LFO Wellenformen

Dieses Thema im Forum "Modular" wurde erstellt von 7f_ff, 1. Januar 2010.

  1. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Hallo Freunde,

    ich möchte gern demnächst (es war ja Weihnachten ;-) ) meine "Doepferfilterbank" ein wenig erweitern.
    Ich habe bisher einen LFO, möchte gern ein weiteren ggf. dazuhaben.
    Derzeit kursieren viele interessante Klänge im Hinterkopf, die ich mit LFOs realisieren würde.
    Ich habe den Markt (inkl. DIY) leider nicht vor Augen, daher weiß ich nicht, ob es ggf. sowas
    als eigenständiges Modul gibt. Alternativ, wäre ich auch an weiteren Modulen interessiert,
    die sowas aus meinem bestehenden LFO (A-145) machen können:

    [​IMG]


    Grüße
     
  2. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Die stufigen Sachen muessten mit 'nem Sample and Hold Modul zu machen sein.
     
  3. Ilanode

    Ilanode Tach

    Mit einem Slew limiter kannst Du die Flanken eines Rechtecks verändern. Mit dem unteren Slew limiter des A170 für ansteigende und fallende Flanken sogar getrennt: http://www.doepfer.de/a170.htm
     
  4. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    Für die o.a. Wellenform brauchst Du aber einen SL mit exp. Modus. Ich schätze mal, daß der Döpfer linear arbeitet. Aber da gibt es ja mittlerweile Alternativen.
     
  5. fogman

    fogman Tach

    Ein einfacher 8-Step Sequenzer geht auch für die stufigen Wellenformen.
    Pseudo-unregelmässige Sachen gehen mit mehreren Rechteckwellen die über EXOR Gatter verschaltet sind.

    Vielleicht auch mal Waveshaper probieren.
    Mit einem Sinus, vier Dioden und einem Inverter sollte sich die fünfte Wellenform basteln lassen.
     
  6. serge

    serge ||

    Falls Du bereits einen bipolaren Mixer oder einen Spannungsinverter Dein eigen nennst, würde ich mir an Deiner Stelle zwei Module kaufen: einen spannungssteuerbaren LFO (z.B. Doepfer A-147 VCLFO) und ein Sample&Hold-Modul (z.B. Doepfer A-148 S&H). Kosten zusammen 135 Euro.

    Damit sollte meiner Vorstellung nach folgendes möglich sein:

    Den Dreiecksausgang des VCLFO steckst Du in den bipolaren Mixer oder den Spannungsinverter, dessen Ausgangssignal Du benutzt, um die Frequenz des VCLFOs zu modulieren. Wenn Du mit der Modulationsintensität und der Polarität der Modulation (deshalb der bipolare Mixer oder Inverter) spielst, sollte am Dreiecksausgang Deines VCLFOs eine nach innen gewölbte Wellenformen wie die dritte von unten in Deinem Bild erscheinen. Du solltest so auch Wellenformen erzielen können, die nach außen gewölbt sind.

    Die unterste Wellenform in Deinem Bild erzielst Du auf die gleiche Weise, nur benutzt Du jetzt den (fallenden) Sägezahnausgang des VCLFOs zur Modulation und als Ausgangssignal.

    Die zweitunterste Wellenform erzielst Du ebenfalls auf die gleich Weise, nur das Du das Sägezahnsignal selbst vor seinem Einsatz invertieren musst, um aus dem fallenden Sägezahn des VCLFO einen steigenden zu machen.

    Bei allen diesen Verfahren änderst Du aber auch die Frequenz des VCLFOs: Du kannst die Wölbung der Wellenform also nicht ändern, ohne dass sich gleichzeitig die Frequenz des VCLFOs ändert.

    Die vier oberen Wellenformen erzeugst Du, indem Du Deinen vorhanden LFO als Taktung des S&H nimmst (also in Trig. In des S&H steckst) und den VCLFO als Eingangssignal des S&H nimmst (also in Smp. In des S&H steckst). Dann stimmst Du die Frequenzen beider LFOs so ab, dass die des taktenden LFOs deutlich über der des abgetasteten VCLFOs liegt. Das Frequenzverhältnis beider LFOs bestimmt dann die Anzahl und Weite der Treppenstufen im Ausgangssignal des S&H.

    Die Lage der Treppenstufen wird sich aber kontinuierlich verschieben. Das kannst Du verhindern, indem Du die LFOs zueinander synchronisierst.

    Aber wie Du an den anderen Posts siehst, führen viele Weg nach Rom.
     
  7. Ilanode

    Ilanode Tach

    Da habe ich wohl geschlafen.
    Mir fällt nur der abgekündigte Bissel Gen. ein:
    http://www.livewire-synthesizers.com/in ... dualbissel
    denn man aber auch leicht selbst aufbauen kann:
    http://www.wiseguysynth.com/larry/schem ... ph-Lag.gif
     
  8. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Vielen Dank für die hilfreichen (und ausführlichen) Antworten.


    Bzgl. des Slew Limiters: Wäre ein Make Noise Maths nicht dafür quasi noch geeigneter?

    Ein S/H-Modul hatte ich schon für die treppenförmigen LFO-Wellenformen vor Augen, sowie ein A-138c für liniare und bipolare Spannungsmischung. Ich finde das ja toll, dass man konkave/konvexe Spannungen erhalten kann, wenn man so eine Art "Rückkopplung" (übertrieberweise) macht.

    Grüße
     
  9. Ilanode

    Ilanode Tach

    Über das "noch geeigneter" ließe sich streiten, es sei denn Du meinst die CV-Ins. Da das Maths dem VCS weitgehend entsprechen soll, müsste das Maths - ebenso, wie das VCS - u.a. auch ein lin/log Slew limiter sein.
     
  10. serge

    serge ||

    Ich glaube schon, dass der Make Noise Maths "noch geeigneter" ist, die gewünschten Wellenformen zu erzeugen.

    Zum einen erfordert der Vorschlag, eine LFO-Wellenform durch einen Slew Limiter zu glätten, zwei Module. Hingegen kann der Make Noise Maths diese Wellenformen allein in sich erzeugen, ohne Hinzunahme weiterer Module: Er wird auf "Cycle" geschaltet und arbeitet dann als LFO, dessen steigende und fallende Flanken getrennt oder gemeinsam bipolar in ihrer Geschwindigkeit moduliert werden können, um so die gewünschten "bauchigen" oder "spitzen" Kurvenformen zu erzeugen (gleiches Prinzip wie beim VCLFO). Siehe
    http://www.analoguehaven.com/makenoise/maths/manual.pdf

    Zum anderen wird man meiner Ansicht nach unter Hinzunahme einzig eines Slew Limiters nicht den im drittuntersten Bild zu sehenden Verlauf erzielen können. Denn selbst wenn der Slew Limiter getrennt einstellbare und modulierbare Slew Rates für steigende und fallende Signale hat, müsste sich die Polarität der Modulation im Moment des Wechsels von steigendem zu fallendem (bzw. von fallendem zu steigendem) Eingangssignal ändern. Tut sie das nicht, bekommst Du nach meinem Verständnis so etwas wie das hier:


    Oder das hier:


    Bei beiden Verläufen ist die Charakteristik für steigende und fallende Verläufe des Eingangssignals gleich: Im oberen Bild wird eine Änderung des Eingangssignals zunehmend schneller nachvollzogen. Im unteren Bild ist es umgekehrt, eine Änderung wird zunehmend langsamer nachvollzogen. Bei beiden ist es aber egal, ob die Änderung des Eingangssignals von einem niedrigen zu einem hohen Wert (jeweils erste Bildhälfte) oder von einem hohen zu einem niedrigen Wert (jeweils zweite Bildhälfte) erfolgt.

    Bei der gewünschten Wellenform hingegen ist in der ersten Bildhälfte eine zunehmend schnellere Reaktion auf das Eingangssignal zu sehen, in der zweiten Bildhälfte hingegen eine zunehmend langsamere Reaktion. Deswegen glaube ich nicht, dass diese gewünschte Wellenform einzig aus einer Kombination von LFO A-145 und eines spannungssteuerbaren Slew Limiters erzeugt werden kann. Es ginge vielleicht, wenn man zusätzlich noch einen spannungssteuerbaren Schalter zur Verfügung hätte, mit dem sich Polarität der Slew-Rate-Modulation für steigende und fallende Eingangssignale umschalten liesse, aber da ist der Make Noise Maths vielleicht doch die schnellere Lösung. Mit 219 Euro ist er aber auch deutlich teurer als ein VCLFO A-147 für 80 Euro. Und in jedem Fall kommt dann ja noch der S&H A-148 mit 55 Euro hinzu.
     

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  11. Ilanode

    Ilanode Tach

    Vllt. bin ich immer noch nicht ganz ausgeschlafen, sehe aber diesen Unterschied zum VCS nicht.
    http://www.bigcitymusic.com/i/cat/New/1000871_L.jpg
    Ich geh' dann mal schlafen :zzz:
     
  12. serge

    serge ||

    Zum VCS gibt es auch keinen großartigen Unterschied: Sowohl dieser als auch der Make Noise Maths lassen sich in Oszillation versetzen und erlauben die Modulation ihrer Rates, man kann also mit jedem von ihnen ohne weitere Module die gewünschten Wellenformen erzeugen. Beide gehen in dem Moment aber weit über einen klassischen (kann nicht oszillieren, kann nicht moduliert werden) Slew Limiter wie den A170 hinaus, und den hattest Du ja als Lösungsvorschlag erwähnt:

    Ja, man kann mit einem Slew Limiter die Flanken eines Rechtecks verändern, allerdings nicht mit dem vom ursprünglichen Poster gewünschten Ergebnis. Dazu ist ein sich selbst modulierender LFO (egal ob VCLFO, Make Noise Maths oder VCS) geeignet, nicht aber ein klassischer Slew Limiter (wie der A170). Das habe ich zu erklären versucht. Wäre doch schade, wenn jemand einen klassischen Slew Limiter erwirbt, nur um dann festzustellen, dass er damit doch nicht die gewünschte Wellenform erzeugen kann.
     
  13. Ilanode

    Ilanode Tach

    Mehr als das ich diesen Unterschied (= Cycle, getrennte Flanken) zw. VCS und Maths nicht sehe, habe ich doch gar nicht geschrieben. Schon gar nicht den A170 erneut empfohlen.
    :?
     
  14. serge

    serge ||

    Kann es sein, dass das Missverständnis hier seinen Anfang nahm? Denn Deine Reply…
    …habe ich so verstanden, dass Du nach wie vor der Meinung seist, dass sich die gewünschte Wellenform über das Verschleifen eines Rechtecksignals in einem Slew Limiter erzielen liesse, so dieser Slew Limiter nur die Verlaufsform "lin/log" böte. Hingegen bezog sich mein "noch geeigneter" auf "mit Maths geht's, mit reinem Slew Limiter nicht".

    Missverständnis aufgeklärt?
     
  15. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Meine mal zu behaupten, dass ich weiß was ihr gemeint hattet :lol:
    Zumindest wo ggf. Probleme auftauchen können, bzw. worauf zuachten ist.

    Grüße
     
  16. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Cool, ich wußte gar nicht, dass diese "Haifischflossen" sich dadurch erstellen lassen :supi:

    Aller besten Dank für deine ausführlichen Erklärungen.
    Ich würde mich freuen, wenn alle so immer auf alle meine Fragen antworten würden :mrgreen:

    Grüße
     
  17. 7f_ff

    7f_ff Tach

    War das Maths nicht mit 179 EUR bei Schneidesladen vor 1-2 Monaten drin?
    Irre ich mich hierbei, oder werden die Arbeitsstunden in USA jetzt besser bezahlt? :mrgreen:

    Grüße
     
  18. Anonymous

    Anonymous Guest

    Also ich nehme für die "gestuften" Wellenformen einen Bitcrusher. Funktioniert hervorragend. Für die Haifischaritgen Wellenformen kannst du auch einen VCA benutzen, bei dem du die LFO Wellenform sowohl in den Input als auch den CV Eingang patchst.
     
  19. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Vielen Dank für den Tipp!

    Ich ist das auch mit exponentiellen, sowohl als auch mit dem linearen, VCA machbar?

    Grüße
     
  20. fogman

    fogman Tach

    [​IMG]

    Quelle: Curetronic VCO/LFO
    -Ausgang Sinus in FM lin (Oszillator moduliert sich selbst)
    -Am Dreieck Ausgang liegt dann die obige Wellenform an - allerdings invertiert und verschoben.
    -Darum noch einen Inverter und ein Offset dahinter knallen
    Sollte mit fast jeder VCO/LFO Kombi gehen.
     
  21. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ist mit beiden machbar, nur, dass du beim exp VCA etwas schwieriger einsteln kannst, wie "steil der Zahn ist".
     
  22. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Ah, super, Danke auch für das Bild!

    Grüße
     

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