Mathe&Musik: Melodieskizzen aus Sprachsätzen und andere pseudaleatorische, algorithmische Kompositions-Ansätze

Green Dino

Green Dino

Octatrack users will be happy about this one!
Eben, es ist doch total egal wo die Noten bzw. die Melodie herkommt - ob zufällig durchs Fenster geflogen oder auf welchem Weg auch sonst - das ändert nichts daran, dass du sie nicht veröffentlichen dürftest wenn sie mit schon veröffentlichten Werken übereinstimmt.
 
NicolasK

NicolasK

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@flowdy: Ich verstehe ein paar grundannahmen nicht:

warum kommt schon in deinem ersten Post gleichder Hinweis auf Urheberrechte und Gerichte? Das hinterlässt bei mir den Eindruck als plantest du so etwas, oder, anders aber nicht besser, Du wolltest gar nichts neues schaffen.

ich bin durchaus der Meinung dass ein Algorithmus bzw. Eine dadurch entstandene Komposition Komposition im eigentlichen sinne ist, da die Setzung des Algorithmus ja schon tonale Entscheidungen beinhaltet, jedoch eher nicht so wie du es tust, da es keinerlei Eingrenzung oder richtungsentscheidung gibt. Einfach alle verfügbaren töne zu nehmen (so wie ich das verstanden habe) und daraus „herkömmliche“ Melodien zaubern zu wollen scheint mir nicht zielführend. Warum nicht z.b. Die 5 vokale als Pentatonische leiter, bei der die Zuordnung schon eine gewichtung vorgibt. Z.b. E zum Grundton und A zur dominante wäreN eindeutige Zuordnung und Entscheidung.
rhythmus und Betonungen wären durch die umgebenden Konsonanten zu setzen. Plosive anders als w oder n. Umlaute für blue notes oder ähnliches.
Auch wäre das von dir steuerbar, eben komponierbar.In deiner methode sehe ich nur pseudorandom ohne Willen irgendwohin zu wollen. Das funktioniert in temperierter Tonalität m.e. Nicht bzw bringt wenn man in Pop Bezügen denkt keine tollen Ergebnisse, da müsstest du die 12 Töne verlassen:)

du kannst ja gut programmieren, jetzt würde iCh vielleicht nochmals an Komposition rangehen, wie haben leute die mit stochastischen Methoden komponiert haben das gemacht? Xennakis z.b.. Nur weil etwas funktioniert ist es nicht gut. Dass man auf jeden Fall nacharbeiten muss hast du ja selbst schongesagt.

edit: sorry wenn vielleicht zu negativ formuliert, sitze am Handy, wollte mich kurz halten..,
 
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P

PySeq

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flowdy

flowdy

Paramusiker
They expect results! Privater Sektor oder öffentlicher Dienst, zu dem auch viele Unis gehören: Beide erwarten Ergebnisse für ihr Geld. Der Unterschied ist viel mehr zwischen Arbeit und Freizeit zu sehen. Wenn mir das Spaß macht, in meiner Freizeit primär Grundlagenforschung zu betreiben, dann liegt das für euereins hoffentlich im Bereich des Akzeptablen. Wenn nicht, ist das auch okay, dann wär das ein weiterer Grund, mich hier nicht weiter zu beteiligen.

Wobei es mathematisch natürlich interessant wäre, ob (und wie schnell) sich eine Funktion finden lässt, die ausgehend von einer Melodie zu einer vorgegebenen Textphrase führt.
Der umgekehrte Weg wäre logischer. Gegeben sei eine Seedphrase.

Eben, es ist doch total egal wo die Noten bzw. die Melodie herkommt - ob zufällig durchs Fenster geflogen oder auf welchem Weg auch sonst - das ändert nichts daran, dass du sie nicht veröffentlichen dürftest wenn sie mit schon veröffentlichten Werken übereinstimmt.
Wenn du meinst. Aber eigentlich ist das auch nur ein beiläufiger, spekulativer Gedanke gewesen, abschließend in meinem Themeneröffnungspost. Alle: Können wir das Thema beilegen?

Einfach alle verfügbaren töne zu nehmen (so wie ich das verstanden habe) und daraus „herkömmliche“ Melodien zaubern zu wollen scheint mir nicht zielführend.
Wenn mein Ziel ist, irgendeine Melodie als Ausgangsmaterial zu haben, die ich dann, mit so wenig Änderungen wie möglich versehen, übungshalber harmonisiere und Interessierte in meinem Bekanntenkreis frage "Musik oder Töne?", dann finde ich das schon durchaus potentiell zielführend, insbesondere im Rahmen meines Vorhabens, Komponieren zu lernen. Komponieren ist nämlich nicht nur nachspielen und notieren, was man irgendwann schon mal so oder so ähnlich gehört hat, das ist improvisieren und arrangieren. Die Melodie aus sprachlich und orthografisch korrekten Seedphrasen deterministisch herzuleiten ist lediglich ne Pirouette extra.

Stichwort Wahrscheinlichkeitsmodellierung mit Markov chains. So kann man festlegen, welche Intervalle in Abhängigkeit der letzten Töne (einer Tonleiter) als Tonfolge wie wahrscheinlich sind. Und je wahrscheinlicher, desto mehr Divisionsreste aus 0 bis Divisorbasis-1 okkupiert ein und dasselbe melodische Intervall.
 
serge

serge

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im Rahmen meines Vorhabens, Komponieren zu lernen.
Wenn Dein eigentliches Vorhaben tatsächlich sein sollte, Komponieren zu lernen, dann gibt es deutlich direkter zum Ziel führendere Methoden, als ausgerechnet bei der Generierung des kompositorischen Ausgangsmaterials das eigene musikalische Unterbewußtsein durch Umwandlung von Texten in pseudozufällige Tonfolgen zu überlisten bzw. zu überlisten.

Letzteres ist zwar eine schöne zerebrale Turnübung – Du schriebst ja selbst von "Pirouetten" –, gegen die als solche natürlich überhaupt nichts einzuwenden ist, vor allem, da es Dir Freude bereitet, die aber auf dem Weg zum Ziel letztlich einen Umweg darstellt. Aber vielleicht willst Du im Grunde ja gar nicht selbst komponieren lernen, sondern dies einer Maschine beibringen.
 
Scenturio

Scenturio

O̡̯̮̘̗̻͟͡i̸̼̘͞ṟ́͢u̻̯̤͘t͉̪̦͇̹̥n̛͚̯̯͙ͅͅe̛̟̠̞c҉҉̤͕̹̩
Der umgekehrte Weg wäre logischer. Gegeben sei eine Seedphrase.
ja, ich meinte: Gegeben sei eine Seedphrase (Eingabe A) und die gewünschte Melodie (Ausgabe B). Finde einen deterministischen Algorithmus (oder die passende Parametrisierung eines bestehenden Algorithmus), um von A nach B zu gelangen.

Mal Dirk Gently's Holistic Detective Agency gelesen? Richard MacDuff in dem Roman hatte eine Software geschrieben, die von einer bekannten Ausgangssituation den Weg zu einer gewünschten Lösung berechnen konnte - wurde sofort vom Militär aufgekauft. :cool:
 
einseinsnull

einseinsnull

[nur noch PN]
(flowdy wird niemals auch nur eine zeile code schreiben, weil er schon auf dem weg zur entscheidung über den weg zur entscheidung darüber erst mal alle rechtlichen fragen um die folgen von skiunfällen und planetaren konstellationen erörtern möchte, und jedem lösungsangebot - hier oder PN - stets stoisch ausweicht, weil ihn eine lösung ja nur von seinem schönen problem wegbringen würde.)
 
NicolasK

NicolasK

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Ich lese im text viel technisches elaborat aber keine Musik.
erinnert mich an manche Programmtexte bei Neuer Musik:„ habe ich das Spektrum der Töne in super collider umgekehrt und Nach einem Aleatorisch deterministischen System neu arrangiert um somit....“ lalala.

Das ist irgendwie schade, da ich einen ansatz sehe, aber dieser so eng ist dass ich nicht an ein schönes Ergebnis glaube. Nicht dass das eine Rolle spielte.

aber, @flowdy ein bisschen nach rechts und links in bestehende Systeme zu schauen kann einen davor bewahren das rad neu zu erfinden.
 
flowdy

flowdy

Paramusiker
Aber vielleicht willst Du im Grunde ja gar nicht selbst komponieren lernen, sondern dies einer Maschine beibringen.
Was hätte ich davon, wenn die Maschine es kann, aber nicht ich? Ich denke zugegeben viel nach, auch etwa über die ethische Frage, was man der Maschine mit echtem, und einigermaßen harmlosen Mehrwert beibringen kann, was dem Menschen vorbehalten sein sollte. Autofahren gehört für mich zu letzterem (dabei ist mir Klavierunterricht wichtiger als ein Führerschein - meine Meinung als Fußgänger, die mir bedingt durch smartphone-abgelenkte Autofahrer aber zunehmend fraglich erscheint), und Komponieren. Aber: Um es zu lernen, möchte ich erst mal meine Inspiration ausklammern. So unerfahren ich bin, verdächtige ich sie, nur schon mal Gehörtes wiederzukäuen.

Den direkten Weg, kleine Stücke schreiben (wovon ich übrigens zwei immerhin hier vorgestellt habe), Harmonie- und Formenlehre pauken, Tipps vom Klavierlehrer annehmen und umsetzen, hab ich schon beschritten und werde ihn auch weiter beschreiten, so mir Inspirationen kommen.

Warum aber nicht auch Nebenpfade erkunden? Oder hat good old Iannis Xenakis, sein etwaiger Gott hab ihn selig, ein Exklusivpatent auf algorithmische Komposition, und jeder der sich auch auf diesem Gebiet umschaut, gibt sich selbst der Lächerlichkeit preis?

(flowdy wird niemals auch nur eine zeile code schreiben, weil er schon auf dem weg zur entscheidung über den weg zur entscheidung darüber erst mal alle rechtlichen fragen um die folgen von skiunfällen und planetaren konstellationen erörtern möchte, und jedem lösungsangebot - hier oder PN - stets stoisch ausweicht, weil ihn eine lösung ja nur von seinem schönen problem wegbringen würde.)
Keine Ahnung, vielleicht war das ein Kränkungsversuch, vielleicht aber auch schulterknuffender Ansporn, aber leider kommt der zu spät. Hab schon damit begonnen, Link aufs Repo ist sogar schon gepostet vor ein paar Tagen (der README-Datei hat sich tatsächlich schon etwas Pythoncode hinzugesellt), hast du vielleicht übersehen. Wiederholung spar ich mir hier, da - insofern hast du noch recht - es so richtig vorzeigbar noch nicht ist.

Momentan bin ich bei der Verarbeitung von Markovketten bzw. -netzen, wie sie auch Xenakis einsetzte, also diese Netze platzsparend definierenden Zeichenfolgen, die man dem Webservice in spe als Parameter mitgeben kann.
(Bisher nur Überlegung: Nicht muss, ohne Angabe wird auf die letzte erfolgreich verarbeitete Definition von irgendwem zurückgegriffen. So ist noch ein volatiles Element dabei, womit das Ergebnis einer feststehenden Seedphrase wie "COVID-19" von Mal zu Mal unterschiedlich sein kann.)

Der juxmäßige Zweck, die Herleitung einem Gericht bei etwaigen Urheberrechtsklagen aufs Tapet knallen zu können, in der Hoffnung die rechtlichen Konsequenzen für mich abzumildern, sei nur meine spinnerte Anfangsidee, von der ich jetzt auch nur noch mit einem Augenzwinkern schreibe. Es sei hiermit noch mal gesagt, dass ich, eingedenk des allseitigen Widerspruchs, mich davon distanziere. Da ich Zufallsplagiate eh für unwahrscheinlich halte, muss ich meine Seedphrasen eigentlich auch gar nicht verraten, wenn ich sie nicht im Eifer des Egos selber rausposaune.

Ob man meinen Kompositionen ansehen können wird, ob sie originär kreativ, hervorgeklimpert sind oder algorithmisch konstruiert? Diese Frage ist für mich Ansporn genug, da brauch ich keinen Polizeinotruf mit seinen hehren Vorhersagen, die mehr über ihn preisgeben als über mich.

@flowdy im Selbstgespräch: Sorry, kannst du nicht einfach mal die Finger halten? So Metagewäsch verschwendet ja nur Lebenszeit. Code oder lebe, aber rede nicht so viel.
 
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