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Pelham vs. Kraftwerk - Sampling-Urteil - EuGH 2026 - Pastiche is a thing

  • #2.101
Wir das nicht ein bisschen albern? Es geht bei sowas offensichtlich im mehrere Dinge:
1) Man will so lang es geht den Namen und das Drumherum schützen
2) Ist es nötig, dies zu tun?
3) Würde ein anderes Ding mit optischer Nähe eine Bedrohung für die Band?
4) Bei Kraftwerk ist dieses "KlingKlang-Studio" ein Ding, ich würde allerdings definitiv keinen solchen Namen für mich nutzen wollen, ebenso alles was mit Kraft oder Werk als Silbe da ist, einfach weil es einfach wie ein Klau wäre.
5) Lustigerweise gibt es auch Leute die mich fragen, ob ich einen Moog* hätte oder ob "die damit ok sind" - also man könnte sehen, wie Apple auch "Apfelkind" zu prüfen, besonders wo "Apfel" ein sehr sehr gewöhnlicher Gegenstand ist, ein Kraftwerk als Bandname ist schon besonders, auch wenn es "Kraftwerke" gibt. Es gab vorher keinen, der so heißt als Act. Es soll nur der Erklärung dienen, wo und wieso man so etwas tut.
6) alle obigen Punkte und der für mich wichtige Einwand, das man melodiefreie Geräusche (so bis heute die Sichtweise in D auch) als eigenes Werk setzen kann und wie weit das geht. Allerdings nicht wenn ich das täte in den Mitte-80ern ,wo das jeder tun kann - sondern in der Zeit vor den Samplern und großen Computern, die das tun.
7) Offensichtlich ist Kraftwerks musikalischer Impact stärker als der des Beklagten, ich hätte das Ding jedenfalls längst vergessen. Das war schon eher Zeitgeist für eine begrenzte Zeit. Man kann vermutlich selbst als Nichtfreund von Kraftwerks Musik diese Tatsache kaum übergehen.

Vielleicht hilft diese Punktesammlung. Ich selbst würde allerdings nicht klagen, allerdings auch einfach aus der Erkenntnis, dass die Energie da rein und das Geld verloren ist und eher mehr negatives bringt als es helfen könnte. Wenn man offene Resourcen hat, kann man das einfach machen. Ich würde mal unterstellen, dass man mit einer Lebensleistung von 80 Jahren nicht mehr zu sehr an Ego-Kram hat und unterstelle das auch den Restkraftwerkern, dass es da ums Prinzip geht.

Eine deutliche Haltung zu vielem gab es ja auch früh schon - zB Anti KKW, Social Media oder andere Themen, wo man angesichts der "verherrlichend" wirkenden Themen seit Computerwelt hier alles gut gefunden würde - definitiv nicht. Da wurde ja sehr kritisches gesagt. Das weit vor der Zeit, wo die Milliardäre-Thematik nach vorn rutschte.

Gern dürfen alle Punkte auseinander genommen werden.
 
  • #2.102
Private Meinungen und Einschätzungen sind juristisch unerheblich und wenn Ralf Hütter meint, er sei in seinen Rechten beschnitten worden, darf es das gerne überprüfen lassen. Florian Schneider meinte damals zu mir, Ralf Hütter solle lieber komponieren. Meine Antwort: "Mach du doch." Da war Ruhe.
 
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M.i.a.u.: Jean Pierre, Jörg, Minimops 7 und 4 andere
  • #2.104
@Moogulator

Du hast sicher recht, die Diskussion wird albern, aber damit wird sie diesem uralten Heckmeck IMHO vollständig gerecht. Thats the way to do it!
 
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  • #2.105
Das Alberne daran ist, dass die Diskussion über Sampling wie aus der Zeit gefallen wirkt.
 
  • #2.106
Gibt es heute irgendwelche halbwegs allgemeingültigen Regeln, was man darf und wo man vorher fragen sollte?
 
  • #2.107
Das Alberne daran ist, dass die Diskussion über Sampling wie aus der Zeit gefallen wirkt.
Oder vielleicht im Gegenteil richtungsweisend, falls es irgendwann mal rechtliche Hebel gegen die unbezahlte Verwertung geistigen Eigentums durch KI-Firmen geben sollte?
 
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M.i.a.u.: Feedback
  • #2.108
Manches was thematisiert wurde, beschäftigt uns als Macher auch.
So viel später ist das noch ein Thema. Es gibt noch keine klaren "Regeln" - und das kann sich ebenfalls ändern. Die Mehrheit beschäftigt sich damit aber nicht. Nicht von unserer Musiker-Seite.

Und - In D ist es ein bisschen oldschool - "Klänge sind ja keine Musik" / Strukturen ohne Melodie und "Notenschrift" sind "doch keine Musik".

Schon in den 70ern gelacht / auch traurig.
Wir erleben jetzt noch die Nachwirkung von dem, was elektronische Musik überhaupt bewirkt und was sie aus macht. Also wir klären Dinge der 70er.

Und wir sind bei Pop, nicht mal bei akademischen / abseitigeren Musiken, die heute in jedem Nerdheim gelebt werden.



"Deichkind - sone Musik" hier einblenden. 2026 noch nötig?
Offensichtlich ja.
 
  • #2.109
Das ganze Thema ist beim längeren darüber Nachdenken, schon auch ein Stück weit faszinierend. Zum einen der offensichtliche Generationenkonflikt, der darin unterschwellig mitschwingt. Also darin, was Kunst ist und wie sie sich ausdrückt.

Und ebenso fasznierend: Der Faktor Zeit. Also offenbar sind es ja 2 Sekunden Ton oder Musik oder wasauchimmer, um die es geht. Eine Aufnahme, die vermutlich keine Monate der Vorbereitung in Anspruch genommen hat. Und um die streitet man sich nun seit 27 Jahren. Beide Positionen halte ich mal für zumindest nachvollziehbar. Aber 2 Sekunden und 27 Jahre ...
 
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M.i.a.u.: SirAdrianFish
  • #2.112
Private Meinungen und Einschätzungen sind juristisch unerheblich und wenn Ralf Hütter meint, er sei in seinen Rechten beschnitten worden, darf es das gerne überprüfen lassen.
Natürlich darf er das. Er wird als klagewütiger Popanz in die Geschichte eingehen. Stattdessen könnte er alles laufen lassen, Stiftungen gründen, etwas positives bewirken.
 
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M.i.a.u.: mookie, Tonerzeuger und Michael Burman
  • #2.113
Oder vielleicht im Gegenteil richtungsweisend, falls es irgendwann mal rechtliche Hebel gegen die unbezahlte Verwertung geistigen Eigentums durch KI-Firmen geben sollte?
Das sind zwei paar Schuhe.. Glaube nicht, dass das Urteil irgendwelchen Einfluss auf die KI nehmen wird.
 
  • #2.114
ChatGPT:

Ein Trittbrettfahrer ist im übertragenen Sinn jemand, der vom Erfolg, der Arbeit oder einer Gelegenheit profitiert, die andere geschaffen haben, ohne selbst wesentlich dazu beigetragen zu haben.

Der Begriff kommt ursprünglich vom Trittbrett älterer Fahrzeuge: Ein Trittbrettfahrer sprang auf das Trittbrett auf und fuhr mit, ohne regulärer Fahrgast zu sein.

Heute wird das Wort zum Beispiel so verwendet: Eine Firma entwickelt ein erfolgreiches Produkt, und ein Konkurrent bringt schnell etwas sehr Ähnliches auf den Markt, um vom Trend zu profitieren. Dann kann man sagen: „Der Konkurrent ist ein Trittbrettfahrer.“

Kurz gesagt: Ein Trittbrettfahrer hängt sich an etwas dran und versucht, daraus einen eigenen Vorteil zu ziehen.
 
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  • #2.116
ChatGPT:

Die ursprüngliche Klage von Kraftwerk gegen Moses Pelham wurde 1999 beim Landgericht Hamburg eingereicht. Das lässt sich auch über das Aktenzeichen 308 O 90/99 nachvollziehen.

Einen genauen Tag der Klageeinreichung finde ich in den öffentlich zugänglichen Quellen bislang nicht. Der Ablauf war:

  • 1997: Moses Pelham und Martin Haas produzieren Sabrina Setlurs „Nur mir“ und verwenden darin die etwa zwei Sekunden lange Rhythmussequenz aus Kraftwerks „Metall auf Metall“ (1977).
  • 1999: Ralf Hütter und weitere Kraftwerk-Beteiligte reichen beim Landgericht Hamburg Klage ein – auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz; nach anderen Darstellungen wurde auch die Vernichtung der betreffenden Tonträger verlangt.
  • 8. Oktober 2004: Das Landgericht Hamburg gibt der Klage erstmals statt.
  • Danach begann der inzwischen 27 Jahre dauernde Instanzenzug über OLG Hamburg, BGH, Bundesverfassungsgericht und EuGH. Am 3. September 2026 erging das jüngste BGH-Urteil.

Interessant ist also: Zwischen Einreichung der Klage 1999 und dem ersten Urteil 2004 lagen ungefähr fünf Jahre.
 
  • #2.117

MOD:

KI-Zitate bitte unbedingt in KI-tags packen: Text auswählen, auf den KI-Button oben im Editor klicken.

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M.i.a.u.: elbonzoseco
  • #2.118
Jedenfalls hat Pelham Kraftwerk geholfen 27 Jahre nicht in Vergessenheit zu geraten..
 
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M.i.a.u.: Tonerzeuger, Summa und Michael Burman
  • #2.120
Nicht wirklich.. Ich weiß immer noch nicht wer das ist..
 
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M.i.a.u.: Michael Burman
  • #2.121
Nicht wirklich.. Ich weiß immer noch nicht wer das ist..
Das war der, der Stefan Raab mal eins auf die Nuss gegeben hat ;)

Ich bin ja eher ein Kind der 90er, daher war Kraftwerk für mich nicht so wirklich relevant.

Aber mein jüngeres Ich konnte sich schon für die Sachen von Sabrina Setlur erwärmen. DIe Texte sind für junge Menschen auf jeden Fall relevant gewesen. Nicht umsonst hat sie damals Millionen Platten verkauft. Da steckte eine echte Energie drin. Jedenfalls deutlich mehr, als in einem kurzen Sample.

Nun ja. Musik. Kunst. Die einen findens großartig. Die anderen großartigen Mist.
 
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M.i.a.u.: Master Mix, Lefty de Vito, Archivicious und eine weitere Person
  • #2.122
Silver Convention - Fly, Robin fly. Januar 1976: Die ersten zwei Takte hatte ich geklaut, daraus eine Tonbandschleife gemacht und dann künstlerisch mit meiner elektronischen Komposition als Zukunftsmusik gestaltet.
 
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M.i.a.u.: Master Mix, Bär und ppg360
  • #2.123
ich würde allerdings definitiv keinen solchen Namen für mich nutzen wollen, ebenso alles was mit Kraft oder Werk als Silbe da ist, einfach weil es einfach wie ein Klau wäre.

Ein Trittbrettfahrer ist im übertragenen Sinn jemand, der vom Erfolg, der Arbeit oder einer Gelegenheit profitiert, die andere geschaffen haben, ohne selbst wesentlich dazu beigetragen zu haben.
Nicht zu verwechseln mit dem sogenannten "geistigen Trittbrettfahrer" (vergleiche auch "geistiger Tiefflieger")...

Aber mein jüngeres Ich konnte sich schon für die Sachen von Sabrina Setlur erwärmen. DIe Texte sind für junge Menschen auf jeden Fall relevant gewesen.
Ich erinnere mich da nur noch an so ein Gejammer: "Du liebst mich nicht!". Immer wann ich das gehört habe (meist im TV als Werbung hinter der Werbung), dachte ich: "Natürlich nicht!"
 
  • HaHa
M.i.a.u.: Bär
  • #2.124
Ist es nicht so dass man den Künstler fragt ob man samplen darf? Und wenn der Künstler nein sagt, macht man es trotzdem lol.
 
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M.i.a.u.: Summa
  • #2.125
Silver Convention - Fly, Robin fly. Januar 1976: Die ersten zwei Takte hatte ich geklaut, daraus eine Tonbandschleife gemacht und dann künstlerisch mit meiner elektronischen Komposition als Zukunftsmusik gestaltet.

Hab grade erst mal nur durchgeskippt, aber diese 'glasigen' Klänge in der Mitte sind genau so eine Gattung, die ich bei Kraftwerk manchmal vermisst habe.
 
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M.i.a.u.: Dirk
  • #2.126
DIe Texte sind für junge Menschen auf jeden Fall relevant gewesen.
Moses Pelham hat auch den deutschen Text von "Sie sieht mich nicht" aus dem Asterix und Obelix gegen Caesar Film geschrieben. Gut - bei "Frei sein" hat er Zitate aus der Rede von "Marthin Luther King" gesampelt. ;-)
 
  • #2.127
Moses Pelham hat auch den deutschen Text von "Sie sieht mich nicht" aus dem Asterix und Obelix gegen Caesar Film geschrieben. Gut - bei "Frei sein" hat er Zitate aus der Rede von "Marthin Luther King" gesampelt. ;-)
Hatte kürzlich auch mal bei Wikipedia den Artikel zu ihm quer gelesen. Er hat doch bei recht vielen Produktionen seine Finger im Spiel gehabt. Jedenfalls deutlich mehr, als ich mit seinem Namen verbunden hatte.

Ich wage auch mal zu behaupten, dass Pelham und Hütter in einigen Bereichen gar nicht so verschieden sind. Sie sind Kinder ihrer Zeit und ausgesprochen kreativ in den Möglichkeiten, die sich ihnen bieten. Und sie verteidigen ihr Schaffen ziemlich konsequent. Und gerade, weil sie sich so ähneln, geraten sie so kolossal aneinander.

Sprich, weil sie eine ähnliche nerdige kreative Seele haben, die sich aber durch die Welt, in der sie aufgewachsen sind, künstlerisch völlig anders ausdrückt.
 
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M.i.a.u.: Lefty de Vito und treponema
  • #2.128
Also offenbar sind es ja 2 Sekunden Ton oder Musik oder wasauchimmer, um die es geht.
Na ja, zwei Sekunden klingt so, als ob es hier um ein lineares Abspielen geht. Aber das zwei Sekunden lange Sample ist das Rückgrat des Beats bzw. Backing-Tracks weil es als Schleife verwendet wird.

Ich bin der Meinung, dass alle Gewinner sind, wenn man sich einigen kann und Sampling grundsätzlich ermöglicht.

Oft ist es halt auch so, dass man beim Schreiben schnell eine Inspiration will und dann ist ein Sample sehr inspirierend. Insofern kann man nachvollziehen, wie so etwas passiert.

Andererseits gehörte es schon 1997 zum guten Ton, sich eine Erlaubnis beim Rechteinhaber zu holen.
 
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M.i.a.u.: Pete1
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