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Nutzt Ihr Tools für Chords/Progressions? (Scaler & Co.)

  • #31
Man sollte nicht vergessen, dass man sich über solche Hilfsmittel auch weiterentwickeln kann. Beispiel: Einige MIDI-Controller/DAWs zeigen die gerade gedrückten Akkorde an. Das kann beim Learning by doing eine durchaus lehrreiche Erkenntnis sein. Oder auch MIDI Keyboards mit Scale-Funktion: Perfekt, um mal entspannt und ohne Nachzudenken zu einer Akkordfolge aus dem Sequenzer mit einem Leadsound zu jammen. Also ja, warum solche Tools nicht nutzen? Irgendwann braucht man sie vielleicht nicht mehr.
 
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M.i.a.u.: Whych, emell, Comandante und 5 andere
  • #32
Man sollte nicht vergessen, dass man sich über solche Hilfsmittel auch weiterentwickeln kann. Beispiel: Einige MIDI-Controller/DAWs zeigen die gerade gedrückten Akkorde an. Das kann beim Learning by doing eine durchaus lehrreiche Erkenntnis sein. Oder auch MIDI Keyboards mit Scale-Funktion: Perfekt, um mal entspannt und ohne Nachzudenken zu einer Akkordfolge aus dem Sequenzer mit einem Leadsound zu jammen. Also ja, warum solche Tools nicht nutzen? Irgendwann braucht man sie vielleicht nicht mehr.
danke. Das ist genau meine Sicht. Entsprechend der "Nein-Fraktion", müsste ich als Nicht-Profimusiker sehr lange damit warten, bis ich (neben meinem Hauptjob und mit begrenzter Übungszeit) perfekt auf der Tastatur bin und jede Chord-Kombination kenne und spielen kann. Wenn ich aber mit 70 ( :cool: ) dann erst anfange eigene Musik zu komponieren, dann ist mir persönlich das ganze zu spät ...
 
  • #33
grundsätzlich stimmt das mit dem lernen.

aber ob du dann später wirklich damit aufhörst das tool zu benutzen, nur weil du es jetzt auch ohne könntest?
 
  • #34
jeder arbeitet anders. Ich bin scheinbar zu doof für Musiktheorie, wenns nicht läuft, hört es sich einfach mistig an. Mein Problem ist nicht unbedingt eine Akkordfolge x-y-z, sondern "wie komme ich von x nach y?", oder "jetzt habe ich x und y, wie komme ich nach z?". Oder - und das ist für mich das Schlimmste - "jetzt habe ich x und y, was ist das beste z?".
Sicher gibt es da "technische" Antworten im Sinne von "lern Musiktheorie, dann kannst du dir die drei bestklingenden Möglichkeiten für z ausrechnen". Und da ärgere ich mich lieber über mich selbst, als über eine Software. :-)
 
  • #36
Keine Tools. Ich liebe es, am Klavier zu sitzen und mit Akkorden zu experimentieren. Das lasse ich mir doch nicht wegnehmen.
 
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M.i.a.u.: claudio und Lumm
  • #37
Mein Problem ist nicht unbedingt eine Akkordfolge x-y-z, sondern "wie komme ich von x nach y?", oder "jetzt habe ich x und y, wie komme ich nach z?".
Bei mir ergibt sich das immer von alleine, ich muss die Akkorde im Kopf dann nur noch auf dem Keyboard finden 😬 Aber im Zweifelsfall suchst du das was zur Melodie und zum Bass passt, das schränkt die Möglichkeiten meist ein wenig ein.
 
  • #39
Ich bin von Haus aus kein Musiker, habe mich aber während des Klavierunterrichts und danach parallel immer regelmäßig mit der Musiktheorie beschäftigt, da ich für die Improvisation besser gerüstet sein wollte. Ich bin länger am überlegen, mir Scaler 3 anzuschaffen, aber bin da noch unschlüssig. Meine Hoffnung ist, dabei Interessante Chord-Folgen zu finden, die mir so möglicherweise nur durch sehr zeitaufwändiges Probieren an der Tastatur aufgefallen wären. Abgesehen davon, dass ich viele Akkorde ausserhalb der klassischen Stufen I, IV, V, VI in vielen Tonarten auch noch gar nicht kenne.
Ich nutze in meiner veröffentlichen Musik Chord-Progressionen in Logic und habe immer den Quintenzirkel neben mir liegen, wenn ich mit einem Song starte. Im Verlauf des entstehenden Songs wechsele ich auch die Progression manchmal oder wechsele auch mal die Tonart, bzw. baue einen Tonartwechsel in den Song ein. Die Unterstützung durch Tools (hier Logic) ist für mich aber nur in sofern ein erster grober Startpunkt, es gibt aber eine gute Übersicht, wo im Song gerade was passiert (und die Stimmung, welche ich erzeugen will). Ich bin wie hier schon vereinzelt geäußert der Meinung, die richtige Arbeit startet erst und die Qualität des Songs entsteht erst mit den weiteren Zutaten (ARP, Melodie, Chor, ...), daher wäre imho eine Verwendung von Scaler für diesen Teil der Kreativität im Auffinden von interessanten Chord-Progressionen musikalisch legitimiert. Das ist aus meiner Sicht etwas anderes als den ganzen Song mit Hilfe von KI zu bauen. Alles was da noch dazu kommt, wie ARP, Melodie, ... würde ich nicht im Scaler machen, sondern in der DAW und dann mit meiner eigenen kreativen Schaffenskraft ...
Leider scheint es von Scaler 3 keine Demoversion im Download zu geben, ich bin bei 99 EUR für einen solchen Test noch am hadern ...

Ich arbeite teils ja auch mit komplexen Akkord-Folgen und finde es einfach spannend mit einem solchen Tool Progressions zu finden, die eben noch nicht so ausgelatscht sind wie viele. Als Gitarristin übertrage ich hin und wieder Harmonien in die DAW, aber das ist teils mühselig. Mit Scaler geht das schon ziemlich cool. Ich weiß nicht, was Ultimate Chord Engine kostet, aber das fand ich auch richtig nice, klein und praktikabel. Unter Reaper gabs so ein Script "Chord Gun", aber das war irgendwie spooky.

Wer wirklich wählerisch in puncto Chords ist und auch mal ungewöhnliche Progressions bauen will, kommt mit solchen Tools deutlich besser zurande, als wenn man irgendwas auf der Klaviatur sucht. Moll/Dur krieg ich hin - bei Sept-Akkorden okay - Add11, Sub-Irgendwas müsste ich erst Grifftabellen rausholen. Das kann Scaler dann ganz schnell und das spart schon Zeit.

Aber dafür reicht auch Scaler 1 - und DAS kritisiere ich. Die blasen die Tools alle enorm auf. Auch Ozone mit der Mastering Suite. Die ganzen komischen Module brauche ich gar nicht. EQ, Imager, DynEQ, Comp, Limiter ... jedes Jahr kommt was on top, was man bezahlt und nicht braucht.
 
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M.i.a.u.: Stue
  • #41
das ist einer der punkte, die für den computer als kompositionsassisten sprechen, egal ob automatik-quatsch oder pianoroll/score: auf einer guitarre oder einen piano zu improvisieren limitiert dich dabei auf das, was auf diesem instrument physisch spielbar ist.
Genau warum auf das begrenzen was man selbst spielen kann. Mit Mathematik/Harmonielehre + einem Notenblatt kann ich auch Sachen komponieren die ich vielleicht niemals selbst spielen könnte, bin ich dann weniger kreativ?

Oder man macht es wie Thorsten Quaeschning hier und würfelt einfach die Akkorde, Mensch ist das aber ein Unkreativer^^ Schön, dass er mal damit aufräumt, als wenn da jeder bei Mondschein auf eine Eingebung vom Universum wartet. Wahrscheinlicher ist es, dass man eh schon 10.000 mal gespielte 4-8 Akkorde zusammenschustert.

Die Akkordfolge zu finden, würfeln, generieren lassen macht wirklich nur einen winzigen Bruchteil von der Musik aus.
Ich feiere diese Stelle im Video wirklich: Gott würfelt nicht, Thorsten von Tangerine Dream schon 😂 🎲

 
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M.i.a.u.: Whych und Solar Chrome
  • #42
Bei meiner aktuellen Musik brauch ich nur einen Akkord pro Track, maximal zwei. 🖖

Das schaff ich auch noch selber. 😉
 
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M.i.a.u.: dubsetter, Solar Chrome, Herbie und 2 andere
  • #43
musikmachen mit scaler ist wie kochen mit mikrowelle.
Schlechte Analogie, weil die Mikrowelle im Grunde nichts anderes macht als der Herd (Moleküle anschubsen).
"Thermomix" oder "Mikrowelle mit TV Dinner" wäre etwas passender.

Andererseits: Hat sich June Carter Cash auch schon der Kreativitätslosikgeit schuldig gemacht, als sie (falls die Szene im Film authentisch ist) "Ring Of Fire" auf der Autoharp komponiert hat?
Auf dem Omnichord (das im Grunde eine elektronische Autoharp ist) herumzudaddeln und dabei auf hübsche Akkordkombinationen zu stoßen macht einen großen Spaß und ist nicht per se unkreativ, würde ich mal behaupten.

Wenn ich spitzfindig wäre, könnte ich sogar die Behauptung in den Raum stellen, dass das Pauken von Harmonielehre auch nichts anderes ist als irgendein Akkordfinde-Tool.
Nur, dass ich mir die möglichen Akkorde und Akkordfolgen in meinen internen Speicher schaufele und von dort abrufe, anstatt sie aus einem externen Speicher zu holen.

Übrigens:
Ein schönes Beispiel für das Herausbrechen aus klassischen Harmonielehregesetzen (ja, das hat schon mit dem Thema zu tun!) ist der stumpfe Anhalt-EBM. Hier wird ein ganzes Genre auf einem Akkord aufgebaut, für dessen Benutzung es in staatlich subventionierten Konservatorien was mit dem Lineal auf die Finger gegeben hätte, nämlich dem Tritonus. Und zwar (wie ich mir gut vorstellen kann) ohne dass es irgendeinem der Pioniere jemals aufgefallen wäre und (auch vermutlich) ohne Zuhilfenahme eines Scalers oder Omnichords (das auch gar keinen Tritonus kann, glaube ich).
Jaaaaaa, ich weiß, dass das weder musikhistorisch noch harmonielehretechnisch genau hinhaut, aber im Grunde isses das doch, Manno...

Schöne Grüße
Bert
 
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M.i.a.u.: Whych, marlinde, Comandante und 3 andere
  • #44
Schlechte Analogie, weil die Mikrowelle im Grunde nichts anderes macht als der Herd (Moleküle anschubsen).
"Thermomix" oder "Mikrowelle mit TV Dinner" wäre etwas passender.

ja, ich hätte wohl noch dazu sagen sollen, dass in der mikrowelle natürlich junkfood warm gemacht wird. :)

Wenn ich spitzfindig wäre, könnte ich sogar die Behauptung in den Raum stellen, dass das Pauken von Harmonielehre auch nichts anderes ist als irgendein Akkordfinde-Tool.

fine ich überhauopt nicht spitzfindig, sondern ist im kern vermutlich einfach richtig.

wie bei vielem, was man in der grundschule so lernt, sollen die 3 akkorde ja auch nicht (nur) auswendig gelernt werden um sie dann die nächsten 70 jahre zu benutzen, sondern man soll damit einfach erst mal nur mit der idee konfrontiert werden, dass ein regelwerk einem dabei helfen kann ein kunstwerk zu erschaffen.

später lernt man dann noch ein paar jazz akkorde dazu oder erlaubt sich einen würfel zu benutzen, und wenn es gut läuft erfindest du zum schluss alles von grund auf selbst und machst was eigenes - aber ein regelwerk ist es immer noch und es hat immer noch was mit der sache mit 4/4 takt und 3 akkorden gemeinsam.

und genau deswegen haben diejenigen auch recht die meinen man könnte ja mithilfe einer solchen software auch einfach etwas lernen, was man vorher vielleicht noch nicht kannte und wusste. '
wenn sie gut gemacht ist, hat sie dabei einem theoriebuch sowohl als auch einer orgel-begleitautomatik etwas voraus.
 
  • #45
Nö. Scaler macht keine Musik, sondern ist eine interaktive Grifftabelle.
Vielleicht hast Du ja eine musikalische Ausbildung mit allen Jazz-Akkorden usw. ... ich nicht.
Ich denke die wenigsten User hier machen anspruchsvolle eher "orchestrale" Sachen, typisch sind wahrscheinlich 3er Akkorde - schon weil einige der beliebten analogen Synthesizer ansonsten Probleme mit der Poyfonie bzw. Voice Stealing etc. bekommen :fresse:, wenn man dann schon 'ne Melodie und 'nen Bass hat ist die Auswahl für die weiteren Noten meiner Erfahrung meist offensichtlich, dafür brauch man keine Tabelle oder Software. Gerade bei den eingängigen Sachen folgen die Akkorde oft der Melodie und dann hat man nur noch zwei weitere Noten zu finden, die sich nicht mit Bass und Melodie beißen. Wenn man es sich einfach machen will transponiert man den Sound mit dem man die Akkorde spielt so, dass sich die Noten (nicht die Tonhöhe ) in der DAW mit der Melodie überlagern, dann muss man nur noch entscheiden welche der 3 Noten des Akkords sich mit der Melodie überlagern sollen bzw. welche der beiden weiteren Noten zwischen über oder unter der Melodie im Verlauf besser funktionieren :idea:
Gut - bei mir passen einzelne Noten oft im Verlauf dann doch nicht zu Melodie und Bass, decken sich trotzdem zu meinen Vorstellungen der Akkorde die ich an dieser Stelle in meinem Kopf klingen, wenn man den Track an der Stelle nicht gerade einfriert fällt einem das dann auch nicht auf. Keine Ahnung ob irgend eine Software das berücksichtigen kann oder doch eher stur nach den Regeln geht :dunno:
Speziell bei 90er Techno wurden irgendwelche Chords gesampelt und oft offensichtlich unpassend eingesetzt, was scheinbar Teils des Charmes mancher Tracks zu sein scheint.
 
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M.i.a.u.: einseinsnull
  • #46
Nö. Scaler macht keine Musik, sondern ist eine interaktive Grifftabelle.
Vielleicht hast Du ja eine musikalische Ausbildung mit allen Jazz-Akkorden usw. ... ich nicht.

Der Punkt ist doch, dass Du mit von der Software vorgeschlagenen Jazz Akkorden überhaupt nichts anfangen kannst, wenn Dir andere Dinge, die man zur Entscheidungsfindung braucht, auch fehlen.

Das hat sie in der Tat mit dem Versuch "alle" Akkorde auswendig lernen zu wollen, gemeinsam. Das bringt auch nichts.

Wo es bei Scaler hingeht sieht man an der Art und Weise wie es beworben wird.

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Du bist 12 und kannst immer noch kein Instrument spielen? Installier Dir unseren VIrus in Deinem Handy und Du wirst weltberühmt!
 
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  • #47
Ich finde die Chord-Funktion in der NI Maschine plus ganz hervorragend.
Ansonsten fällt mir noch Chordcat ein. Auch wirklich gut.
Sonst ist mir keine Hardware mit solchen Funktionen bekannt.


tr
 
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M.i.a.u.: Solar Chrome
  • #48
Cord Funktionen gibt es schon seit Ewigkeiten mehr oder weniger. Zum Spassmachen ist es super aber wenn man wirklich den Anspruch
hat ohne Krücke dann braucht man das nicht. Auch verleitet es über seine Stränge zu schlagen und am End hat man
zuviele verschiedene Akkorde drinn und das dezente geht verloren. Ich finde Musik die zu sehr schwankt kann schnell nerven. Aber für Leute denen
das Spass macht oder die es eilig haben ist es eine feine Sache.
 
  • #49
Sonst ist mir keine Hardware mit solchen Funktionen bekannt.
"Smartere" Chord-Funktionen findet man auch bei Novation Launchkey MK4, beim Roland J-6 und in diversen Rompler-Junos von Roland. Im Grunde sind das dort aber auch nur vordefinierte Akkordsets, deren Akkorde miteinander harmonieren (<- endlich passt dieser Begriff mal wie die Faust aufs Auge).
 
  • #50
Der Punkt ist doch, dass Du mit von der Software vorgeschlagenen Jazz Akkorden überhaupt nichts anfangen kannst, wenn Dir andere Dinge, die man zur Entscheidungsfindung braucht, auch fehlen.

Offenbar weißt Du mehr über mein musikalisches Verständnis als ich ...

Meine ersten kommerziellen Erfolge habe ich mit Chillout/Lounge/Nujazz gemacht. Da ich von der Gitarre komme, kenne ich mich mit Skalen, Dominate, Subdominante, usw. natürlich aus und kann vieles auch auf spielen. In den Jahren habe ich das immer weiter vertieft und auch die Klangeigenschaften unterschiedlicher Akkorde analysiert und genutzt - z.B. Add und Sub-Akkorde. Auf dem Album "New Horizons" habe ich bewusst auch Chordprogressions genutzt, die zuerst eine disharmonische Spannung aufbauen, die dann aufgelöst wird. Auch bei Solar Chrome gibt es einige Stücke, die wirklich spannende Chord-Linien mitbringen, die man nicht jeden Tag hört.

Scaler ist für mich keine Wundertüte, die komische Akkorde ausspuckt, die ich nicht kenne. Im Gegenteil - es ist ein tolles Tool, um alle Chords, die man kennt, griffbereit zu haben, ohne sich die Finger an Gitarre oder Keyboard zu verbiegen. Einfach nur, um gute Progressions zu finden. Ich finde es auch sehr hilfreich, dass man die Inversions recht einfach umsetzen kann und hört, wie sie sich im Klangverlauf auswirken.

Ich gebe Dir aber Recht: Solche Tools sollte man nicht nutzen, wenn man von Akkorden keine Ahnung hat. Man sollte schon wissen was man tut, sonst macht das alles wenig Sinn.
 
  • #51
Ich denke die wenigsten User hier machen anspruchsvolle eher "orchestrale" Sachen, typisch sind wahrscheinlich 3er Akkorde - schon weil einige der beliebten analogen Synthesizer ansonsten Probleme mit der Poyfonie bzw. Voice Stealing etc. bekommen :fresse:, wenn man dann schon 'ne Melodie und 'nen Bass hat ist die Auswahl für die weiteren Noten meiner Erfahrung meist offensichtlich, dafür brauch man keine Tabelle oder Software. Gerade bei den eingängigen Sachen folgen die Akkorde oft der Melodie und dann hat man nur noch zwei weitere Noten zu finden, die sich nicht mit Bass und Melodie beißen. Wenn man es sich einfach machen will transponiert man den Sound mit dem man die Akkorde spielt so, dass sich die Noten (nicht die Tonhöhe ) in der DAW mit der Melodie überlagern, dann muss man nur noch entscheiden welche der 3 Noten des Akkords sich mit der Melodie überlagern sollen bzw. welche der beiden weiteren Noten zwischen über oder unter der Melodie im Verlauf besser funktionieren :idea:
Gut - bei mir passen einzelne Noten oft im Verlauf dann doch nicht zu Melodie und Bass, decken sich trotzdem zu meinen Vorstellungen der Akkorde die ich an dieser Stelle in meinem Kopf klingen, wenn man den Track an der Stelle nicht gerade einfriert fällt einem das dann auch nicht auf. Keine Ahnung ob irgend eine Software das berücksichtigen kann oder doch eher stur nach den Regeln geht :dunno:
Speziell bei 90er Techno wurden irgendwelche Chords gesampelt und oft offensichtlich unpassend eingesetzt, was scheinbar Teils des Charmes mancher Tracks zu sein scheint.

So produziere ich generell keine Musik. Ich lege zu Beginn eine Tonart fest und weiß dann, was darauf funktioniert. Selbst wenn ich eine Detroit-Techno-Nummer anfange, steht am Anfang irgendwie eine Tonart, ein Grundton, auf dem alles aufbaut. Die Chords oder Leads kommen dann allein. Selbst Percussions haben einen tonalen Anteil, der möglichst zur Tonart passen muss - da bin ich echt penibel. Ich überlasse da also nichts dem Zufall und würfel irgendwas zusammen, sondern konstruiere.
 
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M.i.a.u.: MaschinenMensch und Tanja
  • #52
Ich gebe Dir aber Recht: Solche Tools sollte man nicht nutzen, wenn man von Akkorden keine Ahnung hat. Man sollte schon wissen was man tut, sonst macht das alles wenig Sinn.

ja, nicht anderes sage ich ja, wobei ich dabei nicht an dich dachte sondern an die allgemeinheit.

vor allem aber besteht musik eben auch nicht nur aus harmonien, und akkorde alleine bringen jemanden, der gerade anfängt zu komponieren, nicht zur form oder zum rythmus.

egal ob ich dabei den zufall walten lasse oder alles selbst festlege, aber so ganz ohne form geht ja selbst jazz nicht. welcher akkord folgt auf welchen ist literally ein bischen zu kurzfristig. :)
 
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M.i.a.u.: Solar Chrome und JanTenner
  • #53
So produziere ich generell keine Musik. Ich lege zu Beginn eine Tonart fest und weiß dann, was darauf funktioniert. Selbst wenn ich eine Detroit-Techno-Nummer anfange, steht am Anfang irgendwie eine Tonart, ein Grundton, auf dem alles aufbaut. Die Chords oder Leads kommen dann allein. Selbst Percussions haben einen tonalen Anteil, der möglichst zur Tonart passen muss - da bin ich echt penibel. Ich überlasse da also nichts dem Zufall und würfel irgendwas zusammen, sondern konstruiere.
Ich hab' das Gefühl du gehst recht verkopft an die Sache ran, es passiert doch recht häufig dass ich mich nicht nur auf eine Tonart beschränke, sondern im Verlauf die Melodie Instrumente etc. transponiere um als Stilmittel die Stimmung des Tracks zu verändern. Da ich praktisch keine Drumcomputer/Drumsynths benutze muss ich mir um den tonalen Anteil bei Drums und Percussions keine Sorgen machen.
Ich bin zu sehr Freigeist und würde mich unnötig beschränkt fühlen, ich denke ich kann mich was die Tonalität betrifft mittlerweile recht gut auf mein Gefühl verlassen. Seit dem ich bei manchen Synths manche Sounds am Ende (des Soundbau) Stimmen muss bin ich in der Beziehung wahrscheinlich sogar noch ein wenig empfindlicher als noch vor 20 Jahren.
 
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  • Hmm
M.i.a.u.: GegenKlang
  • #54
Ich gebe Dir aber Recht: Solche Tools sollte man nicht nutzen, wenn man von Akkorden keine Ahnung hat. Man sollte schon wissen was man tut, sonst macht das alles wenig Sinn.

Solche Aussagen finde ich in der Musik, oder der Kunst generell, schwierig.

Es geht ja nicht um sowas wie Brücken bauen, die einstürzen können wenn man sich nicht an die Regeln hält.

Es ist schon sehr viel tolle und auch neue Musik dadurch entstanden, dass die Protagonisten eigentlich keine Ahnung von Grundlagen hatten, oder die Regeln bewusst oder unbewusst gebrochen haben.
Das einfache Rauf- und Runter-Pitchen gesampelter Akkorde über die Tastatur des Samplers z.B. war in den Anfängen der tanzbaren elektronisch erzeugten Clubmusik ein sehr erfolgreiches Stilmittel, das sich für das klassisch trainierte Gehör erstmal grausam angehört hat, aber ganze Genres geprägt hat.
 
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M.i.a.u.: Whych, smallie und martin_ffm
  • #55
Also wenn alle Tools wie Loops, Looper, Arpeggiatoren, Drummaschinen, Stepsequencer, Skalenassistenten und letztendlich auch DAWs als "unkreativ" und "nichts eigenes" abgelehnt werden, dann sind 90% der Forenteilnehmer nicht kreativ tätig, Schulze und TD waren es dann auch nicht.
Das so in etwa die angestaubte Meinung meiner Eltern.
Auch mit solchen Hilfsmitteln muss ich dauernd musikalische Entscheidungen treffen, im Detail, auf die Note, auf den einzelnen Beat bezogen. Und es kommen Ergebnisse, imho teilweise sehr gute Ergebnisse, sogar ganze Genres dabei heraus, die es sonst nicht gäbe.
Und ich hätte mich nie getraut eigene Musik zu machen.
Das ist noch ganz weit weg von AI geprompteter Musik.
Ganz genau. Man kann Musik auch relativ zu bestimmten Tasten, Intervallen und Tonnamen begreifen. Und dabei helfen solche Tools. Auch wer am Instrument intuitiv vorgeht, wird die Hände von den Tönen abstrahieren. Das ist keine bewusste Entscheidung, das macht das Gehirn. Da der ITB-ler aber oft mit Tonnamen, bzw. mit Zeilen in der Pianoroll, konfrontiert ist, ist er auf Tools angewiesen.

Gibt es überhaupt guten Techno in dem moduliert wird? (Wie auch immer, gibt ja einige Arten, diatonische/chromatische/enharmonische/direkte M., Ausweichungen etc. jaja, seht, hab scheinbar voll die Ahnung aber wozu noch mal? – Transposition ist eher ne Arrangementfrage, Harmonielehre nennts Modulation ... Wissen, das die Welt nicht braucht, ich weiß.)

Läuft das Kanzelwesen dann nicht Gefahr, das tanzende anbetende Volk aus dem Takt zu bringen, wenn es kreuz und quer moduliert? Spaß ...

Ich hoffe, es kommt nicht wie eine Unterstellung rüber, wenn ich behaupte, dass Scale- und Akkord-Assistenten Musikern ersparen, sich über Tonnamen und Intervalle den Kopf zu zerbrechen, verkopft zu sein. Zumindest diejenigen eurer Zunft, die keinen Unterricht hatten oder nur welchen ohne theoretisches Fundament, sehen das bestimmt als Erleichterung. Mit Verkopftheit hat das meines Erachtens nichts zu tun, eher gerade damit, weniger nachdenken zu müssen bzw. Fehler zu machen. Nicht? Andererseits: Wer Fehler macht, hat auch die Chance, das Gehör an ihrer Erkennung zu trainieren.
 
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  • #56
Chord Finder, Chord Generatoren?

Das ist doch dann nicht mehr meine Musik.
Nein, das lehne ich strikt ab. Musik muss aus einem heraus fließen oder man lässt es lieber.
 
  • #59
Ich benutze Scaler um die richtigen Chords zu finden, kopiere sie dann aber als Midi in meine DAW um dann zu optimieren und dann am Anschluss am Hardwaresynth den finalen Sound zu designen. Davor habe ich aber Drums, Bassline usw. oft schon fertig.
 
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M.i.a.u.: Solar Chrome
  • #60
Ich hab' das Gefühl du gehst recht verkopft an die Sache ran, es passiert doch recht häufig dass ich mich nicht nur auf eine Tonart beschränke, sondern im Verlauf die Melodie Instrumente etc. transponiere um als Stilmittel die Stimmung des Tracks zu verändern. Da ich praktisch keine Drumcomputer/Drumsynths benutze muss ich mir um den tonalen Anteil bei Drums und Percussions keine Sorgen machen.
Ich bin zu sehr Freigeist und würde mich unnötig beschränkt fühlen, ich denke ich kann mich was die Tonalität betrifft mittlerweile recht gut auf mein Gefühl verlassen. Seit dem ich bei manchen Synths manche Sounds am Ende (des Soundbau) Stimmen muss bin ich in der Beziehung wahrscheinlich sogar noch ein wenig empfindlicher als noch vor 20 Jahren.

Ich würde das nicht verkopft nennen, sondern strukturiert. Es kommt sicher auf die Musik an. Bei Electro beginne ich immer mit den Beats, weil es bei Electro primär um Beats und Groove geht. Bei IDM / Lounge / Synthpop beginne ich mit einem Sound oder eben einer Chord-Progression, weil das für eine Art Songwriting ist. Manchmal suche ich die Chords auch auf der Gitarre. Da ich aber nur sehr leidlich Keyboard spielen kann, finde ich Scaler o.ä. nützlich.

Manchmal bin ich mir aber tatsächlich zu verkopft, was aber nicht an Scaler oder Chords liegt. Wenn man solange Musik macht, hat man eine gewisse Routine beim Produzieren und ich finde es durchaus schwierig da auszubrechen und es mal anders zu machen. Aber das ist ein ganz anderes Thema, bei dem es mehr um Inspiration, Motivation oder auch Blockaden geht.

Ein völliger "Freigeist" hat es da möglicherweise einfacher und produziert drauf los. Das ist halt nicht meine Arbeitsweise, weil ich für jeden Song eine Intention brauche, eine Message, o.ä. - ich mache mir also Gedanken. Der musikalische Prozess an sich läuft aber völlig intuitiv bei mir. Den Kopf brauche ich eigentlich nur, wenn ich mich durch nervige Menüs von Elektron durcharbeiten muss. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich mal 14 Tage nicht an einem Gerät war. 😵‍💫


Chord Finder, Chord Generatoren?

Das ist doch dann nicht mehr meine Musik.
Nein, das lehne ich strikt ab. Musik muss aus einem heraus fließen oder man lässt es lieber.

Ich verstehe Deinen Standpunkt. Es ist doch aber egal, ob ich die Chords manuell auf dem Keyboard spiele oder dafür einen Button habe. Scaler macht ja keine Musik für dich und schlägt tolle Bögen vor, sondern ist eine Art interaktive Grifftabelle. Ich könnte mir auch die Chords händisch zusammensuchen und dann die Progressions bauen.

Das ist wie ein Taschenrechner - der hilft beim Rechnen, aber den Lösungsweg muss man schon allein entwickeln. Das macht ja niemanden zu einem schlechten Mathematiker. Das Einmaleins kann man ja trotzdem - man hält sich daran aber nicht auf und kann den Fokus auf das Wichtige legen.
 
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M.i.a.u.: marlinde, Tanja und Golden-Moon

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