Probleme mit Akustik

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von Subphect, 18. Mai 2012.

  1. Hallo alle zusammen! Ich habe ein rießen Problem! und zwar bin ich vor kurzem zu meinem Vater in ein 30 qm zimmer gezogen (waren mal zwei, es wurde aber ein Durchbruch gemacht) was eine unglaublich schlechte Akoustik hat. Die wände haben keine Tapete, sondern sind mit farbe gestrichen die extra glatt ist. Sieht super aus, klingt aber voll kacke! Vorher hatte ich ein viel kleineres Raum der voll mit büchern war, zwei sofas hatte und nen flauschtepich + Holzdecke. Sah nicht so cool aus, klang aber super. Zurück ziehen geht nicht, ausserdem muss es ja irgendwie möglich sein das Zimmer hier Akoustisch aufwerten zu können, auch wenn ich wahrscheinlich ein paar Euros investieren muss. Ich würde mich sehr freuen wenn sich jemand die drei Skizzen die ich gemacht habe angucken würde. Ich habe schon mit sehr vielen Leuten hier drüber gesprochen, aber wirklich helfen konnte mir keiner.
    Version 1: So habe ich es im moment, nur ohne Molton und Eierkartongs.
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    Version 2: So wurde es mir von einem Musikgeschäft empfohlen.
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    Version 3: So könnte ich es mir auch vorstellen, jedoch hab ich im kleinem Zimmer einen sehr sehr harten, fast metalischen Hall (wie ein ganz ganz kurz eingestelter Delay).
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    Welche Version ist wohl am besten?
    Gruß!
     
  2. Nоrdcore

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    Je größer der Raum, desto besser.
    Molton würde gegen die Klatschechos helfen, die du momentan hörts, ist "flächig" aber nicht sinnvoll. Eierpappen sind kompletter Unfug.
    Gegen dieses fies hallige helfen sogar schon Bilder. (Kein Scherz, ist natürlich nicht soooo viel, aber verblüffend. )

    Bücherregale sind sinnvoll, generell ist vollgestellt gut.

    Lautsprecher gehören an die Schmalseite des Raums. Das Fenster im Rücken bräuchte einen Vorhang, da ist Molton schon ganz leidlich. (Akustikvorhänge sind mehrlagig und noch schwerer...)

    Die Lautsprecher sollten symmetrisch im Raum stehen, die Sitzposition ist demzufolge auch mittig. Das klappt bei dir nicht, anhören, ob das ein Problem ist. (Man mixt sonst gegen die Asymmetrie an, und das ist ziemlich empfindlich. )

    Dämmzeugs sollte eher sparsam, dann aber etwas dicker (10cm+) aufgebracht werden. Die erste Stelle ist an der Decke über dem Sitzplatz, dann kommen rechts und links (praktisch in verlängerung der Ohren) je eine rund 1qm große Platte an die Wand. Wenn du Kohle hast, besorgt dir Basotect (Thomann), wenn nicht dann tut es Mineralwolle, die aber in Folie eingepackt werden muss. (Wie *alles* Faserdämmzeug, Öko-Zeug ist da gesundheitlich übrigens eher kritischer... )

    Wenn du mehr willst - das geht beliebig aufwendig weiter, da musst du dich dann aber auch echt einarbeiten wollen.
     
  3. Vielen Dank für die schnelle Antwort! du hast mir schonmal weiter geholfen. Wenn ich das richtig verstanden habe fändest du Version 2 meines Zimmers am sinnvollsten, richtig?

    Gruß!
     
  4. Die beste Ressource für DIY Akustik Optimierung ist dieses Forum:

    http://recording.de/Community/Forum/Rec ... index.html

    Dort solltest du mal die FAQ durchlesen, sehr empfehlenswert.


    Das mit "Grösser ist besser" ist quatsch. Eine gewisse Grösse ist gut, aber eigentlich kommt es auf die roomratios an. Fall es dich genauer interessiert:

    http://forum.studiotips.com/viewtopic.php?p=5570

    Hier steht eigentlich auch alles wesentliche einfach erklärt:

    http://de.wsdg.com/dynamic.asp?id=resou ... smallrooms
     
  5. Nоrdcore

    Nоrdcore deaktiviert

    theorist, hast du eine Nachhallzeitmessung deines Homestudios?
     
  6. es wird sowieso nur ausprobieren helfen. fiese bassresonazen hörste ja gleich, da hilft am wirksamsten eh nur umstellen. da eh noch nicht viel in dem zimmer ist, ist das ja auch nicht so ein aufwand. leere räume klingen scheisse, also vollballern mit regalen, pflanzen. teppich, sofas usw.

    dann wirds schon passen.
     
  7. Nоrdcore

    Nоrdcore deaktiviert

    Jupp.
     
  8. Cyborg

    Cyborg aktiviert

    Du hast die Antwort schon selbst gegeben.
    Andere Ideen: Eine oder 2 Wände oder Teile von Wänden mit Holz- oder Rigips-Platte verkleiden und auf die Teppichboden kleben. Das geht natürlich auch direkt auf die Wand aber wenn man das maL wieder rückbauen muss.... ;-) Wenns stylish sein soll, hilft auch Wellbitumen. Das kann man leicht in die schrägsten Formen schneiden und den der Wand befestigen. Well-Plastik streut auch, ist aber in jeder Hinsicht härter. Beim Verwenden von Farben möglich offenporige benutzen, keine Lacke oder Dickschicht-Lasuren. Vorhänge für die Fenster sind ganz wichtig
     
  9. dk

    dk -

    :supi: :supi: :supi:
     
  10. Nоrdcore

    Nоrdcore deaktiviert

    Diese (semi)professionellen Ausbauanleitungen haben einen Nachteil: sie ermuntern dazu, das Thema wegen "zu viel Aufwand" komplett zu ignorieren.
     
  11. Ich hab mein Studio selbst optimiert und einen Frequenzgang von +/- 6 dB und eine nahezu lineare Nachhallzeit von 300 ms von ca. 39 - 15000 Hz. Musste dafür natürlich sehr viel messen, aber Geld hat mich das nicht viel gekostet d.h. ca. 1500 Euro. Man braucht halt Zeit und ein bischen technisches Flair..hat sich extrem gelohnt und war die beste Investition in mein Hobby seit 10 Jahren..

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  12. dk

    dk -

    Das sieht sehr schön aus! Werde bei Gelegenheit mal meine REW Messungen hier hochladen- vielleicht kannst Du mir dann ein paar Tipps geben? Wäre super!
     
  13. Ich würde von der Variante 1 ausgehen, einfach weil Du da am Fenster sitzt und nicht dumpf gegen die Wand guckst.

    Ich würde den Tisch nicht parallel zum Fenster stellen, sondern eher schräg vor die Ecke mit der Dachschräge. Also mit 30 - 45 Grad Winkel zum Fenster, und Blickachse im Prinzip auf den linken Fensterrahmen zu.

    Leg einen dicken Teppich in die Mitte der großen Zimmerhälfte auf den Boden. An die Trennwände zur rechten ZImmerhälfte volle Bücherregale (Eierkartongs o. ä. nützen da nix, Schalldämmung funktioniert darüber dass der Schall Masse bewegen muss und eierkartons sind keine Masse - Bücher schon).

    Und bitte kein Molton zwischen die beiden Zimmerhälften hängen. Du willst dort leben; Trennvorhänge kriegst Du noch früh genug in der Palliativ-Abteilung...

    Florian

    PS: Bücher erst lesen und dann ins Regal stellen. :opa: Das bildet :rofl:
     
  14. hab mal ein bisschen gefotogeschoppt:
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    Wenn Du schräg in den Raum schallst, dann kriegst Du diffusere Reflektionen. Das Sofa leicht schräg vor die Ecke wirkt ein bisschen wie eine Bassfalle. Links vom Sofa eine Lampe auf den Boden. Rechts vom Sofa eine Pflanze. Dann sieht das auch nett aus.
     
  15. Booty

    Booty -

    Wobei man das Stereo Imaging nicht außer acht lassen sollte..

    Normalerweise wird schon empfohlen sich symetrisch im Raum zu positionieren mit der Abhörposition.
    Weil du sonst verschiedene Rückwürfe von links und rechts bekommst.

    Im unbehandelten Raum wird die schräge Aufstellung dafür im Bassbereich etwas homogener sein, nehm ich an.

    Kollege Theorist hat vollkommen recht, wenn du Messungen machst hast du volle Kontrolle darüber WAS du mit den Akustikmaßnahmen erreichst!

    Ich habe mich echt viel mit dem Thema beschäftigt und bin oft draufgekommen das meine Akustikmaßnahmen zwar immer was bewirkt haben, jedoch oft nicht das, was ich meinem Gehör nach vermutet hätte!
    Das menschliche Gehör gewöhnt sich auch so schnell an neue gegebenheiten, so daß es meines erachtens sehr schwierig ist Akustikmaßnahmen mit dem Ohr zu beurteilen!
     
  16. Ich will jetzt nicht all zu sehr in "subphects" Privatsphäre rumwühlen, aber so wie sich die Vorgeschichte liest (zum Vater gezogen, zurückziehen geht nicht,...), klingt das nicht nach einem Zustand, der so lange andauern würde, dass sich ein großer technischer Aufwand rentieren würde.
    Ein Zimmer in einer "Übergangsunterkunft" (so verstehe ich das zumindest) misst man nicht aufwändig aus und da macht man keine monströsen Akustikeinbauten.
    Wenn man eh nach einem oder zwei Jahren wieder auszieht, dann sollte sowas mit einfachen und finanziell unaufwändigen Mitteln der Wohnungseinrichtung gelöst werden. Drei 40er-Billies von Ikea kosten 135 Euro, ein Langflor-Teppich Adum 199,- Euro. Bücher in die Billies rein, macht 340 Euro und die Akustik stimmt wieder.
     
  17. Booty

    Booty -

    Ah, ok, dann ist das was anderes..

    Hab ich nicht mitbekommen, daß es nur vorübergehend ist..
    Dann ist das natürlich Käse, da groß was zu machen.

    Mann könnte sich jedoch Module bauen, die man in ein neues zuhause mitnehmen kann.
     
  18. Ich würde mir ein paar einfache, mobile Absorber bauen. Zum Beispiel solche:

    http://www.rocketsound.de/Hallo%20Paul.html

    http://www.logicuser.de/forum/viewtopic ... 26&t=20560

    http://www.instructables.com/id/Make-ac ... /?ALLSTEPS

    Kostet alles sehr wenig Geld..

    Dann würd ich mir ein Behringer ECM 8000 kaufen (45 Euro) und mit REW messen (freeware) und mit den Absorbern experimentieren. Alles grundlegende was man wissen muss steht hier:

    http://recording.de/Community/Forum/Rec ... hread.html

    Bücherregale, Teppiche, Sofas, Matratzen etc. bringen gemäss meiner eigenen Erfahrung nicht wirklich etwas, vor allem dann nicht, wenn man es nicht systematisch angeht, sauber misst und dokumentiert...
     
  19. erstmal vielen dank für die vielen antworten:)! ihr habt mir jetzt schon sehr geholfen!
    ich bin 19 und werde natürlich irgendwann hier ausziehen. trozdem werde ich einiges hier machen.

    Gruß!
     

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