenkompression (im Masterkanal) ein unausweichlicher Arbeitsschritt beim Mixing/Mastering darstellt.

    Es wird ja ein ganz bestimmter Effekt erzielt, nämlich die Verdichtung des Gesamtklangs. Gibt es Ausnahmen wo darauf verzichtet wird, oder wird zumindest immer eine minimale Buss-Summenkompression angewandt?

    Freue mich über Antworten....
     
  2. borg029un03

    borg029un03 Elektronisiert

    Wie bei allem gibt es keine 100%ige Antwort. In erster Linie reduziert der Kompressor den Dynamik Umfang und je nach Bauart/Emulation "coloriert" er ggf. das Signal. So gibt es auch Künstler, die auf ein Maximum an Dyanmik wert legen.

    In den meisten Fällen ist eine Genretypische Lautstärke gewünscht, die in der Regel recht hoch ist. Da wird es schon schwierig ohne Kompression das Ziel zu erreichen.
     
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  3. Bragi Vän

    Bragi Vän ....

    Das hängt mit dem Ausgangsmaterial und der eigenen Philosophie zusammen. Im Mastering, wenn es nur einen Mix gibt, ist es häufig essentiell. Macht man ein Stem Mastering, wie ich es bevorzuge, erweitern sich die Möglichkeiten. Viele Profis bevorzugen leichte Kompression auf vielen Einzelspuren, weil sich dies zu einem organischen Sound verbindet. Es ist also eine Frage der Philosophie. Bei einem einzelnen Mix sind die Möglichkeiten geringer und Kompression bzw. in umgekehrter Form das Limiting zwangsläufig.
     
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  4. Rastkovic

    Rastkovic PUNiSHER

    So mache ich das auch, also Kompression auf Einzelspuren. Ein Limiter ist auf dem Master, dass hat für mich jedoch einen anderen Effekt als ein "echter" Kompressor.

    Deshalb meine Frage ob es üblich ist den Masterkompressor Schritt auszulassen. In diversen Mastering Studio Reports sieht man ja immer das da 3-4 Kompressoren mit im Spiel sind....
     
  5. borg029un03

    borg029un03 Elektronisiert

    Das ist eher unüblich...vielleicht bei Klassik? Hab ich aber noch nie gemastert. Ich hab meist 2-3 Kompressoren in der Chain, alle mit unterschiedlichen Aufgaben. Ein Mutliband, falls im Mix noch was zu korrigieren ist, einer für die klassische Verdichtung und einer für Parallele Kompression.
    Wenn ich ihn hätte, würde ich für den Sound das Signal noch durch den Api 2500 laufen lassen :D
     
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  6. Ist doch recht günstig: https://www.bestservice.de/api_2500.html :mrgreen:
     
  7. Rastkovic

    Rastkovic PUNiSHER

    Vielleicht sollte meine Frage dann dahingehen, ob mastern möglich ist, ohne dass die Dynamik (großartig) angetastet wird?

    Dann braucht man aber eigentlich fast nicht mastern.... :)
     
  8. borg029un03

    borg029un03 Elektronisiert

    :selfhammer:

    War mal bei nem Kumpel und konnte UAD Version mit Orginal vergleichen. Tatsächlich hört man da nen nicht zu geringen Unterschied.
     
  9. tom f

    tom f Ignoranten können nun ignorieren.


    wie man möchte - wenn jeman im master kanal sehr viel und chirurgisch eq`t dann kann er damit ja auch an der dynamik was ändern und dann den pegel etwas heben.

    mastering würde ich nicht a priori mit kompression & limiting assoziieren auch wenn ich das selber immer so machen.

    man kann wie schon gesagt ja theoretisch alles in den kanälen machen und/oder in den bussen.

    da aber die meisten kompressoren einen starken klangcharakter haben ist dieser ja neben der kompression auch das gewünschte.

    ein ssl bus compressor z.b. hat eine ganz eigenart den bass aufzuräumen, ein 1176 - stark eingesetz verleight schönen gritt etc...

    aber man ende kann ja jede machen wie er will - an der loudness war kommt man aber trotzdem nicht ganz vorbei.
     
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  10. Dark Walter

    Dark Walter ||||||||||

    Im Mix:

    Kompression für Kohäsion
    Ein soft eingestellter Kompressor auf dem 2-Bus hilft den ganzen heutzutage oft grundverschiedenen Einzelspuren zu einem gesamten zu werden. Hier wird auch gerne vom sogenannten "Glue Effect" gesprochen. Das ist sehr weit verbreitet.

    Gut ist hier eine Ratio von 1.5:1 bis 2:1 und ein Treshold von maximal -2db, soft knee, langes attack und idealerweise ein auto release. Ein Treshold von -0.5db bis -1db kann schon etwas bringen ohne gleich als Kompression wahrgenommen zu werden.

    Kompression als Klangformung
    Je nach gewünschtem Sound wird gerne auch direkt in einen Kompressor gemischt. Das kann Rock Produktionen zum Beispiel den ganz speziellen Grundsound geben. Die Klangformung ist aus meiner Sicht für manchen Sound essentiell und ein Mastering-Engineer darf / sollte nicht darüber entscheiden.

    Kompression als Effekt
    Einige Kompressoren haben einen speziellen Charakter der entweder immer da ist oder in ganz extremen Settings auftritt. Diese werden gerne im Mix wie auch im Mastering leicht hinzugeregelt. Da viele Kompressoren keinen Dry Wet Regler haben geschieht das oft über Busse - das ist die sogenannte Parallel Compression wie sie sehr oft auf Drumspuren angewandt wird.
    In Mastering Studios werden deswegen übrigens auch sehr gerne mehrere Kompressoren mit minimalen Settings gelayert.

    Gruppen bzw. Effektkompression
    Bei vielen größeren Produktionen werden verschiedene Instrumentengruppen ebenfalls komprimiert. Zum Teil ebenfalls für Verdichtung und Kohäsion allerdings auch um einen gewissen Charaktersound zu erhalten der dann leicht dazugeregelt wird.

    Drum, Room oder Basstracks werden so zum Beispiel gerne gnadenlos in heftigen Settings zerstört um dann dieses Signal minimal für etwas mehr Karakter / Schmutz / Leben hinzuzuregeln.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Oktober 2018 um 14:06 Uhr
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  11. intercorni

    intercorni |||||||

    Kommt darauf an: wenn die Transienten zu sehr rausknallen kann man schon mal einen Kompressr auf die Summe legen, allerdings mit minimaler Gain Reduction. Wird gerne verwendet, um die einzelnen Instrumente mehr miteinander zu verbinden. Sollte aber sehr subtil eingesetzt werden und als Anfänger holt man sich wohl eher pumpen rein, was aber nicht unbedingt erwünscht ist.
     
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  12. Rastkovic

    Rastkovic PUNiSHER

    Genau diese Verdichtung ist es, wo ich mich frage ob man als Profi im Berufsalltag auch mal bewusst darauf verzichtet. Einerseits klingt es für mich sofort etwas mehr "amtlich", andererseits geht die Luftigkeit flöten.

    Verstehe aber auch das es etwas anderes ist eine Band abzumischen, als reine Synthesizer Musik....
     
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  13. borg029un03

    borg029un03 Elektronisiert

    Die Luftigkeit kann man ja mit nem guten EQ wieder rein drehen. Differenzierung zwischen M/S kann auch bei der Erhaltung der Luftigkeit helfen.
     
  14. tom f

    tom f Ignoranten können nun ignorieren.


    naja so pauschal kann man das nicht sagen - röhren / optokompressoren sind dafür z.b. zu langsam und der eine oder andere vca kompressor evtl. bei zu schnellen releases - da wir ja von tranisneten reden - etwas knarzig.

    das geht am besten mit einem fet kompressor oder besser gleich einem limiter.