Die neue "Tiefgründigkeit"... oder was auch immer

Dieses Thema im Forum "Ansätze / Konzepte" wurde erstellt von ZH, 22. Juni 2016.

  1. Ludwig van Wirsch

    Ludwig van Wirsch bin angekommen

    Kurz gesagt:
    Die 2000er, Musik aus der Ableton Retorte.
     
  2. ikonoklast

    ikonoklast Tach

    Mag sein, aber was hat das mit diesem Thread zu tun?

    Servus,
    Alex
     
  3. NW Moelders

    NW Moelders bin angekommen


    kann er lesen ? ... Jungge ...
     
  4. Eigentlich ist Musik heutzutage so vielfältig, wie noch nie.
    Man sollte da nicht so stark kommerzionelle Medien als Beurteilungsgrundlage zuziehen.
    Speziell hinter den grossen Sternchen, wie z.b. den Hosen oder Helene Fischer (jetzt auf den deutschsprachigen Raum bezogen) , steckt ja meist auch eine komplett monetäre Unternehmensstruktur.

    Wer sich wirklich für Musik speziell interessiert, wird auch aufgrund moderner Medien sicher genug für seinen Geschmack finden.
     
  5. Anonymous

    Anonymous Guest

    Und man sollte sich auch mit dem gedanken abfinden das man in seinem leben vermutlich nur 0,00000000000000001 % aller verfügbaren musik, weltweit, zu gehör bekommt wenn nicht sogar eher weniger.
    Von daher ist es relativ egal was andere machen, sondern es ist wichtig inwiefern man sich selber antreibt seine eignene musiklebensleistung, sofern man da ambitionierte ansprüche erhebt, zu vollenden und evtl gesteckte ziele zu lebzeiten erreicht damit man in frieden sterben kann.
    Die bösen anderen, helene und so.. jaja, schon klar.
     
  6. Moogulator

    Moogulator Admin

    Jan Böhmermann und der ECHO

    sowas vielleicht: http://www.horizont.net/medien/nachrich ... eln-157194
    Prototypisch mal für alles, was etwas weiter vorn an "Jammerbedeutungspop" passiert.


    Mir ging es um Musik und Spaß, finde das hier trifft es einfach gut. Mehr kann man da nicht zu sagen.
    Böhmermann hats getroffen:

    bitte hier diskutieren viewtopic.php?f=55&t=122006#p1434327 wenn es um die Person Böhmermann gehen sollte, zum musikalischen Anteil hier gern weiter..
     
  7. Steril707

    Steril707 Tach

    "Jammerbedeutungspop".

    Danke, das Wort triffts ganz gut. Diese Art von Musik ist so furchtbar.

    Und hier der Geschasste Böhmermann (den ich komischerweise irgendwie auch nicht mehr so richtig mag, aber hier trifft er zu dem Thema ziemlich ins Schwarze)

    https://www.youtube.com/watch?v=
    src: https://youtu.be/nFfu2xDJyVs
     
  8. Moogulator

    Moogulator Admin

    Mal ein Gegenbeispiel ohne Bedeutungsanmeldung:


    src: https://youtu.be/6ozjbDM90Nw





    MOD: genau - das ist dann hier viewtopic.php?f=55&t=122006#p1434327
    habe die reinen Böhmermann-Aussagen dorthin verschoben, der musikalische Aspekt ist - wie ich finde - ganz gut getroffen als Satire. Die kann man natürlich über jeden Stil auch machen, es gibt zB auch eine Anleitung wie man NIN Songs macht.

    Hier nochmal Comedy-Reaktion zum Thema von C.Kebekus viewtopic.php?f=55&t=122114
     
  9. swissdoc

    swissdoc back on duty

  10. Nick Name

    Nick Name bin angekommen

    Ich finde den erst-post auch richtig und gut - allerdings finde ich, dass du in die falsche richtung schaust.

    Schau mal in den sogenannten "Underground" - da findest du das selbe, aber anders verpackt!
    z.b. wird dort "authentizität" gerne mit "böse sein" verknüpft - am besten noch mit porno... eine andere art von authentizität gibt es nicht!?

    Das finde ich genauso krank!

    Manchmal erhole ich mich davon und höre ganz bewusst WDR 4 nur um mich zu reinigen von der ganzen "coolness -scheisse" - "Kunst - ist marketing-kultur"- "Die millionste House-underground-Techno aus der fertigverpackung megageil produktion"

    :peace: ist eine todesrune-kultur!
     
  11. V

    V Guest

    Die größte Seuche finde ich die Verknüpfung von Musik und Video.

    src: https://youtu.be/0oCPNMZuWwI
    *

    Und die totale künstliche Dauerekstase. Atemlos in diesem einzigartigen Augenblick mit dir, dem einzigartigsten Wesen im Universum.



    *
    Fun Fun Fun in the fluffy chair
    Flame up the herb
    Woof down the beer

    Hi
    I'm your video DJ
    I always talk like I'm wigged out on quaaludes
    I wear a satin baseball jacket everywhere I go

    My job is to help destroy
    What's left of your imagination
    By feeding you endless doses
    Of sugar-coated mindless garbage

    So don't create
    Be sedate
    Be a vegetable at home
    And thwack on that dial
    If we have our way even you will believe
    This is the future of rock and roll

    How far will you go
    How low will you stoop
    To tranquilize our minds with your sugar-coated swill

    You've turned rock and roll rebellion
    Into Pat Boone sedation
    Making sure nothing's left to the imagination

    M.T.V. Get off the
    M.T.V. Get off the
    M.T.V. Get off the air
    Get off the air

    ...


    (Dead Kennedys, "Frankenchrist", 1985)
     
  12. V

    V Guest

    apropos Musik und Video: Das Ohr sieht mit.

    Der neue Waldorf Synth, also wie gut der aussieht... hab ihn zwar noch nicht gehört, aber meine Herren, also aussehen tut der ja so geil...
    ich glaub, ich häng mir den an die Wand, so als Designstück, der sieht ja besser aus als der "20". Und ist dabei ja viel günstiger.
    Ich bin doch nicht blöd. Kennste? Kennste?


    Und der eine Song, hast du gesehen, was die Frau da gemacht hat? Hast du DAS gesehen!?! Megakrasse Optik, Alta! Echt M.E.G.A. !!
     
  13. Altered States

    Altered States Spruce Goose

    Bez. Videos war ich eigentlich ganz froh darüber, dass ein Freund da mal was zu einem, bzw. 2., Tracks was mit Fraktalen - oder so-, gebastelt hat. Ohne geht ja auch, aber mit fand ich schon schöner.
     
  14. V

    V Guest

    Sowas hatte ich auch nicht gemeint ;-)
     
  15. Musikarchitekt

    Musikarchitekt bin angekommen

  16. utopia3000

    utopia3000 bin angekommen

  17. Moogulator

    Moogulator Admin

  18. nano

    nano bin angekommen

    Warum gerade die "Tiefgründigkeit" so im Fokus steht kann ich mir auch nicht so recht erklären. Ich denke solche Dinge kann man sich auch gar nicht erklären. Unsere Welt ist aus menschlicher Sicht einfach chaotisch. Dinge passieren halt. Im Jahre 1995 hat vermutlich auch niemand Dubstep antizipiert und Rückblickend sehe ich auch keine logischen Grund, warum sich der Skrillex-Sound ergeben musste. Insofern scheint mir dieser Aspekt des Themas gar nicht so wichtig.

    Bemerkenswert finde ich die strukturellen Veränderungen, die sich synchron zu dieser Kultur ergeben haben. Waren wir bis, sagen wir, 2008 noch ganz klar vom Kapitalismus geprägt leben wir jetzt in einer Zeit wo die "Sharing Economy" an Bedeutung rasant gewinnt (Uber, Airbnb und Co). Experten streiten, ob dass jetzt bloß eine neue Variante des Kapitalismus ist oder ein gänzlich neues Paradigma (Ich sehe das bisweilen zynisch und finde, dass die schlechten Aspekte beider Systeme vereint werden - kein Eigentum & kein Miteinander). In jedem Fall ändert dieser Umstand unsere Gesellschaft radikal. Menschen sind zunehmend nicht mehr (entweder) Arbeitnehmer (oder Arbeitgeber) sondern Ein-Person-Unternehmen. In sofern macht es durchaus Sinn, sich selbst zu inszenieren. Man kann den Leuten zum einen das Gefühl geben, dass sie einen brauchen (denn man ist zunehmend darauf angewiesen, selbst einen Kundenstamm aufzubauen), wenn man ihnen gute Ratschläge gibt (die Sache mit den "tiefgründigen Lyrics").

    Das ganze geht aber noch weiter. Gehen wir zurück zu den eingangs erwähnten Arten von Youtube Videos. Man fragt sich: Warum stellen so viele Menschen die selben Videos ins Netz? (sieht man übrigens auch gut bei Fitnessvideos - wie viele Millionen Videos über das korrekte Ausführen einer Kniebeuge braucht diese Welt?) Teil der Sharing Economy ist, dass *alles* zu einer Ware wird. Wenn da ein Markt für "alle Songs haben die selben Akkorde"-Videos ist, dann produziert man die halt. Videos bringen Follower und Follower (und deren Follower) bringen dir Geld durch das Sehen und Anklicken von Werbung.

    tl;dr: Die Sharing-Economy verlangt, dass wir mit unserem Verhalten aus der Vergangenheit brechen. Jeder ist jetzt Unternehmer und tut was er kann um sich über Wasser zu halten.

    Es gibt aktuell ein sehr interessantes Features vom SWR, welches viel Interessantes zu diesem Thema zusammen trägt und auch die großen Gefahren dieser Veränderung aufzeigt (z.B. Verlust von lange erstrittenen Arbeitnehmerrechten)
    http://avdlswr-a.akamaihd.net/swr/s...0830-die-kommerzialisierung-des-teilens.m.mp3
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. August 2017
    Notstrom gefällt das.
  19. bytechop

    bytechop bin angekommen

    Das ist ein Problem mit der Musikindustrie, nur hat es das schon immer gegeben. Die Vertriebswege sind heute anders und so wird halt über alle Kanäle versucht Musik zu verkaufen. Da gibt es halt auch Darsteller die tiefgründiges Marketing betreiben, so wie das Roland bei den Boutique Dingern macht, nur eben für Musik anstatt billo Digital Synths. Da ist Musik eben keine Audrucksform von Kunst oder Gefühl des Künstlers sondern nur noch ein Produkt das durch den Musikdarsteller irgendwie angepriesen werden muss. Am besten sowas garnicht anhören, schauen oder kaufen wenn es einem nicht gefällt.

    Ich kann zu diesem Thema das Buch hier empfehlen:
    http://www.bseliger.de/kuenstler/geschaeft-mit-musik-ein-insiderbericht
     
  20. noir

    noir bin angekommen

    Die Musik heute ist ein Spiegel der Gesellschaft.

    Die Gefühle des Menschen zu kontrollieren ist schon immer sehr wichtig gewesen. Als Informationen noch nicht so einfach für jeden zugänglich waren konnte man einfach Dinge erzählen und es war nur schwer dies nachzuprüfen. Religionen waren dafür perfekt, notfalls tat es aber auch ein unfehlbares Oberhaupt mit blauem Blut.

    Heutzutage sind wir hochgradig vernetzt. Sehr viel Wissen ist meistens mit hinnehmbaren Aufwand für viele von uns zugänglich. Es ist schwieriger geworden Menschen zum eigenen Vorteil zu belügen denn jede Aussage kann gegen Fakten geprüft werden. Wenn es keine oder widersprüchliche Fakten darüber gibt dann leidet darunter heute häufiger die Glaubwürdigkeit als damals.

    Deswegen müssen wir wieder weg von Sachlichkeit. Die Menschen müssen nur das "richtige" fühlen. Gefühle sind subjektiv und niemand kann für Gefühle verantwortlich gemacht werden außer der Fühlende - hättest ja stattdessen drüber nachdenken können. Außerdem ist Fühlen doch so viel einfacher als Denken.

    Deswegen: Es ist unwichtig ob die Lebensmittel gesund sind oder nicht - Du musst nur ein gutes Gefühl dabei haben wenn Du sie kaufst und isst. Es ist unwichtig ob Totalüberwachung vor Terroristen schützt oder nicht - Du musst Dich nur sicher fühlen. Es ist unwichtig ob Deine intimsten Informationen auf den Servern anderer gespeichert sind - Du musst nur das Gefühl haben weiterhin die Kontrolle darüber zu behalten. Es ist nicht wichtig was jemand tut - es muss sich nur richtig anfühlen. Es ist unnötig etwas zu ändern - Du musst Dich nur besser fühlen. Es ist unwichtig ob etwas echt ist, es muss sich nur echt anfühlen.

    Das war das Wort zum Sonntag. :blerk:
     

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