Reinigung von Synthesizern/Samplern

Bodo

Gnabbldiwörz!
Bislang kenne ich kein Mittel zum einsprühen was Staub auffrisst, wenn das Jemand kennt, intressiert mich auch.

Man benutzt da eine professionelle Abdeckung oder Tuch
Zum Staubentfernen (also nicht wie eine Abdeckung vorbeugend) ggf. ein sog. "Honigtuch", das Staub beim Abwischen der Oberfläche bindet, aber - wichtig - seinerseits keine störenden Rückstände hinterlässt. Ich hab diese Tücher vor einiger Zeit zwischen Schleif- und Lackierarbeiten an meinem Segelboot genutzt und war erst skeptisch, dann begeistert. Und da gings qualitativ und quantitativ um eine ganz andere Liga als nur um das, was sich halt im Zimmer mit der Zeit an Staub absetzt ;-).

Sehe keinen Grund, warum das bei Musikinstrumenten nicht genauso gut funzen sollte, und sooo teuer sind diese Tücher dann auch nicht (zumal man sich je nach Bedarf auch Stücke davon zurechtschneiden kann).
 
Wenn ich ein Gerät wirklich reinigen will (also zehn Jahre Nutzungsdreck weg machen), dann baue ich es auseinander bis ich das pure Gehäuse habe und lege das Gehäuse und die Knöpfe über Nacht in warmes Wasser, in dem ich vorher Persil oder ein anderes Weißwaschmittel aufgelöst habe (große Teile kommen in die Badewanne). Danach lange und gründlich unter fließendem warmem Wasser spülen, mit kaltem Föhn das Wasser wegpusten und zum Schluß mit Mikrofasertuch abtrocknen.

Früher habe ich die Einweichprozedur mit Spüli gemacht, aber Persil macht echt jeglichen organischen Dreck weg (Essen im Topf hartnäckig angebrannt? Kein Problem: Persil auf die angebrannte Schicht deckend aufstreuen, 1 cm warmes Wasser drauf, einen oder zwei Tage stehen lassen, rauswischen, fertig).

Neben der chemischen Wirkung der Reinigungsmittels ist vor allem die Wirkdauer nicht zu unterschätzen. Mal eine Viertelstunde mit destilliertem Wasser putzen bringt nur wenig. 24 Stunden in destilliertes Wasser einlegen kann schon halbe Wunder wirken.
Bei Weißwaschmittel hätte ich wegen der Bleiche Bedenken, dass Farben angegriffen werden. Bei meinem Pult habe ich die völlig verdreckten Faderkappen 3 Tage in Wasser mit Handgeschirrspülmittel (Spüli) gelegt, danach sind sie wie von Zauberhand gereinigt, ohne dass die Markierung in der Mitte gelitten hätte.

Etwas Zitronensäurekonzentrat ins Wasser für die abschließende Spülung verhindert auch bei so kalkhaltigem Wasser, wie wir es im linksreinischen Köln haben Kalkflecken. Wer will kann auch Klarspüler (für die Spülmaschine) nehmen, sehe ich aber nicht die Notwendigkeit für.
 
Zuletzt bearbeitet:

Rolo

I give some soul into the tracks
Spüli ist am sichersten denk ich. Mit Alkohol kann man sich im schlimmsten Fall auch mal ne billige beschriftung wegradieren. Es ist also Vorsicht geboten.
Spüli ist al coolsten, entfettet einfach nur. Damit bekommt man auch Aufkleber gut weg. Muß halt ne Weile einwirken.
 
Ethylalkohol ist potentiell problematischer als Isopropanol. Vor Corona konnte man das in 99,99 % Konzentration im Netz für unter 4 EUR pro Liter kaufen. Aktuell ist es deutlich teurer, weil es Bestandteil vieler Desinfektionsmittel ist.
 

fanwander

*****
Zum Staubentfernen...
Zum Staub Entfernen nehme ich einen weichen Pinsel zum Aufwirbeln und den Staubsauger zum Absaugen desaufgewirbelten Staubs. Alternativ kann man auch einen Nylondamenstrumpf vor das Staubsaugerrohr tun direkt mit dem Staubsauber die Geräte absaugen. Der Nylonstrumpf verhindert, dass man aus Versehen lockere Knöpfe oder sowas mit einsaugt.
 
Ich hab einen Kompressor (siehe Fahrrad Thread), mit Druckluft bekommt man normalen Staub sehr bequem weggeblasen. Vorsicht aber mit empfindlichen Teilen, z.B. Lautsprechermembranen! Für richtige Beläge aus Fett, Rauch usw. hilft aber nur Waschen.
 

Bodo

Gnabbldiwörz!
Ethylalkohol ist potentiell problematischer als Isopropanol. Vor Corona konnte man das in 99,99 % Konzentration im Netz für unter 4 EUR pro Liter kaufen.
Öhm... da kann was nicht stimmen. Vergällter Ethanol kommt nicht auf 99,99 % (einfach, weil die zugesetzten Vergällungsmittel wie Butanon bzw. Methylethylketon schon mehr als 0,01 % ausmachen), und unvergällter Ethanol unterliegt einer Branntweinsteuer von, iirc, um die 13 Euro pro Liter.
 
Öhm... da kann was nicht stimmen. Vergällter Ethanol kommt nicht auf 99,99 % (einfach, weil die zugesetzten Vergällungsmittel wie Butanon bzw. Methylethylketon schon mehr als 0,01 % ausmachen), und unvergällter Ethanol unterliegt einer Branntweinsteuer von, iirc, um die 13 Euro pro Liter.
Ich schrieb von Isopropanol. Von Ethanol würde ich grundsätzlich eher abraten. Außer im Bier. ;-)
 
Ich habe das Zitat Deiner #36 in meiner #39 nicht verfälscht, und da steht eindeutig "Ethylakohol", was ein Synonym für Ethanol ist.
Alles gut, ich habe im selben Satz ja auch Isopropanol erwähnt, darauf sollte sich die Aussage beziehen. Zusammen mit dem was ich weiter oben geschrieben hab, macht es auch Sinn. ;-)
 

Bodo

Gnabbldiwörz!
Alles gut, ich habe im selben Satz ja auch Isopropanol erwähnt, darauf sollte sich die Aussage beziehen.
Rein grammatikalisch geht das, OK & akzeptiert ;-). Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich nicht der einzige Doof war, der das so (miss-)verstanden hat... :lol:. Vielleicht lieber ..."vor Corona konnte man letzteren"... oder "vor Corona konnte man IPA*"... ?

Zusammen mit dem was ich weiter oben geschrieben hab, macht es auch Sinn. ;-)
Jepp. Wobei mir gerade siedendheiß einfällt, dass mein zuhause vorhandener IPA* für das weiter oben im Thread genannte Flightcase wohl nicht mehr reicht. Na - mal sehen, wieviel von dem blauen Schmodder rein mechanisch rauszubekommen ist, und vergällten Ethanol hab ich auch noch im Haus.

* Ein Schelm, wer das jetzt nicht als Isopropylalkohol, sondern als India Pale Ale liest :mrgreen:.
 

Bodo

Gnabbldiwörz!
Nagellackentferner ist m.W. immer noch in erster Linie Trichloethylen.
Halte ich, ehrlich gesagt, für unwahrscheinlich. Halogenierte (und insbesondere hoch halogenierte) Kohlenwasserstoffe sind in den letzten Jahren sehr weitgehend aus "Consumer"-Produkten (ich meine Produkte für den Verkauf an Privatanwender) verschwunden, und das halte ich aus meiner Sicht als Chemiker auch für vollkommen richtig.

Bei den lacklösenden Stoffe sind eher Alkohole, ggf. Ketone (Aceton) und einfache Ester (z.B. Essigsäureethylester, der auch dem klassischen "UHU"-Alleskleber seinen Geruch verleiht) das Mittel der Wahl. Weniger gesundheitsschädlich und vor allem auch umwelttechnisch ein erheblich geringeres Problem.
 

Bodo

Gnabbldiwörz!
Ich komme vermutlich am Donnerstag zwecks Wocheneinkauf in einen großen Supermarkt mit ziemlich umfangreicher Drogerieabteilung. Ich kann bei Bedarf (und wenn ichs nicht vergesse) gerne mal ein paar Minuten opfern, um Nagellackentferneretiketten zu lesen ;-) :D.
 

Bodo

Gnabbldiwörz!
Ich komme vermutlich am Donnerstag zwecks Wocheneinkauf in einen großen Supermarkt mit ziemlich umfangreicher Drogerieabteilung. Ich kann bei Bedarf (und wenn ichs nicht vergesse) gerne mal ein paar Minuten opfern, um Nagellackentferneretiketten zu lesen ;-) :D.
[x] erledigt

Hab insgesamt 4 Nagellackentferner in unterschiedlichen Formulierungen (flüssig, Pads...) im Regal gefunden. Als Lösungsmittelkomponenten waren bei allen ausschließlich aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff* bestehende Alkohole und/oder Ester angegeben.

* Man verzeihe einem Chemiker die Korinthenkackerei - aber Trichloressigsäurepentachlorethylester ist beispielsweise halt auch ein Ester ;-).
 

Bodo

Gnabbldiwörz!
Meine Frau würde toben wenn sie wüsste, dass eine Ester bei mir im Studio wäre.
Hier isses "der oder ein Ester", nicht "die oder eine Ester". Diese kleine Feinheit rettet hoffentlich die Situation :nihao: :mrgreen:.
Das killt aber die Pointe
Vor allem verlagert es sie insofern, als dass man dann daraus schließen könnte, dass Du Dir die Fingernägel lackierst :mrgreen:.

*duckundwechaberganzflott*

SCNR
 
Zuletzt bearbeitet:

FlorianH

....
Ich entferne (bei allen Geräten) den Staub mit einem großen, weichen Malerpinsel, dann wische ich es feucht ab. Edding und ähnliches geht mit Alkohol ab.
Funktioniert einwandfrei und geht sehr schnell.
 
 


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