Drum-Fills auf der MPC (Mini-Tutorial, Tips und Tricks)

Dieses Thema im Forum "Groovebox" wurde erstellt von ZH, 1. Februar 2016.

  1. ZH

    ZH ....

    Servus,

    da ich eine coole Funktion auf meiner MPC1000 entdeckt habe, moechte ich euch diese nicht vorenthalten, und dies auch gleichzeitig als Anlass nehmen, hier ein paar Tips und Tricks zu sammeln, wie man Drum-Fills auf der MPC programmieren kann, die man live gut einsetzen kann. Sprich, ihr duerft eure eigene Vorgehensweise gerne in diesem Thread kund tun :)

    Ich habe naemlich soeben entdeckt, dass man das Muten eines Tracks ebenfalls in die Sequenz mit einprogrammieren bzw. Recorden kann. Das heisst, wenn ihr ein Pattern abspielt, und im Aufnahme-Modus einen Track muted, dann wird dieser Mute-Befehl ebenfalls innerhalb dieses Tracks als Event eingetragen, und somit bei jedem erneuten Durchlaufen des Patterns ausgefuehrt.

    Mag sein, dass dies einige von euch bereits kennen, aber dem ein oder anderen wird das vielleicht noch genau so neu sein wie mir bisher :D Hier also ein kleines Beispiel wie sich das ganze fuer ein Drum-Fill nutzen laesst :phat:

    Noch ein kleiner Hinweis: ich verwende JJOS2XL. Ob diese Funktion auch auf anderen Betriebssystemen und anderen MPCs funktioniert, muesst ihr selbst rausfinden.

    Beispiel:
    Hier mal eine kleine Uebersicht, wie bei mir normalerweise die Tracks auf der MPC zugewiesen sind:
    Code:
    +--------+--------+--------+--------+
    | KORG/  |        |        |        |
    | VOCOD. |        |        |        |
    |        |        |        |        |
    +--------+--------+--------+--------+
    | BASS/  |        |        |        |
    | NORD 1 | NORD 2 | NORD 3 | NORD 4 |
    |        |        |        |        |
    +--------+--------+--------+--------+
    |        |        |        |        |
    | PERC 1 | PERC 2 | FILL 1 | FILL 2 |
    |        |        |        |        |
    +--------+--------+--------+--------+
    |        |        |        |        |
    | BD     | SD     | CH     | OH     |
    |        |        |        |        |
    +--------+--------+--------+--------+
    
    (die oberen 8 Pads interessieren fuer dieses Beispiel nicht, es geht nur um die unteren 8 )

    Normalerweise sind bei mir, wie man anhand der Skizze erahnen kann, die einzelnen Drum-Sounds BD, SD, CH und OH immer auf den unteren 4 Pads/Tracks getrennt programmiert, sodass ich diese einzeln muten und unmuten kann. Brauche ich nun zwischendrin ein Drum-Fill, dann aktiviere ich z.B. Track 7 (FILL 1), in dem ein Drum-Fill programmiert ist, das wie auch immer aufgebaut sein mag, z.B. einfach ein paar Snare-Schlaege oder vielleicht auch Toms und andere Dinge. Manchmal habe ich sogar noch ein anschliessendes Crash Cymbal auf der 1 des ersten Taktes, also zu Beginn des Patterns, welches dann logischerweise nach dem Fill bei der Wiederholung des Patterns ertoent.

    Wenn ich nun also in einer Live-Situation diesen Track unmute, und somit das Drum-Fill gespielt wird, ist das unschoene dabei, dass ich dann nicht vergessen darf, es anschliessend rechtzeitig wieder zu muten, denn sonst ertoent das Drum-Fill ja in jeder Wiederholung des Patterns, was ich aber im Normalfall nicht will. Daher waere es doch praktisch, wenn sich das Fill einfach von selbst wieder muted, sobald es fertig ist mit Spielen. Und hier kommt die oben beschriebene Funktion ins Spiel :)

    Das geht wie folgt: Ich versetze die MPC einfach in den Overdub-Modus, stelle sicher, dass der Fill-Track NICHT gemuted ist, und lasse das Pattern ganz normal laufen. Nun warte ich, bis das Fill vorbei ist (also im Normalfall kurz nach der 1 des ersten Pattern-Taktes, nach dem oben erwaehnten Crash). Somit wird der Mute-Befehl genau an dieser Stelle ins Pattern einprogrammiert. Dann stoppe ich die MPC und lasse das Pattern einfach wieder ganz normal laufen. Der Fill-Track ist nun bereits gemuted und erklingt nicht. Wenn ich nun irgendwann der Meinung bin, ich moechte das Fill-In haben, muss ich einfach nur den Track unmuten und kann mich anschliessend wieder anderen Handgriffen widmen und mich drauf verlassen, dass das Fill anschliessend wieder automatisch gemuted wird, ohne dass ich mich weiter darum kuemmern muss :mrgreen:

    PS: Noch ein kleiner Tip zum Abschluss: Solltet ihr das ebenfalls so machen wollen wie ich, sprich, dass das Fill auf einem anderen Track laeuft wie die eigentliche "normale" Snare, dann empfiehlt es sich, nach dem Aufnehmen eines Fills die Snare-Schlaege aus dem Fill heraus zu loeschen, die sich an der selben Stelle befinden, wie die regulaeren Snare-Schlaege, da sonst unschoene Klang-Artefakte entstehen koennen.
     
  2. Anonymous

    Anonymous Guest

    Super tipp. :supi:
     
  3. Wie kriegt man den Mute in der Sequenz beim Jjos 1 eigentlich wieder gelöscht, meine so dass der Track einfach wieder läuft...? AUßer jetzt mitder Undo-Taste
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    Im list editor das <mute> event löschen
     
  5. Ok, hört sich gut an :mrgreen: merci
    Mit dem Listeditor muss ich mich eh noch mal anfreunden, irgendwann, eines Tages... finde die immer ziemlich unübersichtlich
     
  6. ZH

    ZH ....

    Ich habe das heute morgen nochmal getestet und mir ist noch was aufgefallen: Es wird automatisch ein "Track unmute"-Event gesetzt, und zwar zu Beginn des Patterns. Sofern man, wie ich im ersten Post beschrieben habe, ein Crash auf der 1 haben will, ist das natuerlich uncool, weil man dann das Crash in jedem Pattern-Durchlauf hoert. Daher muss man dieses Event dann einfach im Step Editor rausloeschen. :mrgreen:

    EDIT: Genauso laesst sich das "Track mute"-Event aber auch manuell einfuegen, also ohne Recording. Im Step Editor einfach auf "Insert" und dann das Track Mute-Event waehlen. Der Wert bestimmt ob gemuted (ON) oder geunmuted (OFF) wird. Leider laesst sich dies immer nur fuer den aktuellen Track machen; ich kann also nicht z.B. im Track 1 ein Track-Mute-Event fuer einen anderen Track programmieren.