Das ist positiv? Herrgoth, dann bedeutet das, dass alle erst einmal "Fresse halten" bis der Welthit fertig ist? Düstere Vision.
Ja, es ist positiv, denn das Endergebnis wäre beeindruckender und hätte damit mehr positive Strahlkraft ohne die Ablenkungen seitens Dingen, die sie eben nicht haben.
Halte Musik und Kunst, inkl Darbietung für eine Entwicklung (sollte das an mich gerichtet sein, vermute: an alle). Ich habe viel gemocht, was von unten kam, auch extrem akademische Musik und eher wenig von diesen Top-Superstars, da die Leute die das machen, was mich interessiert aus allen Schichten sind und wirklich von extremer Könner bis totaler Autodidakt - Daher - glaube ich, dass diese Idee ins Leere geht, rein künstlerisch.
Ja, aber nur solange ein gewisses, qualitatives Niveau nicht unterschritten wird. Und das ist heutzutage einfach nicht mehr gegeben durch die digitale Flut. Das meiste davon will ich nicht hören. Die meisten anderen scheinbar auch nicht, denn ansonsten wären das alles Welthits, oder?
Das hat für mich auch nichts mit unten vs. oben zu tun, sondern vielmehr mit einem qualitativen Anspruch an sich selbst, auch aus einem Blickwinkel der Nachhaltigkeit heraus. Denn ALLES was produziert wird, kostet eben auch Ressourcen (ja, auch der Router verbraucht Energie, und ja, auch der Cloudspeicher befindet sich nicht auf Wolke 7, sondern hat irgendwo mal irgendwie Ressourcen verbraucht und schluckt immer noch Speicherplatz, der auch nicht auf magische Art und Weise entstanden ist). Klima sagt danke. Klingt das elitär? Nein, ich finde keineswegs, denn es ist kein Befehl, sondern ein Aufruf zu einer Art von Selbstverpflichtung.
Ging das an dich persönlich? Warum sollte es? Ich kenne nicht mal deine Musik, sondern nur einige wenige SequencerTalks.
Natürlich war es eine allgemeine Aussage, nicht mehr. Der Thread war ja wohl auch nicht als innerer Monolog gedacht für dein persönliches, künstlerisches Wachstum, oder? Also nein, nicht an dich persönlich.
Das gehört hier jetzt thematisch vielleicht weniger hierher, aber warum eine solche Art von qualitativer Selbstverpflichtung musikalisch, aber auch insgesamt und auch in anderen Bereichen notwendig ist, sieht man leider nur allzu gut in einem aktuellen Vortrag des CCC mit dem Titel "39C3: Don't look up - There are sensitive internal links in the clear on GEO satelites", in dem es um Security geht, in dem aber dargestellt wird, wie mit den Daten aller umgegangen wird. Das mag zwar nicht zusammenhängend erscheinen, doch da sind für mich ganz klar zu erkennende Zusammenhänge zwischen nicht vorhandener Qualität bei Infrastruktur und Computersoftware, mittelmäßiger Musik, mittelmäßig erstellter Musikhardware und anderen Dingen, die wesentlich dystopischer sind. All das basiert auf den gemeinsamen, endlichen Ressourcen dieses Planeten. Allein schon deswegen sollte man möglichst zusehen, die Ressourcen in qualitativ möglichst hochwertige Dinge umzuformen. Liegt darin ein Widerspruch zum aktuellen Wirtschaftssystem? Vermutlich. Aber auch das ist ein anderes Thema.
Meine Idee von Selbstverpflichtung hat nichts mit irgendwelchen Schichten zu tun, die du da scheinbar hineininterpretieren möchtest. Und auch nicht mit Könner vs. Autodidakt.
Wieso kann in deiner Vorstellung ein Autodidakt kein Könner sein? Sondern vielmehr von einem selbst auferlegten qualitativen Anspruch. Denn wie ich woanders schon sagte: es ist bereits so viel da, das meiste wird man niemals kennenlernen. Es macht also schon rein logisch betrachtet wenig Sinn, noch mehr minderwertigen Kram zu produzieren, den am Ende vermutlich niemand sehen möchte. Dystopisch? Nein, denn man kann ja trotzdem den Spaß dabei haben, für sich oder in der Gruppe, wie auch immer, auch ein Tape aufnehmen und sich das Tausende von Malen anhören, wenn man das überhaupt meint, aufnehmen zu müssen. Nur hat früher meine private Aufnahme, die irgendwo auf einem VHS-Band herumdümpelte, auch niemanden interessiert. Und das war auch gut so! Und das ändert sich zunehmend mit der Cloud. Nur das eben immer noch niemanden interessiert, allerhöchstens eine KI, die damit dann automatisiert noch mehr Musik erstellt, die auch niemand hören möchte, spätestens dann nicht mehr, wenn er weiß, dass sie KI-generiert ist.
Gegen gut sein hat keiner was, gegen gute Idee auch nicht - und wir lernen schnell, wir haben heute sehr gute Lernmöglichkeiten aus Faszination an der Sache - da lernt sich's schnell.
Da ist doch ein Widerspruch "Gegen gut sein hat keiner was.", aber gleichzeitig kann auch alles andere in die weite Welt hinaus?

Ja, klar.
Nochmals: qualitative Selbstauferlegung. Alles andere ist nur da, also im Netz, aus den gleichen Gründen, aus denen manche Leute Lotto spielen. Sie begreifen nicht, dass es erst dann mathematisch sinnvoll wäre, wenn sie einige Millionen Lottoscheine kaufen würden. Freilich wäre es dann finanziell nicht mehr sinnvoll. Die Anzahl der Lottoscheine ist übrigens analog zur Anzahl der Stunden, die man vorher geübt und gemacht hat, zu betrachten. Das hat aber mitnichten etwas mit oben oder unten zu tun oder mit Könner vs. Autodidakt, sondern vielmehr mit Können, Üben und Hingabe. Und ja, in anderen Bereichen beschweren wir uns als Menschheit doch auch andauernd über Dinge, die nicht funktionieren, besser hätten laufen können und suboptimal waren (das halbe Internet besteht daraus). Bei "Kunst" ist es aber OK, suboptimal zu sein? Ich rieche da ein Quäntchen Voreingenommenheit dieser Künstler, übrigens die gleiche Voreingenommenheit, wie sie auch in anderen Bereichen nur allzu deutlich zu sehen ist, aber das würde jetzt zu weit führen. Das heißt, es ist im Grunde wertungsfrei mit einer kleinen Portion pessimistischem Optimismus, dass es irgendwann mal besser werden möge.