Neu

Willkommen in 2026 - (Musikalische) Utopie gesucht.

  • #121
Nun, in dem Fall lässt sich eine musikalische Utopie doch auch ganz einfach zusammenfassen, oder?

Werde erst einmal so gut, wie es zum Beispiel die Kinga Głyks, John Lords, Ritchie Blackmoores, Lisa Bella Donnas, Isao Tomitas, <name your masters> dieser Welt sind, bevor du etwas in die Welt pustest, dann ist die musikalische Welt automatisch voller großartiger Musik, die die meisten hören mögen, oder?

Anders und ins Gegenteil verkehrt ausgedrückt: wenn die Person, die dir da auf der Bühne versucht, ihre Musik zu verkaufen, von der Erscheinung und vom "Schauspielgehabe", eine komplett andere wäre (um noch mal auf die sexualisierte Plattheit von Wet Leg hinzuweisen, einem Konzept mit viel sichtbarem Bein, dafür mit umso flacherer Musik, was vermutlich ohne das optische Drumherum gar nicht funktionieren würde), würdest du dann deren Musik immer noch hören wollen?
 
  • #122
Utopie:
erst einmal, - der hintergrund:
ich lebe nicht von der musik.
ich höre auf zu reden oder (hier) zu schreiben, wenn es polarisierend wird - ich verteidige meine meinung nicht und stehe mit niemand (auch geschäftlich - obwohl ich selbstständig bin) in konkurrenz
ich suche kein glück
ich suche ein hinreichendes maß an zufriedenheit
ich bin finanziell ausreichend ausgestattet

konkreter werdend:
ich mache musik - weil ich es will und wahrscheinlich auch als ausgleich brauche.
in der ganzen zeit habe ich vielleicht 3 lieder gemacht, die meinem anspruch an kunst genügen.
ich will nicht, dass mich jemand mit meiner musik in verbindung bringt - daher ist ein konzert schwierig.
ich finde szenen schwierig. möglicher weise bin ich in der dunklen zu hause, aber ich lehne deren symbole und klischees ab.
mein letztes konzert war front.
ich gehe nicht in clubs.
kleine konzerte würden mich interessieren, beinhaus würde ich gerne einmal erleben.

2025:
habe ich mich mit dem thema ki beschäftigt.
ich habe einen kosmos erschaffen, in dem ich musik, bilder, texte und videos hergestellt habe.
nein, ich werbe hier nicht dafür.
dieses projekt ist jetzt fast fertig, ein konzept-album (dez2025), ein musikvideo (jan2026) und eine novelle gibt es.
die novelle muss ich noch veröffentlichen.
ein wesentlicher teil des projektes war, entscheidungen an ki-agenten zu übertragen und selbst nur auszuführen.
ich habe so simuliert, als band zu arbeiten, termindruck zu haben, erwartungen nicht enttäuschen zu dürfen und das projekt (in dessen rahmen) zu bewerben.

2026:
ich bin leerer als zuvor.
das projekt funktioniert - bescheidene maßstäbe.
der kosmos ist intakt - aber so perfektioniert, dass kaum platz für neues bleibt.
wenn ich anfange musik zu machen, ist es schwieriger als zuvor, - es bleibt das gefühl etwas machen zu müssen.
und ich suche nach einem noch größerem überbau.

die utopie oder hoffnung:
zurück zu finden und ein viertes , relevantes lied zu schreiben (das niemand hört;)
 
  • ^
M.i.a.u.: robworld und kernelkid
  • #123
Sagen, was gut ist, reden über das was begeistert.
find ich auch am besten👍 Das schlimmste ist ja wenn manPhasen hat in denen einen gar nix mehr
begeistert. Das hatte ich früher öfters mal. Aber immer nur Kurzzeitug. Aber daher weiß ich wie schlimm das ist.
Und es gibt ja auch Leute die haben anstatt das "begeistert sein" das "ich reg mich über jeden und alles auf" . Aber das ist tatsächlich
deren Treibstoff. Das ist bizarr. ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #124
Nun, in dem Fall lässt sich eine musikalische Utopie doch auch ganz einfach zusammenfassen, oder?

Werde erst einmal so gut, wie es zum Beispiel die Kinga Głyks, John Lords, Ritchie Blackmoores, Lisa Bella Donnas, Isao Tomitas, <name your masters> dieser Welt sind, bevor du etwas in die Welt pustest, dann ist die musikalische Welt automatisch voller großartiger Musik, die die meisten hören mögen, oder?

Anders und ins Gegenteil verkehrt ausgedrückt: wenn die Person, die dir da auf der Bühne versucht, ihre Musik zu verkaufen, von der Erscheinung und vom "Schauspielgehabe", eine komplett andere wäre (um noch mal auf die sexualisierte Plattheit von Wet Leg hinzuweisen, einem Konzept mit viel sichtbarem Bein, dafür mit umso flacherer Musik, was vermutlich ohne das optische Drumherum gar nicht funktionieren würde), würdest du dann deren Musik immer noch hören wollen?
Das ist positiv? Herrgoth, dann bedeutet das, dass alle erst einmal "Fresse halten" bis der Welthit fertig ist? Düstere Vision.

bitte nicht als Gegenpol sehen:
Halte Musik und Kunst, inkl Darbietung für eine Entwicklung (sollte das an mich gerichtet sein, vermute: an alle). Ich habe viel gemocht, was von unten kam, auch extrem akademische Musik und eher wenig von diesen Top-Superstars, da die Leute die das machen, was mich interessiert aus allen Schichten sind und wirklich von extremer Könner bis totaler Autodidakt.

Gegen gut sein hat keiner was, gegen gute Idee auch nicht - und wir lernen schnell, wir haben heute sehr gute Lernmöglichkeiten aus Faszination an der Sache - da lernt sich's schnell.
 
  • #125
find ich auch am besten👍 Das schlimmste ist ja wenn manPhasen hat in denen einen gar nix mehr
begeistert. Das hatte ich früher öfters mal. Aber immer nur Kurzzeitug. Aber daher weiß ich wie schlimm das ist.
Und es gibt ja auch Leute die haben anstatt das "begeistert sein" das "ich reg mich über jeden und alles auf" . Aber das ist tatsächlich
deren Treibstoff. Das ist bizarr. ;-)
Ja, diesen Typs sind erstaunlich viele.
Die gleiche Energie in Lust, Interesse und Weiterkommen: viel viel besser, hilft anderen, bringt einen selbst weiter - man denkt weniger über Quatsch nach, was keinem weiterhilft. Habe dann auch mehr Zeit für Sounds und so. Einfach effizient.
 
  • #126
Das ist positiv? Herrgoth, dann bedeutet das, dass alle erst einmal "Fresse halten" bis der Welthit fertig ist? Düstere Vision.

Ja, es ist positiv, denn das Endergebnis wäre beeindruckender und hätte damit mehr positive Strahlkraft ohne die Ablenkungen seitens Dingen, die sie eben nicht haben.

Halte Musik und Kunst, inkl Darbietung für eine Entwicklung (sollte das an mich gerichtet sein, vermute: an alle). Ich habe viel gemocht, was von unten kam, auch extrem akademische Musik und eher wenig von diesen Top-Superstars, da die Leute die das machen, was mich interessiert aus allen Schichten sind und wirklich von extremer Könner bis totaler Autodidakt - Daher - glaube ich, dass diese Idee ins Leere geht, rein künstlerisch.

Ja, aber nur solange ein gewisses, qualitatives Niveau nicht unterschritten wird. Und das ist heutzutage einfach nicht mehr gegeben durch die digitale Flut. Das meiste davon will ich nicht hören. Die meisten anderen scheinbar auch nicht, denn ansonsten wären das alles Welthits, oder?

Das hat für mich auch nichts mit unten vs. oben zu tun, sondern vielmehr mit einem qualitativen Anspruch an sich selbst, auch aus einem Blickwinkel der Nachhaltigkeit heraus. Denn ALLES was produziert wird, kostet eben auch Ressourcen (ja, auch der Router verbraucht Energie, und ja, auch der Cloudspeicher befindet sich nicht auf Wolke 7, sondern hat irgendwo mal irgendwie Ressourcen verbraucht und schluckt immer noch Speicherplatz, der auch nicht auf magische Art und Weise entstanden ist). Klima sagt danke. Klingt das elitär? Nein, ich finde keineswegs, denn es ist kein Befehl, sondern ein Aufruf zu einer Art von Selbstverpflichtung.

Ging das an dich persönlich? Warum sollte es? Ich kenne nicht mal deine Musik, sondern nur einige wenige SequencerTalks.

Natürlich war es eine allgemeine Aussage, nicht mehr. Der Thread war ja wohl auch nicht als innerer Monolog gedacht für dein persönliches, künstlerisches Wachstum, oder? Also nein, nicht an dich persönlich.

Das gehört hier jetzt thematisch vielleicht weniger hierher, aber warum eine solche Art von qualitativer Selbstverpflichtung musikalisch, aber auch insgesamt und auch in anderen Bereichen notwendig ist, sieht man leider nur allzu gut in einem aktuellen Vortrag des CCC mit dem Titel "39C3: Don't look up - There are sensitive internal links in the clear on GEO satelites", in dem es um Security geht, in dem aber dargestellt wird, wie mit den Daten aller umgegangen wird. Das mag zwar nicht zusammenhängend erscheinen, doch da sind für mich ganz klar zu erkennende Zusammenhänge zwischen nicht vorhandener Qualität bei Infrastruktur und Computersoftware, mittelmäßiger Musik, mittelmäßig erstellter Musikhardware und anderen Dingen, die wesentlich dystopischer sind. All das basiert auf den gemeinsamen, endlichen Ressourcen dieses Planeten. Allein schon deswegen sollte man möglichst zusehen, die Ressourcen in qualitativ möglichst hochwertige Dinge umzuformen. Liegt darin ein Widerspruch zum aktuellen Wirtschaftssystem? Vermutlich. Aber auch das ist ein anderes Thema.

Meine Idee von Selbstverpflichtung hat nichts mit irgendwelchen Schichten zu tun, die du da scheinbar hineininterpretieren möchtest. Und auch nicht mit Könner vs. Autodidakt. Wieso kann in deiner Vorstellung ein Autodidakt kein Könner sein? Sondern vielmehr von einem selbst auferlegten qualitativen Anspruch. Denn wie ich woanders schon sagte: es ist bereits so viel da, das meiste wird man niemals kennenlernen. Es macht also schon rein logisch betrachtet wenig Sinn, noch mehr minderwertigen Kram zu produzieren, den am Ende vermutlich niemand sehen möchte. Dystopisch? Nein, denn man kann ja trotzdem den Spaß dabei haben, für sich oder in der Gruppe, wie auch immer, auch ein Tape aufnehmen und sich das Tausende von Malen anhören, wenn man das überhaupt meint, aufnehmen zu müssen. Nur hat früher meine private Aufnahme, die irgendwo auf einem VHS-Band herumdümpelte, auch niemanden interessiert. Und das war auch gut so! Und das ändert sich zunehmend mit der Cloud. Nur das eben immer noch niemanden interessiert, allerhöchstens eine KI, die damit dann automatisiert noch mehr Musik erstellt, die auch niemand hören möchte, spätestens dann nicht mehr, wenn er weiß, dass sie KI-generiert ist.

Gegen gut sein hat keiner was, gegen gute Idee auch nicht - und wir lernen schnell, wir haben heute sehr gute Lernmöglichkeiten aus Faszination an der Sache - da lernt sich's schnell.

Da ist doch ein Widerspruch "Gegen gut sein hat keiner was.", aber gleichzeitig kann auch alles andere in die weite Welt hinaus? :lollo: Ja, klar.

Nochmals: qualitative Selbstauferlegung. Alles andere ist nur da, also im Netz, aus den gleichen Gründen, aus denen manche Leute Lotto spielen. Sie begreifen nicht, dass es erst dann mathematisch sinnvoll wäre, wenn sie einige Millionen Lottoscheine kaufen würden. Freilich wäre es dann finanziell nicht mehr sinnvoll. Die Anzahl der Lottoscheine ist übrigens analog zur Anzahl der Stunden, die man vorher geübt und gemacht hat, zu betrachten. Das hat aber mitnichten etwas mit oben oder unten zu tun oder mit Könner vs. Autodidakt, sondern vielmehr mit Können, Üben und Hingabe. Und ja, in anderen Bereichen beschweren wir uns als Menschheit doch auch andauernd über Dinge, die nicht funktionieren, besser hätten laufen können und suboptimal waren (das halbe Internet besteht daraus). Bei "Kunst" ist es aber OK, suboptimal zu sein? Ich rieche da ein Quäntchen Voreingenommenheit dieser Künstler, übrigens die gleiche Voreingenommenheit, wie sie auch in anderen Bereichen nur allzu deutlich zu sehen ist, aber das würde jetzt zu weit führen. Das heißt, es ist im Grunde wertungsfrei mit einer kleinen Portion pessimistischem Optimismus, dass es irgendwann mal besser werden möge.
 
  • #127
Ja, aber nur solange ein gewisses, qualitatives Niveau nicht unterschritten wird.
dann bräuchte man eigentlich eine KI, die jegliche hochgeladene Musik bewertet und entsprechend taggt - so dass du das schlechtere Zeugs gleich ausfiltern könntest. ;-)
Fragt sich nur, wie gut sich das objektiv bewerten lässt - Geschmacksfrage darf es ja nicht sein.

Nochmals: qualitative Selbstauferlegung.
bringt leider wenig, wenn nur drei Leute das machen. Und alle anderen kann man nur schwer zwingen, also ist das eine sehr theoretische Idee, oder?
 
  • #128
Ich hätte nicht gedacht, dass ich das sage - aber das ist "zu verkopft".
Ich liebe ja sogar Neue Musik, die aus eher akademischen Kreisen kommt - aber so hart würde ich das nicht sehen, denn der Spaß und das Gutsein kommt von viel Erfahrung, viel machen, Jams, Frickelforschung, Livespiel, alles zusammen muss man auch machen. Dazu ist das, was heraus kommt oft anders besser als die Superopa-Sachen, auf die man ggf. hoch gucken könnte.

Und manches an Defiziten hat man ganz anders gelöst, gerade in der Elektronik. Heute ist das Ergebnis König. Es gibt auch viel, was mir auch als redundant und sehr ähnlich vor kommt, geradezu generisch. Darauf würde ich eher verzichten als auf eine frische tolle Idee, selbst wenn die noch nicht 100% perfekt umgesetzt ist, aber eben sehr gut.

Das inspiriert, sowas löst was aus. Denke dabei an Punk-Geist, New Wave, Post-Punk/Industrial/etc. - da gibt es Perlen. Und manche sind einfach, manche aufwendig weil man dies oder das nicht besitzt. Aber diese Musik wäre nicht da, wenn man deine Sperre hätte, wie auch immer die aussehen würde - am besten staatlich. wie in der DDR.
Oder durch einen dominierenden Konzern, der das bestimmt, wer weiter kommt. Das finde ich extremst bedenklich.
Wo bleibt die Freiheit? Die kreative Unruhe? Das ist doch alles Quell von unendlich vielen unfassbar guten Sachen gewesen, und nicht alle sind studierte experienced Player mit Synthesediplom.

Nein, das geht nicht an mich persönlich - das ist doch gar kein Problem, ich geh davon aus, dass du meine Sound gar nicht kennst, der natürlich sensationell gut ist. Auf dem Gebiet auf jeden Fall. (schade, dass man den Schelm hier nicht mit posten kann, den man hat).
Schreib bitte gern weiter offen ,da ist keiner beleidigt - das will ich sagen.

Trotzdem bin ich jetzt übernacht Anwalt für die krassen Acts, die mich mehr begleitet haben.
Die Acts sind sehr verschieden gut in "Fähigkeiten" - aber ich finde einiges auch gut, weil es so ist, selbst wenn ein Teil unvermögen ist - nicht immer kann man das hören. Viele Artists haben Vorbilder und du hörst sie ggf. heraus, aber sie haben etwas anderes gemacht, mal happy mal accident, mal sehr geplant und mal durch Experiment. Alles das sollte erlaubt sein - natürlich meinst du den inneren Zensor, und da bin ich total bei dir, dass bitte nur raus soll was toll ist.
Habe aber auch gerade da einige sehr schüchterne Leute vernommen, die sich nicht da sehen aber deren Sachen gut sind. Gut waren. Wogegen ich sehr gern auf das ein oder andere euklidische 4/4 Gestampf zum 100sten Mal verzichten kann - aber manche lieben das halt. Schreibt man einfach dran und ich weiss, ob ich da hin muss oder nicht ;)

Das meine ich natürlich allgemein - dh - jeder setzt da sein persönliches Ding ein, ich zB mag diese Minimal Elektro Szene, die oft klingt wie 1979, aber mit Minilogue und MPC - und manche haben eine irre Performance aufgebaut, das sind dann echt Perlen. Sowas schaffen eher junge Leute, die einfach machen.
Ich bin dafür! Die müssen frei sein!
Die haben Spaß an einer Art von Provokation, musikalisch - künstlerisch und ich finde das sind Vitamine für mich.
Ich muss nicht selbst so sein oder klingen - aber es ist gut für "uns". Als Musikkörper.

Visionen sind hier ja das Ding - DA kommen die her. Jemand bricht bestimmte Regeln? Jemand macht etwas anders, nee - das geht ja garnicht - ist aber super!
(ich schreib mal nicht "geil" - aber gemeint ist das Superlativ davon)

Der Thread darf alles - innere Wünsche und Dialoge aber auch generelle Dinge, einige ganz am Anfang sind ja sogar eher gesellschaftlich wie zB bitte mehr praktisch und faktisch sein - dem kann ich nur zustimmen - bei politischem Handeln. Das kann man auch falsch verstehen, besonders das Wort Vernunft wird von allen genutzt, und meint was anderes.

Aber hey, wir sind alle hier um was zu bewegen, positiv - ich finde das gut, mal Ideen zu haben, kann schon sein, dass ein paar dadurch getriggert sind - ist aber auch fein.
Heute rauscht noch nicht mal was - als ich Musik hörte, rauschte viel - das Tape war super - aber man hörte viele technische Unzulänglichkeiten - aber den wunderbaren Kern konnte man sehen und hören, so manche sind später geschliffen aber glatter. Ich mag das. Daher - das ist das Playdoyer für solche Dinge!

Ich bin auch für uncoolen Kram nicht rausbringen ;) Das ist nur ein Satz. Das klang nur so groß angelegt, und global. Naja, es gibt Schrott, jede Menge sogar - aber wir finden eben auch die Perlen, klar wäre es einfacher wenn der schlechte schimmlige Käse (Löscher hatter auch) verschwindet. Miese Idee, mies gemacht - nicht rausbringen! Fertig.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: robworld und Rolo
  • #129
... Aber diese Musik wäre nicht da, wenn man deine Sperre hätte, wie auch immer die aussehen würde - am besten staatlich. wie in der DDR.
Oder durch einen dominierenden Konzern, der das bestimmt, wer weiter kommt. Das finde ich extremst bedenklich.

Ich spreche von Selbstauferlegung, du von staatlicher und konzernorganisierter Zensur, ist klar. Danke für "die Diskussion", die ich auf diesem Niveau nicht bereit bin, weiterzuführen.

Hast du eigentlich schon mal den Gedanken erörtert, deine Arbeitsweise könnte eventuell zu wenig verkopft sein, da sie sich nicht im Geringsten darum schert, welche Konsequenzen die Dinge nach sich ziehen könnten? Und liegt die eigentliche Wahrheit vielleicht irgendwo in der Mitte? (Also quasi zwischen Reinigungsdiensten, die die Straßen vom Müll befreien, und Leuten, die ihn unnötigerweise und ohne Grund dorthin befördern. Und ja, diese Analogie habe ich absichtlich so scharf formuliert, damit es bei Leuten, die die beiden Unterschiede aus dem ersten Satz scheinbar nicht sehen können oder wollen, vielleicht anfängt zu klingeln, egal ob durch zu laute Musik oder auch auf andere Art und Weise.)

Viel Spaß weiterhin im Thread. Ich bin hier hier raus, da ich wirklich wichtigere Dinge zu tun habe, als auf derart unsinnige Art, Diskussionen überhaupt führen zu wollen.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Moogulator
  • #130
wenn's an mir liegt, weil ich "Gegenanwalt" war - tut es mir leid. War nicht böse gemeint. Ggf. ist mein Versuch daneben gegangen. Das ist komplett entspannt und unpersönlich gemeint gewesen. Deshalb frag ich hier, du ggf. auch. Es hängt nichts davon ab, es wird nirgendwo beim Schicksalsamt gelesen. Daher - dachte es sei frei.
Nur einfach eine Sicht.
Die Idee, etwas zu transportieren. hoffe, hier es geht um Verständnis des jeweils anderen Standes geht - vielleicht ist dir das nur zu profan gewesen, dass ich das in einem Satz tat, weil gut sein muss man ja auf jeden Fall.
Lernen besteht aus so etwas - man kann daran wachsen - als gute / positive Idee dahinter - die sehen können. Ich stimme dir schon zu, dass Leute nicht irgendwas rausballern sollen. Aber wie man da ansetzt?

Ja, der fiktive Staat oder großes Label - das war mein Trittbrett um die andere Seite zu aktivieren, was das bedeutet. Ehrgeiz etwas gut zu machen ist ok. Das schrieb ich in der Antwort andeutungsweise auch.

Ich meine das auch nicht auf mich / dich bezogen, dennoch sind diese Dinge, mit der eigenen Person verbunden, "intensiver" und bekommen Kontur. Deshalb habe ich den Musiker in allen pieksen wollen. das Sofa verlassen hab ich früher mehr gemacht, ist also auch eine Notiz an mich selbst, Dinge neu starten obwohl das bisherige System gut ist, innerhalb des Rahmens kommt vielleicht nicht die neue Musik raus, die ich möchte?

Der "Innere". Das es GUT sein sollte - ja, sehr gern, würde es steigern - das muss nicht das handwerkliche sein, aber ich habe genug langweilige "ick mach jetz Techno"-Geschichten gehört, war lange von den Sounds enttäuscht, es gab Soundleute und Kompositionsleute, beides zusammen eher selten - der arme Techno kann auch nichts dafür, dass ich den als Beispiel nehme.

Also mit haben viele eher gesagt, dass ich zu verkopft sei. Da bin ich persönlich jetzt nicht ganz so drin. Aber beide Seiten sind im Extrem schwierig, aber dennoch - hab ich einfach nur die andere Seite übernommen.
Das aufzwingen diverser Stile und das omnipräsente - nervt, fährt rum und dennoch bin ich eher der Typ - das zu "ertragen" und denen Spaß zu wünschen, weil ich denke - die haben damit wohl etwas, was sie mögen.
Wenn ich aber sehe, wie zugeballert einige sind und sich keinen Raum mehr zum denken, überlegen, der Stille quasi lassen - sowas scheint mir der heutigen Welt mehr zu fehlen - Leute die nicht jeder Schlagzeile hinterher bellen.

Damit bist du gar nicht gemeint - das ist einfach allgemein ein Trend. Ebenso finde ich gut sein gut - sich zu verbessern auch. Wir können aber auch gern ein Level höher oder zwei.

Ich bin nicht hier um die Ziele zu bewerten - das machen andere.
Es gibt genug Leute, die sowas tun - quasi PR für etwas. Das muss nichts politisches sein - sondern läuten für etwas.
Und daher - geh voran, und ich bin grade eher im Team Faulen vor dem wieder losrennen.
Aber sehr viel machen und leer sein - ist auch nicht gut.

Eigentlich reden wir nur aneinander vorbei - bin eher etwas überrascht, da überhaupt was getriggert zu haben aber ich habe quasi eine Gegenposition und sogar Bewertung eingebaut. Das ist eigentlich unwichtig - weil Visionen sind für alle und persönlich. Und sie können jeweils sogar sehr widersprüchlich sein - weil wir voneinander wenig wissen - das was dir gut tut, weiss ich nicht - ich kenne deinen Status zu wenig.
Ich bin also gar nicht "berechtigt" dir was zu sagen -ich bin einfach an Sichtweisen interessiert - auch und gerrn solche, die ich gar nicht vertrete. Manchmal findet sich da sehr viel drin, wo ich nicht drauf komme. Weil ich grade einem anderen Wahn folge.

Ich möchte mich in dem Sinne nicht "entschuldigen", weil ich einfach das hier eher als einen Abgleich sehe, es ist absolut sinnvoll wenn der nicht für alle gültig ist - aber - mich interessiert, ob es Deckungen gibt.
Und was überhaupt durch die Köpfe geht - darüber reden viele weniger als irgendein Gerät was sie kaufen (das ist schon gut so, aber das kennen wir - das ist ohne alles - das ist unverfänglich).

Wie würden wir reden über das eigene musische Ziel, wenn wir wirklich frei reden, ohne eine Angst, dass das nicht ok ist, ohne eine Hoffnung damit gut anzukommen - zB schreib ich dann lieber - wenig haben ist gut, organisiert sein, perfekt ausproduziert - (nur ein Beispiel) - weil man aus der Summe der Reaktionen heraus lesen kann - das passt zu vielen.

Aber wenn ich grade cool finde 5 Sampler zu haben oder 5 Synths mit 1 Oszillator, nun - dann ist das so.
Effizient ist es ggf. nicht - aber es kann sein, dass damit etwas umgesetzt wird, was mir die Schuhe auszieht - also eher die Ohren. Schuhe wissen gar nichts über Musik, außer man versucht in den Schuhen von Schuh-a-hand zu laufen oder Depeche Mode.
Na, vielleicht klappt's mit Humor - ansonsten - war mir eine Ehre.

Ich glaube dieser Thread stirbt schnell - weil das Thema eben nicht so in ist.
Aber interessiert bin ich trotzdem.

Auch ich muss aufpassen nichts zu zerreden, damit diese Sache offen bleibt und genau das was sie sein soll - angstfrei, quasi ohne Bremse und Filter - einfach nur die Idee sagen, die man hat von und über Musik - gern die eigene, und wie das Ideal ist, wo man hin möchte.

Das darf und muss vermutlich verschieden sein.
Ggf. war dir mein Post zu manipulativ - glaube das ist es auch - wenn ich das selbst durchlese.
Daher - bitte nicht aufhalten lassen, ich hätte den "Stil" wie das hier besprochen wird nicht brechen sollen.
Bin gern bereit das noch mal neu zu machen.
 
  • #131
Ich glaube dieser Thread stirbt schnell - weil das Thema eben nicht so in ist.
Keine Ahnung, ob das der Grund ist. Dein Monolog ist für mich jedenfalls von erschreckend geringer Substanz, oder sie kommt einfach nicht rüber. Und vor allem habe ich Zweifel, dass es nur mir so geht, dass mein Sprachverständnis bei deinen Posts, besonders bei dem über diesem förmlich aussteigt mit der Fehlermeldung: "Ähm, wie bitte?"

Dieser leicht gereizte Unterton - wäre nicht nötig - wenn's an mir liegt, weil ich "Gegenanwalt" war - tut es mir leid. Das ist komplett entspannt. Deshalb bin ich hier, du ggf. auch. Es hängt nichts davon ab, es wird nirgendwo beim Schicksalsamt gelesen. Daher - dachte es sei frei.
Sprachliche Überarbeitung, für etwaige Missverständnisse und Verdrehungen verantworte ich mich.
Dieser leicht gereizte Unterton wäre nicht nötig. Wenn es an mir liegt, weil ich "Gegenanwalt" gespielt hab, tut es mir leid.
Das ist eigentlich komplett entspannt. So jedenfalls mein Anspruch, auch an mich, deshalb bin ich hier, du nicht auch? Es hängt ja nichts davon ab, das Schicksalsamt liest nicht mit.
Nur einfach eine Sicht. Die Idee, etwas zu transportieren. hoffe, hier es geht um Verständnis des jeweils anderen Standes geht - vielleicht ist dir das nur zu profan gewesen, dass ich das in einem Satz tat, weil gut sein muss man ja auf jeden Fall.
Lernen besteht aus so etwas - man kann daran wachsen - als gute / positive Idee dahinter - die sehen können. Ich stimme dir schon zu, dass Leute nicht irgendwas rausballern sollen. Aber wie man da ansetzt?
Eine Sicht von vielen, ganz einfach. Die Idee, etwas zu transportieren. Ich hoffe, hier geht es ums Verständnis des jeweils anderen, wo auch immer der halt steht. Das schrieb ich in einem Satz, wars dir deshalb zu profan? -- Klar, gut sein muss die Musik, die veröffentlicht wird, das mein ich auch. Lernen besteht aus so etwas. [Woraus? Keine Ahnung, was du sagen willst.] Ich stimme dir zu, dass Leute nicht irgendwas rausballern sollen. Aber wie da ansetzen, das zu unterscheiden?

Ja, der fiktive Staat oder großes Label - das war mein Trittbrett um die andere Seite zu aktivieren, was das bedeutet. Ehrgeiz etwas gut zu machen ist ok. Das schrieb ich in der Antwort andeutungsweise auch.
Ja, fiktiver Staat oder großes Label -- eine politische oder politisierte Utopie halt, die soll hier nur Trittbrett gewesen sein, andere zu aktivieren auszuloten, was das bedeuten kann. Ehrgeiz etwas gut zu machen ist okay. Das sollte meine Antwort auch durchaus andeuten. [Ob ich den Sinn getroffen hab, keine Ahnung. Was willst du genau damit sagen?]

[...]

Wenn schon langer Text, dann bitte auch sprachlich gut. Das wäre meine Utopie. Sowohl als Selbstanspruch, auch als Anspruch an die Verwaltungsebene. Einfach Texte erst im Kopf ausarbeiten, dann niederschreiben, offline oder hier im Editor, dann noch mal ne Nacht drüber schlafen, dann lektorieren, dann posten. So viel Zeit muss sein und so viel Zeit ist und wenn auch mal was anderes plötzlich wichtiger ist, familiäres Zeug oder welches, womit man Asche ins Portemonee schaufelt: Davon, dass mal was nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt, geht das Web nicht kaputter, als es ohnehin ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #133
Das hat aber mitnichten etwas mit oben oder unten zu tun oder mit Könner vs. Autodidakt, sondern vielmehr mit Können, Üben und Hingabe.
Es gibt und gab in der Kunst viele Autodidakten die erfolgreicher wurden als studierte. Sie müssen also sehr wohl etwas können. Kunst kommt immer
von Können, aber kein Künstler kann alles können, zumindest nur die wenigsten. Die Welt ,und die Möglichkeiten sie künstlich abzubilden sind einfach
zu gigantisch. Ich denke, und das habe ich auch schin oft gesagt, zur Kunst gehört nicht nur das Handwerk.. es gehört dazu zu erkennen ab welchem Punkt
die Stimmigkeit gegeben ist. Wenn man es für sich selbst schafft. Schafft man es des Geldes wegen mu0 man den Nerv des Geldes treffen bzw. dann
vieleicht auch etwas mehr können, oder aber auch nicht.
 
  • #134
Ich interessiere mich zB für Wirkung und Inszenierung.
Da ja Multimedia und Co quasi Standard geworden ist - ist nicht die Arbeit mit dem Publikum auch wichtig? Sind wir Musiker etwas zu selbstverliebt und stehen da und spielen unsere "Elektronen" - aber vielen bleibt dann eher im Kopf, wie du als Sänger in die Menge gingst, mit einer Ansage, einer Message oder einfach nur einer Art von Freude - oder auch Wut?
Ich mag auch totale Dunkelheit - nur hören! Das mache ich aktuell - aber arbeite mit Visualisten, wenn es passt und sich anbietet. Bin nicht mal der Erfinder, haben andere schon gemacht, gefällt mir aber.

Es gibt intensive Shows, ich zeige, was ich meine, ich bin da!
Wir sind nicht hinter Tischen, wir verstecken uns nicht, es geht nach vorn.

Wir haben heute smarteres und kleineres Gear - wir könnten auch mehr machen, ggf. anders.
Müssen wir virtuos sein oder machen wir Theater? Oder geht beides? Für Visuals fand ich immer - macht nur Spaß wenn man es bedient, dennoch können wir auch ein Gesamtwerk steuern. Wenn wir als Nerds und Musiker einen Schritt zurück machen und überlegen, ob eine Wirkung ggf. anders besser klappt. Finde das spannend, daher positiv.

Die guten Shows sind emotional, Mitmach-mäßig, kombiniert.

Wollen wir was? Wohin geht das? Aussage geht mit vielen Mitteln!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: oli und Randow
  • #135
Zur musikalischen Aufführung gehören für mich immer die Gesten. Das Publikum hört ja nicht nur, sondern es sieht auch. Kommunikation eben. Auch das ist ein Grund, warum ich Knöpfe, Schalter und ggf. Tasten bevorzuge anstatt den Laptop.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: oli und Moogulator
  • #136
Zur musikalischen Aufführung gehören für mich immer die Gesten. Das Publikum hört ja nicht nur, sondern es sieht auch. Kommunikation eben. Auch das ist ein Grund, warum ich Knöpfe, Schalter und ggf. Tasten bevorzuge anstatt den Laptop.
Meinst du Nachvollziehbarkeit? zB - wenn ich diesen Hebel bewege, ändert sich der Sound?
Ja, genau - deshalb sind Theremine auch nicht schlecht - solang die Leute die kennen, muss man DBeams nicht erklären und es wird schneller erkennbar, gerade für Nichtmusiker.

Du kannst natürlich sogar übertrieben mechanische Steuerung einbauen. Dann sieht man zB wie du "pumpst" und es passt.

sowas?
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Randow
  • #137
Ich interessiere mich zB für Wirkung und Inszenierung.
Gestern abend war ich im Laien-Theater. Nicht, weil ich Laien-Theater-Fan bin, sondern aus Respekt gegenüber dem Regisseur, den ich kenne und als Mensch und Person sehr schätze.

Mein Erleben (Wirkung) der Aufführung (Inszenierung) war erstmal – wie erwartet – deswegen 'knapp über Oberstufentheater-Niveau', weil mein – wie ebenfalls erwartet – arrogantes, jahrelang feingeschultes-Experte-in allem-sein-wollen-BIAS die Blutgrätsche beim Kunst-Kategorisieren machte und mein Sprachzentrum dafür die herablassenden Worte bereitstellte: "Das ist – wie erwartet – knapp über Oberstufentheater-Niveau".

Nach der Pause beim Theater-Stück, das Setting war jetzt aufgeführt, die Charaktere vorgestellt, gab es den ein oder anderen unterhaltsamen Plot-Twist, den es beim Oberstufentheater nicht so gibt. Aber es gab noch etwas zu erleben, das ich IMMER erlebe, wenn mir eine Aufführung (Musik, Theater egal was) "Gefällt": Einfach nur Freude. Hier: Die Freude der Darsteller am Darstellen, und die des Publikums (darunter auch ich – gänzlich unerwartet -) am anwesend Sein, Zeuge sein, dabei Sein. Die Inszenierung, die Darstellung selbst, das Setting für mich vs./plus den anderen Menschen im Raum – also das Event generell, selbst meine Erwartungen (jetzt kicken andere BIASse rein) bewirkten etwas Erhabenes, das nichts mit Inhalten, Konzepten, Kunst und meinen Vorstellungen davon zu tun hatte. Die Utopie schien zu sein: Überraschend Freude haben, nicht die eingeplante.

Hab ich mich jetzt – unbewusst – mehr auf das Theater eingelassen, als erwartet? Oder gerade so viel, das es nicht mehr mit meinen BIASsen (Ansprüchen, Niveau-Denken, Maßstäben etc) kollidierte?
Natürlich kann man jetzt sagen: Meine Erwartungen waren so niedrig, das konnte nur besser werden. Also "No Risk no Fun" auf unterstem Niveau. Schon wieder dieses Niveau-Bias. Genau das versuche ich in diesem Post ja mal zu decodieren.

Jetzt war ich also im Nachhinein darüber verwundert, dass ich mich beim Laientheater denn doch so sehr einfach nur über die Existenz von (bei mir) uneingeplanter Freude an meiner "Anwesenheit in Laientheaterräumen bei einer Aufführung" freue – genauso, wie beim Oberstufentheater, wo mein Sohn als Kulissenbauer und Techniker aktiv war, übrigens auch eine Person, die ich als Mensch und Person sehr schätze.

Um diese Gemengelage besser einzuordnen, habe ich das gerade mit meiner Frau besprochen. Die sagte sinngemäß und zusammengefasst: "Es gibt Laienchöre die singen Major Tom von David Bowie anlässlich seines Todestages, öffentlich-rechtlich-medial gefördert, und es macht Laune. Und andere Laienchöre, die singen nur die Musik aus Bud Spencer Filmen und ihre Auftritte in Clubs sind ausgebucht. Es muss scheinbar nicht immer Kunst-Kacke sein, Laien-Dreck kann auch Erhabenes erschaffen: Beim Singen reicht da der eigene Körper. Man ist dann halt einfach Beisammen, singt und teilt etwas Gemeinsames, das einem und anderen wertvoll ist. Ohne Niveaus einzuziehen. Es geht ums Machen: Jetzt. Real. Da sein. Mit anderen. Teilen. Der Computer ist dann aus. Und ja: man muss das irgndwie üben und sich Gedanken darüber machen, Pläne schmieden, an der Umsetzung und Inszenierung feilen. Das sind dann halt "abstrakte Geräte". Ob da dann bei der Inszenierung auch noch echte Geräte und Silizium-Rechner dabei sind, ist für diese Art von Erleben vollkommen egal. Inszenierung als Teilhabe-Methode, um sich als Menschen "wirklich" ein bisschen zu begegenen, das wars, mehr nicht. Das reicht, um es als wertvoll zu erleben, gerade in unserer heutigen Zeit. Und wenn dann durch die Inszenierung bei jahrelang feingeschultem Experten-Personal KEINE Freude-Wirkung eintritt, dann ist das das Problem des jahrelang feingeschulten Personals, nicht das der Freudeempfinder. Experten sind dann nicht die Themen-Setting-Zielgruppe, aber da es um Freude geht, sind sie trotzdem eingeladen."

Ist jetzt "weniger manchmal mehr", oder gilt hier der (nur scheinbar asoziale ) Bibelspruch "selig sind die geistig Armen", der ja meint: Auch der, der an nichts glauben kann oder will, hat die Chance auf ein gelungenes, zufriedenes Leben.
Oder liebe ich einfach nur meine Frau?

Mein Fazit: Wenn es um Utopien (Vorstellungen) geht, die Wirkungen betreffen und Inszenierungen dafür "vorsehen", sollte man die Kategorien zulassen: Was mögen, schätzen, lieben wir gemeinsam? Das kann ganz wenig sein. Und: Wer ist "Wir" überhaupt? Das können ganz wenige sein. Und: Dass man das in seine Überlegungen UND bei dem, was man jetzt im Moment des Erschaffens, als "gut" erlebt, einbezieht. Wahrscheinlich reicht das.

Das ist jetzt zwar nix Neues, aber weil ich auf diesem Weg auf was Bekanntes gestoßen bin, fand keine Enttäuschung sondern eine Bestätigung statt.

Was ich jetzt gerade glaube:
Möglicherweise dienen Utopien (also deren gewünschte Wirkung plus die Inszenierungen, die wir dafür herstellen) vor allen einem: Dem Erschaffen von Freude durch Teilhabe. Also der Vermeidung von Einsamkeit. (Oder wenigstens einer Vorstellung davon.) Das, was WIRKLICH "gut" daran ist, kann man einfach nur (er)spüren - auch schon in den Konzept- und Übephasen vor der Performance.

Nur so ein Gedanke.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: claudio, Moogulator und Randow
  • #138
Ja, auf jeden Fall - manchmal auch eine Freude über krasse Reaktion - aber Freude passt. Wobei ich sehr simpel gebaut bin - ich mag, wenn was gefällt und das was ich da tue wem gefällt, wundere mich maximal eher darüber dass es Leute geben könnte (konjunktiv), die da gar nichts mit anfangen können, wo die Musik doch so interessant ist. Oder was auch immer man da macht.

Wobei - vielleicht ist das das die Zeit eben allseits zu bewegen, alle Sinne - nicht nur die Ohren. Ich gebe zu, dass ich fürs Auge noch Luft nach oben habe. Ich bin zwar schön, aber - naja, geht sicher etwas mehr.

Es gibt ja "Kunst muss nicht gefallen" als These. Mir aber, wenigstens die Idee. Frech sein, die weiße Leinwand abgeben und sagen - sehen sie denn nicht, die Schönheit, sie sind aber auch nicht kreativ, da sie darin nichts als sich und ihr langweiliges Selbst sehen. Ich habe ihnen eine Projektionsflächer verkauft. Ansonsten die Robin Hood - Geldmafia aushebe-Idee finden viele gut - deshalb mögen manche gut gemachte Einbrüche. Hey, mit Stil - die haben sich die Kohle verdient. Das ist eben auch bei Straßenmusik - wenn du da einen mit irgendeinem Panflötenpolka Standard hörst - naja, aber wenn da was drin steht - ist es schon besser. Level egal, klar - da ist keine Breitleinwand dabei.

Danke - rede einfach gern über Kunst, das Schöne daran, die Ideen und Umsetzung. Finde ich einfach spannend.
Man kann sehr gut anerkennen was andere da gedanklich und sonst geschaffen haben.

Ich hab dafür einen Projektor, einen Nordlead und eine Pellkartoffel verwendet.
 
  • #139
Projektor, einen Nordlead und eine Pellkartoffel
Oha. Wann spielst du hier in M?

Das Thema "Warum, was, wie Utopie" kann echt super spannend in der Vorstellung (Vision nicht Performance) sein und befriedigend, wenn mans durchziehen kann. Ich möchte das halt von dem freudigen Erleben unterscheiden, das einen ganz plötzlich besucht, einfach so. Dafür muss aber vorher Platz da sein. Sonst kommt das nicht "rein".

Möglicherweise ist es hier im Thread also noch mal extra erquicklich, wenn wer erzählt, was er/sie freudiges erlebt hat, als Performer, das nicht geplant war. Er/sie muss, um die "Fallhöhe" oder besser "Steighöhe" dieser Art von Freude zu beschreiben ja sowie so dann den vorausgehnenden Plan kundtun. (Ich glaub Jimi Tenor wars, der hat sich in Wien (so die Legende) bei nem Gig von ihm mal spontan nen 10Kg großen Leberkäse direkt vor seiner Nase aufs Fender Rhodes gelegt. Er hatte den morgens bei irgend nem Metzger rumliegen sehen und kannte das nicht. Er dachte Wow., was ist das denn? Aber beim KOnzert vor sich auf s Rhodes legen? Vermutlich, weil es ihm eine Freude war, also als Inspiration wahrscheinlich. Kennt den wer und kann ihn mal fragen?)

Wenn du, Mooglator, hier jetzt auf utopischer Sprachebene beschreibst: "Pellkartoffel und Synth, weil ...." Dann nicke ich zwar brav: "Aha, kapiert, kleine Freude was kapiert zu haben, danke." Wenn du aber hier in München spielst und vorher nur ankündigst: "Projektor, Polysynth und Pellkartoffel", dann komme ich nur deswegen, weil ich das Spässeken und Spielchen am Skurillen mit Bildern und Synthies mit dir teile möchte, als ungeplant überraschend echte Performance-ich war-da-Freude. Nix gegen eine flotte Utopie von Musik+Pellkartoffel, aber als Überraschungs-Kick, ist das nochmal nicer. Vllt. check ich die Utopie dann ja durch eigene denk-Transferleistung, dass wäre dann noch besser, als: Die Erwartung deckt sich mit dem Erlebnis: Abgehakt!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Moogulator
  • #140
In M - könnte noch passieren dieses Jahr. Aber aktuell ist faktisch noch alles ungeplant.
Aber es wird keine Kartoffel sind - und auch kein Nordlead. ;)
Würde ich vorwegschicken - so ein Nerd erkennt das ja sofort.

1) Wichtiger Punkt - ja, so Sachen muss man auch mal machen - nur reden und nur planen und kiffen ist natürlich auch nichts. Daher - ja, da ist viel zu überlegen - mir war die Performance mit vollem Set immer lieb, daher auch volle Aufmerksamkeit. Aber die Idee ist durchaus auch andere Formen zu finden, da Menschen heute allein nur mit Synths, auch nicht mit Kultsynths allein sehr vorbegeistert sind.

1b) Ich meine das so - wenn du jetzt einen Roboter auf die Bühne stellst oder viel Zipzap - dann gewöhnt sich der Zuschauer erstaunlich schnell daran. Deshalb ist es klug sowas auch zu inszenieren - was ich meine - Nur einmal einen guten Abgang machen, nur in einem Song kommt der Roboter vor, etc. Gezielt. Wir wollen alle oft einfach auftreten und das "offene spielen" ist eine Art Gegensatz zu dem Event-Performance Gedanken.

ZU BEDENKEN

Ich bin eher Konzert-Macher, bei mir gibt es nichts zu sehen, fast nichts, sowas aber zu überdenken oder für ein weiteres Projekt zu ändern - ist schon eine interessante Sache.
Aktuell scheint mir auch, dass Jugend besser ankommt als Leute über - sagen wir 35. Das bemerke ich sehr indirekt über die Reaktionen und Wertigkeiten. Elektronische Konzertkultur ist noch so neu, dass die älteren jetzt 60-70 sind.

Das mit dem L-Käse - das geht auch mit Fleisch "wir hatten immer Fleisch auf dem Keyboard" hörte ich von Psyche, die wollten früher "punkig" sein. Ich habe keine Kartoffeln oder Fleisch - aber wenn, dann wäre es eine Performance. Schon gesehen, sowas - zB voll mit Wurst und ein Mitglied "fraß" die fast komplette Show über Wurst - von Wurstkleidung. Man sprach auf jeden Fall drüber.
Also - vielleicht hatte er einfach keine Option - oder es ist was - oder es war ein Test - was soll das mit dem Fleisch?

Pellkartoffel - war nicht ernst an meine Musik gebunden, es hätte auch ein Kugelschreiber oder ein gotischer Stollentisch sein. Ein Ohrensessel kann ich mir vorstellen. Mehr als eine P-Kartoffel. Nord Lead auch, habe aber aktuell keinen. Das war nur die Idee: Habe eine Idee, führ sie zu etwas und mach etwas damit. Bei mir ist Albernheit, Kunst und Ziel sowieso eine Einheit. Dazu bin ich aber unfassbar ernsthaft sonst. Ich bin live aktuell eher ernst. Aber - es kommt auf deine Idee an.

Korrekt - es kann natürlich auch ein Werbegag sein - sowas machen viele Musiker, damit sie im Gespräch sind, in Hiphop Kreisen und ganz oben scheint sowas die beste Option, um im Gespräch zu bleiben - war im Knast, hat XY hart beleidigt, irgendwas angestellt. Haftbefehl, Dr. Dreh und dieser andere Typ. Das gehört auch dazu. Sonst redet bald keiner mehr über die. Die Musik muss dann den Rest machen.

Du hast noch mehr Recht, dass du mich überführt hast, so wie oben diese Rede über "man sollte so gut sein wie…" - das ist schon richtig. Aktuell freue ich mich einfach nur drüber, dass es interessant ist, dass wir reden, ggf. da auch Feedback kommt - inkl "Entlarvung".
Das Forum sehe ich eh als Korrektiv - meist ist die krasseste und wildeste Theorie oder Kritik immer von hier.
Das stimmt - dass ein P-Kartoffel-Konzert auch langweilig sein kann oder enttäuschend. Aber - gemeint ist natürlich - "irgendwas" - ich würde meine Ideen nicht alle 1:1 hier posten - wenn es eine Überraschung ist.

Es gibt zB einen Act, der für so wilde Shows bekannt ist, dann kam die Info - jetzt gehen wir mal in Klausur, machen was anderes - und dann war das was ich sehen konnte - eine ähnliche Show mit sehr viel "Zeug" - aber inhaltlich eigentlich ähnlich - nur mehr ;) -> Betrachtungsfrage.
 
  • hilfreich
M.i.a.u.: kernelkid
  • #141
Ah - übrigens Dank für jeden der antwortet.

Aktuell geht es mir um Ideen, um Reflektion von "Kunst", Utopien wären am besten - aber das Wort ist einen Tick zu groß für den Bereich - aber auch simple Koops, Vorstellungen und Co - ein großer Abgleich, zB einer möchte stark in Visuals und berührbare Objekte einsteigen - spannend. Jemand möchte sich von der Bühne nehmen, dafür aber die Leute selbst als Zentrum machen und sich selbst "kleiner" - ich wollte ernsthaft auch die anderen Ziele und Wünsche in Utopie abfragen - aber es ging dann direkt in eine Sache, die neu ist- dieses zerlegen - es kommen von allen Seiten alle möglichen Forderungen - und das würde mich sogar interessieren - aber die gehen nicht allgemein, sondern richtigen sich ganz schnell gegen den Fragensteller - das ist interessant, ist der erste Mal - ich frage diese Frage schon gut jedes Jahr mal - ich finde es spannend - es gibt ggf. Showstopper - "na, wer nach Utopie fragt, dem fällt wohl selbst nix ein und hängt rum" - ich verrat dem doch nicht kostenlos Ideen, dann natürlich einfach nicht ;)

hatte bisschen gehofft, dass ein paar Leute sagen - hey, Community - sowas würde ich machen, sich melden, und austauschen - ziemlich schwer, stellt die Netzwerker auch auf eine Probe, weil das nicht 0 ist, das ist viel - aber was raus kommt kann viel sein. Auch total ok zu sagen - nee, ich trete auf und das passt. Andere nehmen mir dann eher was weg. Die Bereitschaft ist unter Freunden groß - hier nicht - eher "zeig mal, mach mal" - schon im Notmodus? Das ist keine Schelte - Das ist ok - die Welt ist schwer geworden für jeden von uns - da geht nur was, wenn man es viel privater macht und konkreter - das ist schon klar - wäre auch mein Weg - wenn ich ehrlich bin, wäre das natürlich nicht auf Zuruf - will ich aber gesagt haben, damit die Ideen hinter der Frage auch klar sind. Das ist kein Test, ich interessiere mich dafür - glaube die Leute hier sind oft nett, sehr ehrlich - aber auch direkt - das ist gut, wach und da. Natürlich sind diese Vermutungen also legit.
ist aber auch ein Mindset - Kann sogar von mir unterstellt sein, dass es das ist. Bin sicher, dass privat und mit Fakten da andere Möglichkeiten eröffnet werden. Soweit das.

Ein System, was man so sagt und nie kommt - da hab ich auch keine Energie für. Ich kenne solche Dauerplaner auch.
mich interessiert das, was geht, was einem da in den Sinn kommt - wie die Vibes sind, und echtes machen. Ich hoffe, dass ich genug Credit habe, dass man auch sieht, dass ich hn und wieder auch wirklich mache. Aber - ich will lernen. Vielleicht einfach nur nen Shop machen um gar nicht bei großen Shops zu sein, weils effizienter ist wäre ja schon was - oder man macht gemeinsam einen Podcast, hat Strahlkraft - natürlich vielleicht "nur" bei 4500 Leuten oder 2500 - aber das ist was. Ich versuche auch viel, mache vieles einfach. Vielleicht gibt's dazu ja was - darf auch das Gegenteil sein - nur eben positiv, also was da Gutes rauskommt. Oder - deine Methode ist nicht effizient/gut/greift ins Leere, mach lieber das - geht auch.

DAS ist der Thread dafür. Ich gebe nur nicht so schnell auf, aber natürlich bleibt kein Thread ewig oben - daher Gemeinschaft.
Hinweis: Muss nicht mit mir zu tun haben - zB wegen anderem Genre, anderer Idee - auch spannend. Positiv. Weil negative kenn ich - brauche ich nicht, habe ich ausreichend im Blickfeld.
 
  • #142
ich bin leerer als zuvor.
das projekt funktioniert - bescheidene maßstäbe.
der kosmos ist intakt - aber so perfektioniert, dass kaum platz für neues bleibt.
wenn ich anfange musik zu machen, ist es schwieriger als zuvor, - es bleibt das gefühl etwas machen zu müssen.
und ich suche nach einem noch größerem überbau.
Das tut mir wirklich leid - weil du bist hier - da wo man Musik macht, und eher materiell über Technik spricht - aber du sagst viel über dich (danke!!)
Das kennen auch andere bestimmt - aber - leer sein ist auch ein Gefühl, du sagst - dein Ding brachte dich weiter - ggf. noch weiter? Wie weit willst du? Gibt es Ziele?

Kosmos: meinst du nicht Platz für dich? Doch! Ich glaube, dass man sich den holen muss, sicher auch "verdienen". Das kann sehr vielschichtig sein, wie das aussieht.

Machen müssen finde ich eher gut, ich wäre aber gern auch mal nicht Musiker, denn dann bräuchte ich den Synthkram nicht, oder etwas genügsamer, dann bräuchte ich vielleicht nur den Rechner etc. - ich bin leider ich, mit meinem Anspruch - killt vielleicht auch dich?
Der Überbau - kommt nicht - ich bemerke das heute noch mehr als je vorher - ich hab Genres als sowas gesehen, da kann man mit anderen ggf. mehr schaffen - aber - vermutlich geht es nur, wenn man einfach sein Ding macht und alles gibt - ich weiss es übrigens NICHT besser - das ist nur ein Austausch - glaube ich sollte das erwähnen.
 

Neue Beiträge

News

Zurück
Oben