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Willkommen in 2026 - (Musikalische) Utopie gesucht.

  • #63
Linux ist seit Jahrzehnten da. Ich benutze es seit Jahrzehnten. Es ist mitunter auch ein Henne-Ei-Problem, wenn Leute sich über die Situation beschweren, die Alternative, die ja vorhanden ist, aber gleichzeitig nicht einsetzen.
und seit Jahrzehnten ist es keine Alternative für die meiste Musiksoftware
 
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M.i.a.u.: Audiohead
  • #64
Und deshalb ist es auch nicht falsch - wenn man früher einiges über Künstler nicht wusste, so erfuhr man so durch die Blume von schrulligen oder eben anderen Inhalten, aber sagen wie mal - ZB ein bekannter Opernsänger ist massiv für etwas, dann war das auch schnell wieder weg, war ja alles Print. Heute ist sowas eben doch schnell auf Wiedervorlage. Und die Leute bewerten nur noch das. Will man das?
Sorry, aber Leute, die einen Künstler anhand A, B oder C anstatt anhand seiner Kunst bewerten, sind einfach dumme A-Holes, die ich persönlich gar nicht in meiner Fanbase sehen wollen würde.

Oder anders: Leute aus meinem persönlichen Umfeld bewerte ich nach ihren Taten, wegen der persönlichen Beziehung, nicht wegen ihrer Erfolge.

Kontext, auch bezogen auf die Ebene einer Beziehung (auch wenn das bei Kunst vielleicht schon ein wenig hochgegriffen ist, davon zu sprechen), ist eben immens wichtig.
 
  • #65
und seit Jahrzehnten ist es keine Alternative für die meiste Musiksoftware
... einem Bereich, in dem die Leute B.(illinger) groß machen, weil sie möglichst nichts für Produkte zahlen würden, gleichzeitig aber möglichst alles (auch in Sachen Features) haben wollen?

Gott sei Dank ist das so. Denn solche "Anforderungsprofile" können nur in der Regel nur in Software enden, die genauso toll ist wie WinX YZ.
 
  • #67
Vier, fünf (oder etwas mehr) kleine Gruppen im europäischen Raum, die untereinander eine Serie von Gigs verabreden, Schlafplätze vereinbaren sowie Verpflegung für die Künstler, vielleicht auch kombiniert mit Gesprächsrunden über Musik, das Leben und das Universum... wär schon mal was. Noch besser, wenn die eingeladenen und lokalen Künstler jedesmal zusammen performen würden. Die wahre Utopie ist ja sowieso die Kunst.
 
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M.i.a.u.: Moogulator
  • #68
Vier, fünf (oder etwas mehr) kleine Gruppen im europäischen Raum, die untereinander eine Serie von Gigs verabreden, Schlafplätze vereinbaren sowie Verpflegung für die Künstler, vielleicht auch kombiniert mit Gesprächsrunden über Musik, das Leben und das Universum... wär schon mal was. Noch besser, wenn die eingeladenen und lokalen Künstler jedesmal zusammen performen würden. Die wahre Utopie ist ja sowieso die Kunst.
Das klingt schon gut. Ist fast schon mehr Nerd-Style, ich persönlich mag am liebsten wenn das nicht nur Musik ist sondern auch Publikum, ganz normal eben. Ich kann mir auch vorstellen, dass man sowas früher mit Workshops und Zielen macht, damit man mit Recordings von da weg gehen kann - und abends gibts Konzerte für alle, also auch Non-Nerd.

Utopie Plattform: ich nutze aktuell echt viel Hardware - vermutlich ließe sich das mit Bitwig auf Linux durchaus auch erledigen. Ich bin allerdings mehr so der Typ, der ideal alles hat um offen zu sein, hab aus Finanzgründen aber aktuell eigentlich nur ein OS wirklich griffbereit in div. Lebensstufen. Irgendwie ist diese Phase des Experimentierens heute ja auch kürzer, wenn ich noch coden würde, wäre das noch ein Zeitfresser, aber ein schöner.
Also theoretisch könnten konzentrierte On-Board Leute schon Linux nutzen, aber sie dürfen kaum Softsynths einsetzen oder nur wenige.
Ich halte mich aus verschiedenen Gründen aktuell mehr ans iPad - die Soft ist bezahlbar, man kann ausprobieren und mitnehmen.

Aber vermutlich müsste und sollte es anders sein. Ich glaube es ist einfacher - Man sollte seine eigene Fanbase erstmal sammeln und eben Newsletter machen für Konzerte und andere Aktionen (Releases, Events). Und - wenn es eine wirklich coole Community ist - vielleicht auch 1-2 Meetings im Jahr. Gute Podcaster machen das auch und das finde ich tatsächlich nicht so schlecht. Mehr Kontakt ist dann überhaupt möglich. Ideal eben nicht zu sehr über Meta und X.
Email ist noch nicht "versaut", auch wenn es das Fax unter den Services ist - es ist machbar.

Nun, das nächste ist auch noch eine offene Musikidee, die auch mehr Offenheit von den Hörern benötigen.
Aber - ich sehe schon eine Menge Reihen von Konzerten, die genau diese Art von Hörern haben - ich mag diese Leute, die sind einfach interessiert, werde oft angesprochen und man tauscht sich aus, einige machen auch selbst Musik und damit müsste so eine Szene sich gut reproduzieren und leben, macht nichts wenn das etwas kleiner ist. 30-100 Leute Läden.

Es gibt auch diese wundervollen sehr elektronischen Sachen - Laptopmusik - sowas wie Raster Noton und Co - die spielen nicht oft, da kann man froh sein, wenn man jedes Jahr ein Konzert hat. Lässt sich das steigern? Das ist sicher ein Musikstil-Ding, aber eigentlich ist das Elektro. Nur konsequenter.
Ist es nicht Zeit für sowas? Oder muss alles zum Verständnis durchgehende Langweil-Bassdrum haben?
 
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M.i.a.u.: oli
  • #69
Naja, nicht alle Charakterzüge sind bekannt, einige Dinge bekommst du nicht mit.
Sehe ich jetzt auch nicht als ein großes Problem - idR gibt es auch einen Ruf, der nicht stimmen muss - gehöre eher zu denen, die selbst erfahren möchten, aus erster Hand - Hörensagen und Rufmord find ich doof und heute gibt es sowas eher mehr als früher. Irgendwer markiert jemanden als XY.

Taten - das ist eher was für Politiker - wobei ich nicht von Umweltaktivisten erwarte, dass sie nie nach Bali gehen sondern eher, dass sie aufmerksam machen. Das Berufspolitikertum könnte vielfältiger sein als Juristen und es gibt "Typen", die ich gar nicht für geeignet halte ;) Aber ich wähl die dann auch nicht, ist aber eher nicht so passend hier - weil dann müsste man über Politik reden.

Dennoch erwarte ich da auch Handeln und nicht nur reden und das das zusammenpasst.

Tja - übrigens bin ich nicht der Erste, der nach Utopien sucht, also jeder einzelnen, ich hab schon eine oder zwei, aber ich finde das gut - da einige das in Frage stellten, sowas überhaupt zu fragen - ich möchte das tun und tun dürfen.
 
  • #70
Ich mach zB bei diesem Dings mit, das sich auf freie Improvisation konzentriert. Man trifft sich in Wien, Brno und anderswo. Vielleicht ist sowas auch für elektronische Musik möglich?
 
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M.i.a.u.: harry-tuttle, _thomas_ und Moogulator
  • #71
Ja, hier in Köln gibt es so eine offene Szene. Also nicht elektronisch aber auch.
Je nach Ort gibt es bereits solche Kreise - die aber meist für sich dudeln, also selten sind da viele Hörer. Das ist so ein bisschen "ich zeig dir meine Pattern" -Ding, kann aber nett sein.

Ich gebe zu, dass Impro mit sehr freiem Charakter aber auch nicht jeden interessiert, rein musikalisch. 3 Nerds auf dem Berg, singen zusammen das Lied "Jazz Jazz Jazz" - aber - trotzdem schön. Wir haben einige Zeit sowas mal regelmäßig immer Mittwochs gemacht in einem Laden in Köln. (Camouflage). Dazu gab es dann noch andere Optionen, also sowas kann auch wachsen - aber es lieb insgesamt nur ein paar Jahre.

Aber - wir hatten einen sehr netten Mentor - nämlich Dr. Walker. Liquid Sky. Ohne ihn hätten wir keinen Laden gehabt.
Also - man wird auf jeden Fall besser von sowas - daher - immer richtig, sowas zu machen. Jams sind gut für die Figur. Das Leben und einfach alles.
 
  • #74
Vielleicht überlegenswert – aber nichts davon ist in irgendeiner Art Planungsphase kulminiert, braucht hier niemand hyperventilieren:
ein Verein für freie und unabhängige Musikwirtschaft e.V. könnte Kompetenzen rund um Veranstaltungswesen, Instrumentenmarkt und -Werkstätten, Vinylpressen, Cover-Art, kleine Streamingdienste einzelner Bands und Musiker (ähnlicher zu Myspace als zu Spotify), Rechtsstreitigkeiten etc. unter einem Dach vereinigen. Aber nicht exklusiv in beide Richtungen, d.h. weder wären Nichtmitglieder ausgeschlossen von der Nutzung der Angebote (wenn auch nicht zu Mitgliedspreisen), noch gäbe es irgendwie ein Verbot, etwa bei Veranstaltungsortbesitzern aufzutreten, die nicht Mitglied sind. In so einem Verein wäre ich durchaus gern passives (zahlendes) Mitglied in der Hoffnung, ohne eventim oder ticketmaster mal an Tickets zu kommen. Das Oligopol, finde ich, gehört mal dringend gebrochen. Oder sind das wieder zu wenig utopische, aufwiegelnde Gedanken? Hm.
 
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M.i.a.u.: Moogulator
  • #75
Ja, keiner mag Vereinsmeierrei - gebe dir aber Recht, mit so einem Dach kann man schon was anfangen und einige Freunde haben das auch mal gemacht und davon berichtet. Also denk ich mal - muss natürlich mal sehen, was man da zu leisten hat.

Bin selbst mehr machen vor allem anderen und gebe zu erst an die Bürokratie und das Drumrum zu denken wenn ich schon ein paar Konzerte gemacht habe - weil - man muss auch sehen, ob man funktioniert - ich mache daher auch erst die Band mit ein paar Stücken und dann eine Website - hoffe du weisst, was ich damit meine.

Ich würde und spiele ohne Versicherungen und einfach so - weil es geht. Aber glaube so eine Sache könnte lokal besser funktionieren, da sie auch steuerlich anders funktioniert.

Ob so ein Verein alles stämmen könnte, weiss ich nicht, wäre aber konsequent - daher - ein sehr kompakter Gedanke. Ich hab's als Artist noch nicht von einigen Dingen weg geschafft, die Plattform könnte man natürlich versuchen zu etablieren und das als Kern nehmen um mehrere ähnliche Leute zusammen zu führen, Musik zu verteilen und vieles mehr.

Also - erstaunlich guter Vorschlag! Danke!
 
  • #76
Hier ist meine Utopie:

Man wagt sich an die großen Künstler heran, also die erfolgreichen und bekannten, und sieht zu, dass man sie dazu bewegt, sich im Sinne der Musik einzusetzen und eher weniger bekannte Künstler mit auf die Bühne zu holen, einfach mal so, für ein bis drei Songs (falls vorhanden), oder Gastauftritte.

So etwas gibt es viel zu selten, es sind zu selten Satelliten neben den Sternen zu beobachten.
 
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M.i.a.u.: Moogulator
  • #77
Ich kenn zwar kaum große Acts, so dass ich sie bitten könnte - aber wäre nicht schlecht, idR gibt es unter der Hand sogar Bezahlung für die Supportband an die Veranstalter damit sie spielen dürfen vor XY. Es gibt aber auch Acts, die bewusst sich eine Band aussuchen, die sie also unterstützen möchten. Die sind nicht alle fies. Spielte da aber wirklich jemand, der gut ist und nur nicht ganz bekannt - ist das was anderes. Ich erwarte da also auch nicht so viel, aber Offenheit wäre super - ich mache zB nicht EBM oder Industrial, dennoch spiele ich in dem Rahmen, würde das aber was ich mache nicht so nennen, dazu ist es viel zu weit weg. Denke aber, es würde die Leute ansprechen. Ich versuche das so zu projezieren, da das sicher auch für andere gilt, auch hier.

Allerdings habe ich als kleiner Act kein Problem an unattraktiveren Stellen zu spielen - also kleiner, andere Reihe, kleine Clubs,

Und natürlich bin ich lieber gern vorn als Hörer, bei Kraftwerk ging das - bin einfach hin gegangen und war ok. paar Reihen davor - aber gut. Bei den darken Sachen ist das oft komplett ohne Problem möglich, da ist man in der ersten Reihe, bei den kleinen Sachen auch, man muss nur früh kommen.

Ich bin da also offen, ich muss auch keine Sonderregeln haben, nur Chancen.
Das es "gut" ist, weiss ich - so selbstbewusst sollte und darf man sein, die Ausführung ist auf jeden Fall ok.
Man muss schon für die die das tun auch Punkte geben, die legitim sind, und dennoch sich auch hochspielen können.

Trotzdem Daumen hoch für die Sache. Ich bin ja der Negativling, der das so bisschen einsortiert.
Die einen kommen vom Machen, die anderen über das was schon alles da ist und wie sehr unter einer Decke - und daher finde ich Grenzfrequenz' Idee das wirklich alles in eine eigene Leitung zu bringen, Gemeinwohl-artig, gut.
Das ist sogar das Ideal.

Der Sprung und der Arbeitsaufwand ist natürlich ungleich höher, weil man das dann alles auch macht.
Am Ende muss man für Booking eigentlich auch ein paar Stunden gebeben, das habe ich ziemlich wenig gemacht. Da muss man auch bisschen bereit sein. Und auch einschätzen, ob man da oder da rein passt.

Atonal oder sowas… wäre das für mich.
Es ist manchmal vielleicht auch was offen, wo ich noch nicht mal angeklopft habe. Kann ja auch gut sein, ich habe erst mit dem Berliner Gig kapiert, dass ich eine sehr gemischte Art von Leuten bespielen kann und das habe ich fast übersehen. Vielleicht gibt das anderen Kraft, denn viele denken - ich bin faktisch an eine Szene gebunden - ist man idR nicht immer, es gibt mehrere.
 
  • #79
Ich besuche jedes Jahr mit meiner Frau bis zu 10 Live-Acts, oft in den Niederlanden, meistens in kleinen, aber gut gemachten Locations. Die Künstler sind relativ unbekannt, haben mit elektronischer Musik auch rein gar nichts zu tun. Alles eher sehr klassisch, akustisch (Jazz Combos, Funk/Rock Bands). Ich liebe diese intensiven Erlebnisse und habe einige Leute dort kennen gelernt und bin sogar in Kontakt geblieben. Oft kann man mit den Künstlern quatschen. Sehr schön.

Zu Hause ziehe ich mir oft Live-Konzerte aber kurze Live-Aufnahmen rein (YT). Es gibt einige sehr gut gemachte Videos von Live-Acts, die auf mich ähnlich intensiv wirken wie ein Konzert. Der Aufwand scheint oft gar nicht so gewaltig: Gefühlt 3 - 5 Kameras, natürlich professionelles Audio, Location eigentlich egal: Studio, Wald, Plattenladen, Einkaufspassage, Café, Wohnzimmer.
An dieser Stelle frage ich mich: Warum machen Künstler sowas nicht öfter, bzw. warum haben sie nicht die Möglichkeit dazu? Sind Aufwand und Kosten doch viel größer als ich vermute? Müssten vielleicht Musiker und Filmemacher besser zusammenfinden? Ich würde mir sowas viel mehr wünschen.

Aber es steht auch meine Vermutung im Raum, dass es mit reinen Electro-Acts oft sehr schwierig ist, sowas wie ein "intensives" Gefühl herzustellen. Trotz tollem Sound passiert bei vielen Acts leider nicht viel zum Zugucken. Es gibt natürlich Ausnahmen.

Hier einige Beispiele, die ich unheimlich cool, intensiv und gelungen finde:



Beispiel für schlecht gefilmt aber trotzdem intensiv:


Große Ausnahme: Bei Martin Stürtzer passiert quasi NIX (außer seiner Katze). Hat aber eine große Fanbase.
Irgendwie auf seine Art total unaufgeregt aber halt mörder-Sound:


Hier noch ein löbliches Beispiel von Musikern hier aus dem Forum. Eigentlich nicht schlecht. Sorry für meine Kritik: Aber irgendwie fehlt der letzte Schliff, der Coolness-Faktor, bessere, wechselnde Kameraeinstellungen, wechselndes Licht, zu hell, zu wenig Abwechslung, Ich finde keinen Bezug zur Location, keine Katze ;-), keine Ahnung, irgendwie sehr sterile, statische Atmosphäre. Es fehlt der Regisseur, der Schnitt? Für mich schwierig... nochmal sorry.
 

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