Abba Brass Sound

NickLimegrove

MIDI for the masses
exakat diesen Patch
(1) bescheidener Tip: ich würde vielleicht auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass hier nicht exakt ein fertiger Patch abgefeuert, sondern tatsächlich auch selbst am Sound Hand angelegt wurde.

(2) gewöhne dich an den Gedanken, dass die Wahrscheinlichkeit, dass du einen Synth aus ABBAs Fuhrpark selber zur Verfügung hast, recht gering ist. Stelle dich also drauf ein, auf einem anderen Synth einen passenden Sound zu finden, oder (horribile dictu) ihn nach deinen eigenen Vorstellungen selbst nachzubauen.

(3) es gibt genug Live-Videos von ABBA aus derselben Zeit, in der auch dein obiges Beispiel entstanden ist. Hast du dir die mal angeschaut?

(4) hast du, neben dem GX1, auch den OB-X schon in Betracht gezogen?
 

Klaus P Rausch

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Bei ABBA im Zweifel immer Yamaha GX-1 😃

Das ist sehr wahrscheinlich. Dieser Titel ist eine Aufnahme von einem Live Gig 1980, und genau die GX1 hatten die seit 1979 im Setup. Man müsste das mit Google Fotosuche eventuell verifizieren, sollte es Tour Fotos von damals geben.

Der Sound selber ist sicherlich mit anderen ähnlichen Analogen auch zu machen, CS80 etwa.

Einen GX1 hat noch keiner geschafft zu sampeln, ich auch nicht. Die von Keith Emerson ist bei Hans Zimmer gelandet, und soweit ich weiß, hat er sie jemandem ausgeliehen oder sogar verkauft. Es soll eine in Italien geben, aber schon seit Jahren versuche ich erfolglos, dessen Adresse rauszukriegen. Wird also schwierig mit Originalsound.

Ich würde versuchen, den nachzubauen. Als Layer, etwa mit Fanfaren, dazu eine Bach Trompete und ein fetter analoger Brass sound, OB8, CS80 oder so passt da.

Viel Glück :)
 

Shunt

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@Klaus P Rausch
Frag doch einfach den Benny aus Schweden, der hat seine GX 1 ja komplett überholen lassen und die sollte somit aktuell tipptopp sein. Da du ja auch nicht gerade ein Noname bist, wäre es vielleicht ein Versuch wert und eine Reise dazu.
 
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Klaus P Rausch

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Du hast recht. Am Ende antwortet mir der sogar auf eine Email. Und in Schweden war ich sowieso noch nie. Könnte klappen, so wie das Karma momentan funktioniert :)
 
Einen GX1 hat noch keiner geschafft zu sampeln, ich auch nicht. Die von Keith Emerson ist bei Hans Zimmer gelandet, und soweit ich weiß, hat er sie jemandem ausgeliehen oder sogar verkauft. Es soll eine in Italien geben, aber schon seit Jahren versuche ich erfolglos, dessen Adresse rauszukriegen. Wird also schwierig mit Originalsound.


Viel Glück :)

Hallo Klaus,

wenn ich mich richtig erinnere, steht in der Musikinstrumentensammlung vom Deutschen Museum in München eine GX-1. Das ist zwar ca. 20 Jahre her, daß ich dort war, aber vielleicht steht die ja noch immer dort. Ob sie allerdings spielbereit ist, ist eine andere Sache. Aber mal so als Tip....
 

microbug

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Einen GX1 hat noch keiner geschafft zu sampeln, ich auch nicht. Die von Keith Emerson ist bei Hans Zimmer gelandet, und soweit ich weiß, hat er sie jemandem ausgeliehen oder sogar verkauft. Es soll eine in Italien geben, aber schon seit Jahren versuche ich erfolglos, dessen Adresse rauszukriegen. Wird also schwierig mit Originalsound.
Hat nicht Gordon Reid einen? Ich erinnere mich an einen Artikel im SOS Magazin, wo er erzählt, wie er einen in Australien aufgetan und sich nach U.K. Verschiffen hat lassen.
Es gab doch auch mal eine Webseite, die alle GX-1, deren Besitzer und auch die Wechsel auflistete.

GX-1 Sounds kann man schon nachbauen, wenn man die Eigenheiten kennt. Der klingt halt immer so ein wenig quäkig, das liegt aber auch an einer Instabilität der Oszillatoren, was man durch leichte Tonhöhenmodulation simulieren kann. Da gibts selbst in neueren Motifs/MOX(F)/MX antsprechende Sounds, die man als Grundlage nehmen kann.
 

Klaus P Rausch

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Danke Jungs!

Ihr sollt wissen, dass ich eine evergrowing list of rare instruments owners habe, da setze ich das jetzt mal dazu. Vieles davon klappt dann tatsächlich irgendwann, manchmal erst nach Jahren, und es kommt zu Aufnahmen samt Veröffentlichung insbesondere bei einem meiner Klienten. Und dann seid ihr es, die die Sample Instruments spielen könnt und der Kreis hat sich geschlossen.

@microbug Ja, das stimmt theoretisch schon und es gibt auch andere Yamaha Instrumente aus dieser Zeit, die der GX1 prinzipell ähneln und eine Art Simulation zumindest irgendwie zu machen ist, und die einfacher zu beschaffen sind. Ist manchmal eine Lösung, vor allem für Custom Voicing, wenn ein Künstler sowas braucht und das Originalinstrument partout nicht zu kriegen ist. Im anderen Falle geht es aber stets um das Original, also der reine Stoff, da führt dann kein Weg vorbei. Ich mache auch oft Fotosessions gleichzeitig, das braucht man ja auch.
 

virtualant

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Klaus P Rausch

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EDIT: der scheint das Gerät nur restauriert zu haben,
Und das ist bei solch alten Hobeln meistens das Wichtigste überhaupt. Sampeln nur, wenn die Dinger in Bestzustand sind. Die GX1 hatte ich noch nie selber unter den Fingern, aber im Klavier- und Orgelhaus, bei dem ich mit dem Kram überhaupt erst angefangen hatte, gab es vor meiner Zeit dort eine typische Yamaha Show, die haben das jedes Jahr gemacht, und da war George Fleury der Präsentator der GX1. Begnadeter Keyboarder übrigens. Der Techniker aber dachte immer mit Schrecken an diese Show, denn die GX1 kam mit dem Flieger und jeden Schubs hat die krumm genommen. War also kurz vor der Show Essig mit spielbar, die Platinen hatten sich gelockert. Er, ohne besondere Ahnung von diesem seltenen Teil, hatte das Vergnügen, die Platinen wieder korrekt zu positionieren, und beim Rausrutschen zuvor waren Leiterbahnen beschädigt, der ging dann mit dem Lötkolben dran. Die GX1 ist voller Kabel innen und ne Menge Platinen dazu, ein Wald aus Elektrik und Elektronik, kaum durchschauber, ohne Service Manual schon gar nicht. Aber es hat geklappt, die Show konnte beginnen.

Die GX1 scheint also ein bisschen Diva zu sein.

Ich habe Zugriff auf eine EX1, samt den beiden riesigen Speaker Cabinets. Nur: Der Besitzer, ein guter Techniker obendrein, meinte, dass es seine Aufgabe für seinem Lebensabend wäre, die wieder in vollen betriebsbereiten Zustand zu versetzen.

Also alles nicht so einfach mit diesen Dingern :)
 
Vielen lieben Dank Euch allen für die Antworten. Der GX klingt wirklich wahnsinnig schön !

Danke für das YT video. Anscheinend steht der GX 1 jetzt hier:
RIKSMIXNINGSVERKET | SÖDRA BROBÄNKEN 42 | STOCKHOLM

Das wäre mal ein guter Grund wieder mal nach Schweden zu fahren :)

Und ich dachte der Kronos klingt gut .... Bei ULF seinen Beispielen : DEMO
habe ich mich jetzt echt hinsetzen müssen. So ein fetter Sound. Wahnsinn !

Hoffe Uli Behringer sieht das auch so und baut uns so etwas nach ;-)
 
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virtualant

eigener Benutzertitel
hm, willst Du dafür nach Schweden fliegen? Und meinst Du der hat Interesse daran?
Das bezweifle ich doch sehr stark.

Klaus P Rausch hat da schon eher ne Chance als Profi in diesem Bereich, er erstellt für viele Firmen Sound Librarys.
 
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microbug

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Die GX1 scheint also ein bisschen Diva zu sein.
Wie alle Kisten mit wackeligen Steckkarten, ich sag nur Polymoog. Der OB-X und OB-Xa waren da aber auch so Kandidaten, ebenso alte Ensoniqs. Wobei solche Unzuverlässigkeiten bei Yamaha eigentlich eher selten als die Regel sind, gerade was Steckverbinder betrifft. Ein SY77/99 ist voll davon, hat mehr Platinen als ein Ensoniq EPS/VFX etc, aber bei etwa gleichem Alter mal ab vom üblichen Verschleiß wie Display, Taster oder Laufwerksriemen deutlich zuverlässiger.
 

Feinstrom

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Sorry, grad erst gesehen:
Ein Synthi, den man für derlei Sounds vielleicht nicht gleich auf dem Schirm hat, der aber geringfügig einfacher zu besorgen (und zu transportieren) ist als ein GX-1, ist der Yamaha Reface CS, vorzugsweise mit einem guten Hall dahinter.
Es ist erstaunlich, wie nahe man da an ABBA- oder ELP-Sounds drankommt (ich bin fast versucht, mir einen zweiten zum Layern zu kaufen)...

Schöne Grüße,
Bert
 

microbug

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Es ist erstaunlich, wie nahe man da an ABBA- oder ELP-Sounds drankommt
Ernsthaft? wäre ja direkt mal einen genaueren Blick wert. Aus dieser Serie hab ich mir bisher nur das CP angeschaut, 2x angetan und dann doch wieder rausgeworfen, weil nur das Wurl taugte. Der DX klingt für mich bescheiden und YC ist für mich uninteressant.
 
Die GX1 scheint also ein bisschen Diva zu sein.
Diva ist kein Ausdruck. Als Gordon Reid seine gekriegt hat, wurde ihm gesagt, sollte er sie erstmal ein paar Wochen (!) stehen und sich akklimatisieren lassen.

Einen GX-1, der letztlich der Testballon für den späteren CS-80 war, baut er nicht nach, aber ein CS-80 Klon ist in Arbeit, und der hat ja die gleiche Klangerzeugung drin.
Nicht ganz, die GX-1 ist ungleich komplexer, vor allem erstmal auf Oszillatorebene.

Beim CS-80 kannst du Sägezahn und Puls schalten sowie Noise vor und Sinus nach den Filtern zumischen.

Bei der GX-1 kannst du Sägezahn, Sägezahn mit nachgeschaltetem Hochpaß und Puls schalten sowie Puls mit nachgeschaltetem Bandpaß, Dreieck, Sinus und Noise jeweils vor den Filtern zumischen.

Beide Hauptfilter der GX-1 haben Cutoff-Frequenzen, die über zehn Oktaven gehen können: von 25 Hz bis 25 kHz. Das ist Ultraschall, ja.

Außerdem hat die GX-1 wahlweise noch ein nachschaltbares Bandpaßfilter für beide Tones eines Manuals zusammen. Somit hast du beim CS-80 pro Stimme bei zwei gestackten Tones vier und bei der GX-1 bis zu neun Filter – im Baß bis zu 13.

Die GX-1 hat die schnellsten Hüllkurven, die je in einem Polysynth verbaut wurden: Ein kompletter Durchlauf läßt sich meines Wissens herunterregeln auf 20 Millisekunden (10 Attack, 10 Decay/Release).

Die Filterhüllkurve beim CS-80 ist meines Wissens polyphon; bei der GX-1 ist sie paraphon, also nur einmal pro Tone (= im oberen und unteren Manual acht Stimmen) vorhanden.

An der GX-1 kann man höher stacken. Man hat zwar pro Manual nur zwei wählbare Tones (wobei im Baß Tone 2 immer gedoppelt ist), aber mit Manualkoppeln kann man die Klangerzeugung eines Manuals auf ein anderes legen:
  • Lower to Upper: 4 polyphone Tones auf dem Obermanual
  • Upper to Lower: 4 polyphone Tones auf dem Untermanual
  • Lower to Pedal: 4 Tones, einer davon gedoppelt, auf dem Baß
  • Solo to Upper: 2 polyphone Tones + 2 monophone Tones (nur auf den oberen drei Oktaven) auf dem Obermanual
  • Kombination aus Lower to Upper und Solo to Upper: 4 polyphone Tones + 2 monophone Tones auf dem Obermanual

Die GX-1 hat im Gegensatz zum CS-80 keinen polyphonen Aftertouch, weil das einzige Manual mit Aftertouch das Solomanual ist, das auch als einziges Manual anschlagdynamisch ist. Dafür haben Solomanual und oberes Manual Horizontal Touch. Und der Ribbon ist kein Controller wie beim CS-80, sondern ein Bandmanual, das das Solomanual doppelt.

Zu guter Letzt darf man nicht außer acht lassen, daß die GX-1 keine Line-Ausgänge hat und traditionell über ihre TX-II-Röhrenkabinette abmikrofoniert wird, die über achtpolige Buchsen à la Leslie angeschlossen werden und sehr zum Sound beitragen. Mag sein, daß andere Künstler sich Adapterkabel haben anfertigen lassen, aber Benny Andersson hat immer die Kabinette abmikrofoniert. Die beiden Klinkenbuchsen sind Insertbuchsen für externe Effekte.
 

Feinstrom

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Ernsthaft? wäre ja direkt mal einen genaueren Blick wert. Aus dieser Serie hab ich mir bisher nur das CP angeschaut, 2x angetan und dann doch wieder rausgeworfen, weil nur das Wurl taugte. Der DX klingt für mich bescheiden und YC ist für mich uninteressant.
Muss ja nicht immer das ganz große Besteck sein - es ist ja nicht umsonst die "Fanfare des einfachen Mannes"...

Schöne Grüße,
Bert
 
Muss ja nicht immer das ganz große Besteck sein - es ist ja nicht umsonst die "Fanfare des einfachen Mannes"...
A propos, daß Keefs GX-1 damals im verschneiten, saukalten Olympiastadion in Montréal nicht rumgezickt, geschweige denn die Grätsche gemacht hat, ist ein Wunder. Gordon Reid hat seine meines Wissens ja auch im Winter gekriegt (durch Nachbars Garten, ging nicht anders), aber die sollte er ja wochenlang nicht anschmeißen, während sie sich an die Umgebung gewöhnt.

Vielleicht waren solche Eskapaden auch ein Grund, warum Keef irgendwann zwei von den Dingern hatte: Eine stand immer im Warmen.
 

dilettant

Zeit spielt keine Rolle, es ist eh zu spät
Falls noch jemand etwas Geld in der Spasskasse hat, hier wäre ein gerade ein(e) EX-1 zu verkaufen.

"
he Yamaha EX-1 is the theatre version of the GX-1 as played by Keith Emerson
(with Emerson Lake & Palmer on "Fanfare for the Common Man"),
by Led Zeppelin, Stevie Wonder, Abba, Ekseption
and more recently by Hans Zimmer."

"This YAMAHA EX-1 unit is in great condition.

Manufacturing date maybe 1977-1978.

All the knobs, sliders, keys and pedals work perfectly."
 


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