Durchkontaktierungen entlöten

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von intercorni, 18. Juni 2008.

  1. Mit dem Entlöten von Durchkontaktierungen habe ich so meine Probleme: ich bekomme zwar die Lötstelle mit Entlötlitze sauber, jedoch die Bohrlöcher nicht. In diesen bleibt immer etwas Lötzinn zurück.
    Wie macht ihr das?
     
  2. Level5

    Level5 Alter (Dudel) Sack

    Ich löte zuerst etwas frisches Lötzinn rein, dann setzte ich eine Entlötpumpe auf die eine Platinenseite, und den Lötkolben auf die andere Seite.
    Wenn das Lötzinn wieder flüssig ist, Pumpe auslösen. Dabei dafür sorgen ,dass das Loch nicht von der Lötkolbenspitze verschlossen wird.
    Diese Methode funktioniert allerdings nur, wenn man die Platine auch ausbauen kann (muss am besten hochkant aufgestellt werden.
     
  3. tulle

    tulle aktiviert

    Du kannst eine dünne Edelstahlnadel beim Heißmachen der Lötstelle ins Loch drücken. Nähnadel oder so geht auch.
     
  4. Kannst das auch mit einem Feinminenstift machen (0.5mm).
    Klappt sehr gut, da die Mine kein Zinn annimmt.
     
  5. Mit meiner Entötpumpe, Soldapullt, habe ich bisher *alles* problemlos ohne irgendwelche weiteren Tricks entlötet.
     
  6. Danke für die Tipps. Eine Entlötpumpe habe ich zwar, jedoch finde ich das Arbeiten mit dieser sehr umständlich. Die Idee mit der Nadel ist aber gut.
     
  7. Re:

    Hört sich in der Theorie gut an, praktisch waren bei mir immer Bauteile für diese Methode im Weg.

    Und wenn die Durchkontaktierung so eng ist, dass keine Nadel rein geht? Wo kriegt man solche dünnen Edelstahlnadel überhaupt her?

    Auch enge Durchkontaktierungen? Lötkolben und Entlötpumpe auf derselben Seite? (Hab hier die Platine von der Sonic Potions LXR, da geht es nur von einer Seite)
     
  8. microbug

    microbug |||

    Dünne Edelstahlnadeln gibt's in der Apotheke: Kanülen für Spritzen.

    Kleine Kanülenkunde:

    Die Dinger haben eine Farbcodierung, die sowohl was über die Länge als auch die Dicke aussagt. Hersteller sind neben Braun auch Beckton-Dickinson (BD) und Neolus.

    Bei Braun heißen die Dinger Sterican, bei BD Microlance 3 und bei Neolus Terumo.

    Die braunen (25G 1/2") sind dünn, aber leider oft zu kurz, weil nur für Insulin oder Antithrombosespritzen gebraucht. Dafür aber für Flußmittel und gezieltes Ölen optimal.

    Die nächste gängige Größe ist ebenfalls für subcutan gedacht, aber etwas länger und meist orange: 25G 1".

    Danach folgen welche für intramuskuläre Spritzen (wird immer weniger angewendet) und intravenös mit den Größen 22G 1,4" (grau bzw schwarz) und gelb (da finde ich gerade keine Größe dazu). Die sind lang und auch dünn. Mit denen habe ich selbst schon Lötaugen freigepustet.

    Die genannten Teile sind Standardkanülen, die man in jeder Apotheke bekommt. Es gibt noch etliche Spezialkanülen für alles Mögliche, die sind allerdings mehr medizinisch denn elektronisch relevant :)

    Hier mal eine Übersicht bei BD: http://www.bd.com/resource.aspx?IDX=16336

    Diese 3 Hersteller sind sowohl im klinischen Bereich als auch "draußen" anzutreffen.
     
  9. Ah, Apotheke mal wieder, die haben mich schon komisch angeschaut als 100%igen Alkohol (zum saubermachen von Platinen) haben wollte. :lol:

    Danke für den Tip.
     
  10. microbug

    microbug |||

    Solche Dinge gibt's heute eher im Laborbedarf als in der Apotheke, außer Du hast eine der Wenigen vor Ort, die noch sowas wie Diagnostik macht. Den Alkohol, den Du suchst, benutzen auch DSLR- Fotografen zum Sensorputzen, den findest Du auf jeden Fall im Laborbedarf (das ist dann Methanol), es sei denn Du kennst eine MTLA :)
     

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