Microtuning - John Frusciante

xenosapien

unbekannt verzogen
fand ich ganz nice, ja - aber mal wieder Clickbait-iger Bullshit Titel des Videos ;-)

Ist halt aber auch nur als Studio-Musiker praktikabel, und dann auch nur wirklich wenn das betroffene Instrument in der Passage des Songs (hier das Intro) nicht noch 2 Begleitspuren von anderen Instrumenten hat und einigermaßen alleine spielt - dann muss es nämlich ja auch dazu passend gestimmt sein, oder eben alle Instrumente wie im Fallbeispiel auf die jeweiligen Intervalle "korrigiert".
 
Schade gibt er keine weiteren Hinweise, um sich in das spannende Thema einzuarbeiten. Denn ausserhalb unserer gleichstufigen Stimmung gibt es eine ganze Menge
verschiedener Ansätze, welche allgemeine Stimmung denn die richtige sei - Quer durch die Jahrhunderte.
Ebenso faszinierend sind sogenannte mikrotonale Kompositionen, welche, um im Europäischen Raum zu bleiben, sich abseits unseres eingesessenen zwölfstufigen System
bewegen.

Fabio Costa, 31-Ton-Skala, basierend auf Huygens und Fokker:

Alois Haba, gespielt auf einem Vierteltonklavier (nein, ohne Pitchbender :))
 

Plan9

||
Zuletzt bearbeitet:
Moin!

Name müsste ich mal suchen, aber es gibt zeitgenössische Komponisten, die sich mit Microtuning auseinander gesetzt haben und entsprechend z.B. für Saxophonquartett komponieren. Da müssen dann plötzlich der 7. Oberton von einer Stimme mit einer anderen passen.

Für Keyboarder gibt dann:

Hermode-Tuning, das stimmt in Echtzeit nach

Diverse kontinuierliche Controller z.B. Haken Continuum.

Oder man macht viele Knöpfe, Tonal Plexus t.B.:
View: https://www.youtube.com/watch?v=APtJsaPxNgo


31 Töne bieten sich aus mathematischen Gründen an, das nächst kleinere wären IIRC 19.

Grüße
Omega Minus

UPDATE:
Etwas besser und korrekter steht's hier:
https://en.wikipedia.org/wiki/Equal_temperament#Various_Western_equal_temperaments

Für den mathematischen Grund, ebenda:
"...
2, 5, 12, 41, 53, 306, 665 and 15601 are denominators of first convergents of log2(3), so 2, 5, 12, 41, 53, 306, 665 and 15601 twelfths (and fifths), being in correspondent equal temperaments equal to an integer number of octaves, are better approximation of 2, 5, 12, 41, 53, 306, 665 and 15601 just twelfths/fifths than for any equal temperaments with less tones.[50][51]
..."
Die beste rationale Approximation hat man bei einer abgebrochen Kettenbruchentwicklung. Die Approximation ist umso besser, je größer die Zahl ist, bei der man den Kettenbruch abbricht. Leider haben Kettenbrüche die notorische Eigenschaft, weder in der Schule noch in Uni behandelt zu werden und daher kennen die viele nicht. Dabei können sie helfen, siehe Zahnradproblem:
https://www.mathi.uni-heidelberg.de/~thaeter/anasem08/Kettenbruch2.pdf
 
Zuletzt bearbeitet:
Befasse mich mit dem Thema Microtuning schon seit einiger Zeit – nachfolgend ein paar Ressourcen, nur ein minimaler Bruchteil von dem, was ich in den letzten Jahren so recherchieren konnte… das Thema ist uferlos ;-)

http://www.huygens-fokker.org/index_en.html

http://untwelve.org/index

https://en.xen.wiki/w/Main_Page (referenziert auch auf deutsche Inhalte)

https://sevish.com/ (u.a. mikrotonaler Drum & Bass)


Wikipedia bietet einen schönen Überblick über nennenswerte Komponisten der mikrotonalen Musik.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrotonale_Musik

https://en.wikipedia.org/wiki/Microtonal_music


Microtuning goes Eurorack ;-)

https://tubbutec.de/µtune/
 

einseinsnull

ich weiß eh alles besser.
ich vertrete auch diese these wie der typ im video, dass die reine stimmung eigentlich die "natürlichere" und "richtigere" ist, aber mir wird da regelmäßig widersprochen.
 
ich vertrete auch diese these wie der typ im video, dass die reine stimmung eigentlich die "natürlichere" und "richtigere" ist, aber mir wird da regelmäßig widersprochen.
Eine Stimmung bei Instrumenten mit mehr oder weniger fixer Tonhöhe ist halt immer ein Kompromiss.

Klar, ich kann Keyboard oder Gitarre auf eine bestimmte Skala stimmen, damit diese (und vlt. naheliegende) gut und rein klingen. Damit verbaue ich mir dann aber Musik mit modukationen. Schon eine einfache Halbtonrückung im letzten Refrain und man hat Schmerzen.

Ich kenne einen Cmbalisten, der in der ersten Hälfte des Konzerts eine bestimmte historische Stimmung benutzt. Dann gibt's eine Pause und er stimmt für die zweite Hälfte das Cembalo um.


Und ja, ich finde es wichtig, interessant und hörenswet, sich mit diesem Thema zu befassen. :)

Grüße
Omega Minus
 

lilak

||||||||||||
bei gitarre ist microtuning vollkommen falsche adresse weil schon wegen der bundgeometrie eigentlich alles falsch getuned its. ich hab eine chouard fret mobil klassikgitarre da geht das aber das klingt dann eigenartigerweise nicht wie eine gitarre. knapp daneben ist eben auch gut, fusciante macht das sicher einfach nach ohr und nicht nach irgendwelchen zahlen. insofern ist das video einfach irreführend.

 

monoklinke

|||||||||||
Bin ich eigentlich der Einzige, der dieses mikrotonale Gedöns fürchterlich findet?

Bei orientalischen Klängen lasse ich mir das ja noch gefallen, aber das Pianostück von Haba da oben klingt wie das verstimmte Klavier im Saloon eines schlechten Westerns.
Oder?
 

einseinsnull

ich weiß eh alles besser.
Eine Stimmung bei Instrumenten mit mehr oder weniger fixer Tonhöhe ist halt immer ein Kompromiss.
tja und je nach standpunkt ist das eine reine stimmung auch. :)

Ich kenne einen Cmbalisten, der in der ersten Hälfte des Konzerts eine bestimmte historische Stimmung benutzt. Dann gibt's eine Pause und er stimmt für die zweite Hälfte das Cembalo um.
die richtigen probleme beginnen immer dort, wo man tasteninstrumente mit anderen mischt, dann pass(theoretisch) gar nichts mehr.

am computer kann man sich heutzutage gott sei dank von gleichförmiger stimmung lösen, wenn man auf zwei drittel der kommerziellen produkte verzichtet.

aber unsere ohren sind jetzt so kaputt...
 


Neueste Beiträge

News

Oben