Siel Cruise Modifikation - alle Sounds mischen

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horacewimp

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Mir fiel eben auf, dass meine zwar kleine, aber erfolgreich funktionierende Modifikation des Siel Cruise seit Jahren in einem Thread über das Siel Orchestra liegt - ist dort zwar nicht so ganz falsch, aber ich kopiere das Ganze auch mal hier her. Ich denke, hier gehört es hin.

Das Mischen von Brass und Piano beim Siel Cruise (und Orchestra bzw. ARP Quartet) geht jetzt !

Es ist dafür eine kleine Modifikation notwendig. Der Vergleich der Schaltungen von Orchestra 2 und Cruise hat ergeben, dass es beim Orchestra 2 doch ein paar Änderungen in der Schalt-Logik gab, die von der Verdrahtung recht umständlich auf den Cruise zu übertragen gewesen wären.
Ich hab daher stattdessen einen Workaround erstellt, der auf einfache Weise das Problem löst und nur 3 Dioden und 2 Widerstände benötigt.
Eine Leiterbahn hinter dem Inverter ICn7 muss durchtrennt werden (Leiterbahn aufkratzen, Durchkontaktierung entfernen - an der Stelle gibt es mehrere Möglichkeiten, siehe Bilder), um zur Entkopplung den 45k Widerstand einfügen zu können. Ansonsten sorgt eine AND-Schaltung mit Dioden dafür, dass, sobald die Brass & Piano Schaltstränge beide HIGH sind, der Eingang 6 von ICn3 ebenfalls auf HIGH gehalten wird. Im Normalzustand ist der Ausgang des Inverters bei aktivierter Brasssection HIGH, bei aktiviertem Piano und Piano/Brass-Mix jedoch LOW - bei LOW wird die Pianohüllkurve geschaltet und die VCF-Hüllkurve deaktiviert.
Durch die Modifikation bleibt bei aktiviertem Piano-Brass-Mix das VCF aktiv (d.h. Brass klingt genau wie immer) und die Hüllkurve der Pianosounds ändert sich in eine Art Gate mit Release - anscheinend hängt die Erzeugung der Hüllkurven sehr eng zusammen.
Finde ich aber nicht störend, da es ja ohnehin nicht wirklich ums Layern, sondern eher um das Mischen von Soundparametern geht.
Jedenfalls lassen sich jetzt wirklich alle 4 Sektionen mischen, ohne dass irgendetwas stummgeschaltet wird.
Anbei ein paar Bilder, ich hab das Ganze freischwebend auf der Platine platziert, geht sicher eleganter - aber es funktioniert - Und der kleine "Schaltplan" etc.., falls es jemand nachbauen will (siehe weiter unten)

Die Mod lässt sich mit Sicherheit 1:1 auf Orchestra 1 und ARP Quartet übertragen, wobei das Platinenlayout hier anders ist. Auch die Schaltpläne im Servicemanual sind völlig anders gezeichnet - aber letztlich doch fast identisch - hier muss man einfach mal genau drübergucken.

Der Dioden-Typ ist natürlich ziemlich egal, ich hab die 1N4148 benutzt, weil ich davon etliche rumliegen hatte...jede andere tut es mit Sicherheit auch.

kleines Update: Durch eine winzige Änderung wird der "Strings-Percuss." Schalter mit eingebunden - d.h. beim Mix von Brass und Strings wird jetzt auch beim Hinzuschalten von "Percuss" Brass nicht mehr stummgeschaltet - es wird zwar keine percussive Hüllkurve erzeugt, aber der Stringsound wird im Mix etwas leiser, was ja auch vorteilhaft sein kein. Hierzu muss nur die Diode, die in der ersten Version das Schaltsignal vom Piano erhielt, stattdessen hinter das eine OR-Gatter von ICn5 (Pin9) gelegt werden, da hier schon die Schaltsignale von Piano und Percuss OR-verknüpft vorliegen. Jetzt gibt es bei keiner Mix-Kombination mehr eine Stummschaltung von Brass - was vorher noch bei Percuss der Fall gewesen wäre (alles in den Bildern und Schaltplänen berücksichtigt)
Und wie auch schon gesagt: am gesamten Verhalten des Cruise und sämtlicher Sounds ändert sich durch die Mod nichts, es hat nur Auswirkungen auf die Mix-Kombinationen Piano/Brass und String Percuss/Brass, die hierdurch erst möglich werden.

Schaltung
Verdrahtung
Cruise_Mod_Bild1
Cruise_Mod_Bild2


ein weiteres kleines Update meiner Siel Cruise Modifikation:

Beim gleichzeitigen Aktivieren verschiedener Sounds mit Brass kann der Pegel stark ansteigen und unter Umständen bei vielstimmigen Akkorden Verzerrungen hervorrufen, insbesondere die BBDs (TDA1022) scheinen hier empfindlich zu sein.
Um hier etwas Headroom zu erzeugen, habe ich durch Änderung von Rk160 (Parallel-Löten von 47k -> 32k) den Eingangspegel der Chorus-Schaltung abgesenkt, gleichzeitig durch Verringern von Rk 38, 39, 40 und 42 (R38,R39 jeweils 47k parallel , R40 10k parallel-> 28k, R42 200Ohm parallel) den Ausgangspegel wieder erhöht. Die Übersteuerungsgefahr wird deutlich reduziert, der Störpegel könnte leicht angestiegen sein, ist mir jedoch bislang nicht aufgefallen. Ich würde diese zusätzliche Modifikation unbedingt empfehlen, da die BBDs doch ziemlich unangenehm zerren können - das wird hiermit verhindert.

Bei der Gelegenheit habe ich den Regelbereich des „Animator“-Reglers durch Parallelschaltung von 20k zu Rk92 ( -> 8k) etwas erhöht .
schaltung headroom mod
schaltung animator mod
bild 5 widerstande - headroom
bild 1 widerstand - animator

ich finde immer wieder was zum Basteln ;-) :
mir fiel auf, dass es bei gleichzeitig aktivierten Brass, Strings - und Piano-Sektionen immer noch eine Neigung zum Zerren gibt, diesmal aber abhängig vom Poly-Lautstärkeregler. Also wird Transistor Tk1 übersteuert. Durch Reihenschaltung eines 20k Trimmers zum 10k Lautstärkepoti (Richtung AH6) hab ich das abgemindert.
 
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