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(SciFi) Filmmusik ist viel zu "akustisch" (zu wenig Wagnis und zu konservativ).

  • #302
Kann ich nicht, weil bisher hatte ich noch nichts gesehen, wo mir das auffallend war. Elektronisch ist so manches natürlich schon. Aber viele bemühen sich um ein "konservatives Klangbild". Warum, weiss ich nicht.
 
  • #303
Mich interessiert das Thema, aber ich hab das Gefühl du weißt selbst gar nicht was du willst?
Ich hab ja schon oft gefragt. Irgendwas, muss kein Soundtrack sein. Du könntest dann sagen, dass du dir das bei irgendeinem Film vorstellst.

Oder gehn dir die meisten Soundtracks auf die Nerven, aber du weißt gar nicht wie es anders gehen soll?
Ich verstehe deine Kritik, aber nicht was du dafür sehen willst.

Theoretisch würde ich auch gern ganz innovative Musik machen und irgendwas, dass es noch nicht gegeben hat.
Praktisch kann ich das nicht und ich weiß noch nicht mal wie das klingen soll, weil es das nicht gibt.
Also sind das Utopiaphantasien?
 
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M.i.a.u.: Kevinside
  • #304
Habe ich alles schon geschrieben.
Natürlich weiss ich das - ich möchte nur keine Emulationen von Sounds, was Neues, frisches, es kann sogar "alte" Elektronik sein oder mit Field Recording sein, es müsste nicht einmal frei von akustischem sein, aber die Anmutung und Komposition ist sehr oft absolut "Standard".

Es geht nicht um Antipathie, was ich dafür sehen will habe ich mehrfach formuliert. Da kann man einfach ein bisschen offener sein. Nur weil du es nicht siehst, heißt das nicht, dass ich nicht "wüsste was ich wolle".
Ich will das auch nicht persönlich machen, vielleicht vermisse ja auch nur ich diese Offenheit. Man kann ja einfach mal etwas machen, jammern kann man ja immer noch, bisher finde ich - wie schon geschildert, dass dieses orchestrale erst einmal nicht immer so vorn steht für JEDEN Film, es gibt ja schon noch andere Stile und Methoden.
Das kann doch nicht viel verlangt sein. Ein Film! Einer! Natürlich passend. Gern nicht-Mainstream. Hatte aber auch nicht vor das immer wieder zu wiederholen, da Redundanz langweilig ist. Ist nur ein Wunsch. Sonst wirkt das so überdreht.
Gebe zu, dass so etwas ermüdend klingen mag, während dann die Leute Zimmer und eben genau das posten, was eben orchestral ist. Kein Kitsch, keine Kirmes, kein Orchester sondern andere Sounds und keine "Soundalikes" für Orchesterklänge, kann man doch mal machen - ist nichts dabei, oder ist das so revolutionär? In anderen musikalischen Ecken gibt es das.
Von Hollywood erwarte ich das nicht, aber mal ein besonderer Film, wo Sound und Komposition nicht egal ist, vielleicht da? Mir reicht ja einer oder zwei Filme im Jahr, Underground oder akademisch - egal. Kann ja sein, dass man sich nur mal aufhört dagegen zu wehren.
 
  • #305
Eben kommt mal wieder Arrival von Denis Villeneuve auf NITRO.

Wie ich finde ein wirklich guter Film. Mit einem sehr sparsamen, tollem Soundtrack. Dieser ist von Jóhann Jóhannsson und Max Richter. Beide werden oft der Neoklassik zugeordnet. Wird meist mit einer Mischung als klassischen Instrumenten und Synthesizern "instrumentiert".

Der Trailer ist recht dramatisch, der Film sehr viel ruhiger.



 
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M.i.a.u.: LeAnBa, robworld und j3122
  • #307
interessanter thread - obwohl schon etwas älter.
auch in fernsehfilmen kommt es hinundwieder zu auffälligen soundtracks, die ohne harmonische melodien und herkömmliche instrumentierung auskommen.
der Tatort "Das jüngste Geißlein" ist ein ziemlich gutes beispiel. der soundtrack stammt von Verena Marisa*, die damit ihre zehnte "Tatort"-arbeit ablieferte.
wäre interessant sich anzuhören, ob und wie sich ihre "Tatort"-soundtracks von 2014 - 2025 entwickelt haben.

*additional music: Marius Kirsten
 
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  • #309
Steht bei mir noch aus. Arbeite auch inhaltlich die "Tiefe SCI FI" Liste durch - einen hab ich schon gesehen, Philosophers und folgend.
Nun aber zu euren Sachen: Wie wolltet ihr denn, dass Filmsound klingen sollte? Also wenn ihr das bestimmen oder machen würdet?


Also mir geht es nicht wirklich um das "wie" sondern eher sowas wie das Mindset. Das Offene, teilweise auch radikal neu.
Aber das wisst ihr ja - daher nun ist euer Ideal gefragt…
 
  • #311
Jerry Goldsmith geht immer. Er war einer der wenigen, die es schon vor über 50 Jahren geschafft haben, Orchester mit Elektronik in Einklang zu bringen. Sein Einsatz des ARP 2500 in z.b. "Logans Run", verdient schon mal eine besondere Erwähnung.


Oder das Titelthena zu "Total Recall"

(Auch wenn er sich hier ein wenig ZU viel bei Basil Poledouris' "Conan, the Barbarian" bedient hat.)
 
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M.i.a.u.: Scenturio
  • #312
Für "Trekkies" sollte Jerry Goldsmith definitv ein Begriff sein... Immerhin hat er doch einige Scores zu den Filmen geliefert, auch zu Startrek the motion picture von 1979. Auch hat er das Intro zu Next Generation und Voyager komponiert...

Hier aber ein Beispiel seiner späteren Startrek Scores...
First Contact...

 
  • #314
Wie wolltet ihr denn, dass Filmsound klingen sollte?
dieser thread wurde vor 16 (!) jahren gestartet und die soundtracks haben sich (auch technologisch) inzwischen an die seh- bzw. hörgewohnheiten der gegenwärtigen rezipient:innen angepaßt.
ein film, den ich heute im kino sehe, ist selten popcorn-kino, eher low budget/art house und meistens mit einem soundtrack ausgestattet, der sich vom blockbuster-bombast deutlich unterscheidet.
für mich sollte ein soundtrack in erster linie zum plot passen und sich nicht in den vorgrund drängen, sondern das gesehene begleiten - na klar. evtl. nebengeräusche im originalton (auch gern verfremdet) mit einbeziehen.
dabei möglichst "im takt" bleiben, den der filmschnitt vorgibt.
kreativität ist gefragt was die instrumentierung betrifft. ein angeschlagener und gehaltener klavierton kann genauso effektiv sein wie ein gepitchter babyschrei. die software und studiotechnik setzen der fantasie bei der umsetzung keine grenzen.

filmmusik wiki
für weiter interessierte:
#1146
#1669
 
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  • #315

Der letzte Monolog.​

Bitte schön und gern auseinandernehmen, gern mit Beispielen würzen, ordentlich!​


Ich habe und werde sicher nicht mehr bewerten und einordnen. Das habe ich ja lange gemacht. Ich finde es auch schön, einfach nur zu lesen was ihr selbst als besonders gelungen empfindet. Dabei ist auch ein sehr klares Beispiel von dem, was ich ansprach, und andere sind keine Kompositionen, eher Collagen wie zB Alien. Und ganz sicher gehört sehr viel persönliches Empfinden, wo "das Neue" beginnt. Ich empfand als Kind schon den Wunsch - etwas Neues zu wünschen, was faktisch schwer bis kaum erreichbar scheint.

ZB die Gesellschaft eine liebende wunderbare Welt ist (ich mag Utopien), in der alle wirklich so handeln, dass es allen nützt. Natürlich wird das nie kommen, aber wünschen kann ich mir das - sogar selbst dran arbeiten, vielleicht scheitere ich selbst daran. Ich würde nicht unbedingt String-Libraries nehmen, um gefälliger zu sein, Emulationen, sondern hier wäre befremdliches und Neues ja wichtig, wenn im Film Leute in diese Situation kommen - ich will noch sagen - ich mag Bläser, Strings.. voll!! Es gibt so gute Musik - auch alte!! Aber wir sprechen hier über die Zukunft, die Vision und Filme, die das beinhalten. Und je nach Film und Inhalt - muss natürlich auch der klangliche Inhalt sein. Vielleicht will niemand so eine Stimmung erzeugen?

Die Wirkung von Filmen und Musik​


Es gibt auch Filme, die könnten abstrakt sein, ungewohnt und damit spielen - es gab ein paar wunderbare Franzosen und immer wieder kommen so Filme wo ein großes Fragezeichen entsteht - gern "nicht real", das sind selbst aus der Ecke SciFi nicht alle - wollen sie ja auch nicht alle. Manche sind so angelegt, dass sich ein progressiver Sound da nicht anbietet. Das ist alles vollkommen akzeptabel. Es soll Vielfalt geben. Mein Wunsch ist es aber, sowas wie einen Lieblingsfilm zu bekommen, dessen Komposition ich mir sogar mehrmals anhören möchte. Der wird wohl aufreibend und sehr unterschiedlich sein aber vielleicht anders. Selbst der Inhalt kann so unterschiedlich sein. Vielleicht wäre es sogar sinnvoll einen Film zu nehmen, der nicht zwingend SciFi ist und nutzt nur die Musik, um die Welt zu entrücken, die wir sehen. Es kann auch eine Teilung sein, also zB die Protagonisten landen in einer neuen Welt, erst da ist die Musik so, zuhause auf der Erde hingegen ist String'n'Brass um zu zeigen - alles normal, keine Experimente. Wie immer.
Das wie immer wandelt sich auch, siehe Politik und Meldungen/Entwicklungen. Natürlich tut es das Kino und die Musik auch. Film ist ein Medium, was nicht billig ist - aber ein kluger Plot kann sogar eine simple Unterhaltung in einem Zimmer sein, dann muss die Musik noch mehr raus holen.

Hintergründe 16 Jahre​


Ich will nicht weitere lange Ausführungen machen dazu, weil ihr kennt ja die These für diesen Thread schon 16 Jahre. Das wird langweilig / erwartbar. Daher ist es absolut gut, wenn jeder seine Beispiele - gern als Video - postet und eigene Visionen hinzufügt, kann gern auch sagen - wie du meine These einordnest - weil der Titel ist Titel - gern auch neue Thesen setzen mit neuem Thread - Das ist ein Forum. Hier gelten Meinungen und Austausch, sonst würde ich das als Blogbeitrag führen. Dann ist es allerdings sicher nicht mehr nach 16 Jahren noch da.
Daher - ganz lieben Dank an alle, die es ausgehalten haben, kontra geben, Argumente liefern und eigene Vorstellungen. Sonst wäre es nur ein Post.
Das ist gut, sonst ist so eine These ja wertlos - Im Blog würde sie später auch nicht mehr gelesen, ohne Frage.

Ich habe aufgegeben, ich glaube aber, dass Teile davon in ein paar Sekunden eines Films vorkommen könnten, schon weil ich nicht jeden Film kenne und erstaunlicherweise nur selten denke - da ist Sound - denn das empfinde ich als Ganzes, so wie Filme eigentlich gemeint sind. Als Musiker kann man das machen - nur die Musik zu sehen - aber es ist nerdig. Visuals für Konzerte stehen auch nicht nur für sich. Sie untermalen die Musik. Ich finde aber, dass es auch anders sein darf.

Wie wär's denn mal mit…?​


Ggf. findet der ein oder andere noch etwas in den Worten und Austauschen.
Ich glaube, dass das so selten ist, wie es innovative Konzerte gibt - es gibt welche - aber nicht alle sind erfrischend und anders, was auch von einem selbst abhängt. Selbst wenn ich jedes Jahr ein Konzert gäbe, was ich für immer anders hielte, vielleicht würden einige auch sagen "naja, sowas hab ich irgendwo schon gehört", das ist subjektiv. Allerdings gibt es sicher auch so etwas wie Hörgewohnheiten. Nach Techno geht viel viel mehr und da bin ich unendlich dankbar. Sonst wären wir immernoch sehr gebunden an Klassiker und Emulation bekannter Dinge. Vielleicht wünschen sich auch einige genau das. Einen Apfel auf dem Mond. Nicht nur Staub.
Ok, dann würde ich wohl aber auch radikaler wechseln, wenn das der Anspruch selbst wäre. Aber - erfüllen würde ich auch nicht alles, es gibt sicher auch brilliantere Komponisten als mich - also schwer vorstellbar, aber soll es wohl geben.

Ich bin auch als Musiker heute so und morgen so, ich will so vieles. ;)
So much to do, so little time - sagte der Philosoph und Weltmensch Nick Fiend einst.

Ähhm, aber jetzt richtig ähhm!​


Also mit der nötigen Selbstironie trete ich ab, ich habe bestimmt schon ein bisschen etwas bekommen, über die 16 Jahre, aber nicht mein Ideal - vielleicht ist das auch nicht möglich. Das hätte man schnell auch einfangen können, da es ja um Empfinden geht, um Wunsch und Ideal. Utopien gibt es nicht, nirgendwo wird das wirklich umgesetzt. Es wird nicht experimentiert, ggf. ist das gut, ggf. ist das auch eine Option, wo etwas zusammenbrechen könnte?

Ich möchte jedenfalls nicht bewerten, was hier läuft, oder drüber schauen und wie ein Master sagen "nee, das ist jetzt nicht elektronisch genug" - das ist albern. Mein Algorithmus steht und ich freu mich auf jede Beschäftigung.
Jammern ist zudem auch noch immer out. Also auch von meiner Seite. Aber - der sehnlichste Wunsch - dieses Threads - ist das.
Ich hab viele Wünsche ;)

Aber dir wünsche ich - nach vorn kommen, was erleben, erfüllt, voller genialer Klänge und Kompositionen.

Hey, und es darf natürlich auch Video gepostet werden von Beispielen, das ist gut so.
Ich werde es nur nicht mehr kommentieren, vielleicht mal was einwerfen, (also nicht mir was einwerfen, sondern so schreiben wie ich was empfinde, gefragt werde - aber ich bin ewig hungrig. Das hört nicht auf - das soll Freude bringen, mal rhetorisch mal einfach durch neue Eindrücke).
 
  • #316
Ich hätte noch was für dich Mick.
Gil Melle ging 1971 einen ganz anderen Weg für eine "Sci-Fi" Film"
Sein Soundtrack zu "Andromeda" Strain" ging wohl als Paradebeispiel für Elektronische Musik / Sounds in die Filmmusikgeschichte ein.


Und das was du als Klangpassagen (am Beispiel "Alien") bezeichnest, wird im allgemeinen als Underscore bezeichnet. ;) ;)
 
  • #317
Wer in Hollywood auch als Koryphäe angesehen wurde (70er und 80er), war und ist Michael Boddicker. Neben Eigenkompositionen wurde er auch oft für Scoringsessions (z.B. Stu Phillips holte ihn für "Battlestar Galactica" oder auch "Buck Rogers in the 25th Century uvm.)" gebucht wenn es um Electronics und Synthesizer ging.

Seine Eigenkompostionen wurden auch oft als sog. "Source cues" integriert.
Hier mal ein bekanntes Beispiel aus dem Film "Outland- Planet der Verdammten" mit Sean Connery (1981) Der normale Score kam von Jerry Goldsmith.

(Auch das erste mal, dass ich eine TR-808 in einer Filmmusik zu hören bekam, :) )

Zum damaligen Zeitpunkt noch nie auf einem Tonträger veröffentlicht, erfreuten sich die Mitglieder des Yello Magic Orchestra dermaßen an dem Stück, dass sie es umgehend neu interpretierten und auf dem Album "Venus" veröffentlicht haben. (ebenso 1981)


See you
 
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M.i.a.u.: Casetti und Scenturio

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