Absorber an Frontwand - sinnvoll?

marco93

Shnitzled in the Negev
Ich mach mal einen neuen Thread auf ...

Ich hatte diese Woche mal meine Messungen mit Fotos und Skizzen zu GIK geschickt und bekam auch schnell Antwort. Heute habe ich nochmal gemessen und versucht etwas besser zu verstehen, wo die Probleme sind und bin nun unsicher, ob der Vorschlag von GIK überhaupt etwas hilft.

Hier ist mal Frequenzverlauf vom linken (rot) und rechten (grün) Monitor.
YOHKie3.png


und Wasserfalldiagramm vom linken:

LJlY1se.png


Foto vom Zimmer:

IMG_20210513_164303.jpg
Im Frequenzgang oben sehe ich hauptsächlich eine Überhöhung bei ~70 Hz und 130-140 Hz sowie ein Loch bei ~100Hz und 200 Hz.
Das Loch bei 200 Hz kommt von SBIR mit der Frontwand (Abtsand 45 cm). Das passt mit dem Rechner grob (siehe unten) und das Loch verschwindet auch, wenn ich die Monitore weiter an die Wand stelle. Beim 100 Hz Loch vermute ich, dass das Floor bounce ist. Es wird auch tendenziell besser bei kleinem Abstand der Monitore zur Wand (verstehe ich nocht). Und es wird iauch etwas besser links und rechts von der Abhörposition.Das Loch bei 800 Hz kommt vom Tisch, da hilft es nur den Tisch zu tauschen. Das ist aber eher ein kleineres Problem, da nicht wirklich hörbar.

Laut GIK sollten generell noch mehr Breitband bzw. Bassaborber in den Raum und man hat mir z.b. empfohlen 3 Monsterbasstraps (Dicke 16.5 cm, Breite gesamt 180 cm, d.h. wie der Tisch) an die Frontwand zu stellen hinter die Monitore. Ich befürchte aber, dass das bei dem 100 Hz Loch nicht helfen wird, da das mit der Frontwand nichts bzw. wenig zu tun hat. Zudem kämen die Monitore dadurch noch etwas mehr von der Wand weg. Wenn ich die Monitore ca. 2 m auseinander stelle (auf dem Bild sind es etwa 1.3m ) ist der Frequenzgang deutlich (!) besser, aber das bring mir ja nichts, da dann nicht mehr von Nahfeld die Rede sein kann. Außerdem geht die Phantommitte dabei flöten. Worst case wäre natürlich wenn es danach noch schlimmer wird. Dafür gebe ich dann keine 600 € aus.

lkLWG5e.png


Hier noch, was GIK geschrieben hat (denke das ist ok, wenn ich das hier poste):
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Als erstes ist zu sagen, dass die Ausgangssituation gar nicht so schlecht ist. Alles in allem ist das ein großer Raum und und es fehlt hauptsächlich effektive Breitbandabsorption (RT60/RT30 unregelmäßig und zu hoch). Für gestimmte Bassfallen ist es noch zu früh.

Die Überbetonung bei 71Hz scheint sich hauptsächlich zwischen beiden Seitenwänden auszubilden. Natürlich ist der Raum auch etwas unregelmäßig, was die Probleme verschiebt, aber Monster Bassfallen rund um die Hörposition sollten schon mal einiges bewirken.

Was unter 60Hz passiert ist schwer zu sagen, aber prinzipiell werden wir es auch hier mit ein paar modalen Probleme zutun haben, welche wesentlich schwieriger zu behandeln sind.

Raumakustische Maßnahmen wirken auch hauptsächlich in der Zeitebene. Oft reduzieren sich dadurch auch Überhöhungen im SPL, aber Ost kommt das durch die Interaktion von freistehenden Lautsprecher mit den Begrenzungsflächen und muss/sollte mittels Filter korrigiert werden. Sonarworks, Trinnov, oder ein externer DSP sind hier gute Ansatzpunkte, die in Kombination mit akustischer Behandlung zu besten Ergebnissen führen.

Gegen Tischreflexionen kann man reichlich wenig tun außerdem Tisch möglichst zu verkleinern und möglichst wenig horizontale Flächen zu haben.
 
Während ich noch geduldig auf meine Absorber warte , hab ich mir mal n Behringer DEQ2496 digital zwischen Soundkarte und Monitore geklemmt und damit ziemlich gute Ergebnisse erzielt .. hat mich 135€ gekostet.
Klang ist jetzt echt okay.

Stell die Monitore bitte nicht 2 m auseinander. Dafür bräuchtest du Midfields... womit du die akustischen Probleme vermutlich erstmal noch verstärkst.
 
Während ich noch geduldig auf meine Absorber warte , hab ich mir mal n Behringer DEQ2496 digital zwischen Soundkarte und Monitore geklemmt und damit ziemlich gute Ergebnisse erzielt .. hat mich 135€ gekostet.
Klang ist jetzt echt okay.

Stell die Monitore bitte nicht 2 m auseinander. Dafür bräuchtest du Midfields... womit du die akustischen Probleme vermutlich erstmal noch verstärkst.

Ich hab ja REW hier und Sonarworks. Mit Sonarworks oder mit händischer Korrektur klingt es ok, aber trotzdem ist da noch ein Loch bei 100 Hz. An den Behringer hab ich auch schon öfter gedacht. Gibt es da Einzel 19" Einschübe für oder stellt man sich das Ding einfach so auf den Tisch? Ich bezweifle auch, dass die Absorber an der Frontwand viel helfen.
 
Ich hab ja REW hier und Sonarworks. Mit Sonarworks oder mit händischer Korrektur klingt es ok, aber trotzdem ist da noch ein Loch bei 100 Hz. An den Behringer hab ich auch schon öfter gedacht. Gibt es da Einzel 19" Einschübe für oder stellt man sich das Ding einfach so auf den Tisch? Ich bezweifle auch, dass die Absorber an der Frontwand viel helfen.
1 HE Einschübe kenn ich nicht

würde der nicht unter diese Keyboarderhöhung passen?

Ob diese Absorber bei dir was an dem Problem ändern... glaub ich eher nicht, oder wenn nur wenig .

Aber wissen tue ichs nicht, ich bin das Risiko eingegangen und guck mal was passiert bei mir. Schaden wird's sicher nicht.
 
1 HE Einschübe kenn ich nicht

würde der nicht unter diese Keyboarderhöhung passen?

Ob diese Absorber bei dir was an dem Problem ändern... glaub ich eher nicht, oder wenn nur wenig .

Aber wissen tue ichs nicht, ich bin das Risiko eingegangen und guck mal was passiert bei mir. Schaden wird's sicher nicht.

Könnte gerade so passen. 47 cm wäre Platz darunter in der Breite. Aber was macht der anders als Sonarworks?
 
okay.. und wie bindet sich Sonarworks ins System ein? Ist das denn ein Extra (virtueller) Soundtreiber? Was macht das bzgl Latenz?

Also es gibt zwei Möglichkeiten und mehr.

1. Das Sonarworks plugin lade ich (unter Linux) in Carla. Carla ist ein plugin host mit patchbay und auch für Mac verfügbar. https://kx.studio/Applications:Carla

D.h. ich habe da meine reingeladenen Plugins und die outputs und inputs der laufenden Programme. pulse_out ist z.b. der Output von Firefox, der dann durch einen EQ und dann durch Sonarworks läuft.

2.Ich kann auch Sonarworks bypassen und dort die Korrektur manuell basierend auf den REW Messungen durchführen. Da kann ich dann mit den Parametern spielen und mit Sonarkworks vergleichen. Unterm Strich gibt sich das nicht viel.Sonarworks klingt vielleicht einen Ticken besser, aber das kann man sicher durch etwas mehr Tweaking optimieren. Manuell habe ich auch auch die gleichen Filter für beide Speaker. Das wird schon der Unterschied sein ... lässt sich aber auch getrennt machen für beide.

D6Krlx8.png


Der EQ schaut dann so aus (oben sind die Plugins in Carla). APO DR ist kompatibel mit dem Generic EQ von REW. D.h. ich mach mir dort meine Korrekturkurve und trage die 3 Werte dann einfach im EQ ein. Gibt bestimmt auch was Vergleichbares für den Mac.

hobWYXv.png


und hier REW um mit den Filtern:
Gff2VvA.png


3. Es lässt sich aus REW auch die Raumantwort (IR) als WAV exportieren. Das lässt sich dann auch mit einem Convolutionreverb nutzen, um den Raum rauszurechnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
die Lösung ist nichts für mich ... da hab ich lieber ne Hardware dazwischen und muss über nix weiter nachdenken

außerdem hab ich noch die kleine Hoffnung , das ich den vielleicht weglassen kann , sollten die Akustikmaßnahmen bei mir was helfen
 
Sonarworks ist tendenziell nicht verkehrt. Was doof ist, es braucht CPU und hat im sauberen Modus eine viel zu hohe Latenz. Eigentlich unbrauchbar weil total nervig.

Externe DSPs gepaart mit gescheiten Wandlern sind da viel besser. Auch wenn man hier dann ggf. weniger Bänder zur Verfügung hat. Mein RME ADI-2 DAC fs hat z.B. nur 5 Bänder plus High und Low Shelf. Pro Kanal zum Glück. Das muss dann halt reichen bzw den Rest muss der Raum dann ab Werk liefern. Es gibt auch noch den MiniDSP SHD. Der hat aber auch Latenz irgendwann. Macht auch keinen Sinn.

Den DEQ2496 würd ich persönlich nicht vor gescheite Monitore klemmen. Hatte das Ding schon paar Jahre in den Fingern. Ab einer gewissen Güte von Signal und Monitor macht das Teil mehr kaputt als man glaubt. Kann sein das es vermeintlich im Frequenzgang hilft. Was Klarheit und Ortung angeht ist das allerdings ganz großer Mist in meinen Ohren.
 
Den DEQ2496 würd ich persönlich nicht vor gescheite Monitore klemmen. Hatte das Ding schon paar Jahre in den Fingern. Ab einer gewissen Güte von Signal und Monitor macht das Teil mehr kaputt als man glaubt. Kann sein das es vermeintlich im Frequenzgang hilft. Was Klarheit und Ortung angeht ist das allerdings ganz großer Mist in meinen Ohren.

kannst du natürlich so sehen .. ich kann hier mit größter Konzentration keinen Unterschied hören ... ich muss leider immer das Kabel umstecken , wodurch 20 Stunden Pause zwischen den Vergleichen sind, aber es ist so kein Unterschied für mich hörbar.

Ich denke es wird wichtig sein digital rein und raus zugehen ... über ihren Analogeingang klingen schon die Genelecs selbst schlechter
 
@marco93 ich bin soweit durch und habe ausschließlich den Frontbereich einer Ecke mit 5 Paketen Rockwool verkleidet.

hier eine Messung mit 3 Paketen

F5E744BC-03F6-4439-B56E-C8F74C4FB206.jpeg


und hier die finale Messung. hier sind 2 Pakete dazu gekommen, ein Paket an den Seiten der Speaker, das andere Paket hängt über der Hörposition.

9E0AE1F6-9B30-4694-8951-B614231A54FB.jpeg
 
Dem Frequenzgang von Sonarworks ist nicht so zu trauen, weil es ein theoretischer, gemitteter Frequenzgang aus vielen Messungen ist.

Lieber punktuell mit REW messen.

Aber so siehts gut aus. +-3 dB im Raum ist ein Top Wert! Da kannst du Sonarworks getrost deinstallieren.
 
Dem Frequenzgang von Sonarworks ist nicht so zu trauen, weil es ein theoretischer, gemitteter Frequenzgang aus vielen Messungen ist.

Lieber punktuell mit REW messen.

Aber so siehts gut aus. +-3 dB im Raum ist ein Top Wert! Da kannst du Sonarworks getrost deinstallieren.

Ja das ist schon richtig. Mir geht es letztendlich ja um die Vermittelte Korrektur am
Arbeitsplatz. Der Punktuelle Wert ist ja wirklich nur an einem Punkt. So eine punktuelle Messung wäre mir jetzt wichtig wenn ich genaue Veränderungen während der Bauphase erkennen wollte , aber ich hab da garnicht experimentiert, sondern das was ich wollte als Ergebnis der Konstruktion einfach umgesetzt.

Interessant ist, ich kann beim A B Vergleich gar keine echte Färbung wahrnehmen. Aber mit Sonarworks ist es einfach noch eine Spur aufgeräumter und direkter, das Klangbild wirkt dann homogener. Das ist das was ich auch immer feststelle , jenseits der 1 KHz sind 3 dB nix
 
Sonarworks verändert aber auch Phase und hat großen Einfluss auf Transienten. Im Zweifel würde ich eher mit einem schlechteren Freuenzgang leben, anstatt hohen Latenzen beim linear Phase Modus.

Einfach mal ausprobieren womit man besser fährt.
 
Ich mache das mittlerweile auch manuel mit REW und ziehe nur zwei Frequenzen etwas runter. Ich hatte auch immer zu nah an der Wand gemessen. Da wo meine Ohren sind, schaut es gar nicht sooo übel aus. Groesstes Problem ist noch die Mode zwischen den Seitenwänden bei 70Hz. Die bekomme ich mit Bassfallen in den Vorderecken runter, aber kein Platz dafuer.

@Plasmatron : Bild waere interessant. Weißt du woher der Dip kam?
 
Ich mache das mittlerweile auch manuel mit REW und ziehe nur zwei Frequenzen etwas runter. Ich hatte auch immer zu nah an der Wand gemessen. Da wo meine Ohren sind, schaut es gar nicht sooo übel aus. Groesstes Problem ist noch die Mode zwischen den Seitenwänden bei 70Hz. Die bekomme ich mit Bassfallen in den Vorderecken runter, aber kein Platz dafuer.

@Plasmatron : Bild waere interessant. Weißt du woher der Dip kam?

Also ich bin in einer Ecke unseres Wohnzimmers, das hat die Moden sowieso sehr entspannt gestaltet. Bei der zweiten Messung ist auch bis über den Hörplatz ordentlich Rockwool, das hat die Mode nach oben förmlich ausradiert. Es kommen noch ein paar Pflanzen dazu, aktuell erschlägt einen das Schwarz noch … ein wenig
 

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Also Auslöschung von der Decke. Haeng doch so ein indisches Tuch drüber. Das Schwarz waere selbst mir zu schwarz.
 
Ich geh nochmal zurück auf Anfang:

Hier ist mal Frequenzverlauf vom linken (rot) und rechten (grün) Monitor.
YOHKie3.png
Fällt eigentlich niemandem auf, dass nach einem Ausgleich der Löcher/Peaks im Bass der Frequenzgang vorallem in den Mitten von 600Hz bis ca 1800Hz eine üble Senke hat? Ich prophezeihe, dass man in dieser Abhörsituation blechern und mumpfig klingende Mixes mit zuwenig Wumms erstellt.
 
Ich geh nochmal zurück auf Anfang:


Fällt eigentlich niemandem auf, dass nach einem Ausgleich der Löcher/Peaks im Bass der Frequenzgang vorallem in den Mitten von 600Hz bis ca 1800Hz eine üble Senke hat? Ich prophezeihe, dass man in dieser Abhörsituation blechern und mumpfig klingende Mixes mit zuwenig Wumms erstellt.

Deswegen korrigiert man ja die Abhöre ..
 
Also Auslöschung von der Decke. Haeng doch so ein indisches Tuch drüber. Das Schwarz waere selbst mir zu schwarz.

Meine Frauen haben es mit rollenden Augen hingenommen. Ne ich will da eine Monstera drüber wachsen lassen.. ich hatte mal eine, die war locker 8 Meter lang, dummerweise aber verkauft..
 
wenn die löcher an den Boxen/Monitore vorn sind, macht es bestimmt weniger sinn in grösseren Räumen, die Absorber hinter ihnen an die Wand zu kleben. ich hab's aber trotzdem
 
Ich geh nochmal zurück auf Anfang:


Fällt eigentlich niemandem auf, dass nach einem Ausgleich der Löcher/Peaks im Bass der Frequenzgang vorallem in den Mitten von 600Hz bis ca 1800Hz eine üble Senke hat? Ich prophezeihe, dass man in dieser Abhörsituation blechern und mumpfig klingende Mixes mit zuwenig Wumms erstellt.

Das kommt (wahrscheinlich) vom Schreibtisch und ist meiner Meinung nach eher unkritisch. Das habe ich auch nicht korrigiert.
 
Du meinst, @marco93 dreht dann an den Boxen Bässe und Höhen runter?

Das zuerst. Also an den Boxen das was geht rauskorrigieren, dann mit einem EQ den Rest machen. Die neuren Modelle von diversen Marken bieten mittlerweile eine Interne Korrektur mit Messanschluss mit, Genelec zb nennt es GLM. Ich benutze Software die am Ende auf dem Master Channel klebt und andere nehmen zb den MiniDSP oder auch ähnliche Lösungen
 


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