Roland Jupiter-X(m) 3.0 + Editor + Neue Models

Ich habe den Jupiter X mal im Laden ausprobiert. Erster Eindruck:
- diese bonbon-bunten beleuchteten Buttons wirken genau so billig wie beim System-8 und störten meinen Gesamteindruck erheblich.
- Soundschrauben erstaunlich un-intuitiv
- Sound "ok", aber jetzt auch nicht der Brüller im Vergleich zum System-8 oder den JV/XPs

Alles in allem ziemlich enttäuschend, da sagte mir der direkt daneben stehende JD-XA spontan mehr zu.
Das heißt nicht dass der X kein tolles Instrument sein kann, aber man sollte nicht erwarten dass sich da das richtige Jupiter-Feeling sofort einstellt.
 
was zugänglichkeit angeht, ist der DM12 meine benchmark. schneller als bei dem hat man kaum zugriff auf komplexe strukturen.
direkt dahinter kommt der virus....da muß man mehr das menü konsultieren, aber auch der ist recht schnell im umgang.

was ich bisher vom X und Xm gesehen habe, sah sehr umständlich aus. deshalb habe ich mal ganz vorsichtig "presetschleuder" in den mund genommen.....fast schon workstation flair.
 
Das ist natürlich alles subjektiv, aber ich glaube für das richtige Jupiter Feeling greift man wohl besser direkt zum Jupiter 8 :cool:
Ich finde dagegen, (Achtung, ich sag jetzt Jehova!) dass schon allein das JP8 Modell im X im Vergleich zum originalen Jupiter 8 ganz nüchtern betrachtet besser (und mit den erweiterten Parametern sogar viel flexibler) klingt als ein (mein alter) Jupiter-8.
Von der besseren Einbindung in moderne Produktionsumgebungen ganz zu schweigen.
Das Design ist etwas, mit dem man sich abfinden muss. Das Minidisplay und dann noch ganz links eingebaut ist gelinde gesagt nicht ideal.
Ich bin auch kein Fan dieser dicken, bunten Buttons. Die Größe der Buttons und weiterer Bedienelemente finde ich auch eher übertrieben unnötig. Man hätte deutlich mehr Parameter auf der Oberfläche unterbringen können, aber so ist es nun eben was es ist.
Und was die eingebauten Lautsprecher bringen sollen, weiß wohl auch nur Roland selbst.

- Soundschrauben erstaunlich un-intuitiv

Ja das stimmt. Diese verschiedenen Scene/Tone/Model/Partial Ebenen und noch dazu die Scene offsets und wo man sich gerade befindet - daran muss man sich gewöhnen.

- Sound "ok", aber jetzt auch nicht der Brüller im Vergleich zum System-8 oder den JV/XPs

Ich glaube das kann man auch nicht erwarten. System-8 und XV Serie sind ja schließlich schon ein ziemlicher Brüller.
Der X/Xm packt das alles mehrfach in ein Gerät und macht es parallel nutzbar. Darin liegt für mich der eigentliche Vorteil.

in letzter Zeit findet man Multitimbralität in Synthesizern ja nicht mehr so häufig. Und mit verschiedenen Engines gleichzeitig eher gar nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
bezüglich effekte.
gibt es phaser, flanger usw.?
Ja. Die MFX sind pro Part nutzbar und man kann jeweils einen von 90 verschiedenen Effekten nutzen. Darunter Delays, Filter, Flanger, Chorus, Phaser, Dynamics, Lo-Fi, Distortions, Multieffekte - also da bleiben wenig Wünsche offen.
Dazu kommen dann noch Global Chorus, Delay und Reverb sowie Distortion, die als Send Effekte von allen Parts genutzt werden
 
Dazu kommen dann noch Global Chorus, Delay und Reverb sowie Distortion, die als Send Effekte von allen Parts genutzt werden

Ja, endlich alles als Send. Am XA war das Delay auf allen Parts oder auf keinem. Idiotisch. Die Mod Effekte sind hervorragend, nochmal eine Stufe besser als beim XA würde ich sagen.

Sofern man den Focus auf die klassischen Modelle legt, geht das Editieren am X relativ gut von der Hand. Nur beim Zencore (JPX/XV) Modell wird es umständlich.

Exakt. Auch am Xm kann man die klassischen Modelle auch übers UI gut bedienen. Zen Core ist aber der Horror mit dem Display.

Was schon geht ist ein Preset mit den Scene Offsets schnell anzupassen. Bisschen mehr Attack, Filter rein, Env Amount rauf, die ganze Standard Abteilung geht mit Scene Offsets schnell und easy. Hat den Vorteil, dass man nicht für jede kleine Variante eines Sounds ein User Sound gespeichert werden muss, aber den Nachteil, dass man den Sound, wenn man ihn doch speichern will, erst von den Scene Offset Parametern in die Tone Paramter übertragen muss.
 
was zugänglichkeit angeht, ist der DM12 meine benchmark. schneller als bei dem hat man kaum zugriff auf komplexe strukturen.
direkt dahinter kommt der virus....da muß man mehr das menü konsultieren, aber auch der ist recht schnell im umgang.
und den DM12 (als erst den 6er, dann den Desktop) hab ich gerade wegen der Bedienung und dem 1990 Display wieder ganz schnell verkauft. Die Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden. Den Virus hatte ich vor Jahrzehnten auch mal, für die damalige Zeit passte das. Heute wäre der mir auch zu frickelig. Und genauso sehe ich auch den X und Xm. Die Verbleiche DM und Virus passen da ganz gut. Nur das der X einfach noch viel mehr kann. Aber das macht die Bedienung halt auch nicht leichter.

Ich werde den einfach mal die nächsten Wochen austesten, dann werden wir sehen.
 
Eine gewisse Lernkurve ist bei diesem Funktionsumfang sowieso unvermeindlich. Vor allem, da sich die Models untereinander sehr unterscheiden, die physischen Bedienelemente aber nicht.
Man gewöhnt sich aber daran.
 
Das wäre ja komisch, denn auf der MC-707 sind Reverbs hervorragend! :supi: :nihao: :adore: Man soll halt die entsprechenden Algorithmen wählen und einstellen. :cool: Leider nur eine Instanz. Alleine schon für die Snare schalte ich gern zwei verschiedene Reverbs hintereinander. Wem aber eine Instanz genügt, die Qualität ist sehr sehr gut. :school: Und sehr reichlich parametrisiert, im Gegensatz zu so manchen Mitbewerbern.

Klar, wenn man ein MX400 als Vergleich nimmt, ist der Hall in der MC707 wahrscheinlich hypergalaktisch

:schwachz:
 
beim virus kann man die klinkenausgänge seperat ansteuern und einzelne sound mono oder stereo in den mixer schicken.....alternativ über USB.
geht das beim X auch?
das man sounds über die klinken, andere sounds über die XLR anschlüsse versendet?
 
beim virus kann man die klinkenausgänge seperat ansteuern und einzelne sound mono oder stereo in den mixer schicken.....alternativ über USB.
geht das beim X auch?
das man sounds über die klinken, andere sounds über die XLR anschlüsse versendet?
Nein, die analogen Ausgangspärchen sind immer parallel. Einzelausgänge hat man nur über USB (oder halt 2x mono über L/R).
 
Kann es sein, daß der Arp/Seq ein wenig herumeiert? (hört man, wenn ein Drum Part angeschaltet ist).
Mein Jupp läuft als MIDI Clock Slave zur MPC Live - die Clock sollte also eigentlich "amtlich" sein (ich habe da volles Vertrauen zu AKAI).
Eventuell bin ich auch überempfindlich? :dunno:
 
ich war heute den X antesten.
war zwar ein blindflug durch die sounds und ich habe keine ahnung, welche der envelopes aktiv sind, aber klanglich ist es schon interessant.

ich habe den synth gekauft....mal schauen, was sich ergibt und ob ich damit klar komme.
Erstmal Glückwunsch zum neuen Synth!
Am Besten schaust Du Dir mal die englischen Manuals (Parameter und Reference Manuals) auf der internationalen Rolandsite an. Das normale Manual ist nicht mehr als eine Art Quickstart.
und diese Site finde ich auch ganz hilfreich: https://jupiterxpert.com/
 
war zwar ein blindflug durch die sounds und ich habe keine ahnung, welche der envelopes aktiv sind, aber klanglich ist es schon interessant [...] ich habe den synth gekauft....mal schauen, was sich ergibt und ob ich damit klar komme.

Oh, jetzt doch :) Da du es ja schon geschafft hast, Sounds durchzusteppen, Glückwunsch!
Dennoch hier mal eine Kurzanleitung, geschrieben zum JPXm (falls ich selbst mal irgendwann das alles vergesse):

1. SCENE+16, danach 16 drücken (damit wählst du eine neutralere Scene (Bank 16, Scene 16 aus)

2. PART drücken. Jetzt kannst du:
- mit 1-5 einen Part wählen. 1 leuchtet und ist gewählt, d.h. das Preset, welches gerade editiert wird 2-5 blinken als "bereit"
- mit 6-10 kannst du parallel dazu bestimmen welche (ja mehrere) du mit der Tastatur spielen willst
(optional mit shift 1-5 wird wird beides gewählt, d.h. z.B. 2 zum Edit und seine 6 zum Spielen)

3a. MODEL BANK drücken:
- mit 1-16 wird für den unter 2 gewählten die Preset Bank gewechselt (1= JP8 Sounds, 2=Juno, ...)
- Drehregler 2 (rechts unterm Display) wählt die Preset Nummern durch, Drehregler 1 (links) hingegen in 10er Schritten
- ENTER toggelt die Darstellung der Preset Auswahlliste
3b. Cursor-Up wechselt von der Preset# Zeile in die Model/Bank Zeile
- Drehregler 2 (rechts unterm Display) wählt das Model, bzw. Soundbänke (Drehregler 1 macht nix)
- PR-A bis D, XV-5080 und JP-X INT sind alles quasi die Zencore Presets ohne Model Bezug

4. mit FUNCTION geht du in den OSC/Partial Edit mode
- Je nach Model: 1-2 sind z.B. die beiden OSCs des JP8, bei ZenCore sind 1-4 die 4 Partials
- mit FUNCTION 1-4 gehst du ins Edit Menü des jeweiligen Partials (dort Cursor links/rechts, oben/unten etc.)

- Beim Auswahl des Envelope Typs von ZenCore daran denken, den vorherigen abzuwählen. Druck auf FILTER lässt AMP weiterhin gewählt und man würde beide editieren! (bei den Models hingegen nicht)
- Shift erlaubt dir, schnell zu bestimmten Menüpunkten zu springen, z.B. Shift+Cutoff ins Tone Edit Filter Menü
- Write, dann Cursor 8x runter lässt dich den Tone initialisieren. Wird kein Saw/Sine, sondern XB Piano
- ...

Sascha
 
Hier mein Test im Nachbarforum, da sind einige Workflow Dinge auch drinnen.

 
Hier mein Test im Nachbarforum, da sind einige Workflow Dinge auch drinnen.

Wie hast du das gemacht, das mit dem Anwählen des Parts auch immer der jeweilige Sound mit angewählt ist?
 
Eine unbedarfte Frage.
Beim Juno Modell.
Ich habe die Filterkurve bearbeitet, dann auf Amp umgeschaltet. Der Klang hat sich verändert.
Übernimmt er jeweils die eingestellte Hüllkurve?
Das würde bedeuten, man kann den Filter und Amp nicht getrennt bearbeiten?

Vermutlich habe ich nur was falsch gemacht
 
Das habe ich noch nicht probiert. Es gibt den Punkt Parameter EXP im Tone Edit mode aber ich glaube nicht dass der eine Hüllkurve addiert.
 


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