Akai S612

willoc

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Ein Deutscher verkauft auf Ebay so einen Chip und er brennt die immer wieder nach, je nach Nachfrage. Aber ich getraue mir nicht da selber Hand anzulegen, bzw. zu löten, bei so einem wertvollen Gerät. Mich interessiert nur ob ein Laie wie ich das auch schaffen würde. Man kann ja nicht einfach das alte Eprom raushebeln und es mit neuen, speziell in diesem Fall das 1.3 Eprom, ersetzen. Laut Deiner Homepage Anleitung braucht es mehr als nur zwei Griffe. Oder irre ich mich?
 
fanwander

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Mit dem Typen bin ich in losem Kontakt.

Der 1.3er Chip alleine hilft nix. Er funktioniert auch nicht in einem normalen S612. Der Entwickler der 1.3, Werner Szugat, hat zwischen den Original-Sockel und den neuen Chip einen Zwischensockel montiert, in dem Leitungen umgelegt werden und wo zusätzlich Leitungen über eine Dioden-Kombination irgendwie verschaltet sind. Dieser Sockel ist mit Kunstharz komplett ausgegossen. Ich habe mal versucht die Sachen im Sockel mit einer Minifräse freizulegen, war aber erfolglos, da man die Glaskörper der Dioden optisch nicht vom Kunstharz unterscheiden kann.
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Mit Ausmessen bin ich leider auch nicht schlau geworden. Zumindest haben meine zwei Nachbauversuche nicht geklappt.

So lange niemand diesen Sockel "entschlüsselt" ist der 1.3er Chip nutzlos.
 
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willoc

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oje, und wieso wird dieser chip überhaupt verkauft wenn er nutzlos ist? Seltsam.

Jemand auf Ebay DE, hat mir ein S612er mit eingebautem 1.3 angeboten, ehm falsch, verbaut ist noch 1.1, aber würde für mich den 1.3 Chip verbauen. Allerdings für über 1400 Euronen inkl. 612er aber ohne QD. Das Angebot ist immer noch auf ebay. Noch mit dem 1.1er.

Weiss jetzt nicht mehr ob er mir geschrieben hat, dass er noch einen 612er an Lager hat mit verbautem 1.3 Eprom. Dann wären vielleicht die 1400 ein Schnäppchen, ne spass, die Kiste bekommt man zwischen 250 und 600 Euros mit allem Drum und dran. Die coolen MIDI Zusatzgeräte sind bei Einigen auch inbegriffen. Manche geben jede Menge Sounds auf QD dazu.


Der Entwickler der 1.3, Werner Szugat
Baut er keine solchen Sockel mehr, wäre cool die Baupläne ausfindig zu machen, oder ist alles längst irgendwo in Vergessenheit geraten. Wenn ich lese was mit diesem Chip aus dem S612 noch alles rauszuholen wäre, und was er wirklich noch zusätzlich kann, bekomme ich schon eine grosse Lust darauf.
 
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willoc

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So lange niemand diesen Sockel "entschlüsselt" ist der 1.3er Chip nutzlos.
Achso, das ist also der berüchtigte Kopierschutz!?! Und verkaufen würde er den Sockel nicht mehr, oder kundenspezifisch wieder herstellen/nachbauen lassen.

Der Quellcode würde er auch nicht zur freien Verfügung stellen?

Dann bleibt es halt Werners Geheminis, was der 612er in Wirklichkeit kann.
 
fanwander

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Offen gestanden, ein S612 ist 200 oder 300 Euro wert. Mehr nicht. Auch nicht mit 1.3er. Ich habe zwei Stück (und einen X7000). Einen von damals bei dem ich jetzt die 1.3er für die analyse zerschossen habe, und einen den ich vor zwei Jahren für 280 Euro mit 1.3er Version auf ebay gekriegt habe. Er ist nett, er ist Reminiszenz, aber nötig oder soundmäßig besonders ist er nicht. Besorg Dir 'ne Elektron Samples und hänge ein Alesis Filtre dahinter - klingt genauso und kann sehr sehr viel mehr.
 
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willoc

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Der 612er den Du zerschossen hast kannst Du den wieder zum Laufen bringen oder hast Du nur den Chip zerschossen, sowie auf den Fotos.



Er ist nett, er ist Reminiszenz, aber nötig oder soundmäßig besonders ist er nicht.
genau deswegen, ich mag einfach die Methode und die Einfachheit und das old skool Digitale an ihm. Ich durfte vor etwa 20 Jahren damit rumspielen und war damals enttäuscht, aber heute sehe ich das anders. Hätte ich lieber früher zugeschlagen. Ich will ja gerade deswegen einen 612er weil er seinen speziellen Sound hat und das manuelle Verstellen der Loop Points, und natürlich diese furchtbar klingenden Filter.
🦕

Stell Dir vor jemand aus Italien wollte ihn mir verkaufen. Er hatte den Sampler seit zig Jahren im Estrich rumliegen. Als er ihn auf Funktionalität prüfte für den Verkauf an mir, hat er sich vom Angebot wieder zurückgezogen, nicht weil der Sampler kaputt war oder so, sondern weil er selber wieder Freude daran bekommen hat. Vielleicht passiert Dir das auch und Du hast wieder einen festen Stellenwert für ihn.

Funktioniert bei Dir der 1.3er Chip so wie er soll mit all den zusätzlichen Features? Wenn ja, dann hast Du ein wahres Juwel im Setup.

Der X7000 finde ich natürlich auch sehr nett, sehr speziell das Ding, den würde ich auch nie mehr hergeben wenn ich einen hätte. Ich sammle quasi AKAI Samplers. Die haben einfach diesen Sound. Und jeder hat irgendwie seine Spezialitäten, die sich im Laufe der Jahre sehr ausgeprägt haben.

netter Tipp mit dem Elektron und der klingt auch wirklich krass, aber ich bleibe lieber bei meiner MPC2000XL, die macht nämlich auch wirklich Druck und hat ein sehr tightes MIDI, und ich kann mir gut vorstellen wie es wäre in Verbindung mit einem 612er. Eine einzigartige Old Skool Bescherung.
 
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fanwander

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Der 612er den Du zerschossen hast kannst Du den wieder zum Laufen bringen oder hast Du nur den Chip zerschossen, sowie auf den Fotos.
Der läuft jetzt wieder mit der originalen Akai-Firmware (1.1).

Funktioniert bei Dir der 1.3er Chip so wie er soll mit all den zusätzlichen Features
Ja, funktioniert. Der Harmonizer ist natürlich nicht vergleichbar mit modernem Zeug. Das geht schon fast Richtung bit-crushing. Aber der sechsfache Multi-Mode funzt wunderbar.

Wenn Du eine MPC hast, braucht es natürlich nix anderes.
 
S

Sebastian R.

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Hätte nie gedacht, dass ein S612 oder X7000 wieder an Fahrt gewinnt.
Einen 612 hatte ich Anfang der 1990er über den Revier-Markt angeboten bekommen, ziemlich günstig.
Ich fragte den VK, wie lange man damit aufnehmen kann, der VK antwortete: etwa eine Sekunde.
Er hat sich scheinbar geschämt für diese kurze Speicher-Möglichkeit.
Damit kann ich einfach nichts anfangen dachte ich, selbst das Multi-Sampling-Feature von Zitrone-Musik
machte mir die Kiste auch nicht schmackhaft.
Ich kann aber jeden Sammler verstehen, auf mich üben diese Kistchen auch etwas Magisches aus.
Der Will-Haben-Impuls ist da, obwohl ich es im Leben nicht mehr brauche.
 
S

storyplay

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Also ich habe mit dem S612 in dieser Woche einige wunderbare Samplingsessions fürs Nord Wave gemacht.
Glockenspiele, Pianos mit unterschiedlichen Auflösungen (je nach zuletzt gespielter Taste) mit Alternating-Manual Splice und
das im Stereobild verteilt. Wenn man die Höhen vorm überspielen anhebt, wird das umso lebendiger.
Selten so viel Spaß beim einfachen Drücken eines Akkordes gehabt.
 
willoc

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auf mich üben diese Kistchen auch etwas Magisches aus.
dito

Vor mehr als zwanzig Jahren hatten wir bei einer Sampling Session einen ziemlich bösen Bass Sound programmiert. Ausgegangen von einem kurzen Gitarren Sample von einer Schallplatte. Ohne diese Möglichkeit die Loop Points manuell zu bestimmen, hätten wir das nie hinbekommen, ok es war aber auch Zufall. Seit Computer und Co. endlich bezahlbar waren fürs kleine Budget, wurde der 612er einfach in eine Ecke gestellt und zum Verstauben verdonnert. Manche verkauften ihn wieder für 50 Euro, neuwertig, weil der Gute nur noch herumlag.

Jetzt muss/will ich auch wieder einen haben.
 
fanwander

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Weiss jemand, wie dieser Clip entstanden ist:
Es sieht so aus, als wuerde das 808 Signal irgendwie live manipuliert, also in einer Art Endlos-Recording schleife, geht so etwas via dem Monitoring output oder so?
Nein, da läuft obe die echte 808 und im S612 läuft ein Sample eines 808-Beats gleichen Tempos, das auf die eins getriggert wird, und bei dem er dann an der Loop-Einstellung dreht.
 
harry-tuttle

harry-tuttle

...
Nein, da läuft obe die echte 808 und im S612 läuft ein Sample eines 808-Beats gleichen Tempos, das auf die eins getriggert wird, und bei dem er dann an der Loop-Einstellung dreht.
Macht ja auch Sinn, es ist nur so schwer "zu sehen", wann welcher Sound jetzt aus welchem der beiden Geraete kommt. ;-)
 
living sounds

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Wie verhält sich der Sound des S612 zum S900? Und möchte vielleicht jemand seinen S612 verkaufen?
 
fanwander

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Nach meiner Einschätzung(*) gibt es beim Sound keine signifikanten Unterschiede. Das Filter, das ich für den klangentscheidenden Aspekt halte, ist das gleiche. Der eigentliche Reiz des S612, die wirklich unmittelbare Bedienung ist allerdings unschlagbar. Schon der S700 ist langsamer zu bedienen und der S-900 und alle Nachfolger erst recht. Der S612 ist da eigentlich eher eine Experimental-Spielkiste, wie zB irgendein Eurorack Sampleverwurstungsmodul.

(*)ich habe ca 10 Jahre mit beiden täglich gearbeitet, und habe vor ein paar Jahren einen S900 gekauft und wieder verkauft und den S612 behalten; darüberhinaus hab ich noch einen X7000.
 
living sounds

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Thx! Rein technisch unterscheiden sie sich schon, ich hab mir mal die DA Seite angeschaut:

S-612
DAC: BA9201
Compander: NE572N
Op Amps: TL082

S-900
DAC: BA9221
VCA: BA6110
Op Amps: M5223P

Das Filter ist gleich. S900 und S950 klingen auch unterschiedlich (auch bei identischer Samplerate), letzterer scheint mir mehr Jitter zu haben...
 
living sounds

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Da würde ich gerne mit Dir einen Double Blind Test machen, ob Du das wirklich hörst....
Sorry, aber das glaube ich einfach nicht, dass irgendjemand diese Unterschied identifizieren kann.
Doch, das ist leider sehr offensichtlich. Ich hatte mehrere von beiden und hab immer noch je einen. Den 950 nehme ich für Flächen und den 900er für Drums/Percussion.

Ist auch einiges anders auf der digitalen Seite zwischen den beiden.
 
fanwander

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Sorry, ich habe das falsch zitiert. Ich meinte, niemand hört den Unterschied zwischen den DACs von 612 bzw 900. Zu 900 vs 950 kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen.
 
living sounds

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Sorry, ich habe das falsch zitiert. Ich meinte, niemand hört den Unterschied zwischen den DACs von 612 bzw 900. Zu 900 vs 950 kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen.
Zwischen den DACs vielleicht nicht, aber der Unterschied aufgrund VCA vs. Compander sowie bipolarer Op Amp mit Slew Rate 0,6 V/us und FET Op Amp mit Slew Rate 13 V/us kann sich je nach Schaltung schon deutlich bemerkbar machen.
 
 


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