Wie "Live" spielen... ?

Dieses Thema im Forum "Bühne / Performance" wurde erstellt von Syme0n, 9. August 2018 um 11:52 Uhr.

  1. Syme0n

    Syme0n ||

    hallo leute
    ich produziere seit Jahren elektronische musik im only Hardware Homestudio.. meine arbeitsweise ist meistens mit 909 loops und sequenzen hypnotische grooves zu erzeugen.. alles ist oft sehr organisch
    und ich habe bisher auch nie was gespeichert leider.. momentan denke ich drüber nach wie eich ein LiveActSet angehen könnte.. ich habe ehrlich gesagt null ahnung wie ich das angehen könnte über eine Stunde live was zu machen.. Zuhause nehme ich immer nur die Masterspur als Livetake auf und editiere/schneide das eventuell noch nach in Wavelab

    habt ihr Tips wie ich da einen Anfang machen könnte von dem man sich weiterentwickelt?
    mein Setup zuhause mit den ich zu 95% arbeite ist OCtatrack, Analog Rytm,TR-909, Pro2, NordLead, Blofeld-- jetzt möchte ich nicht alles mitschleppen sondern nur mit 2-3 geräten was machen zB..
     
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  2. intercorni

    intercorni |||||

    Oder ein kleines Live-Setup aus Drummi und Klangerzeuger zusammenstellen. Kommt drauf an ;-)
     
  3. stuartm

    stuartm musicus otiosus

  4. Jan_B

    Jan_B Ist_OK

    Wenns Hardware sein soll:

    Mein Setup besteht nur aus vier Geräten die ich so gerade noch gut transportieren kann. Im Prinzip benötigst du einen Sequencer, Sampler, Drummaschine, Monosynth und einen Poly. Bei mir ist das DT, AR, Circuit und Shruthi.

    Meine Tracks produziere ich nur damit, daher volle Reproduzierbarkeit. Vielen wäre das zu beschränkt, ich finds aber super. Zum Recorden nehm ich einen größeren Mixer und mehr FX, manchmal auch Einzelspuraufnahmen, je nachdem wie es gerade kommt.

    Ich hätte gerne noch einen AH xone DB4, aber ist schwer und ich hab gerade keine Kohle. Ich spiel allerdings nur bei Freunden auf Privatparties usw. Bin überhaupt nicht professionell, mach halt n paar Beats und hab Spass dabei.

    IMG_20180523_122018.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. August 2018 um 13:06 Uhr
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  5. Sekim

    Sekim ....

    Neben Octa und Rhytm (oder Tr909) zusätzlich ein Multitimbraler könnte vielleicht passen.
    Live sollte man das ganze Zeug ja auch noch irgendwie so im Griff haben, daß nicht zu viel durcheinander gehen kann...

    Toi-toi-toi!
     
  6. Lauflicht

    Lauflicht x0x forever

    Ich versuch im Grunde einen sehr ähnlichen Ansatz auf Basis der MPC Live. D.h. in meinem Fall, dass ich mit Audio-Tracks (taktlange Samples/Loops von z.B. x0x oder Analogsynthies, auch Flächen) gemischt mit Sounds (kurze Samples, Drums, perkussives). Das kann man dann ggfs. DAW ähnlich nennen. Ich bin mir derzeit aber noch nicht sicher, ob das klappt!

    Bei der MPC Live hat man zudem einen vollwertigen MIDI-Sequenzer mit dem man kleine Soundmodule ansteuern kann.
     
  7. Donauwelle

    Donauwelle Malandro

    Für mich ist im Moment weniger die Hardwaremischung das Thema, ((da bin ich versorgt: DX/AN200, Kaossilator 3Pro (Sounds + Livelooping),+ Kaosspad 3Pro+ (Effekte und Sampling), Mackie-Mixer. Kann man alles noch im Thoman Producer-Bag und einer Tasche tragen)) sondern das Zusammenstellen und Abrufen von Pattern, Tracks , die man live dann auch noch verändern kann (nach mindestens 8 Takten), damit daraus eine Performance von ca. einer Stunde wird. Sampleverwendung wäre gut, liegt mir aber nicht. Sollte vielleicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. August 2018 um 21:49 Uhr
  8. Jan_B

    Jan_B Ist_OK

    Bei mir folgen dem DT die anderen Geräte bei Programchange. Für Transitions kann ich aber z.B. den AR schon mal vorschicken und nach ein paar Takten den Rest dann mit dem DT nachholen.

    Es ist allerdings komplex, der AR folgt dem DT immer. Shruthi und Circuit schalten nur bei bestimmten Pattern auf neue Patches.

    Ich habe eine ziemlich klare Track-, Programchange- und Patch Struktur im Setup. Interessiert niemanden im Detail, aber halte ich für extrem wichtig dass man sich da von Anfang an viele Gedanken drum macht. Hinterher alles umbauen kann sehr nervig sein.

    Es ist allerdings so, dass ich nach zwei mittelstarken Longdrinks schon Probleme bekomme. Ich habs so idiotensicher wie möglich aufgebaut. Deshalb auch keinen Octatrack, da geht schon nach einem Longdrink alles schief.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. August 2018 um 14:38 Uhr
  9. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Zunächst solltest Du Dir mal darüber klar werden, welche Art von Live Du machen willst. Es gibt da eine sehr schöne Liste im Thread https://www.sequencer.de/synthesizer/threads/techno-live.80371/#post-868815

    Level 1: Playback des kompletten Live Acts (kommt leider auch vor - sogar bei DJ Sets)
    Level 2: Playback bzw. Djing von eigenen Songs
    Level 3: Playback von Stems - man kann auf einzelne Spuren ein bischen mit Effekte etc eingreifen (relativ häufig)
    Level 4: wie 2 oder 3 nur plus das man mit einem oder mehreren Synthis oder Geräten mitlaufen läßt und schraubt (kommt auch häufig vor)
    Level 5: wie 4 nur wird auch noch zusätzlich Live eingespielt und nicht nur Sequenziert
    Level 6: man hat über Midi verschiedene Pattern vorprogrammiert die man Live performed/arrangiert (war in 90ern gängig)
    Level 7: wie 6 plus improvisationen am Synthi / Drumcomputern
    Level 8: Die Königsdisziplin - man fängt leer an und alle Spuren werden nacheinander Live eingespielt bzw. sogar improvisiert

    In der Summe kommts drauf raus: wie hoch soll der Playback-Anteil sein (beschönigend: der "vorbereitete" Anteil) und wie hoch, der Anteil, der tatsächlich erst durch Aktion auf der Bühne gewonnen wird.
    Wenn Du da eine Entscheidung für Dich getroffen hast, dann kannst Du dich mit der Auswahl der Ausrüstung beschäftigen.

    In der Liste wird ja auch im Prinzip zwischen vorbereiteten Audio-Stems/Loops und vorbereiteten MIDI-Patterns/Sequenzen (incl vorheriger Programmierung der Sounds auf den Synths) unterschieden. Ich selbst bin zwar irgendwo zwischen 80% Level 8 und ein bisschen Level 3 (Drumloops) unterwegs, aber ich habe das mit den MIDI-Patterns probiert.
    Meine Erfahrung ist, dass eine zufriedenstellende Vorbereitung von MIDI-Patterns und der passenden Soundprogrammierung höllisch viel Arbeit ist. Deutlich leichter tut man sich in der Vorbereitung mit Audio-Loops. Vorallem weil man oft schon ein Aufnahme von seinem Track hat, und da nur noch die Loops rausexportieren muss.

    Von daher würde ich mir überlegen mit dem Octatrack als Loop-Schleuder und der 909 als Live-schnell-mal-nen-Pattern-reinklopf-Maschine anzufangen.
     
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  10. Sekim

    Sekim ....

    @Jan_B
    "Ich habe eine ziemlich klare Track-, Programchange- und Patch Struktur im Setup. Interessiert niemanden im Detail, ..."
    Naja, das könnte schon manche beispielhaft interessieren, mich auf jeden Fall!
     
  11. starcorp

    starcorp .....

    vor Allem, viel wichtiger als irgendwelche Geräte:
    warum Allein?
    such dir jemanden der mit dir zusammen live spielt. Wer bitteschön, soll denn jemandem hinter einem Haufen Kabel und Geräte
    ne Stunde lang zu schauen? Der dann auch noch die Ganze Zeit nach unten guckt.
     
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  12. Jan_B

    Jan_B Ist_OK

    DT ist Clockmaster und zentraler Sequencer.

    Ich habe mich darauf festgelegt dass ich grundsätzlich 128 Speicherplätze zur Verfügung habe, also Elektron Standard. Der AR und der DT bieten das. Der Circuit hat 32 Speicherplätze, beim Shruthi beschränke ich mich auf 32, um es simpel zu halten.

    Die Midikette ist wie folgt: DT out - AR in / AR thru - Shr in / AR out - DT in / Shr out - Cir in

    Die Midikanäle: Cir Syn 1 = 1 / Cir Syn 2 = 2 / Cir Sidechain = Note C4 auf Kanal 10 / Shr = 15 / Circuit PrCng = 16

    Miditrack DT: A = Cir Sidechain (triggert eine Kick, die am Circuit gemutet ist, aber die Synths trotzdem wegduckt) dieser Track mutet automatisch mit dem Kickdrumtrack vom AR. Das ist die einzige Funktion der Midiverbindung vom AR zum DT.

    B = Shruthi
    C = frei
    D = frei
    E = Circuit 1
    F = Circuit 2
    G = Programchange Kanal 15 = Shruthi
    H = Programchange Kanal 16 = Circuit

    Ein Track besteht immer aus vier Elektronpattern, 128/4=32 Tracks im Projekt. Der AR empfängt immer Programm Change. Shruthi und Circuit haben nur programmierte Programm Changes zu Track Beginn, z.B. A1 und A5 usw. Und diese werden auch nur gesendet wenn G und H am DT nicht gemutet sind. Das ist wichtig. Weil im trackverlauf verschraube ich die Geräte und wenn ich zwischendurch ins Startpattern springe und die Programm Changes am DT nicht mute setzen sich sonst die Patches abrupt zurück.

    Gibt bestimmt noch mehr Details, aber das sind so die grundsätzlichen Überlegungen dahinter. Hört sich vielleicht kompliziert an, aber hat sich genauso für mich heraus kondensiert und funktioniert sehr zuverlässig.
     
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  13. Green Dino

    Green Dino Dinosaurs Dance

    1 Track = 4 Pattern; Wie gehst du das dann konkret an, also wenn du spielst?

    Ist das aufgeteilt in Intro, Teil A, Teil B und Outro oder so? Wieviel machst du live?
    4 Pattern klingt sehr wenig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. August 2018 um 10:28 Uhr
  14. Syme0n

    Syme0n ||

    weil ich ja "meine" Tracks live spielen will :) ich mache ja mit niemandem Musik
     
  15. Syme0n

    Syme0n ||

    ich möchte eigentlich nur eine reproduktion meiner tracks spielen.. also nichts "live" wirklich erschaffen.. nur kommt es mir total komplex vor das alles irgendwie zu arrangieren.. dass man verschiedene Tracks nacheinander spielen kann etc
     
  16. Niki

    Niki ||

    Ist doch alles ganz easy :banane:

    Du musst zuerst gucken mit was du am liebsten arbeitest und wie du DEINE Musik aufbaust.

    z.B. du machst deine Tracks mit
    -Drummaschine für die Drumms und Percussions
    -Synthesizer mit Sequencer für die Bassline oder Leads
    -Synthesizer mit Sequencer für die Melodie

    die Drummaschine kann man auch eine nehmen, Bassline Synth würde ich auch nur 1 nehmen. Die beiden Sachen muss man nicht zu viel am Ton ändern, deswegen nur 1 jeweils.

    Synthesizer für die Melodie brauchst du mehrere damit du die abwechseln kannst, denn du willst ja lange spielen. Am besten mit einer Vorhörfunktion. Damit kommen wir zum Mischpult.

    Es empfiehlt sich ein 4 kanäliges dj mischpult für so geschichten. 1 kanal Drumms, 1 kanal Bassline und andere beide abwechseln die synths die von den Seqenzern ihre Melodien kriegen. Die letzten beiden kann man super mit dem Dj mischpult mixen.

    damit die Melodiesynth nicht zu dünn klingen brauchst du noch einige Effekt"pedale"

    mein Setup ist zwar noch nicht ganz ausgereift, würde aber so aussehen:
    -Digitakt als Sampler, Masterclock und Sequencer für alles andere
    -Modularsystem vollgepackt mit effekten, mit 2 getrennten Stimmen und 2 Ausgängen
    -Allen & Heath DB4 @Jan_B den kann ich dir nur empfehlen. Die interne Effekte sind super schön. Der Sound ist grandios.

    Ich muss nur noch den 2. Out holen und die 2. Stimme im Modularkoffer etwas ausbauen, ansonsten bin ich gut dabei.

    Im digitakt spiele ich die Drumms als Sampels, lasse 2 spuren zum Samplen vom Modular (bei bedarf) frei. Bei der Auswahl an Drumms gucke ich das die verschiedene Kicks und Hats im menü zusammen bleiben damit ich die schnell bei dem zugemachtem Filter wechseln kann.
    Das Modularsystem steuere ich auch mit dem Digitakt. Schicke also die Sequencen über qmi2.
    Meine Baseline mache ich mit der Mother32 die im Modularcase drin ist. wäre glaube ich besser die da raus zu holen und dann auch einzeln durch den Mixerchannel zu schicken.


    ach ja, um mit deinen Geräten was langes zu starten empfehle ich dir erstmal sowas wie Digitakt oder MPC zu holen.
     
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  17. Sunwave

    Sunwave ||

    Mach dasselbe wie zuhause, aber versuche noch mehr Spuren/Loops/Sounds in den Octatrack und Rytm zu kriegen und mit diesen beiden Geräten und ev. noch FX würde ich dann spielen. V.a. am Anfang und ohne Erfahrung ist weniger mehr, aber auch später und das sind auch ganz komplexe Maschinchen. Für diesselben Möglichkeiten bräuchte man >10 vintage Geräte.
     
  18. gerwin

    gerwin |

    Ich würde mich auf ein festes Setup festlegen. Mit diesem Setup würde ich Tracks vorbereiten und produzieren, vollständige Tracks im Livekonzept arrangieren und aufnehmen. Die aufgenommenen Tracks einstudieren und zur Übung reproduzieren. Beim Gig ist es dann nicht so wichtig, dass die Tracks 1:1 nachgespielt werden, sondern nur dass du weißt, welche Variationen zulässig, weil stimmig sind etc.

    Übrigens habe ich schon Leute erlebt, die nur mit einer Groovebox bewaffnet, den Ganzen Abend rocken und dass in beeindruckender Art und Weise.
     
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  19. Jan_B

    Jan_B Ist_OK

     
  20. Ich würde mir eine Liste machen und schauen was du genau alles brauchst um den Sound genauso wiederzugeben wie im Studio gemacht.
    Es gibt ja mehrere Geräte, Haptik, Größe & Spaß ist bei allem wichtig. Habe dazu letztens ein sehr gutes Cuckoo Video gesehen was mich auch über meinen bestehenden Live Act nachdenken ließ.

    Am Ende brauchst du für "voll Analog" ja nur 3-4 Geräte.. was für Drums, Sampler / Sequencer & womöglich ein Synth...ich finde alle Elektron Maschinen sehr gut. Selbst habe ich einen RYTM, Octatrack & Digitakt, sowie den FOUR dabei..da ich auch alles weitgehend damit produziere (was nicht kommt in den Digitakt oder Octa) kann ich alles perfekt auf der Bühne wiedergeben. Das ganze läuft bei mir noch durch ableton..für Effekte, Compression, Limiting und einzelne Clips, die dort leichter abzufeuern sind. Bin ganz zufrieden so!
     
  21. Feedback

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    Ich erinnere mich da auch an Autechre: Machinedrum, Monomachine & Mixer