Brainstorm Konzeption, EP/Album, Mindset und der rote Faden

GlobalZone

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Moinsen!

Der Titel nennt eigtl schon die Stichworte.

Wie geht ihr an eine EP oder ein Album ran, wenn es thematisch aus einem Guß sein soll.
Wird in´s "Blaue" produziert oder habt ihr schon konkrete Vorstellungen was es werden soll?

Immerhin ... Selbst 3-4 Titel für eine EP können insgesamt in einer Woche abgefrühstückt sein
oder es könnte sich zu einem "mehrgängigem Dinner mit hoher Ausschussquote" entwickeln und
einen auch mal 12 Monate "fesseln".


Das es dazu nicht kommt, mache ich mir zunächst Gedanken zu Thema -> Stichworte dazu, aus denen
die Titel werden und auch konkrete Vorstellungen welche Art von Track es werden soll.
So trenne ich die Konzeption und das Brainstorming von Komposition, Ideenfindung.

Auch Soundsets und Samples versuche ich schon weit am Anfang festzulegen, sodass der Pool
aus dem ich arbeiten kann zu 60-80% steht und ich mich nicht mit Soundschrauben und Suche
aufhalte und so meine Kreativität ausbremse.

Auch versuche ich moderne Produktionstechniken zu meiden, sondern vermehrt zwar "in the Box",
aber dafür klassische Wege zu gehen mit musikalischer Prozesskette.
Der Sound moderner Samplepacks, auch die von NI Maschine oder Ableton Live schränken mich zu sehr ein
und ich habe mehr das Gefühl, wenn ich möglichst rohe aber gute Samples nehme, klar ist mir bewusst,
dass die schon jemand anderes aufgenommen und bearbeitet hat, aber ich drücke diesen noch meine
persönliche Note drauf. Das ist bei fertigen Sets, die schon mehr als nur groß klingen einfach nicht mehr möglich.

Wie macht ihr es? Bin gespannt auf Anekdoten, Brainstorming, philosophische oder total pragmatische oder einfache Ansätze!
 

darsho

Sö Sünteßeisör !
Ich habe bei meinen Hörgewohnheiten und auch meinen eigenen Releases das Konzept eines Albums schon länger nicht mehr wirklich verfolgt.

Ich stelle mir Playlists zusammen und höre die dann. Ob die Künstler da mal ein Album veröffentlicht haben, spielt für mich heutzutage keine große Rolle mehr.

Wenn ich selber mal ein Album veröffentliche, sind es einfach Sachen, die halbwegs stilistisch zusammenpassen. Als Download von Musik en gros.
Es spielt für mich aber keine Rolle, ob sich das jetzt jemand so anhört, oder sich auch selber Playlists macht.
 
Zuletzt bearbeitet:

GlobalZone

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Diese Entwicklung kann ich gut nachvollziehen, auch wenn ich´s natürlich schade finde, dass dadurch wieder eine
Dimension der Musik verloren geht.

So ein Titel allein geht unter - Als Album hat man noch die Möglichkeit einer Message. So seh ich das.

Ich höre gerne Alben. Dabei muss es keinen expliziten, tiefgründigen Zusammenhang geben, aber so als Gesamtwerk stehend
find ich es als Konsument klasse zum Hören und ist für mich auch als Produzent Anspruch es dem gleich zu tun.
 

darsho

Sö Sünteßeisör !
Ich sehe die Playlists so, dass man sich selber Alben erstellt.

Auch früher gab es nach meinem Empfinden nur selten mal Alben, wo ich alle Titel richtig gut fand und so ein Album gerne komplett gehört habe. Ein paar Songs oder Tracks habe ich bei wiederholtem Hören meistens geskipped.

Natürlich gibt es diese großartigen Werke, die von hinten bis vorne super sind und alles wie aus einem Guss ist. Aber ich fand, das war auch früher schon eine Ausnahme.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bernie

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Wie geht ihr an eine EP oder ein Album ran, wenn es thematisch aus einem Guß sein soll.
Wird in´s "Blaue" produziert oder habt ihr schon konkrete Vorstellungen was es werden soll?
ich habe, bevor ich überhaupt mit dem ersten Ton anfange, ein festes Konzept, quasi ein Thema, welches ich dann musikalisch umsetze.
Aus dieser Grundidee heraus schreibe ich mir alles auf, was mir dazu wichtig ist.
Dann beginne ich mit der Komposition der Musik und der Erstellung der Sounds, fange an die Tracks einzuspielen.
Insgesamt benötige ich für ein komplettes Album (incl. Fotos, Grafik, Design) so zwischen 600 - 800 Stunden.
 

GlobalZone

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Du bist hier sowieso so etwas wie der Alien-Übermensch in Sachen kreativen Outputs :D

Klar, kann man sich viel abgucken, aber so ganz übertragbar ist das nicht auf einen Normalo,
der vielleicht 2-3 Std abends mal Zeit hat, von daher wäre es auch mal interessant zu hören
wie es auch die machen, deren Zeit "eng getaktet" ist.

Schonmal daran gedacht @Bernie den Verlauf der Produktion eines Albums in einer mehrteiligen (Youtube-)Doku
zusammenzufassen? Immerhin, dein Synxs (hieß das so?) ist weltweit legendär, du könntest damit spielend
Reichweite generieren ;-)
 

ganje

Fiktiver User
Ich habe noch nichts veröffentlicht, aber sollte ich irgendwann an einem Konzeptalbum arbeiten, stelle ich es mir so vor:
ich habe, bevor ich überhaupt mit dem ersten Ton anfange, ein festes Konzept, quasi ein Thema, welches ich dann musikalisch umsetze.
Aus dieser Grundidee heraus schreibe ich mir alles auf, was mir dazu wichtig ist.
Dann beginne ich mit der Komposition der Musik und der Erstellung der Sounds, fange an die Tracks einzuspielen.
Das hat nichts mit "Alien-Übermensch" zu tun, sondern dem Vorhaben. Das Übermenschliche ist dann die Routine und die 600 - 800 Stunden für das gesamte Projekt.

Ein Konzeptalbum braucht ein Konzept. Da kommt man nicht drum herum. Hat man nur wenig Zeit für die Musik, sollte man sich umso mehr Gedanken über die Herangehensweise machen. Ein Konzeptalbum wird für gewöhnlich nicht "ins Blaue" produziert, weil es ein Konzept hat.
Die erste Frage ist: Was soll da Konzept sein?
 

GlobalZone

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Das hat nichts mit "Alien-Übermensch" zu tun,
Wieso musst du immer alles aus dem Kontext reissen, um den Eindruck einer anderen Aussage zu erwecken, auf die du dich dann beziehst?

Ich schrieb doch ganz klar, dass Bernie einen enormen und dabei hochwertigen Output hat.

Oder liest bzw verstehst du absichtlich nur das was du lesen willst?

Ich verstehe es nicht und finde es ein stückweit auch sehr anstrengend da gegenan zu diskutieren.
 

NickLimegrove

MIDI for the masses
Das Übermenschliche ist dann die Routine und die 600 - 800 Stunden für das gesamte Projekt.
600-800 Stunden, das kann für uns Nicht-Übermenschen z.B. heißen: an 2 Tagen pro Woche jeweils 2 Stunden, am Wochenende sagen wir 4.
Also 8 Std. x 52 Wochen, dann käme man auf einen Rhythmus von alle 1,5 bis 2 Jahre ein Album. Ist doch eigentlich wunderbar. Jeden Monat einen Track, dazu noch ein paar Monate für das Drumherum.

Klingt auf dem Papier doch eigentlich super.

Warum ich dann trotzdem nicht schon 8, 9, 10 Alben rausgehauen habe in den letzten 20 Jahren... daran rätsele ich allerdings noch...
 

ganje

Fiktiver User
Natürlich sieht das auf dem Papier schön und gut aus, aber das Aber kennen wir doch..

..Man arbeitet mit keinem Konzept (um mal wieder dieses Wort in den Mund zu nehmen) sondern probiert rum, kauft/verkauft und ist immer noch in der Findungsphase. Man ist nicht konsequent genug und arbeitet an keinem Album. Deshalb hat man auch keins.

Als ich meine blöden "Corona-Tracks" gemacht habe, fiel mir auf, dass mir die Produktivität sehr leicht fiel. Die Tracks sind zwar nichts besonderes und jeder von ihnen ist an einem Abend (also 3-5 Stunden Fummelei) entstanden, aber es geht, solange man weiß was man macht. In einem Monat sind 6 Tracks entstanden 🤷‍♂️
Wie gesagt.. Diese sind weder fertigproduziert, noch aufwändig oder gut genug um sie auf ein Album zu pressen (subjektiv und sicherlich auch objektiv), aber es sind Tracks, die sich einem Thema widmen und das gleiche Konzept verfolgen.

Möchte man ein Album rausbringen, ist der Weg nicht das Ziel.


Falls das irgendwie falsch rüberkam, ich möchte den Übermenschen nicht absprechen. Bernies Musik und Produktivität finde ich faszinierend.
 


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