Schallplatten Soundrestauration

Dieses Thema im Forum "DAW / Komposition" wurde erstellt von Psy-Kai-Q, 21. März 2009.

  1. Hi

    Sagt mal gibt es hier schon bereits ein Thema was sich mit der Soundrestauration der Schallplatte beschäftigt?
    Ich bin zu blöd es zu finden.

    Ich habe zwar noch das Clean 2, aber das ist Müll.
    Wenn ich mehre Audiodatein bearbeite, dann erhalte oft leere Audiospuren, anstatt die neue restaurierte Audiodatei.

    Ich weiss das die Qualität etwas nachläßt, doch gibt es ein Programm das die Soundqualität nach dem Entknistern und Entrauschen nicht so stark beeinträchtigt?
    Wenn geht sollte das Proggi nicht so teuer sein.
    Habe ja gesehen das es Plug-Ins gibt die 1500 Euro kosten, nur fürs Entknistern. Dafür könnte man einen schönen Urlaub machen. :D
     
  2. Neo

    Neo aktiviert

    Würde mich auch interessieren und vor allem, naß abspielen oder trocken ?
    Hier gibt es doch Plattenexperten, war Herr MB nicht auch mit von der Partie ?
     
  3. mookie

    mookie B Nutzer

    Die meisten nass abgespielten Platten sind mittlerweile "kaputt", durch jahrelanges nass abspielen lagert sich der Kalk ab, destilliertes Wasser hat fast keiner benutzt.
     
  4. agent

    agent -

    hier mal das wichtigste zum thema:

    aaalso man braucht:
    -einen passenden Plattenspieler, üblicherweise Technics SL 1210
    -ein möglichst gutes Abtastsystem (also KEIN Ortofon Concorde!) minimal Shure M44-7 besser Denon DL 103 oder Benz Micro MC 20
    -einen guten preamp wie er in amtlichen (analogen) DJ Mixern verbaut ist (Allen&Heath etc. - kein Behringer) oder eigenes Gerät z.B. Cambridge Audio 640P, Clearaudio Smart Phono, trigon vanguard

    nicht jedes system passt zu jedem preamp

    ein richtig amtlicher (sprich transparenter) preamp kostet bis zu 1000 Euro (AQVOX PHONO 2 Ci MKII)
    und ja es geht noch teurer, ist dann aber schnickschnack für "HiFi Puristen", braucht kein Mensch

    Danach wirds einfach denn das line signal kann man in seine entsprechende Soundkarte einspeisen.

    Die ganze Verkabelung auf Nebengeräusche prüfen vor dem Überspielen.
    Während der Aufnahme mögliche Problemquellen eleminieren (Trittschall, Feedback etc)
    Die Platte kann man mit immer noch erhältlichen "Plattenwaschmaschinen" behandeln (ca 40 euro), das entfernt angesammelten Staub und Dreck recht gut, meistens sollte auch eine gewöhnliche antistatikbürste reichen. Ansonsten gilt natürlich je besser der Zustand der Platte ist desto besser wird die Überspielung.

    2. Akt Aufnahme nachbehandeln

    Üblicherweise gibt es ein paar Knackser.
    Diese NUR per Hand entfernen, d.h. im wave-editor vom Nulldurchgang davor bis zu dem danach auf Null setzen, den Knack nicht einfach löschen (dadurch würde sich logischerweise das timing ändern)

    Sämtliche "automatische" software dafür ist Müll, und kann allenfalls für "kreatives sounddesign" dienen.
    Zu beachten ist auch das die Aufnahme auf Schallplatte schon fertig gemastert ist, das bedeutet besonders weiteres Komprimieren sollte unbedingt entfallen.
    Leichte EQ Anpassung (oft fehlen bis zu 4 dB Höhen gegenüber dem Originalmaster) und minimales Limiting bei sehr dynamischen files ist OK.

    Wenn man diese Sachen von Anfang an beachtet, spart man sich bei Überspielaktionen viel Zeit und Nerven.
     
  5. Wasser? :shock:
    Meine ollen Platten mache ich mit Isopropanol-Alkohol zum Abspielen nass ...
     
  6. Moogulator

    Moogulator Admin

    Sound Soap ist nett. Ich mein für gesampletes Audio. Für die Platte selbst: Isoprop, DAS ist ja auch das NASSABSPIELZEUGS..

    Wenn das nicht mehr geht, geht nix mehr. Platten kann man ansich auch "waschen".
     
  7. Also ich habe einen Technics SL-Q2 Plattenspieler (zum Abspielen reicht der dicke) mit einem Ortofon Arkiv System und ein Phonovorverstärker von ART USB Phono Plus V2.
    Waschen tue ich meine Platten mit der Spezialflüssigkeit von Knosti.
    Disco-Antistat Mixture oder wi sich das Zeug schimpft.
    Vom Nassabspielen haben mir sehr viel abgeraten, egal ob man destiliertes Wasser, Alkohol oder Seife nimmt.

    Apropos, wie machen es die DJs, wenn sie ihre DJ Mixe erstellen, die sie später auf einer CD brennen?
    Da hört man fast kaum das Knistern und Rauschen.
     
  8. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Von nass abspielen halte ich gar nichts. Aus einem einfachen Grund: Das Zeug trocknet inklusive des gelösten Staubs wieder ein.
    Deshalb bleibt für wirklich konsequent saubere Plattenwiedergabe nur eine richtige Waschmaschine mit Vakuumabsaugung - nicht nur einfach den Dreck lösen, sondern ihn sofort mit der Reinigungsflüssigkeit absaugen. Solche Maschinen kosten aber keine 40 Euro wie oben gesagt (oder ist da was anderes gemeint?), sondern eher noch eine Null dran und aufwärts. Die besten Punktsauger gehen sogar weit in den vierstelligen Bereich.
    Alles andere ist auf die Dauer Krampf.
    Natürlich ist das erst mal eine Investition. Aber für jeden, der mehr als sagen wir 800 oder 1000 LPs hat, macht sich das schnellstens bezahlt.

    Und - die beste Software nützt nichts, wenn vorne kein gutes Signal reinkommt. Daher ist ein möglichst guter Plattenspieler immer sinnvoll.

    Ich bin auch der Meinung, dass ein besserer Preamp als der Aqvox keinesfalls Schnickschnack ist.
    Aber der Aqvox ist schon so viel besser als das, was die meisten zu Hause stehen haben, dass ich das hier nicht vertiefen will.

    Gruß,
    Markus
     
  9. agent

    agent -

    Knosti Disco Antistat Plattenwaschmaschine (um 40 Euro)

    Mehr hab ich noch nie gebraucht und ich besitze deutlich mehr als 1000 Scheiben ;-)

    Es gibt auch "HiFi" Foren wie Sand am Meer voller "Experten" die erzählen man müsste mindestens den Gegenwert eines Mittelklasseautos anlegen.
    Es geht um transparente Wiedergabe und Überspielung, nicht um HiFi Verschlimmbesserung ala 30000 Euro versenken. Die Kohle ist in Synth Hardware dann doch besser angelegt.
    Die absolute Obergrenze an transparenter Abspielung bietet übrigens der Laserplattenspieler von ELP, aber das Ergebnis kann man auch deutlich günstiger bekommen.

    http://www.digisol-online.com/epages/61 ... -1LRC%20(L)%22

    Das Laserding kürzt einige physikalische Probleme ab die durch die Mechanik bei der Wiedergabe zwangsläufig auftreten...

    Die Frage nach Kosten Nutzen stellt sich ohnehin:
    Sollen hier unwiderbringliche Vinylschätze (Klavierkonzert Deutsche Grammophon etc.) archiviert werden oder ein paar zerkratzte 80er Jahre Maxis auf Festplatte wandern ? Die wenigsten werden überhaupt bereit sein, neben ihrem vermutlich vorhandenen suboptimalen Phonosignalweg Hunderte Euros für 10-20% Klang mehr auszugeben.
     
  10. ESQ

    ESQ aktiviert

  11. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Lästige Hantiererei und in der Reinigungswirkung mit einer professionellen Waschmaschine nicht vergleichbar. Probier's einfach mal aus.

    Gruß,
    Markus
     
  12. agent

    agent -

    Für den Preis dieser software kann man sich eine CD des/ der Titel besorgen und von dieser die Platte komplett neu schneiden und pressen lassen.

    Noch ein Punkt, Wiedergabe von Schallplatte hat eine begrenzte Dynamik, mehr als 60 dB sind nur theoretisch überhaupt machbar. Nur als Richtung wieweit man den Aufwand treiben will.
     
  13. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Noch ein Punkt: Wieviele CDs haben eine Dynamik von mehr als 60 dB? :lol:

    Die meisten - gerade heutzutage - erreichen ja noch nicht mal 20.

    Ganz davon abgesehen, dass bei leiserem Signal die Auflösung immer schlechter wird. Das ist bei Digitaltechnik halt so.
    Deswegen kann man grundsätzlich digitale Dynamik nicht mit analoger vergleichen. Das sind zwei völlig verschiedene Prinzipien.

    Gruß,
    Markus
     
  14. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Ganz allgemein: Wer sich wirklich mal umfassend über den aktuellen Stand der Analogtechnik und ihre zahlreichen Facetten informieren will - und zwar bei Leuten mit ausgiebiger praktischer Erfahrung und nicht solchen, die einfach irgendwelche theoretischen Überlegungen nachfaseln - sollte sich in diesem Forum anmelden:

    www.analog-forum.de

    Gruß,
    Markus
     
  15. Anonymous

    Anonymous Guest

    Nö, da lässt du dich von der Kindergartenvorstellung der bösen digitalen Treppenstufen verarschen.

    Man kann auch über einen analogen Kanal nur eine begrenzte Informationsmenge übertragen. Dieses Limit wird theoretisch (=mathematisch beweisbar) durch Störabstand und Bandbreite vorgegeben. Die Vorstellung einer unendlichen analogen Auflösung ist daher ebenso unsinnig wie die einer begrenzten digitalen Auflösung. Beide Systeme sind absolut gleichwertig nur durch ihren Störabstand definiert. Eventuelle Unterschiede ergeben sich nur durch das Störgeräusch, das ist bei aktueller Digitaltechnik aber ebenso Rauschen wie bei der Analogtechnik.

    Die "Auflösung" eines (aktuellen) digitalen Signals ist letztlich besser als die Bitbreite, eine leises Signal verschwindet völlig korrekt im Rauschen, genau wie es analog auch passiert.
    Um das zu verdeutlichen habe ich mal ein 8-Bit Beispiel gebastelt. Da ist das Rauschen dann deutlich zu hören. Ein Track mit echten 8 Bit und ein Track mit voller 16 Bit "Auflösung", aber eben mit spektral und pegelmäßig gleichem Rauschenabstand.
    8 Bit
    16 Bit

    (Die "mp3 ist böse Fraktion" darf das auch als .rar gepacktes Wave Wave File runterladen - für Tontechniker, die ihre Ohren zum selber hören benutzen, ist das natürlich Unsinn. )
     
  16. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Das hast Du falsch verstanden, ich spreche nicht von Rauschen.

    Gruß,
    Markus
     
  17. Alle - Compact Discs haben nämlich einen Dynamikumfang von 96 dB.

    Das ist eine Frage der Aufnahme bzw. der Abmischung - aber nicht der Möglichkeiten einer CD (und ob die 96 dB auch wirklich genutzt werden).

    Das ist Quatsch, denn die Auflösung bleibt konstant gleich.

    Von den Unzulänglichkeiten der Schallplatte (begrenzter Dynamik-/Frequenzumfang, Klirrfaktor, S/N-Ratio etc.) möchte ich an dieser Stelle lieber nicht sprechen - es könnte den einen oder anderen zu sehr verwirren ...
     
  18. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Mich interessiert nicht, was auf dem Papier steht, sondern was auf der CD in der Praxis drauf ist.

    Gruß,
    Markus
     
  19. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Ich beschäftige mich mit dem Thema seit über 25 Jahren.
    Die Vorstellung, dass ausgerechnet jemand wie Du mich verwirren könnte, ist schon ziemich erheiternd.

    Gruß,
    Markus
     
  20. Anonymous

    Anonymous Guest

    Sondern wovon?

    Das Signal hat durch den Störabstand, bzw. das was du "digitale Auflösung" nennst nun mal eine *eindeutige* Differenz zum Originalsignal.
    Diese Differenz ist eben typischerweise Rauschen.
     
  21. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Von den Bits, die praktisch zur Verfügung stehen.

    Gruß,
    Markus
     
  22. Anonymous

    Anonymous Guest

    Das meinte ich oben mit "Kindergartenvorstellung der bösen digitalen Treppenstufen". Und da der technische Zusammenhang durchaus etwas unglaublich erscheint, hatte ich das Beispiel gemacht:

    Da stehen ganz praktisch einmal 8 und einmal 16 Bit zur Verfügung (und werden auch benutzt!). Wo ist da der Unterschied?

    8 Bit
    16 Bit
     
  23. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Ich verlinke Dir mal einen Artikel von Dr. Ing. Artur Seibt. Der beschreibt da ganz schön, was ich meine - Abschnitt 3,3 ff.

    http://www.rmgi.eu/pdf/TestReportjune2007.pdf

    Ich nehme aber jetzt nur Bezug auf diesen Teil des Artikels, der Rest bzgl. Haltbarkeit usw. interessiert mich persönlich nicht so.

    Gruß,
    Markus
     
  24. Anonymous

    Anonymous Guest

    Der Effekt ist aber kein prinzipieller sondern basiert auf einem unzweckmäßig gewählten Wandlervorgang. Das macht man schon viele Jahre nicht mehr so. Da wird das Quantisierungsgeräusch nämlich sehr ungeschickt gewählt.
    Mit heutiger Technik steigt der Klirrfaktor bei kleinen Signalen nicht mehr an.

    Praktisch ist der Effekt auch nur so semidramatisch, denn das *absolute* Signal ist da ja schon sehr klein, damit ist das Fehlersignal auch sehr klein. (Deswegen haben sie ja auch ein paar Jahre gebraucht um das zu merken...)

    Hier viewtopic.php?t=21785 gibt es dazu noch ein paar Beispiele & ein wenig (hoffentlich erhellenden) Text.
     
  25. agent

    agent -

    Argumentiere niemals mit einem Voodoo Priester :lol:

    Aber ich glaube zum Thema ist alles soweit gesagt, den Rest an "Gesinnungsposting" kann man ja auch in F-Raum 2 machen dann...
     
  26. Neo

    Neo aktiviert

    Ich will auch nur ein paar Platten überspielen und keine Wissenschaft daraus machen. Wenn also nur ein Stanton zur Verfügung steht mit einem NAD PP2
    Phonovorverstärker, dann kann das Ergebnis nur schlecht werden ? :shock:

    Ich möchte daran erinnern das es bei mir darum geht Platten in MP3 Files umzuwandeln, also nichts mit Highend.
    Ich weiß natürlich nicht ob der Threadsteller Highend braucht. :dunno:
     
  27. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Nein, natürlich nicht.
    Alleine schon deshalb, weil "schlecht" ein relativer Begriff ist.

    Gruß,
    Markus
     
  28. agent

    agent -

    das Stanton 680 ist zum Beispiel im "DJ" Bereich eines der besseren

    ob der hohe output (mV) den die meisten DJ Systeme liefern am NAD Preamp passt muss man dann schauen

    z.b. Shure M44 am kleinen Cambridge Audio Preamp macht zuviel "Dampf" - da kommt dann ungewollt extra-komprimiertes raus
     
  29. Highend? Da müsste ich erst Herr Rockefeller sein. :lol:
     
  30. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Ich glaube, es sind 7 mV Ausgangsspannung. Ist aber die Frage, welches Stanton-System genau gemeint ist.

    Gruß,
    Markus
     

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