Musik und Entwicklung

Dieses Thema im Forum "Musik" wurde erstellt von Neo, 10. Oktober 2006.

  1. Neo

    Neo aktiviert

    Ich habe mir gerade nochmal ein paar alte Sachen (80er) reingezogen und was mir auffällt das selbst das was man als Mainstream bezeichnet um Welten besser war als der Mist der heute auf VIVA läuft. Man kann das auch nicht nur unter Geschmack laufen lassen, da doch sehr viel manipuliert und gesteuert wird. Da geht es wie so oft nur um Geld und sonst garnichts. Nicht das es heute keine gute Musik gäbe, aber man muß doch gezielter danach suchen, während es eine Zeit gab wo soetwas in den Charts war und kommerziell sehr erfolgreich. Auch tontechnisch gibts immer noch ein paar Sachen die alles in die Tasche stecken was heute so "in" ist. Dabei haben wir doch nun Audiomöglichkeiten die fast grenzenlos sind. Haben die vielen Möglichkeiten vielleicht sogar den Blick aufs wesentliche verstellt ? Sowas wie Covenant wäre früher locker rund um die Uhr in VIVA, MTV und Radio gelaufen, bzw. zu der Zeit im Beatclub ect. . Wird es mal wieder eine Entwicklung weg vom totalen Kommerz geben ? Oder ist die Musik der Pisa Generation angepaßt worden ? Da hilft wohl alles jamba`n nichts, Music for the Masses. :sad:
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    früher war alles besser :opa:
    Wer interessiert sich denn für die Charts? Das nicht so an Musik interessierte Stimmvieh, alle anderen hören schon lange an anderen Rohren, und da gibts tolle Sachen.. die grooven und fiesen und britzeln .. kannte man in den 80ern garnicht, sowas.. ;-)
     
  3. Neo

    Neo aktiviert

    Alles nicht, manches ja. :)
     
  4. Moogulator

    Moogulator Admin

    Damals gabs Arbeit, heute arbeitet keine Sau mehr und legt sich hin, bis wir wieder zur Uni und Co gehen, weil wir HUNGER haben.. Danke China.. ;-)

    Musik: Nunja, es gibt sicher im VERGLEICH einige Dinge, die damals liefen auch weil der Synthesizer neu war und alles ging, aber auch nicht ALLES alles, sondern nur "alles".. Einige Bands würden heute nicht mehr gespielt.. Sowas wie Contruction time again (DM) hätte heute keine Chance, setzen wir natürlich vorraus das dieselbe Innovation vorläge, etc.. Das spielt auch ne Rolle..

    Nunja, Charts und co sind zum ignorieren da, wir haben heute die beste "Indieszene" der Welt, Online geht viel viel mehr als früher, die verdammte Tapekopiererei und so war nervig, heute kannste ne Site machen oder poen source radios und netlabels an jeder Straßenecke haben.. Fortschritt..
     
  5. **damals** musste ein(e) sänger(in) noch singen können .... zumindest gabs nicht so viel technik, die sogar aus unbegabten zappeltteenies superstars gemacht hat

    oder anderherum gesagt: früher war noch echtes talent gefragt. heute muss man eher bereit sein, sich vorm publikum zum affen zu machen (lassen)
     
  6. Moogulator

    Moogulator Admin

    ehm, wirklich? es gab verdammt kaputte sachen mit leuten die nicht so recht singen konnten.. prinzessin dings mit ihrem hit hatte den nur, weil sie irgendwie berühmt ist/war..

    und so singpüppchen und puppen gabs immer wieder..
    beweise? http://matrixsynth.blogspot.com/2006/10 ... ldren.html
    sowas gibts heut nicht mehr ;-)
    find ich auch nicht schade.. *G*

    aber der liebevolle dilletantismus war auch manchmal cool..
    das geht heute ALLES nurnoch im underground, meine ansicht geht eigentlich alles von wert ausserhalb der musikTV industrie ab.. selber schuld, wenn sie es verpassen, die sind immernoch bei britpop a la franz ferdinand und lasse doch.. die wollen doch garnichts, nur verkaufen,.. gefallen muss das zeug nicht.. wenn die sender ohne publikum senden und sich die leute ihre musik selber suchen und finden in ganz anderen ecken, so weine ich keine träne, sie haben es selber verbockt und durch diese DRM und Co Labereien haben sie auch kaum Vorschritte erreicht..

    Wenn Kids nurnoch in der Bravo leben würden, wäre das wirklich schrecklich.. und ein paar davon gibts ja noch, .. Denen wünsche ich viel Spaß mit drittklassigen Schülerrockbands mit Hairstyle und Personendifferenzierung .. Ich muss bei Kindern mit so Style eher lachen, auch weil die in ein paar Jahren vermutlich alle an der Flasche oder Spritze hängen.. Schade, zumal sie ihre Zeit nicht mit vernünftigeren Sachen verbringen ;-)

    Gegönnt seis ihnen allen.. Aber ich fand schon Boy George schwierig zu ertragen, der konnte singen und hatte nur weibliche Dubletten als Fans, das kann nicht gut gehen.. Der arme liegt heute regelmäßig im Knast oder sonstwo, der kommt einfach nicht klar..

    Ok, dafür gehts Howard Jones heute gut.. auch ohne Haare ;-)

    Kommen wir wieder zurück zur Musik?

    WAS IST GUTE MUSIK?? WAS MACHT SIE AUS??
     
  7. MvKeinen

    MvKeinen aktiviert

    ich glaub man muss trennen zwischen dem Kommerziell orientiertem Verkauf von gesyncten livestyles (Komplettpaket: Kleidung, Zeitungen, Schönheitsideal, Coolness und Helden) und ...... Musik.

    naja ist wohl beides Musik, aber ich reagiere immer etwas empfindlich wenn Musik einem festgelegtem Zweck dient.

    Aber wenn man jetzt die Charts vergleicht, dann stimmt das schon mit der Qualitätsabnahme. Police fällt mir da spontan ein.

    Allerdings gab es in den 60ern,70ern,80ern auch Sachen die einem die Schamhaare zu berge stehen lassen. Und nicht wenig
     
  8. das isses stichwort :blumen:

    vieles schrottiges aus den späten 70er und frühen 80 kann man ohne weiteres unter liebevoll-dilletantisch sehen...
    danach war aber schluss

    anderum fragen: was macht einen guten musiker aus
    die charts ? die technik ? oder das können ? ... auch mal live/unplugged singen....

    das heisst jezz nicht, das es heute keine gute musi/guten musiker mehr gibt...
    da wird einfach nur zuviel zugunsten des kommerz gepushed und verfälscht


    bata illic rulez... absolut affenscharf der typ.... besonders mit seiner weissen knallengen schlaghose ;-)
     
  9. Neo

    Neo aktiviert

    das kann wohl auch nur jeder für sich selbst beantworten. Bei mir wäre die Antwort:" Jemand der Emotionen transportieren und wecken kann".
     
  10. Moogulator

    Moogulator Admin

    Ich finde es immer interessant, wie wichtig diese Emotionen sind, die da ausgelöst werden.. Heulkrampf? Schreikrampf? Angst? Geil, kauf ich?.. So etwas?..

    Ist ein "guter Musiker" wirklich so einfach definiert? Gehört zu Musik ein Gesamtkonzept? Ist der Musiker gesund, freut sich der Mensch?..
     
  11. http://www.youtube.com/watch?v=mIK-kS3y7EM

    siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Bruce_&_Bongo
     
  12. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Es gibt - zumindest für mich - mehr gute Musik als man hören kann.
    Aber man muss sich schon ein bisschen anstrengen, sie zu finden.
    Das ist aber in fast allen Bereichen des Lebens so. Man kann auch nicht an jeder Straßenecke gut essen oder einen Aston Martin kaufen. ;-)

    Gruß,
    Markus
     
  13. hab da ja keine exakte zeitgrenze gesetzt... ;-) dümm-dämlich gabs schon immer, aber der trend dazu nimmt seit etwa dieser zeit extrem zu....

    damals waren solche nummern noch selten und hatten noch irgendwas zum läche;-)ln.... nur heute ist was absolut ernst gemeint und standardniveau
     
  14. Anonymous

    Anonymous Guest

    Sehe ich ähnlich. In 2006 kommt es immer drauf an, in welcher Realität man sich bewegt. Wenn es die der Mainstreammedien ist, dann könnte jemand tatsächlich den Eindruck gewinnen, es gäbe größtenteils nur noch unterirdische Geräuschprodukte, die so ähnlich wie Musik klingen. Und dass man sich zum Popstar casten lassen kann und ansonsten auch eine nichtvorhandene Stimme sowie mangelndes Sprechvermögen genügt, um einer zu werden, wenn auch nur für einmal und das dann ganz kurz.

    Aus dieser Perspektive sieht es auch für mich so aus, als ob die 90er ziemlich unergiebig gewesen wären und die letzten Meilensteine eben in den 80ern geschrieben worden wären. Doch zum Glück scheinen sich Parallelwelten entwickelt zu haben, die eben nicht bei Saturn gelistet sind und es Leute gibt, die mich mit Informationen versorgen. Zum Glück! So ist es auch kein Beinbruch, den Fernseher auszulassen, die Charts nicht zu verfolgen und auch kein Formatradio zu hören sowie Gigs zu besuchen, die nicht per RTLII-Musiktipp-Spot promotet werden.

    Ein Vorteil hat diese Parallelrealität außerdem: Sie ist zwar auch kommerziell, meistens jedenfalls, aber nicht auf 250 Mio-BPM hochgepeitscht und mit komplettem Seeleverkaufen der Künstler verbunden. Der Voyeurismus der Mainstreammedien scheint nur noch drauf getrimmt zu sein, endlich Robbie Williams abstürzen zu sehen und Wetten darauf abzuschließen, wann denn Tokio Hotel einen Drogen- oder Sexskandal erlebt. Und sich dran aufzugeilen, dass eine Dürftigstimme Madonna halt den größten Umsatz in 2005 gemacht hat. Sabbermaterial für BILD-Spanner, dröge hoch zehn für mich :D
     
  15. jep: die parallelwelten... der hinterhof... der keller... die garage....

    da wird noch gute musik gemacht... da gibts noch wirkliche musiker, die einfach nur musik machen und ncht zu superstar™ werden wollen....
     
  16. Moogulator

    Moogulator Admin

    Nicht nur dies, es gibt und gab schon viele Seitenwelten.. Der gute Klaus war ja schon älter und da hat man sicher noch ne bessere Übersicht, dennoch habe ich auch rel. früh kapiert: Musik? Aha, sowas gibts nur in speziellen Läden und auch nicht überall, alles andere kannste knicken.. Auch wenn es in den Charts mehr gab, was ich auch mochte, werweiss.. Die jetzt 8-12jährigen finden vielleicht den Kram von jetzt gut.. Mit Recht kann man DA sagen "ich hatte eine schwere Kindheit".. Aber kommt auch auf das Umfeld und den Zugang an.. die haben ja auch alle Internet..
     
  17. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Es gibt auch noch einiges zwischen Superstar-Fernsehen und Hinterhof. ;-)

    Die Kölner unter Euch kennen ja vielleicht den Laden von Georg Odijk (a-Musik).
    Ich sage Euch ehrlich - wenn ich da so alle paar Monate mal reinschaue, finde ich mehr interessante Tonträger als ich kaufen kann bzw. will.
    Das gleiche gilt für einen Versender wie fe.org.
    Was da alleine jeden Monat an Neuigkeiten gelistet ist inklusive Reissues...
    Und kein einziger Chart-Titel dabei. :P

    Gruß,
    Markus
     
  18. Moogulator

    Moogulator Admin

    ..so meinte ich das auch mit dem Nichtschartkram.. gibt recht viel..
     
  19. Anonymous

    Anonymous Guest

    Als ich so richtig mit elektrischer und elektronischer Musik angefangen habe, da waren in "meinen Kreisen" Charts und Singles als minderwertig angesehen. Keiner wäre auf die Idee gekommen, das Zeug als Konserve oder im TV zu konsumieren. Das änderte sich Anfang der 80er, als Rockpalast zur Institution wurde und sogar in den Charts eben Sachen wie Mr.Mister, Nick Kershaw oder Toto landete. Zwar waren das meistens auch nur Singleauskoppelungen von den Alben, aber ich meine, ein "Kyrie", "Take on me" oder "Land of Confusion" ist noch heute einfach gut gemachte Musik, und sogar formatkompatibel, und es gibt noch zahlreiche andere Beispiele. Vielleicht ist es das, was dann in den 90ern nachgelassen hat und es nur wenige Sachen wie Snap oder so gab, die Bestand haben. Diese Mainstreammedien transportieren ja höchstens Schostakovitch oder Debussy, weil es in Musikredaktionen von Arte oder 3Sat schon mal Leute gibt mit Neigung zur Kultur. Der Spagat beim Senderzapping ist da manchmal schon krass! Eben noch 50 Cent, ein Knopfdruck weiter Bernstein-Doku, gefolgt vom Teleshop-Angebot "Die schönsten Country-Hits der 50er und 60er auf 4 CDs" :D
     
  20. MaEasy

    MaEasy aktiviert

    Ich denke, die Musik hat sich in alle Richtungen ausgedehnt. Noch nie konnte ein Musikfreund aus so einem 'Topf voller Musik' schöpfen. Leider haben sich dadurch auch die Extreme ausgeweitet. Wenn man sich ab und zu auf die musikalischen Wurzeln besinnt, kann man mit der Entwicklung eigentlich ganz zufrieden sein, ich zumindest! Obwohl, jetzt wo darüber nachdenk, die ganze Klingeltonscheiße ist schon schlimm. Und Live-Bands müssten mehr gefördert werden... :cry:
     
  21. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Mehr aber auch nicht. ;-)

    Ich fand's schon damals ziemlich flach.

    Gruß,
    Markus
     
  22. Anonymous

    Anonymous Guest

    Na ja, Charts sind Flachwasser und die Titel sind ja Auskoppelungen von etwas tiefer gehenden Alben. Und Richard Page meint es ja mit seinen Messages schon ernst und auch sein Vortrag ist schon mit klar erkennbar intensiver innerer Beteiligung, von seinem christlichen Engagement mal abgesehen. Immerzu den Ultratiefsinn und superraffinierte Kompositionsarchitektur zu transportieren muss ja übrigens auch nicht sein, meine ich. Ich fände das zu anstrengend und auf eine Weise auch zu bemüht um nicht zu sagen: krampfig. Aber ich will da nicht weitergehen, bin Lichtjahre davon entfernt, Muckepolizei zu spielen :D
     
  23. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Es gab' aber auch damals schon flacheres, z.B. von Stock Aitken Waterman ;-)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Stock_Aitken_Waterman
     

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