Schönbuchturm/Herrenberg + Schauwerk/Sindelfingen

Otterl

zwangserleuchtet
Verarbeite nun nach und nach das Video- und Musikmaterial, welches sich im Laufe
des Jahres angesammelt hat. U. a. hatte ich einen Film frühmorgens auf den erst kürzlich
in Betrieb genommenen Schönbuchturm gedreht.

Dieser zeichnet sich durch eine interessante Architektur aus; was in mir sofort musikalische
Ideen aufkommen ließ – zuerst.

Was die Musik betrifft, so habe ich diesmal eine eher etwas negative Erfahrung gemacht:
Der bewußt feste Filmschnitt zwang mich in ein Korsett (ist halt so bei Filmmusik / Soundtracks):
genaues Einhalten der Übergange und Übergangszeiten etc.
Eigentlich nichts Neues für mich, aber diesmal einfach anders gelaufen: ich stellte fest,
dass die Musik ohne den Film überhaupt nicht „kommt“.
Normalerweise achte ich immer darauf, dass die Musik für sich alleine stehen kann.
Funktioniert eben nicht immer.

Schönbuchturm
https://youtu.be/dO9KDHIQaAo

*
Zum Turm selbst: kann ich empfehlen! Dort gibt es einen interessanten Effekt:
selbst bei Windstille schwankt der Turm minimal, kaum wahrnehmbar, eher unterbewußt.
Eintritt zum Turm: unschwäbische 0,00 EUR.


*

Wers mit der moderneren Kunst hat, sollte sich ins Schauwerk Sindelfingen begeben
https://www.schauwerk-sindelfingen.de/de/
Dort ist noch kommenden Sonntag der Eintritt frei. Um 11 gibt’s eine Führung.
Auch für sunchwäbische 0,00 EUR.
 

fanwander

*****
Ich finde auch, dass die Musik unpassend zum Film ist. Das liegt meines Erachtens daran, dass sie mit Ihrer Adaption des Bildschnittes viel zu sehr in der Kategorie typische Filmmusik agiert, und somit Assoziationen zu Soundtracks von 60er und 70er Jahre Gruselfilmen hervorruft (zB die Schnitte auf den Wald bei 1:43 - 2:06; da erwarte ich, dass sich das böse Monster im Wald verbirgt). Tatsächlich sieht man aber einen Spaziergang an einem sonnigen Herbstnachmittag. Den Clash nimmt jeder wahr.

Die Musik (ohne das Video anzuschauen) selbst finde ich eigentlich in Ordnung - kein ganz großer Wurf, aber durchaus anhörenswert.
 

Otterl

zwangserleuchtet
Dachte da eher umgekehrt:
Film - ganz normal, Landschaft, Bauwerk etc.
Musik ohne Video - nee, dann lieber nur den Film
 

fanwander

*****
Sagen wir so: Film und Musik wirken letztlich immer als Gesamtheit, stellen beim Rezipienten ein einziges Werk dar.
Das ist nun mal so, und die Qualität des Werkes kann man dann erkennen, wenn man die Bestandteile einzeln auch genießen kann. Das ist so, wie beim Champagner: den gut erkennt man daran, dass er ohne Kohlensäure auch noch nach nem akzeptabel Weißwein schmeckt.

Der Film allein hat keine oder kaum Erzählstruktur (es sei denn dass man erkennt, dass Ihr halt hingelaufen sein, von unten geguckt, beim Hochgehen mal angehalten und fotografiert, oben Aussicht fotografiert, beim runtergehen nochmal andere Blicke fotografiert, und tschüss....). Man merkt, dass er nicht aus dem Bedürfnisses entstanden ist, etwas zu erzählen, sondern dass Du halt eh fotografiert/gefilmt hast. Zudem ist er irgendwie viel zu hastig geschnitten bzw. die Überblendungen sind viel zu schnell für die eher ruhenden Kamerapositionen (werden halt auch viele Standfotos sein). Und diese hastigen Überblendungen passen halt weder zum Film, noch zu Deinem Musikstil.

Ok, jetzt bin ich still und soll erstmal zeigen, dass ich selbst es wenigsten genauso kann wie Du (geschweige denn besser). :-|
 

Otterl

zwangserleuchtet
Stimmt. Eine Erzählstruktur war tatsächlich nicht beabsichtigt. "Nur" ein Beleuchten
des Turms von oben bis unten, die Aussicht in die Pampa. Ein einfaches Erforschen.

Meine Filme sind manchmal banal, von der Motivauswahl. Ein stinknormaler Wald,
Unterholz etc.
Sie dienen als "Gefährt" für die Musik, sind Kreativitätstechnik, Selbstinspiration usw. usf.
Klappt aber zugegebenermaßen nicht immer. Das gehört zum "Spiel".

Umgekehrt scheints wohl doch besser zu funktionieren: Komposition eines eigenständigen
Stückes - DANN - wenn Bock - einen Film dazu. Man muß sich entscheiden, was der
Mittelpunkt sein soll: Film oder Musik.

Was mich dennoch begeistert sind - wie oben beschrieben - tendenziell einfache Filme
(und wenns bloß ein paar Grashalme sind) mit einer Musik zu verbinden, die scheinbar
nicht "dazugehört" bzw. erwartet wird.
 

Otterl

zwangserleuchtet
Jetzt kriegt das hier fast noch Workshop-Charakter!

Da ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden war (siehe weiter oben),
habe ich das Ganze überarbeitet. Wir erinnern uns:
Der Film mit seinem festen Schnitt war zuerst da - erst daraufhin
erfolgte das "soundtracken"; eine Art selbstgeschaffenes Korsett.

Was war zu retten?
Das Musikstück habe ich nun komplett überarbeitet, Lästiges rausgeschmissen,
eine neue Spur kam noch dazu (Minimoog und bisserl Kronos). Ein paar Klang-
schnipsel anders - im neuen Kontext - angeordnet; im Wesentlichen aber ein
Ausmisten + mehr Luft zum Atmen. Der Titel ist nun über eine Minute kürzer
und für meine Verhältnisse schon fast massenkompatibel.

JETZT kann das Stück auch eher für sich alleine stehen, denke ich.
(Das Video wurde DIESMAL AN DAS Musikstück angepaßt: also ebenfalls Kürzungen
und rausgeschmissene Szenen).
 

starcorp

|||||
die zweite Version ist nur noch ein durchblättern eines Fotoalbums und nimmt den Bildern die Kraft.
Ich bevorzuge die erste Version.
Harte Schnitte, und die Bilder wirken lassen, Zeit geben. So das jeder, mit der Musik, im Kopf den Rhythmus findet.
 

Otterl

zwangserleuchtet
:nihao:

Bei der zweiten Version stand für mich die Musik im Vordergrund.
Diesmal musste der Film "leiden".

Wie "kommt" die Musik ohne Film?
 

Feedback

Individueller Benutzer
Musik ohne Video - nee, dann lieber nur den Film
Mir gefällt die erste Version besser, ich erwarte da auch kleine Monster. Bei der zweiten Version schließe ich mich dem Kollegen @starcorp an.
Den Film ohne Musik, sorry, würde ich nicht durchhalten, da brauche ich schon einen Kommentar oder auch meinetwegen Monster, ein abstürzendes Ufo, etc. Bin aber grundsätzlich nicht der Typ für Bilder ohne alles, da knack ich weg...
Die Musik ohne Film funktioniert für mich....:nihao:
 

Otterl

zwangserleuchtet
Ok. Danke fürs Feedback, Feedback!

Grundsätzlich hat die Musik für mich Priorität; also vorm Film.
Andererseits ist es prima, eine Art "Gefährt" zu haben, ANDERS
an die Musik heranzugehen, der Film als Leitspur/-faden für die Musik.

Daher ist das Endergebnis Musik für mich wesentlich wichtiger.
 


Neueste Beiträge

News

Oben