(Analoger) Vibrato Effekt

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von 7f_ff, 30. Juli 2011.

  1. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Hallo Freunde,

    ich wollte mal gern wissen, wie ein Vibrato "technisch" funktioniert,
    speziell meine ich in analogen Effektgeräten (z.B. Bodentreter für Gitarristen).
    Im WWW finde ich bei meiner Suchanfrage keine konkreten Hinweise darauf,
    "welche Technik" direkt dahinter steckt.
    (Was ein Vibratoeffekt ist, und was er bewirkt ist mir allerdings klar.)

    Wer weiss wie's funktioniert?


    Gruss
     
  2. Phil999

    Phil999 bin angekommen

    "klassisch" ist der Einsatz eines modulierten Delay-Effekts. Klassisch sage ich deshalb, weil in den Anfangszeiten der elektronischen (Pop-)Musik gerne der Gesang so verändert wurde. Also relativ kurze Delayzeit, und der LFO moduliert ziemlich langsam, also im hörbaren Bereich, die Delayzeit. Das Resultat ist eine Stimme mit Vibrato, aber unnatürlich technoartig. Wird kaum mehr eingesetzt, obwohl es eigentlich immer noch interessant klingt heute.

    Früher hatte man oft nicht viel mehr als ein Analog- oder Digitaldelay als Effektgerät, und machte damit alles, also Echo, Chorus, Flanger, Hall, Metallsound, Sampler, Harmonizer/Pitch Shifter, und eben auch künstliches Vibrato. Heute, wo viele Kompaktmixer schon die ganze Palette von Digitaleffekten eingebaut haben, wird das Delay nur noch selten so kreativ wie früher eingesetzt.
     
  3. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Wie? Ich würde meinen, der Pegel des Signals wird über eine Verstärkerstufe geregelt die ihrerseits z.B. von einem einfachen Generator gesteuert wird.
    In den alten Bodentretern oder in Verstärkern - man hatte früher bei vielen Gitarrenamps sowas eingebaut waren auch nur Modulationstiefe und Frequenz wählbar


    Schaltung (Fender) http://runoffgroove.com/professor.html

    Bauanleitung (PDF) http://www.rainers-elektronikpage.de/Baumappe_Vibratorbaustein.pdf
     
  4. Jenzz

    Jenzz bin angekommen

    Aloha .-)

    Man muß die Begriffe auseinander halten:

    Vibrato = Tonhöhenmodulation
    Tremolo = Amplitudenmodualtion

    Vibrato funktioniert meist über eine modulierte Delaystrecke... Man könnte auch sagen: Chorus, bei dem das Direkt-Signal fehlt = Vibrato. Manche Bodentreter bieten ja beides (TC SCF Chorus / Flanger / Pitch Modulator oder Roland / Boss CE-1)

    Tremolo ist eine reine Lautstärkenmodulation, wie bei manchen Fender Amps eingebaut, im Wurlitzer Piano (...obwohl VIBRATO dransteht !... Ebenso beim Suitcase-Rhodes... Ist im Prinzip ein Panning, steht aber auch VIBRATO dran .-), oder diversen Bodentretern (Dunlop TS-1)...

    Jenzz
     
  5. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Also n Delay bei dem permanent an der Delayzeit rumgedreht wird?
     
  6. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Ach Mist, ich werfe die beiden Begriffe seit bestimmt 40 Jahren durcheinander, warum sollte ich das ab heute ändern? ;-)
    :oops: :oops:
     
  7. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Danke!
    Ich hab zwar auch ein Delay mit LFO, hab daran natürlich überhaupt nicht gedacht :oops:
    Hardwaredjungel :cool:


    Das würde mich auch interessieren.
    Wird durch die Änderung der Delayzeit auch gleich die Tonhöhe beeinflusst?


    Gruss
     
  8. Jenzz

    Jenzz bin angekommen

    Aloha .-)

    Genau, die Delayzeit wird laufend verlängert oder verkürzt. Der Witz dabei ist, daß sich ja immer ein kurzer Signalteil innerhalb des Speichers befindet (in einem analog / BBD-basierten Delay also quasi in den 'Eimern' / Kondensatoren). Während dessen wird aber durch die Modulation die Auslesegeschwindigkeit geändert. Verkürzt sich sich, erscheinen die Signale quasi schneller am Ausgang der Delaystrecke und die Tonhöhe hat sich erhöht, verlängert sie sich, brauchen die Signale länger und er Ton ist tiefer als die 'Originaltonhöhe'. Entscheidend ist also die Modulation (auch deren Wellenform), nicht das Delay selber (das muß natürlich schon einige ms lang sein, sonst hört man nichts vom Effekt...).

    Jenzz
     
  9. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Vielen Dank, sehr gute Erklärung, Jenzz :supi:

    Eine anknüpfende Frage: Wenn ich ein sehr extremes "Vibrato" möchte, dass über mehrere Oktaven
    nach unten und oben zur originalen Tonhöhe moduliert wird, wird dann eine höhere Modulationtiefe
    des LFO's oder/und eine längere Delayzeit benötigt - oder wird was anderes dafür benötigt?


    Gruss
     
  10. Jenzz

    Jenzz bin angekommen

    Wie stark Tonhöhenänderung ist hängt von der Delayzeit und der Modulationstiefe und auch der Modulationsgeschwindikeit ab.

    Wenn man z.B. Delayzeit und Modulationstiefe fest lässt wird die Tonhöhenänderung bei zunehmender Mod-Geschwindikeit größer.

    Über mehrere Oktaven ist natürlich schon krass. Man muss auch bedenken, daß bei langer Delayzeit das 'Vibrato' auch entsprechend der Delayzeit später einsetzt.

    Jenzz
     
  11. 7f_ff

    7f_ff Tach

    Danke! :supi:


    Gruss
     
  12. snowcrash

    snowcrash Tach

    naja, dafuer wuerde ich eine art harmonizer oder besseren pitch-shifter verwenden. btw. das EHX Ring-Thing macht ganz gutes Vibrato und Shifting.
     
  13. kl~ak

    kl~ak Tach

    irgendwo wird auch musikalisch schluss sein _ ich würde dann beim synthesestrang einfach weiter vorne anfangen und die vco´s direkt hoch und runter gliden lassen bzw einen pitchshifter hinzuziehen (wenn es denn samples sind) der diese arbeit "sauberer"macht - wenn dass das ziel sein sollte - bei höheren modulationsfrequenzen wird das dann wie bei logFM auch irgendwann atonal werden ...
     

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