Mit dem Waveframe technisch und musikalisch sehr vertraut, lässt es sich nicht vermeiden, dem Forum einen kleinen Denkanstoß mitgeben zu wollen, zumal eine Reihe von Formulierungen keineswegs den technologischen und inhaltlichen Voraussetzungen des Gerätes gerecht werden. Insbesondere Bernie bietet hier allerhand Darstellungen, die dem System nicht entsprechen: Sowohl die genannten Jahreszahlen (ab 1995 war
Skazzi! bzw. Timeline sowieso nicht mehr auf der Messe vertreten) als auch die Features des Systems betreffend.
Mit dem Erwerb eines Waveframes erschließt der Käufer ein Produktionstool, das in der Tat als eigenständig und in allerhand Produktionsabschnitten einzigartig beschrieben werden darf. Die Version 6 unterscheidet sich dabei maßgeblich von der Version 5.
Bei der Bewertunng der Leistungsfähigkeit darf nicht das Alter des Systems vernachlässigt werden, denn die ersten Module sind im Entwurf der PCBs aus dem Jahre 1987. Zu erwarten, dass ein möglicherweise ungewartetes System nach drei Jahrzehnten problemlos seinen Job macht, dürfte, gelinde gesagt, etwas abenteuerlich sein.
Übrigens wird der Support keine Version 5 angeboten haben, da der offizielle Suport zum System 1999 beendigt wurde, der betreuende Systemtechniker hatte zu dem damaligen Zeitpunkt seinen Job quittiert und sich nur noch einer handvoll Studios gewidmet.
Ein System ist über diese Vertrieb - auch privat durch deren Mitarbeiter (Betrieb aus einem Geschäftsführer und einem technischen Mitarbeiter) - nicht mehr geschehen. Eine Version 5 wäre diesbezüglich sowieso nicht mehr verkauft worden, da die Version 6 etabliert war. Insofern war der verkaufende "Mitarbeiter" niemals am Support beteiligt.
De facto handelt es sich bei dem 1000er - und so war dieser von John Melanson samt Crew geplant - um eine Audio-Workstation, deren Produktionsoberfläche im Pre- und Postproduction sowie im Composing die Vorzüge einer geschlossenen und verlustfreien Produktion ermöglichen sollte, dabei formuliert insbesondere der Sampler ein besonderes technologisches Konzept, das im Hinblick auf seine Transponierung der Waveforms auf großes <know how> verweist (Melanson konnte diese Fähigkeit in einem weiteren Gebiet der IC-Technologie eines bekannten US-Chipanbieters unterbringen). Überdies verfügt der Frame im Diskrecorder über features, die noch immer nicht bei bekannten DAWs untergebracht worden sind, obgleich die Vorzüge sowohl im Gespräch mit
Steinberg und Apple dargestellt worden sind.
Zur Library sei gesagt, dass diese von Waveframe zunächst als Basis ausgeliefert wurde, alle hier weiteren genannten Sounds des Soundpools wurden beigesteuert, zumeist durch den Austausch von Produktionsabschnitten bedingt. Es gibt demnach keine geschlossenen Soundpool jenseits der Basics, jedoch eine großen Pool beim damaligen Support in der Größenordnug von circa 1 Terrabyte. Geschätzt dürfte das etwa 60 Prozent der gesamt verfügbaren Sounds weltweit ausmachen.
In einem Satz: Wer einen Frame1000 erwirbt, konzentriert sich auf ein interessantes Produktionstool, das seines Gleichen sucht und eine ganz eigene Aura der Produktion mitsamt eigener features bietet. Ob man das braucht? Nun, vielleicht macht es Sinn, den Produktionen dieser Zeit ein Gehör zu schenken, dann hat man ein Qualitätsmerkmal : )
Tatsächlich braucht es seine Pflege, doch aktuell bestehen noch immer vier Systeme, die seit 8 Jahren störungsfrei laufen, mit angemessen, technischen Überblick; versteht sich von selbst. Mag sein, dass ich mich täusche, doch mir ist kein System bekannt, das keine Pflege braucht.