Brauche Hilfe für Track

Dieses Thema im Forum "Sound / Tutorials" wurde erstellt von apes90, 28. Oktober 2013.

  1. apes90

    apes90 Tach

    Hallo!

    Ich finde einfach keine passende Leadmelodie für diese Bassline.....es fehlt einfach etwas
    Ich kenn mich leider mit Noten nicht aus, vielleicht könnt ihr mir da weiterhelfen.

    Track:
    Sorry für die schlechte Soundqualität(hab das gerade russisch aufgenommen), aber es soll da nur als Template dienen...

    Mc 909

    Danke
     

    Anhänge:

  2. Pepe

    Pepe Tach

    Ich komme mit ebenfalls schlechter Aufnahmequalität dazu! Ich habe gerade einfach mal meine Gitarre gegriffen. Klingt ein bisschen so, als könne es von Jeff Becks Album "Who Else?" kommen, aber die Gitarre war jetzt gerade direkt zur Hand und soll nur zur Veranschauung meiner Idee dienen:


    play: http://www.pepemusic.de/sounds/seq/Track24_modified.mp3

    Sorry, ist nicht ganz auf dem Punkt, aber ich hatte keine Lust, mich länger als 10 Minuten damit zu beschäftigen.
     
  3. apes90

    apes90 Tach

    Machst du das aus dem Bauch raus oder hast du da ein System wie du spielst.. es müssten ja ein paar Tonleiter Parallel dazu passen?
    Danke für deinen Vorschlag, hört sich echt toll an
     
  4. Pepe

    Pepe Tach

    Das war aus dem Bauch raus. Oder eher aus dem Kopf in die Finger, da ich direkt diese simple Melodie im Sinn hatte, als ich den Track hörte.

    Die Tonart, die du vorgegeben hast, ist Es-Moll (falls es interessieren sollte: die Tonleiter hat übrigens ein ces und sechs b als Vorzeichen). Sie kann zum schnellen Improvisieren auf einer Tastatur ziemlich praktisch sein, da man die schwarzen Tasten nehmen kann und damit direkt die Pentatonik hat. Sehr schön können dann auch Harfen-Samples sein. Mit Es-Moll kann man dann per Hand schöne Arpeggien spielen, indem man die schwarzen Tasten putzt. ;-)

    Was ich gespielt habe, weicht aber vom Grundschema Es-Moll etwas ab. Ich drifte nun mal gerne aus dem Standardrahmen heraus. So habe ich ein D und ein A mit reingenommen. Das A ist die typische blue note (verminderte Quinte, vom Grundton aus) und das D passt auch, wenn man dein Es-Moll als harmonische Molltonleiter nimmt.

    Der Bass alleine definiert mit seinen paar Tönen hier nicht die absolute Tonart. Ähnlich ermöglichen es auch typische Powerchords einer E-Gitarre, fließend zwischen Dur und Moll zu springen, ohne dass es reibt. Wenn du einen Klangteppich mit den normalen zu Es-Moll passenden Dur- und Moll-Akkorden druntergelegt hättest, hätte meine Melodielinie wahrscheinlich nicht gepasst.
     
  5. apes90

    apes90 Tach

    Was meinst du muss ich verstehen/lernen damit ich das kapiere?? Den Quintenzirkel?? Ein Freund von mir ist auch Gitarrist und der meinte den Quintenzirkel beim Produzieren bestimmt hilfreich sei...

    Bei den Drums hab ich keine Probleme die hab ich sofort fertig aber bei der Melodie weiss ich meistens nicht weiter...und nur 1 Spur hört sich einfach nur langweilig an....

    Ich würde gerne wissen warum nach einem C, ein A passt und nicht ein D(nur als Beispiel, das sind jetzt Hausnummern :D )
    kannst du mir das irgendwie Idiotensicher erklären??
     
  6. beaty

    beaty Tach

  7. Pepe

    Pepe Tach

    Harmonielehre kann man am besten erlernen, wenn man jemanden hat, der das vor Ort erklären und am Instrument erläutern kann. Ich bin meinem Musiklehrer auf Lebenszeit dankbar für den guten Unterricht ab der siebten bis zur zwölften Klasse! Der Mann war ein richtig guter Lehrer. Jetzt ist er verdient in Rente.

    Ich für meinen Teil bin jemand, der weiterführende Dinge auf Dauer selbst rausfindet und einfach ausprobiert, wenn kein Fachmann in der Nähe ist, der mir das in den Schädel hämmern kann. Lehrbücher verstauben bei mir nur, obwohl gewiss nützliche Sachen drin stehen. Generell bin ich der Meinung, dass es nicht möglich ist, alles ausschließlich durch vorgegebene Beispiele zu erlernen. Vor allem der eigene Stil entwickelt sich nur durch Verschmelzung verschiedenster Elemente. Die Big Mäc™-Sauce, das Coca Cola-Geheimrezept und dergleichen bestehen in der Regel aus bekannten Zutaten - aber wie viel von alldem, ist dem Otto Normalverbraucher nicht bekannt.

    Jeder, der über Jahr(zehnt)e hinweg seine Improvisationskunst ausbaut, hat einen eigenen Stil und teilweise einen unverkennbaren Klang. Das kommt daher, dass die Ursprünge so verschieden sind. Jeder hat einen eigenen Musikgeschmack und ist von unterschiedlichsten Dingen geprägt worden.

    Ich kann dir aber schon mal ein paar kleine Tipps auf den Weg geben, solltest du ernsthaft einen eigenen Stil verfolgen wollen:

    - Versuche mal, Sachen nachzuspielen, die du selbst immens cool findest! Versuche, herauszufinden, was die Melodielinien oder Akkordfolgen so einzigartig macht.
    - Spiele per Hand und nicht mit Mausklicks!
    - Probiere einfach mal Dinge aus und schau, wohin sie dich führen.
    - Achte darauf, dass dein Spiel nicht eintönig wird. Entwickele ein Gespür für Dynamik! Spannung lässt sich manchmal besser durch ruhige Passagen aufbauen, als durch lautes Getöse.
    - Höre dich in bisher unbekannte Musikstile rein. Ich habe Kraftwerk und Tangerine Dream erst als 16-/17-Jähriger kennen gelernt und die Klangwelten waren für mich eine wahre Offenbarung.
    - Manche Instrumente klingen bisweilen langweilig und simpel, bis man einen Virtuosen darauf spielen hört. Als ich zum 16. Geburtstag eine Best-of-CD von Stanley Clarke bekommen habe, kurz nachdem ich angefangen habe, ein paar Töne auf dem E-Bass zu zupfen, war ich von den Socken, was man aus einem Bass rausholen kann! Eine Posaune kann eine regelrechte Tröte sein, aber höre dir mal Trombone Shorty (Tipp!) an! Danach bekomme selbst ich anflugsweise den Drang, Posaune spielen lernen zu wollen! Wenn man sieht und hört, was ein Instrument ausspucken kann, wenn man die Kunst richtig beherrscht oder/und eigene neue Spielansätze und Sounds herausgefunden hat, dann kann es einem mächtig in den Fingern jucken! Entweder wird man vollends desillusioniert und hört dann lieber der Elite zu - oder man taucht ein in diese Welt und versucht, das Bestmögliche aus einem Instrument zu holen.
    - Tausche dich mit anderen Musikern aus und spiele mit ihnen zusammen!
    - Lege dir keine Beratungsresistenz zu! Man ist niemals perfekt. Es gibt immer Leute, die mehr können, als man selbst, und die Erfahrungen gemacht haben, von denen du profitieren kannst. Wenn du in höflicher Weise kritisiert wirst, nimm es als kostenlose Beratung an - nicht als pures Meckern!
    - Ein Sprichwort, das so alt ist wie die Nacht: "Weniger ist mehr!" Bedeutet in dem Fall: Dudel nicht zu viel rum. Minutenlange Solos will kein Mensch hören (in der Regel zumindest). Matsche deinen Sound nicht zu, sondern achte auf Transparenz. Achte darauf, dass alles zu hören ist, was gehört werden soll, wenn du mehrere Instrumente übereinanderlegst.
     
  8. Re: AW: Brauche Hilfe für Track

    Das ist grad genau mein Thread... :cool:

    @Pepe: Was gibt in einem Track die absolute Tonlage vor?

    Was es gemeint mit der Aussage, Kick und Bassdrum müssen in einer Tonlage sein?
     
  9. Pepe

    Pepe Tach

    Re: AW: Brauche Hilfe für Track

    Eine Tonlage ist zum Beispiel Sopran oder Tenor oder Bariton. Also der Tonumfang, den ein Mensch aus seiner Kehle herausholen kann. Ist bei Instrumenten wie Saxophon, Blockflöte, etc. das Gleiche. Aber das wirst du nicht gemeint haben, sondern die Tonart, korrekt?

    Im Grunde spielt sich das Meiste, was wir in der populären Musik gewöhnt sind, in ziemlich steifem Rahmen ab. In einer Tonart gibt es drei Dur-Akkorde und drei Moll-Akkorde, die sich aus der entsprechenden Tonleiter bilden.

    Einfaches Beispiel ausschließlich mit weißen Tasten:

    C-Dur

    Tonleiter: C, D, E, F, G, A, H (international: B) und wieder C. Der Grundton ist das C. In der aus den selben Tönen bestehenden A-Moll-Tonleiter ist der Grundton das A.

    zugehörige Dur-Dreiklänge (Akkorde):
    C-Dur (C, D, E, F, G, A, H, C) - das ist Tonika, auch als "Tonales Zentrum" bekannt, was deine Frage beantwortet. Hierauf basiert meist ein Musikstück. Doch es geht noch weiter:

    F-Dur (C, D, E, F, G, A, H, C) - das ist die Subdominante.
    G-Dur (C, D, E, F, G, A, H, C, D) - das ist die Dominante.

    zugehörige Moll-Dreiklänge:
    A-Moll (C, D, E, F, G, A, H, C, D, E) - das ist wieder eine Tonika, nur diesmal für die mollige Seite der C-Dur/A-Moll-Tonleiter. C-Dur und A-Moll haben die selben Töne in ihrer Tonleiter. Bei A-Moll fängt man mit dem Grundton A an. Dazu gibt es wieder Dominante und Subdominante:

    D-Moll (C, D, E, F, G, A), H, C - Subdominante.
    E-Moll (C, D, E, F, G, A, H, C) - Dominante.

    JEDE Tonart in Dur oder Moll hat sechs Dreiklänge, die perfekt hineinpassen (3 x Dur, 3 x Moll). Bei vielen Songs aus dem Radio kann man froh sein, wenn mal mehr als vier davon genutzt werden. Es läuft meistens alles um die Tonika herum. Jazz ist noch mal anders. Und auch sonst gibt es viele Stücke, in die Akkorde hineingeschleust werden, die aus benachbarten Tonarten stammen oder normalerweise so gar nichts darin zu suchen haben, aber dennoch super klingen. Aber vieles, was wir zu hören bekommen, läuft nach Schema F ab.

    Nur Dreiklänge sind auf Dauer aber Öde. Als es damals im Unterricht um Akkorde mit 4 Tönen ging (Septakkorde und so), waren meine Klassenkameraden entsetzt, als sie hörten, dass es Akkorde mit beliebig vielen Tönen gibt, wenn man möchte. Kann sehr effektvoll klingen, wenn man es einzusetzen versteht.

    Meinst du wieder die Tonart, in dem Fall den Grundton? Das halte ich nicht für den Heiligen Gral und da wird viel Geschiss drum gemacht, um es mal so zu sagen. Ich spiele gerne und viel live. Die Drummer, die ich begleite (wenn ich nicht selbst an den Drums sitze) müssen nicht für jedes neue Stück ihre Trommeln umstimmen, damit es klingt. Eine Bassdrum ist in der Regel aller Felle (Wortwitz! Lachen, bitte!) ein Geräusch! Was sagt dein Stimmgerät, wenn du in die Hände klatschst? Oder wenn dein Stuhl mit einem Knarren über den Holzboden knirscht? Es ist bei einer echten Bassdrum selten ein richtig definierbarer Ton zu hören. Das ist selbst bei Toms manchmal schwierig, je nachdem, welchem Drummer das Set gehört. Bei Toms ist es allerdings wichtig, dass sie tonal harmonieren. Für gut klingende Trommelläufe muss ein angenehmer Tonhöhenverlauf eingestellt sein. Oft werden Toms im Quart-Abstand (5 Halbtöne - ihr wisst doch wohl wenigstens, was ein Halbton ist, hoffe ich?!) gestimmt, wenn das Drumset klassisch drei Toms hat. Im Studio kann es absolut Sinn machen, diese Tom-Stimmung an die Tonleiter eines Songs anzupassen. Für Live muss das Set einmal richtig eingestellt sein und es klingt immer mindestens gut. Aber eine Bassdrum für jedes Lied in der Tonhöhe anpassen? Liebe Leute, eine Bassdrum darf gerne ein trockenes WAPP machen, oder ein kerniges WUMM, oder ein sonores BAOUM - hauptsache sie passt in den Song und in den Musikstil rein. Wenn es für euch genial klingt, dann lasst es so! Meckerköpfe und Besserwisser wird es immer geben!

    Fragen beantwortet? Zu kompliziert/zu simpel? Wie gesagt: in der Regel ist es besser, wenn man jemanden vor Ort hat, der einem das mal so richtig erläutern kann!
     
  10. Vielen Dank Pepe für dein Bemühen! Sehr gut und verständlich für mich.

    Ja Ich meinte Tonart. :)

    Ich denke es wäre hier zuviel verlangt, das Ganze noch zu vertiefen.
    Aber es ist auf alle Fälle ein guter Einstieg.
     
  11. Ich bin gerade dabei, dass Ganze in die Praxis zu übertragen. Da öffnet sich gerade ein neuer Horizont für mich, deshalb muss ich doch noch mal nachfragen.

    Drei Akkorde sind gesetzt (in Ableton Live ): A-Moll, D-Moll, E-Moll. Klingt so ein bisschen house-chord-mäßig.

    Wie gehe ich da harmonisch weiter vor?

    Ein Beispiel: ich bräuchte einen Akkord tiefer als A-Moll...oder nennt man das dann eher A-Moll runter transponieren?

    Wie man deutlich erkennen kann, da ist noch nicht viel Notenkunde vorhanden... :mrgreen:
     
  12. Pepe

    Pepe Tach

    Probiere dann doch mal G-Dur oder F-Dur. Irgendwas davon könnte das Passende sein. Der Quintenzirkel ist für sowas die perfekte Ausgangsbasis. Googel dich mal durch - steht alles schon zigfach im Netz. Wenn du es dann noch nicht blickst, frage mich gerne noch mal. Ich war auch mal an deiner Stelle und hatte null Peilung, wozu man den Kram gebrauchen könnte - bis ich dann am Keyboard anfing und es mir so langsam dämmerte, dass man dem Musiklehrer doch mal das Ohr leihen sollte. Theorie erschließt sich vielfach nur durch eigene Praxis.
     
  13. Den Quintenzirkel habe ich als Bastelvorlage schon in Arbeit. ;-)

    So langsam sollen die Melodien und Flächen einfach nicht mehr aus dem Zufall heraus entstehen.

    Danke für dein Angebot. Ich komme drauf zurück. :supi:
     

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