Andreas Krebs: Improvisation XIII - Retro Noodle

Dieses Thema im Forum "Your Tracks" wurde erstellt von AndreasKrebs, 19. Juli 2010.

  1. AndreasKrebs

    AndreasKrebs bin angekommen

    Hallo, wieder was Neues von mir, ist diesmal sehr "retro" geworden, sowohl klanglich, als auch vom verhältnismäßig konservativen musikalischen Geschehen her:
    [mp3]www.andreaskrebs.de/assets/media/improvisation-20100718a.mp3[/mp3]
    Ansonsten ist wieder alles "on the fly" mit dem A-100, GForce M-Tron und Arturia Jupiter-8V ohne overdubs eingespielt, Länge ist diesmal 13:20.
    Nähere technische Dinge dazu:
    http://blog.andreaskrebs.de/2010/07/19/ ... ro-noodle/

    Viel Spaß damit,
    Andreas
     
  2. AndreasKrebs

    AndreasKrebs bin angekommen

    Zu konservativ diesmal? :mrgreen:
    Andreas
     
  3. Phil999

    Phil999 Tach

    für mich nicht :) Schönes Stück, und gut live gespielt. Es kommen einem Bilder von Weltraum und Raumschiffen in den Sinn, ferne Planetenoberflächen mit pittoresker Topographie . . .

    Ich finde die Arpeggiatoren in den heutigen DAW's auch recht nützlich. Die können so viel mehr als up, down und random. Werde mir noch ein zweites MIDI-CV-Interface anschaffen, da ich mehr und mehr mit MIDI arbeite.

    Um das Retro-Feeling noch zu perfektionieren, würde ich am Anfang keinen oder einen anderen Hall nehmen. Den, den Du genommen hast tönt einfach zu modern, zu perfekt. Ein Federhall oder ein Tape Delay wäre adäquat. Die Sequenzersounds klingen auch recht modern, da einigermassen komplex in der Schaltung, aber da dies alles auf analoger Ebene geschieht, und sie saugut sind, würde ich die natürlich lassen. Den Schluss würde ich anders gestalten, wüsste aber spontan nicht wie.

    Sind Deine Improvisationen (die in diesem Beispiel deutlich Performance- oder Kompositionscharakter haben) als Übung gedacht, um Erfahrungen für Liveauftritte zu sammeln?
     
  4. AndreasKrebs

    AndreasKrebs bin angekommen

    Vielen Dank!
    Ja, der Hall ist einfach der Standardhall aus Ableton Live. Demnächst kommt ja Komplete 7 mit einem IR-Hall, vielleicht gibt's da ja auch ein paar retro-Responses. Oder mal was Richtiges, Accutronics-Spirale oder so. Hmmm. Bandecho werde ich mir in diesem Leben wahrscheinlich nicht mehr antun (hatte ich vor vielen Jahren und hab's sehr gehasst :mad: )

    Ja und nein: für Liveauftritte hätte ich noch das Problem sehr langer "Umrüstzeiten", d.h. nach einem 15 Minuten - Stück käme dann erstmal eine Stunde komplett neu patchen... (schwer dem geneigten Zuhörer zu vermitteln :oops: ). Ich möchte aber mit den Stücken auch nicht ganz belanglos werden und dann Dinge auf zwei Stunden ausdehnen, wenn die Grundidee das gar nicht hergibt. Andererseits wäre Live sehr schön und ich möchte auch noch deutlich "vertrauter" und schneller (im laufenden Stück umpatchen, usw.) mit dem Instrument werden. Momentan ist mir da noch zu viel "Nachdenken" dabei. Ansonsten interessiert mich die Kombination vom Modularsystem mit der DAW sehr, da wäre sicher auch noch was in Richtung "Livetauglichkeit" möglich (z.B. Teile vorbereitet im Laptop und nicht alles improvisiert, usw.)

    Andreas
     
  5. Phil999

    Phil999 Tach

    es ist schon reizvoll, wenn man schnell ist mit dem Patchen. Da hast Du sicher schon hohe Fertigkeit. Ich mach das zuwenig, so alle zwei Wochen oder so (Durchscnitt), und muss dann eben relativ viel studieren. Andererseits, es geht je länger je schneller. Kommt halt immer auf die Komplexität an. 30 Module sind noch einigermassen überblickbar, bei 60 oder 90 wird's dann schon recht wild.

    Sequenzen aus der DAW ist da eine gute Hilfe. Es können ja auch simple 8-er Pattern sein. Oder eben Arpeggiatoren. Ein zweites Minikeyboard zum Sequenzen transponieren ist auch noch nützlich, falls man sich nicht schon festlegen will.

    Ich finde auch dass manche Stücke nicht zu lange sein können; irgendwann ist das Thema bekannt und droht zu langweilen. Dann, nach einem gelungenem Schluss, innert 10 Sekunden umpatchen, ist eine gewaltige Herausforderung. Man muss dann halt bei einer grösseren Pause ein unterhaltendes Element einbauen. Vorbereitete Videoclips, oder eine kleine Geschichte erzählen, etc. Also ich plane auch keinen Auftritt nächste Woche, aber es macht mir Spass, schnell zu sein, das Modularsystem gut zu kennen, ohne allzuviel nachdenken den gewünschten Sound erstellen zu können. Da muss man gegebenfalls den einen oder anderen Schalter noch einbauen.

    Im externen oder internen Mixer kann man laufende Sequenzen stummschalten live, sodass die vorbereiteten Sachen genug Spielraum bieten. Die improvisierten Teile wie Leadsynth sind dann auch freier, da man den nächsten Wechsel und das Ende des Solos spontan bestimmen kann. Natürlich ist dass alles nicht neu, ich resümiere nur.

    Was wirklich schnell ist wäre ein Doppelsystem. Ein Techniker stellt den Patch des nächsten Stücks ein, während man spielt. Oder ein sehr grosses System, wo die Hälfte der Sounds schon vorgepatcht sind. Eine Hilfe, die sich nur um die Patches kümmert, wäre aber dennoch empfehlenswert, das erleichtert ungemein. Dann kann man sich voll auf die Musik und deren Umsetzung konzentrieren.

    Ich reite gedanklich so sehr darauf herum, weil ich live noch fast nie eine gute Elektonikperformance gesehen habe. Entweder es kam alles vom Band und klang gut, oder es war live und klang mittelmässig, da anstelle der genialen Sounds ein plumpes Preset aus einem Standardsynthie verwendet wurde. Oder eine Superperformance, aber langweiligen Techno. Was ich will ist virtuos gespielte Elektronik, für den etwas anspruchsvolleren Hörer. Virtuos in zwei Arten. Einerseits durch excellente Kenntnis der Module und schnelle und präzise Bedienung, und andererseits durch virtuoses Spiel auf Keyboard, Antenne, Pedal, etc. Kaum verwunderlich, weshalb ich ein Andreas-Krebs-Fan geworden bin. :)

    In Ableton hat es sicher einen Convolution Hall oder ein tape/spring Plugin, oder nicht? Oder einfach Size und Diffusion im Standardhall ändern. Ist aber eigentlich nicht so wichtig. Das Stück bzw die Improvisation ist schön.
     
  6. AndreasKrebs

    AndreasKrebs bin angekommen

    Hallo und nochmal vielen Dank für die Antwort!

    Ja, zum Teil mache ich das so (meist eher über den recht guten Arpeggiator von Live). Für rhytmische Sachen (d.h. reines Triggern von Drums) ist der A-155 für mich nochmal praktischer, weil ich unmittelbaren Zugriff habe. Und bestimmte Dinge wie Manipulation der Sequenz-Länge (erster und letzer Step) gehen eigentlich nur mit dem A-154. Erstes und zweites Keyboard übernimmt bei mir "in Personalunion" das LMK2+, da habe ich bei 88 Tasten gute Split-Möglichkeiten.

    Stummschalten geht auch sehr schön mit Live und dem APC40, ich gehe meist mit 6-8 Kanälen vom A-100 in den A/D-Wandler, das lässt sich dann direkt "im Griff" und im Blick halten. Außerdem lässt sich durch die Auftrennung in mehrere Spuren noch was in der DAW über während des Stücks veränderte / ein-ausgeschaltete usw. Spur-Effekte machen (nutze ich noch viel zu wenig, die Effekte bleiben meist statisch).

    Ein Doppelsystem oder ein größeres System hilft schon, glaube ich (auch wenn das dann natürlich wieder unübersichtlicher wird, gerade bei komplexeren Patches trägt der Kabelsalat seinen Teil dazu bei - ist aber ein schönes Gedächtnistraining :lol: ). Das mit dem Techniker wird bei mir leider nicht funktionieren: ich schreibe meine Patches nie 100% reproduzierbar auf (will ich gar nicht), und das Patchen, bzw. die - teils recht intuitiven - Entscheidungen dabei sind für mich ein entscheidender Teil vom kreativen Prozess. Hier lege ich quasi den "Raum" fest, innerhalb dessen ich mich dann beim Ablauf des Stücks bewegen kann, und das betrifft ja auch rhytmisches oder Sequenzen, nutze ich überhaupt ein Keyboard bei der Sache, usw.

    Andreas
     
  7. Phil999

    Phil999 Tach

    das ist natürlich auch gut. :) Habe selber keins mehr leider und auch gottseidank. Super, ein vollständiges Keyboard, aber eben auch sperrig. Irgendwann muss aber wieder eins her.

    6-8 Kanäle vom Modularsystem, das ist sehr schön.

    ja, es sind beides etwas theoretische Ideen. Das Patchen ist kaum delegierbar, und zuviele Kabel für Prepatches versalzen die Suppe, bildlich gesprochen. Man muss ja noch die Knöpfe erreichen können. Tja, da hilft nur noch Gedächnistraining.
     

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