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Paywalls überall - Die Monetarisierung der Demokratie?

  • #181
Vielleicht muss man
1) Sehen und anerkennen, dass hinter einer Site oder Community auch Wertiges steht
2) Dieser Wert eine Höhe hat, wie auch immer man die benennt
3) Was ist in unserer Gesellschaft eigentlich wichtig? Könnte man auch Ideen haben, die anders funktionieren? Meiner Ansicht ist es hier und da möglich auch andere Motivationen zu bringen, die aber nicht nur in "Liebe" jemandem was zurück geben.
4) Beispiel: Hier auf dieser Seite bitte ich zB. Geräte, wenn man sie braucht, per Klick auf die Links überall und oben zu klicken - damit bezahlt sich das und lässt sich ohne das ständig ein Werbebreak kommt - überleben..
4b) Übertragen auf zB eine Nachbarschaft wäre das, wenn mir 2 Leute aus der Gegend helfen meine Solarpanels aufs Dach zu kriegen und anzubringen, was "so viel Wert wie ein Installateur wäre" - weil - natürlich kann das jeder, wenn man sich an das Regelwerk hält ist das genau so gut. Oder wenn wir als Gruppe eine Brücke bauen würden oder sowas, ggf. eine andere Lösung für Müll oder Wasser fänden und das gemeinsam machen.
5) Wenn man das hat, hat man auch Optionen, natürlich funktioniert das eher mit offenen progressiven und liebesfähigen Leuten besser als mit sehr dem Zeitgeist verbundenen Leuten, die genug mit News, Social und X zu tun haben dass sie nicht mehr denken können - das ist leicht provokativ überspitzt um zu erklären, was man machen könnte.

Ginge - und alle würden weiter leben.
Natürlich geht das nur, wenn auch ein paar Leute den Machern helfen, nicht nur nehmen und weglesen.

Gilt natürlich auch für Musik, Daten, Arbeit, was auch immer es ist…
 
  • #183
Außer dass Publisher auch von irgendetwas leben müssen und sich auch investigative Journalisten noch nicht von Luft und Applaus ernähren können (unverschämte Bande!), eigentlich nichts. Richtig starker Vorschlag!

Publisher? Von was für einer Kategorie von Publishern sprechen wir denn hier? Ich erwähnte nicht ganz umsonst Nachrichtenportale mit einer entsprechenden Funktion.

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/wachstum-2025/572532/vom-falschen-zum-richtigen-wachstum/

Nach einem ersten Überfliegen sprechen die Zahlen darin für mich eine andere Sprache (auch wenn das Dokument nicht aktuell ist, aber etwas aktuelleres habe ich erst einmal nicht gefunden):

https://www.spdfraktion.de/system/files/documents/2017-05-22-hbi-gutachten-medienbericht.pdf

Ich habe auch kein Problem damit, für ein echtes Produkt (zum Beispiel in Form eines Buches, eines Heftes oder eines PDFs) zu zahlen. Ich weigere mich allerdings, einerseits bei sog. Nachrichtenportalen zu zahlen und mich gleichzeitig über diverse Mechanismen auch noch profilieren zu lassen. Nee, danke, da müssen sich solche Medien nicht wundern, wenn ihnen die klügeren Leute dann doch weglaufen.

Es hätten ja auch im Zuge des digitalen Personalausweises Möglichkeiten geschaffen werden können, digitale Inhalte an eine pseudonymisierte ID zu koppeln, die man dann an X Personen (zum Beispiel Familie) weitergeben kann, so dass das ungefähr dem entspräche, was man mit herkömmlichen Medien auch tun kann. Solange das nicht so ist: Pech gehabt (0 Cent sind der absolut richtige Betrag).

Der eigentliche Punkt ist ja, dass man bei Portalen für etwas zahlt und gleichzeitig aber nicht sichergestellt ist, dass man auf den gleichen Artikel, den man bereits bezahlt hat, morgen auch noch zugreifen können wird. Das ist bei jeder Tageszeitung / Zeitschrift / CD / LP / jedem PDF anders.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #184
Ich weigere mich allerdings, einerseits bei sog. Nachrichtenportalen zu zahlen und mich gleichzeitig über diverse Mechanismen auch noch profilieren zu lassen. Nee, danke, da müssen sich solche Medien nicht wundern, wenn ihnen die klügeren Leute dann doch weglaufen.
Und die Nachrichtenportale kommen nochmal wie an die Nachrichten? Durch göttliche Eingebung? Und die ganzen Mitarbeiter der Nachrichtenportale werden wie bezahlt? Mit Glasperlen? Und die Server, auf denen die Daten liegen, gibt es ebenfalls nicht umsonst.
 
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M.i.a.u.: betadecay
  • #185
Und die Nachrichtenportale kommen nochmal wie an die Nachrichten? Durch göttliche Eingebung? Und die ganzen Mitarbeiter der Nachrichtenportale werden wie bezahlt? Mit Glasperlen? Und die Server, auf denen die Daten liegen, gibt es ebenfalls nicht umsonst.
Warum sollte das das Problem eines potentiellen Kunden sein? Hat er diesen Nicht-Lösungsweg als den einzig gangbaren Weg erzwungen?

Nachrichtenportale könnten zum Beispiel ein Tages-PDF anbieten.

Ich habe ja auch kein Problem damit, für ein SynMag-PDF zu bezahlen, wenn mich der Content darin interessiert. Nur ist das eben eine ganz andere Ebene, denn das PDF werde ich auch morgen noch besitzen und kann auch morgen noch darin blättern, wenn ich Lust dazu habe. Und das ist in meinen Augen der springende Punkt, denn digitale Speicher sind billig, also sollte man das auch entsprechend handhaben und dem potentiellen Kunden nicht durch sinnbefreit ungeplante Strukturen Verhaltensweisen aufzwingen wollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #186
Vielleicht muss man
1) Sehen und anerkennen, dass hinter einer Site oder Community auch Wertiges steht
2) Dieser Wert eine Höhe hat, wie auch immer man die benennt
3) Was ist in unserer Gesellschaft eigentlich wichtig? Könnte man auch Ideen haben, die anders funktionieren? Meiner Ansicht ist es hier und da möglich auch andere Motivationen zu bringen, die aber nicht nur in "Liebe" jemandem was zurück geben.
4) Beispiel: Hier auf dieser Seite bitte ich zB. Geräte, wenn man sie braucht, per Klick auf die Links überall und oben zu klicken - damit bezahlt sich das und lässt sich ohne das ständig ein Werbebreak kommt - überleben..
4b) Übertragen auf zB eine Nachbarschaft wäre das, wenn mir 2 Leute aus der Gegend helfen meine Solarpanels aufs Dach zu kriegen und anzubringen, was "so viel Wert wie ein Installateur wäre" - weil - natürlich kann das jeder, wenn man sich an das Regelwerk hält ist das genau so gut. Oder wenn wir als Gruppe eine Brücke bauen würden oder sowas, ggf. eine andere Lösung für Müll oder Wasser fänden und das gemeinsam machen.
5) Wenn man das hat, hat man auch Optionen, natürlich funktioniert das eher mit offenen progressiven und liebesfähigen Leuten besser als mit sehr dem Zeitgeist verbundenen Leuten, die genug mit News, Social und X zu tun haben dass sie nicht mehr denken können - das ist leicht provokativ überspitzt um zu erklären, was man machen könnte.

Ginge - und alle würden weiter leben.
Natürlich geht das nur, wenn auch ein paar Leute den Machern helfen, nicht nur nehmen und weglesen.

Gilt natürlich auch für Musik, Daten, Arbeit, was auch immer es ist…

Was Du hier ansprichst, ist alles richtig. Allerdings wissen wir, dass an vielen Stellen eine Art Umsonstkultur für digitale Dinge Einzug gehalten hat - wobei die Leute sich immer das rauspicken, was ihnen gerade nützt. Der arme Musiker, der sich über die zu niedrige Monetarisierung von Spotify aufregt, aber Nachrichten bitte gratis bekommen möchte ("das ist doch etwas ganz anderes"). "Für das gedruckte Buch zahle ich etwas, aber als PDF soll die Geschichte gratis sein" - als wenn es für den Autoren beim Schreiben einen Unterschied macht, ob das Buch gedruckt wird oder später als PDF veröffentlicht wird. Der muss trotzdem irgendwo wohnen und essen.
 
  • Zustimmung
M.i.a.u.: JanTenner
  • #187
Warum sollte das das Problem eines potentiellen Kunden sein? Hat er diesen Nicht-Lösungsweg als den einzig gangbaren Weg erzwungen?
Nein, Du wirst zu gar nichts gezwungen. Du kannst auch an den Kiosk gehen und Dir die Zeitung kaufen, wenn Dir die Nachrichten etwas wert wären. Du willst ja etwas haben, tust aber so, als würdest Du anderen einen Gefallen tun, ihr Angebot zu konsumieren.

Nachrichtenportale könnten zum Beispiel ein Tages-PDF anbieten.
Gibt es bestimmt - aber eben nicht "for free". Du suchst einfach nur nach Gründen, warum Du die Leistung anderer ohne Gegenleistung erhalten solltest. Und das funktioniert nun mal nicht.
 
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M.i.a.u.: betadecay
  • #188
Wenn man bei den üblichen Webbrowsern über „View → Page Style → No Style“ das Layout der Website ausschaltet, dann kann man theoretisch alles lesen.
rein technisch: Viele Paywalls verstecken den Content nicht per CSS, sondern liefern ihn für "normale" Clients gar nicht erst aus. Da hilft dir dann weder "No Style" noch das Ausblenden bestimmter Overlays im Inspektor.
 
  • #189
Was Du hier ansprichst, ist alles richtig. Allerdings wissen wir, dass an vielen Stellen eine Art Umsonstkultur für digitale Dinge Einzug gehalten hat - wobei die Leute sich immer das rauspicken, was ihnen gerade nützt. Der arme Musiker, der sich über die zu niedrige Monetarisierung von Spotify aufregt, aber Nachrichten bitte gratis bekommen möchte ("das ist doch etwas ganz anderes"). "Für das gedruckte Buch zahle ich etwas, aber als PDF soll die Geschichte gratis sein" - als wenn es für den Autoren beim Schreiben einen Unterschied macht, ob das Buch gedruckt wird oder später als PDF veröffentlicht wird. Der muss trotzdem irgendwo wohnen und essen.
Gibt es zu diesen Behauptungen auch belastbare Zahlen?

Ich denke vielmehr, die Probleme liegen ganz woanders. Aber das würde zu weit führen und gehört nicht hierher, weil es dann zu schnell politisch werden könnte.
 
  • #190
Zeitungen, Medien sind einfach nur wirtschaftliche Unternehmen - von Beginn an. Und von Beginn an, war da Werbung drin. Werbung aller Art. Werbung für Meinungen, politische Richtungen. Werbung für Kriege und alles was man sich nur vorstellen kann. Anfangs schlechter getarnt, dann besser.

Ich meine, dass Leute wie Seymor Hersh in den 60ern das System etwas aufgebrochen hatten, aber das wollte damals eigentlich keiner drucken.

Und letztendlich kann man ja auch behaupten, dass das doch den politischen Gegenspielern genutzt hätte.

Zeitungen sind wirtschaftliche Unternehmen. Punkt. Dazu gehören auch „wissenschaftliche“ Medien.

Und in den Rundfunkbeiräten sitzen politische Apparatschiks. Na wie kommen die wohl dahin?

In welcher abgrundtiefen Höhle muss man die letzten Dekaden gelebt haben, um das alles nicht mitzubekommen.
 
  • #191
Gibt es bestimmt - aber eben nicht "for free". Du suchst einfach nur nach Gründen, warum Du die Leistung anderer ohne Gegenleistung erhalten solltest. Und das funktioniert nun mal nicht.
Das gibt es bei einigen wenigen, ja, richtig. Und von „for free“ habe ich WO etwas gesagt? Nochmals: Es geht mir vor allem darum, wer am Ende die Kontrolle darüber hat, wofür er/sie schließlich auch bezahlt hat. Und das sind Non-PDF-Portalen nun mal nicht deren Konsumenten.

Und genau bei denen finde ich es völlig legitim, Umwege zu gehen.


Dass deine Aussage in diesem Zusammenhang völliger Quatsch ist, beweist ein einfacher Umstand: Wenn man mich schon dazu nötigt, manchmal etwas über Ama-Zonk zu bestellen, schlicht und einfach, weil es leider an lokalen Alternativen mangelt, dann kündige ich mein „Prime-Testabo“ direkt nach Lieferung ohne Inanspruchnahme der damit verbundenen Möglichkeiten, schlicht und einfach, weil ich dieses Drückerkolonnen-Modell für abartig halte.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #192
Das gibt es bei einigen wenigen, ja, richtig. Und von „for free“ habe ich WO etwas gesagt? Nochmals: Es geht mir vor allem darum, wer am Ende die Kontrolle darüber hat, wofür er/sie schließlich auch bezahlt hat. Und das sind Non-PDF-Portalen nun mal nicht deren Konsumenten.

Und genau bei denen finde ich es völlig legitim, Umwege zu gehen.
Was spricht denn dagegen, dass du dir den Artikel kaufst und dann als PDF speicherst? Ein digitales Abo wäre auch eine Option. Also Lösungen gibt es wirklich jetzt schon mehr als genug. Ob man nun unbedingt Printerzeugnisse benötigt, ist Geschmacksache. Und auch dafür gibt es Optionen.
Dein Modell basiert bisher nur darauf, alle Mechanismen zur Refinanzierung journalistischer Arbeit, auszuhebeln. Und da gehe ich eben nicht mit. Wie wäre denn deiner Meinung nach ein solides Finanzierungsmodell aufgestellt? Also auch so, dass international unabhängige Berichterstattung machbar ist, Recherche möglich ist, und sich dann auch mal die ein oder andere Kolumne refinanziert?

Ich bin da ehrlich auf deine Lösungsvorschläge gespannt. Denn ich hab da echt keine Ideen mehr, nachdem der Consent (nach außen) Reichweite gekostet hat, das Damoklesschwert KI im Raum hängt, Anzeigen durch Blocker weggedrückt werden und nun auch noch Bezahlschranken (und damit auch Abos) abgeschafft werden sollen.
 
  • #193
Ich bin da ehrlich auf deine Lösungsvorschläge gespannt. Denn ich hab da echt keine Ideen mehr, nachdem der Consent (nach außen) Reichweite gekostet hat, das Damoklesschwert KI im Raum hängt, Anzeigen durch Blocker weggedrückt werden und nun auch noch Bezahlschranken (und damit auch Abos) abgeschafft werden sollen.
Dann solltest du mal meine Beiträge weiter oben diesbezüglich vielleicht genauer durchlesen, denn ich habe es dort bereits erwähnt oder eine mögliche Lösung, hätte man weitergedacht beim Ausrollen des ePA, skizziert.
Aber nur mal so ganz nebenbei: Habe ich das Problem geschaffen, dass ich jetzt für seine Lösung zuständig sein soll? Dann möge man mich ab heute bitte Zuse nennen.

Als PDF speichern? Du meinst die Option, die die meisten Browser, mit oder ohne Plugin, anbieten? Ja, warum hämmere ich mir eigentlich nicht vier abgesägte Baumstämme ans Auto? Die sind doch auch rund. Weil es aussieht, als hätte das jemand zusammengeschustert, wie es ein Printmedium niemals veröffentlichen würde?

Wow, was für eine Frage von jemandem, der auf Optik in seinen Videos Wert legt. Kannst du dann bitte demnächst für etwas mehr Unordnung auf dem Tisch in deinen Videos sorgen? Nein, das meine ich natürlich nicht ernst. Aber insbesondere deshalb finde ich die obige Fragestellung schon ziemlich merkwürdig.
 
  • #194
Dann solltest du mal meine Beiträge weiter oben diesbezüglich vielleicht genauer durchlesen, denn ich habe es dort bereits erwähnt oder eine mögliche Lösung, hätte man weitergedacht beim Ausrollen des ePA, skizziert.
Ich konnte da leider nichts finden, womit man journalistische Arbeit und Publizieren auf eine solide Finanzierungsgrundlage stellen könnte. Daher meine ernst gemeinte Frage. Dir scheint das ja en Anliegen zu sein, sonst würdest du dich hier vermutlich nicht so engagieren. Insofern hatte ich die Hoffnung, dass du das etwas weiter ausführst.
Aber nur mal so ganz nebenbei: Habe ich das Problem geschaffen, dass ich jetzt für seine Lösung zuständig sein soll? Dann möge man mich ab heute bitte Zuse nennen.
Zumindest würdest du mit der Umgehung der Bezahlschranke auch nicht gerade zu einer Lösung beitragen, wenn ich das mal vorsichtig formulieren darf. Denkst du, dass in den Redaktionen nicht auch Menschen sitzen, die sich grundsätzlich darüber Gedanken machen? Möglicherweise sind diese ganzen Hürden ja auch als Lösung gedacht, um sich überhaupt noch über Wasser halten zu können.

Als PDF speichern? Du meinst die Option, die die meisten Browser, mit oder ohne Plugin, anbieten? Ja, warum hämmere ich mir eigentlich nicht vier abgesägte Baumstämme ans Auto? Die sind doch auch rund. Weil es aussieht, als hätte das jemand zusammengeschustert, wie es ein Printmedium niemals veröffentlichen würde?
Viele Anbieter bieten einen direkten Download (epaper) an. Sehe da jetzt keinen großen Unterschied zu einer gesammelten Datenbank, wo man gerippte Artikel einstellt. Nur eben, dass man in einem Fall dann für die Arbeit dahinter bezahlt hat und dabei hilft, dass es das Magazin in ein paar Jahren noch gibt. Vielleicht habe ich deine Lösung aber auch nur falsch interpretiert.
 
  • #195
Du meinst die Option, die die meisten Browser, mit oder ohne Plugin, anbieten? Ja, warum hämmere ich mir eigentlich nicht vier abgesägte Baumstämme ans Auto? Die sind doch auch rund. Weil es aussieht, als hätte das jemand zusammengeschustert, wie es ein Printmedium niemals veröffentlichen würde?

Wow, was für eine Frage von jemandem, der auf Optik in seinen Videos Wert legt. Kannst du dann bitte demnächst für etwas mehr Unordnung auf dem Tisch in deinen Videos sorgen? Nein, das meine ich natürlich nicht ernst. Aber insbesondere deshalb finde ich die obige Fragestellung schon ziemlich merkwürdig.
Wenn du die Infos auch noch alle schick aufbereitet haben möchtest, bräuchtest du noch Layouter etc, was den Preis weiter in die Höhe treibt.

Mittelfristige Alternative: KI ersetzt journalistische Arbeit, Artikel werden gepromptet, durch KI aufbereitet, der Vertrieb erfolgt über digitale Großkonzerne (Meta, Open AI, Alphabet) und die Reichweite wird wird dann an den Meistbietenden verhökert. Eine absolute Dystopie für mich. Aber solange man nicht bereit ist, Journalismus und wissenschaftliche Arbeit auch als Investment in Demokratie und pluralistische Meinungsbildung zu sehen - und dafür auch in irgendeiner Form zu bezahlen - leider nicht mehr so weit entfernt.

Ich vermute stark, dass du das auch nicht möchtest - meiner Meinung nach wird man aber irgendeinen Preis bezahlen müssen. Und ich geb da lieber Geld oder sehe mir Anzeigen an. Es gab übrigens auch schon Initiativen, dass man Journalisten direkt über Abos bezahlt. Sozusagen eine Job-Flatrate, aber ohne Einfluss auf das Ergebnis oder die Themen. Vielleicht wäre das ja noch eine Option. Die Frage ist nur, ob sich das gesellschaftlich durchsetzt.
 
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  • hilfreich
M.i.a.u.: PhonicGate, deltaface und betadecay
  • #196
Ich konnte da leider nichts finden, womit man journalistische Arbeit und Publizieren auf eine solide Finanzierungsgrundlage stellen könnte. Daher meine ernst gemeinte Frage. Dir scheint das ja en Anliegen zu sein, sonst würdest du dich hier vermutlich nicht so engagieren. Insofern hatte ich die Hoffnung, dass du das etwas weiter ausführst.

https://www.sequencer.de/synthesizer/threads/paywalls-ueberall-die-monetarisierung-der-demokratie.166736/post-3032889

Zitat:

Es hätten ja auch im Zuge des digitalen Personalausweises Möglichkeiten geschaffen werden können, digitale Inhalte an eine pseudonymisierte ID zu koppeln, die man dann an X Personen (zum Beispiel Familie) weitergeben kann, so dass das ungefähr dem entspräche, was man mit herkömmlichen Medien auch tun kann. Solange das nicht so ist: Pech gehabt (0 Cent sind der absolut richtige Betrag).


Es wäre technisch möglich gewesen, da bin ich sicher. Genau die gleichen Prozesse laufen an anderen Stellen mittels asymmetrischen Public/Private-Key-Verfahren auch und funktionieren dort ja auch. ;)

Und glaube bitte nicht, dass ich das NOCH WEITER ausführe und irgendeinem Unternehmen somit eine kostenlose Lösung präsentiere. :lollo:

Zumindest würdest du mit der Umgehung der Bezahlschranke auch nicht gerade zu einer Lösung beitragen, wenn ich das mal vorsichtig formulieren darf. Denkst du, dass in den Redaktionen nicht auch Menschen sitzen, die sich grundsätzlich darüber Gedanken machen? Möglicherweise sind diese ganzen Hürden ja auch als Lösung gedacht, um sich überhaupt noch über Wasser halten zu können.

Die Lösung wird es national sowieso nicht geben, ich glaube, das sagte ich bereits an X Stellen. Das Internet ist global. Nationen sind lokal. Wird niemals ganz funktionieren, es sei denn, man möchte die Funktionalität des einstmaligen Internets noch mehr kaputtmachen, als es eh schon kaputt ist (Cloudflare, NextDNS, blahfasel). Ich möchte auch nichts umsonst, sondern einfach nur „frei von Gängelungen“, genauso wie bei jedem x-beliebigen Buch, derer Stapel bei mir nicht unerheblich ist, und die ich dann so lange lieber aufschlage, solange ich das Gefühl habe, dass die vorhandenen Systeme für den Nutzer mehr Nachteile als Vorteile bringen, und zwar Nachteile im Sinne von „Wir bezahlen zwar, gleichzeitig lassen wir uns aber noch von der Werbe-Mafia durchleuchten, wenn wir nicht X Maßnahmen innerhalb unserer Freizeit treffen, um genau dies unmöglich zu machen.“

Warum sollte ich an eine Mafia zahlen, die versucht, meine Daten und meine Zeit zu stehlen? Würde ein echter Mafiosi bei mir auftauchen, würde ich ihm schließlich auch eines mit dem Baseballschläger überbraten. Falsch: nicht EINS. Ich würde ihn kaputtprügeln. Digital ist das leider nur bedingt möglich, denn da kann sich die Mafia hinter Gesetzen und Technologien verstecken.

Viele Anbieter bieten einen direkten Download (epaper) an. Sehe da jetzt keinen großen Unterschied zu einer gesammelten Datenbank, wo man gerippte Artikel einstellt. Nur eben, dass man in einem Fall dann für die Arbeit dahinter bezahlt hat und dabei hilft, dass es das Magazin in ein paar Jahren noch gibt. Vielleicht habe ich deine Lösung aber auch nur falsch interpretiert.

Wo PDFs angeboten werden, habe ich auch null Probleme mit der Lösung, sagte ich schon.

Das sind dann genau die zwei Euro des Bürgergeldsatzes, die einigen Menschen zugestanden werden, die diese dann auch ausgeben können für „Bildung“. :lollo:
 

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